Honda HR-V Test

Vielseitiges Sportcoupé-SUV

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Raffiniertes Sitzsystem
  • Angenehm handlich
  • 3 Jahre Garantie
  • Durchzugsschwacher 130-PS-Motor
  • Deutlich weniger Temperament mit Automatik
  • Unübersichtliches Heck

21.990 € - 33.740 € Preisklasse

5 Sitze

4 - 5,9 l/100km

Test

Der Honda HR-V möchte das Positive von SUV, Minivan und Coupé in einem knapp 4,40 Meter langen Crossover vereinen. Damit geht der Honda HR-V andere Wege als andere SUVs im populären Kompaktsegment, sei es ein Fiat 500X oder Opel Crossland X oder ein Renault Captur oder SEAT Arona.

Im Jahr 2015 kommt Hondas Crossover-SUV, dessen Zielgruppe lebensfreudige Singles und Paare sein sollen, auf den Markt. 2019 erhält er sein reguläres Facelift und beweist erneut, dass er genauso für die Familie taugt, denn an der Karosserie ändern sich zwar ein paar Dinge, aber an den variabel nutzbaren Platzverhältnissen nichts.

Das Einzigartige am Honda HR-V sind seine so genannten Magic Seats. Das raffinierte Sitzsystem, das auch im Honda Jazz zum Einsatz kommt, glänzt mit maximaler Variabilität, je nachdem wie man es gerade nutzt.

Im so genannten Tall-Modus werden die hinteren Sitzflächen wie Kinositze in Position geklappt und es entsteht hinter den Vordersitzen eine hohe Ladefläche vom Fahrzeugboden bis zum Dach, die ganze 1,24 Meter hoch ist. Damit kommt ein großer Hund, bequem stehend, unkompliziert hinter dem Fahrer- und Beifahrersitz unter.

Im Utility-Modus werden die hinteren Sitze dagegen nach vorne geklappt und die Sitzfläche abgesenkt, sodass eine ebene und 1,85 Meter lange Ladefläche entsteht. Wird im Long-Modus zusätzlich noch die Beifahrersitzlehne umgeklappt, passen bis zu 2.45 Meter lange Gegenstände auf die Ladefläche. Das genügt für die meisten Baumarktbesuche.

Höchst praktisch ist auch die Staufläche unter der Rückbank und der variable Becherhalter vorne. Vorne sitzt man einwandfrei und hinten auch, selbst wenn man zu den Großen zählt. Aber der sich aus dem coupéhaften Dachabgang ergebende, nicht sehr breite Türausschnitt lässt erahnen, dass beim Einbau eines Kindersitzes nicht so viel Bewegungsspielraum bleiben könnte wie in einem großen SUV oder Minivan. Und so ist es.

Auch die Übersicht baut hinten ab, der Kofferraum allerdings nur wenig. 431 Liter schluckt er im HR-V Comfort und Sport und 393 Liter im HR-V Elegance und Executive. Und er lässt sich über die breite Öffnung und die 65 Zentimeter hohe Ladekante, die etwas höher als in einem Kombi baut, bequem beladen.

Von der Bedienung gibt der Honda HR-V, auch wenn das Wandeln zwischen den Menüs etwas umständlich erscheint, keine Rätsel auf. Und auch die Qualität überzeugt im Ganzen und in den Details. Auf Langstrecke schätzt man als Fahrer die mit weichem Stoff bezogene Oberseite der Türverkleidung und die weich gepolsterte Armlehne darunter – eine Kleinigkeit, aber es verhindert „durchgescheuerte“ Ellbogen. Das Lederlenkrad fasst sich so fein an, wie es aussieht. Ebenso der kompakte Schaltknauf, der in griffgünstiger weil leicht erhabener Schaltposition sitzt.

Bestellbar ist der Honda HR-V mit Schaltgetriebe oder Automatik und seit dem Facelift 2019 mit dem 1.5 VTEC Turbo-Benziner. Der war der größte Fortschritt der Überarbeitung, die optisch nur dezent ausfiel. An der Front erhielt der Honda HR-V neue Scheinwerfer und LED-Tagfahrleuchten sowie markantere Lufteinlässe und am Heck in den höheren Ausstattungslinien Chrom am Auspuffrohr.

