Gut geschmiert: Ölwechsel – Werkstatt oder selber machen?

02. August 2022 von

Ein Ölwechsel in regelmäßigen Abständen sorgt dafür, dass der Motor nicht zu schnell verschleißt. Doch wie oft muss man zum Ölwechsel? Kann man den Ölwechsel selber machen oder fährt man lieber in die Werkstatt? Und welche Kosten entstehen beim Ölwechsel? Hier lesen Sie alles, was man zum Ölwechsel wissen muss.

⏰  Kurz zusammengefasst

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Motoröl erfüllt mehrere Aufgaben. Zum einen bewahrt es den Motor vor Verschleiß. Es schmiert die beweglichen Teile und reinigt den Motor von Ruß und Abrieb, und kühlt heiß gelaufene Teile. Ohne Motoröl kann der Motor schnell Schaden nehmen, daher muss man immer darauf achten, dass genug Öl vorhanden ist. Aber auch altes Motoröl kann Schäden verursachen, in regelmäßigen Intervallen einen Ölwechsel durchführen zu lassen, ist daher sinnvoll.

Warum muss man das Motoröl wechseln?

Beim Autofahren nutzt sich das Öl ab. Damit das Motoröl seine Funktionen beibehält, muss man es regelmäßig austauschen. Wenn man den Ölwechsel versäumt, verschlechtert sich die Schmierfähigkeit des Öls. Dann droht ein Abriss des Schmierfilms, der weitreichende Folgen haben kann.

Auch den Ölfilter und die dazugehörige Dichtung sollte man beim Ölwechsel austauschen. Denn im Ölfilter sammeln sich Metallabrieb, Staub und Verbrennungsrückstände. Wenn der Ölfilter zu lange betrieben wird, kann er verstopfen. Dies hat zur Folge, dass das Motoröl über einen Bypass ungefiltert in den Motor läuft. Gelangen schädliche Partikel in den Motor, kann das einen Motorschaden verursachen.

Getriebeöl ist im Vergleich zum Motoröl geringeren Temperaturen ausgesetzt. Das Spezialöl für Getriebe und Achsantrieb ist daher dünnflüssiger. Das Getriebeöl eines Fahrzeugs muss man in der Regel nicht wechseln. Es wird ab Werk eingefüllt und verbleibt dann ohne Getriebeölwechsel im Auto.

Wie oft muss man einen Ölwechsel machen?

Wann oder in welchem Intervall der nächste Ölwechsel ansteht, kann man in der Betriebsanleitung des Fahrzeugs nachlesen. In der Regel sollte ein Ölwechsel alle 15.000 bis 40.000 Kilometer oder alle ein bis zwei Jahre durchgeführt werden. Darüber hinaus haben viele Fahrzeuge einen Bordcomputer der anzeigt, wann man das nächste Mal das Öl wechseln muss. Aber bis die Öl-Kontrollleuchte aufleuchtet, sollten Sie nicht unbedingt warten.

Wie oft man einen Ölwechsel machen muss, hängt auch davon ab, wie oft und wie das Fahrzeug bewegt wird. Fährt man häufig im Stadtverkehr, wird der Motor oftmals nicht mit der optimalen Betriebstemperatur bewegt. In dem Fall kann das Öl schneller altern, sodass sich ein jährlicher Austausch anbietet.

Wie lange kann man den Ölwechsel hinausziehen?

Man kann den Ölwechsel zwar hinauszögern, allzu lange sollte man aber nicht warten. Wer hauptsächlich Kurzstrecken fährt, wechselt das Öl am besten sogar schon früher als man müsste. Denn auf kurzen Strecken kommt der Motor nicht auf die optimale Betriebstemperatur. Das bedeutet höhere Belastung für Motor und Öl.

Langstreckenfahrer:innen sollten darauf schauen, ob sie zuerst 15.000 Kilometer oder das Wechselintervall von ein bis zwei Jahren erreichen. In der Regel verbraucht der Motor im Langstreckenbetrieb weniger Öl. Vielfahrer:innen können daher im Notfall auch ein paar Kilometer mehr vor dem nächsten Ölwechsel fahren.

Zu lange sollte man aber auch hier nicht warten. Denn wenn man den Ölwechsel auf die leichte Schulter nimmt, drohen schwere Schäden am Motor.

Was passiert, wenn man zu lange keinen Ölwechsel macht?

Wenn das Öl zu viele Verschmutzungen aufgenommen hat, verliert es an Schmierfähigkeit. Das kann ernste Folgen haben. Die Teile im Motor sind starker Reibung ausgesetzt. Ist der Schmierfilm abgerissen, führt dies zu Leistungsverlust, gesteigertem Spritverbrauch und höheren Emissionen. Außerdem reiben die beweglichen Kolben innen an der Zylinderwand. Dadurch entstehen hohe Temperaturen die im schlimmsten Fall einen Kolbenfresser zur Folge haben können.

Wenn Fahrzeughalter:innen das Öl zu selten wechseln, kann es zu kostspieligen Schäden kommen. Die Kosten sind viel höher als bei einem jährlichen Ölwechsel. Leidet der Wagen unter starkem Ölverlust, wird der TÜV-Prüfende mit großer Wahrscheinlichkeit keine TÜV-Plakette ausstellen.

Ölwechsel selber machen oder in der Werkstatt?

Der Ölwechsel gehört zur Wartung und ist zu den laufenden Kosten zu rechnen. Für einen Ölwechsel kann man entweder in eine Werkstatt fahren oder man wechselt das Öl selber. Während die Kosten beim Öl wechseln in der Werkstatt etwas höher sind, muss man sich dabei nicht die Finger schmutzig machen.

Außerdem muss man sich beim selber wechseln im Anschluss um die Altölentsorgung kümmern. Beim Ölwechsel in einer Werkstatt kümmert sich der Betrieb darum das Altöl zu entsorgen.

Wenn man schon mal in der Werkstatt ist, dann kann man in diesem Zuge auch gleich den Reifendruck prüfen und – falls es gerade ansteht – die Reifen wechseln lassen.

Ölwechsel selber machen

Wenn man sich die Werkstattkosten sparen möchte, kann man den Ölwechsel selber machen. Dafür ist es von Vorteil, wenn man über einige Hilfsmittel verfügt. Was braucht man, um einen Ölwechsel selbst durchzuführen?

  • Hebebühne oder Grube
  • Ölwanne und Kanister
  • Schlüssel zum Lösen der Ölablassschraube
  • Arbeitshandschuhe
  • Neuer Dichtring für Ölablassschraube
  • Alternativ: Ölpumpe
  • Neuer Ölfilter
  • Neues Motoröl

Wenn Sie sich genau an die Reihenfolge halten, dann ist der Ölwechsel für Sie kein Problem:

  1. Motor warmfahren. Durch die Wärme und die Bewegung nimmt das Öl Verunreinigungen auf und fließt besser ab.
  2. Motor ausmachen und Deckel vom Öleinfüllstutzen abnehmen.
  3. Fahrzeug mit Hilfe einer Hebebühne anheben oder über der Grube platzieren, um die Arbeit unter dem Auto zu ermöglichen.
  4. Ggf. Unterbodenverkleidung entfernen. Dann Ölauffangwanne unter der Ölablassschraube platzieren.
  5. Ölablassschraube aufdrehen und das Öl abfließen lassen. Die Schraube sollte dabei nicht in die Wanne fallen.
  6. Nun kann der Ölfilter abgeschraubt und gewechselt werden. Die neue Gummidichtung vor der Installation mit Öl benetzen.
  7. Wenn das Öl abgelaufen ist, kann die Altölwanne entfernt werden. Die Ölablassschraube säubern und anschließend mit neuer Dichtung wieder anschrauben.
  8. Ggf. Unterbodenverkleidung wieder montieren. Dann kann die Hebebühne abgelassen, und neues Öl in den Motor gefüllt werden. Die Einfüllmenge kann dem Handbuch entnommen werden.
  9. Nun sollte man den Motor starten, und dabei die Ölkontrollleuchte beachten. Diese muss ausgehen und darf nicht wieder aufleuchten. Ansonsten Motor direkt wieder abstellen, und sich an eine Werkstatt wenden.
  10. Nachdem sich das frische Motoröl im Motor verteilt hat, sollte man anschließend den Ölstand kontrollieren.

Wie entsorgt man das Altöl richtig?

Das Altöl muss man anschließend selbst entsorgen. Bei entsprechenden Annahmestellen können Privatpersonen Altöl in handelsüblichen Mengen abgeben. Alle Händler, die neues Öl verkaufen, müssen die gleiche Menge Altöl kostenlos entgegennehmen und anschließend recyclen. Dazu reicht die Vorlage des Kassenbons.

Häufige Fragen zum Öl wechseln

Sie haben noch ein paar offene Fragen zum Thema Ölwechsel? Hier haben wir Antworten:

Wie viel kostet ein kompletter Ölwechsel?

Was ein kompletter Ölwechsel kostet, hängt davon ab, ob man ihn in einer Werkstatt erledigen lässt, oder den Ölwechsel selber macht. Wer den Ölwechsel selber macht, zahlt für das Öl, den Ölfilter sowie den Dichtungsring ca. 50 bis 70 Euro. In der Werkstatt zahlt man zusätzlich für die Arbeitsstunden, sodass der Preis für einen Ölwechsel zwischen 50 und 150 Euro liegt. Oft hilft es, vor dem Ölwechsel einen Preisvergleich zu machen.

Wie lange dauert ein Ölwechsel in der Werkstatt?

Ein Ölwechsel dauert in einer professionellen Werkstatt circa 30 Minuten. Am besten klappt das Öl wechseln, wenn der Motor warmgefahren ist, da das Öl dann schneller fließt.

Wie lange dauert es, einen Ölwechsel selbst zu machen?

Wenn man technisch versiert ist, kann man den Ölwechsel so schnell erledigen, wie die Profis in der Werkstatt. Während die jedoch die Entsorgung des Altöls für die Kunden übernehmen, muss man sich beim Ölwechsel selber machen anschließend um die Altölentsorgung kümmern.