Unter den Ausstattungslinien ist die Variante Sport neu und auch einiges bei den Fahrassistenzsystemen. Welche Fahrassistenten und welches Infotainment im Honda HR-V geboten wird und warum ein Motor klar der überzeugendere ist, darüber lesen Sie in dieser Kaufberatung mehr.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,34 bis 4,35 Meter
Breite 1,77 bis 1,79 Meter
Höhe 1,61 Meter
Kofferraumvolumen 393 bis 1.026 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.243 bis 1.388 Kilogramm
Zuladung 395 bis 549 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.790 bis 1.830 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
500 bis 700 Kilogramm /
1.000 bis 1.400 Kilogramm

Der Honda HR-V hat´s nicht schwer, weil er leicht ist. Nur mal zum Vergleich: Ein Volvo XC40, der mit 4,43 Meter noch ein paar Zentimeter länger als der HR-V ausfällt, wiegt bis zu 1,7 Tonnen, der Honda in der leichtesten Variante gerade mal 1,2 Tonnen.

Das Schalten des 6-Gang-Schaltgetriebes gelingt zackig und die Lenkung arbeitet relativ direkt – typisch Honda. Landstraßenkurven durchwieselt der HR-V damit flink, Geländepassagen jedoch nicht.

Allradantrieb befindet sich nicht im Angebot. Die beiden Motoren, die in den besser ausstaffierten Ausstattungslinien ein Hauch langsamer beschleunigen und mit der stufenlosen CVT-Automatik bestellbar sind, die die Fahrleistungen merklich dämpft, treiben immer die Vorderräder an. Der eine ist eine Empfehlung wert, der andere Pflichterfüllung.

Die Benziner

Fangen wir mit dem an. Der 130 PS starke Benziner, der auch im Honda Jazz zum Einsatz kommt, arbeitet etwas schwach beim Durchzug und beim Ausdrehen vorlaut, weil ihm der Turbolader fehlt und er erst bei späten 4.600 Umdrehungen seine 155 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderräder schickt.

Der Turbo macht’s: viel besser. Der 1,5-Liter-Turbo entwickelt mit 240 Newtonmeter (220 Nm mit der Automatik) mehr Drehmoment und mit 182 PS mehr Dampf. Seine Drehmomentkraft tischt der aufgeladene Motor auf einem sehr breiten Drehzahlband zwischen 1.900 und 5.000 Umdrehungen auf und direkt im Anschluss serviert er seine 182 PS bei 5.500 Umdrehungen.

Das liest sich nicht nur gut auf dem Datenblatt, sondern es fühlt sich auch im Test leichtfüßig und gut an. Die Drehfreude dieses im HR-V sehr empfehlenswerten Motors ist typisch Honda, seine Laufruhe ebenso. Bei guter Treibstoffökonomie. Der Verbrauch liegt im Durchschnitt im Werksmittel bei rund sechs Litern Super und in der Praxis ein, zwei Liter höher.

1.5 VTEC 1.5 VTEC
Hubraum [ccm] 1.498 1.498
Leistung [PS] 130 182
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe /
Automatik
6-Gang-Schaltgetriebe /
Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
10,2 bis 10,7 / 11,2 bis 11,4 |
191 / 187
7,8 / 8,6 | 215 / 200
Kraftstoff Benzin Benzin

Von der Sicherheit und vom Infotainment ist der Honda HR-V, der in den vier Ausstattungslinien Comfort, Elegance, Sport und Executive im Angebot steht, seit 2019 auf dem neusten Stand. Die Preisspanne reicht von knapp über 21.000 Euro für das Basismodell Comfort mit dem 130-PS-Benziner bis über 30.000 Euro für das Topmodell Executive mit dem 182-PS-Turbomotor und einigen Extras.

HR-V Comfort

In der Grundausstattung ist Hondas Crossover-SUV serienmäßig mit einem 5-Zoll-LCD-Farbdisplay und einem 160-Watt-CD-Radio mit vier Lautsprechern ausgestattet. Zudem sind Tempomat, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Klimaautomatik und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen enthalten.

HR-V Elegance

Ab der Ausstattungslinie Elegance ist ein 180-Watt-Audiosystem mit sechs Lautsprechern Serie. Das ab dem Elegance mitgelieferte Infotainmentsystem Honda CONNECT besorgt im HR-V die Konnektivität und wird über einen 7-Zoll-Touchscreen in der Mitte der Armaturentafel bedient. Eine Reihe von Apps ist schon im System installiert. Die vorinstallierte App Aha ermöglicht das Hören von etlichen Radioprogrammen, aktuellen Nachrichten und den Zugang zu Facebook- und Twitter-News, Podcasts, Hörbüchern und weiteren Diensten. Weitere Apps können über das Honda App Center heruntergeladen werden.

Zudem lässt sich Honda CONNECT über WLAN, Bluetooth und HDMI mit dem Smartphone und anderen Multimedia-Geräten verbinden. Ab dem Ausstattungslevel Elegance wartet das Infotainment mit einem integrierten Satelliten-Navigationssystem von Garmin auf. Die 2019 neu gestalteten Vordersitze verfügen über verbesserte Sitzpolster, Rückenlehnen und hochwertigere Sitzbezüge, die in den höheren Linien nicht nur aus Stoff bestehen.

HR-V Sport

In der frischsten Ausstattungslinie Sport sind die Sitze mit zweifarbigem schwarzen Stoff und dunkelrotem Leder bezogen. Weitere Akzente setzen hier schwarz glänzende Oberflächen an der Mittelkonsole und im unteren Bereich des Armaturenbretts sowie der schwarze Dachhimmel.

Optisch wird der HR-V Sport seinem Sportauftrag mit modifizierten Anbauteilen wie Frontspoiler, Seitenschweller und Radlaufleisten, die alle in Schwarz gehalten sind, gerecht. Hinzu kommen LED-Scheinwerfer, abgedunkelte LED-Rückleuchten mit schwarzen Innenstreben sowie eine schwarze Chromzierleiste an der Heckklappe, schwarze Außenspiegelkappen, Doppelendrohre und 18-Zoll statt wie im HR-V Comfort und Elegance 16-Zoll große Räder.

HR-V Executive

Der HR-V Executive rollt ebenso auf 18-Zoll-Alufelgen. Zum Ausstattungsumfang gehören hier ebenfalls LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten und das für Helligkeit im Innenraum sorgende Panorama-Glasschiebedach. Das ist 85 Zentimeter lang und lässt sich per Tastendruck kippen oder öffnen. Und im Hochsommer kann die Sonnenblende zum Schutz vor Sonneneinstrahlung separat geschlossen werden.

In den drei höheren Linien ist der HR-V seit dem 2019er Facelift mit einem Active Noise Control-System ausstaffiert. Dieses registriert mithilfe von zwei Mikrofonen niederfrequente Geräusche im Innenraum und neutralisiert sie durch Gegensignale, was für eine gepflegte Geräuschkulisse sorgt.

Wie der Geräuschkomfort hat auch die Sicherheit mit der 2019er Überarbeitung gewonnen. Neben acht Airbags auf dem neusten Technikstand, die nur bei zwingender Notwendigkeit auslösen, ist der Honda HR-V nun mit einem City-Notbremsassistenten ausgestattet, der bis zu einem Tempo von 32 km/h arbeitet.

Ab dem Ausstattungslevel Elegance gehen das ab 15 km/h aktive Kollisionswarnsystem, die Verkehrszeichenerkennung, der automatische Abstandregeltempomat (ACC) statt dem serienmäßigen Tempomat, der Spurhalteassistent und der Fernlichtassistent mit an Bord.

Das macht sicher. Das Crashverhalten des Honda HR-V und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden schon vor dem Facelift im Jahr 2015 im Euro NCAP-Crashtest mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Der Honda HR-V erinnert vom hinteren Dachverlauf an ein Coupé, von der Variabilität an einen Van und von seiner Fahrwerksqualität unterscheidet er sich kaum von einem gut abgestimmten Kombi. Dem hat der HR-V, auf den Honda drei Jahre Garantie gibt, die hervorragenden Magic Seats, die so viel Variabilität möglich machen, voraus.

Diese Kombination aus pfiffiger Alltagstauglichkeit und pfiffigem Handling machte den HR-V schon 2015 zu einem überzeugenden Fahrzeug und nach dem 2019er Facelift mit dem 182-PS-Benziner, modernem Infotainment und aufgewerteter Sicherheitsausstattung zu einem noch besseren Auto.

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