Honda Civic Test

Moderner und sportlicher Kompaktwagen

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Gutes Handling
  • Gute Ausstattung
  • Zahlreiche Fahrassistenzsysteme
  • Unübersichtliches Heck
  • Gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • Kein Allradantrieb im Angebot

20.990 € - 34.290 € Preisklasse

5 Sitze

3,5 - 7,3 l/100km

Test

Wer an Honda denkt, dem fällt der Civic ein. Die zehnte, seit 1972 eingeführte, Generation des Honda Civic steht proper auf der Straße und neben einem Ford Focus, Seat Leon oder Fiat Tipo so gut und überzeugend, wie nie zuvor.

Länger, breiter, niedriger. Das tut der Form gut. Besonders dem Heck. Wer dem Civic 10 hinterher schaut, schaut ihm zumeist auf den Po, denn der Heckbereich ist im Vergleich zur Konkurrenz einzigartig. Und das Plus an Länge spürt man natürlich im Innenraum.

Auf der Rückbank bemerkt man, dass der Honda Civic um einige Zentimeter gewachsen ist. Auf 4,52 Meter Länge – ein VW Golf misst 4,26 Meter. Und die 1,43 Meter tiefe Dachlinie schmälert kaum die Kopffreiheit. Mit 1,90 Meter Körpergröße sitzt man gut.

Im Kofferraum bietet der Civic viel, aber die raffiniert faltbaren „Magic Seats“ sind Vergangenheit, weil der Tank jetzt wieder unter der Rückbank unterkommt. Also tröstet man sich mit dem großen Kofferraumvolumen von 478 Liter – ein Golf bietet „nur“ 380 Liter.

Das sich hinten absenkende Dach verbaut den Schulterblick im Civic nicht mehr so dramatisch wie in den beiden Vorgängern, trotzdem leistet die Rückfahrkamera, die ab dem Ausstattungslevel Elegance zur Serienausstattung gehört, im Honda gute Dienste.

Im Cockpit vermisst man im Civic 10 aber etwas. Das Cockpit zeigt zwar auch digital an, aber die kampfjetartige Pilotenkanzel der Civic Generationen acht und neun ist einem braven Instrumentarium gewichen, an dessen Bedienung man sich auch erst gewöhnen muss. Schade, denn das alte Cockpit hätte toll mit der dynamischen Außenlinie korrespondiert.

Dazu passt auch die tiefe Sitzposition, das flott zu bedienende 6-Gang-Schaltgetriebe, die präzise Lenkung und die knackige Fahrwerksabstimmung. Vom Fahrverhalten gehört der Honda Civic aktuell zu den sportivsten in der Kompaktklasse.

Da der Honda Civic im Vergleich zum Vormodell leichter wurde, haben es auch die Motoren leichter. Zwei Benziner mit bis zu 182 PS Leistung und ein Dieselmotor kommen im minimal 1,2 Tonnen leichten Japaner zum Einsatz. Sehr sicher ist man im Civic obendrein unterwegs, denn zu seinem Sicherheitsumfang gehören, abhängig von der Ausstattungslinie, viele moderne Fahrassistenten.

Was Sie bei der Sicherheitsausstattung und den Ausstattungslinien geboten bekommen und welche Motoren sich für welchen Zweck eignen, darüber erfahren Sie in dieser ausführlichen Kaufberatung mehr.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,52 Meter
Breite 1,80 Meter
Höhe 1,43 Meter
Kofferraumvolumen 420 bis 478/1.209 bis 1.267 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.229 bis 1.430 Kilogramm
Zuladung 401 bis 500 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.645 bis 1.860 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
500 Kilogramm / 1.400 Kilogramm

Das Fahren hält im Civic lauter fein abgestimmte Aktivposten bereit. Die Lenkung arbeitet zielgenau, mit verbindlichem Lenkwiderstand und sensibler Rückmeldung. Das 6-Gang-Schaltgetriebe ist, klick, klack, auf Zack. Das Herz im Motorraum ist entweder ein Turbobenziner mit 1,0 oder 1,5 Liter Hubraum oder ein 1,6-Liter-Diesel.

Die Benziner

Honda ist im Civic 10 auf den Turbo gekommen. Der Hubraum des Einstiegsmotors fällt, dem Trend des Downsizing folgend, sehr klein aus. Große Kraft aus der Tiefe darf man bei so wenig Hubraum nicht erwarten. Beim Gas geben fühlt sich der 1.0 VTEC Turbo bei 2.000 Umdrehungen zufriedener an als bei 1.500. Die Laufkultur des 126 PS mobilisierenden Dreizylinders hängt vom Gasfuß ab. Bei mehr Drehzahl, kommt mehr Leben auf. Gibt man richtig Gas, wird’s lauter und kerniger. Im Alltag schnarrt der Dreizylinder zumeist laufruhig im Hintergrund.

Typisch Dreizylinder ist die geringe Bremswirkung beim Motorbremsen, etwa vor der Ampel oder bei der Abfahrt am Berg. Warum Downsizing super auf dem Prüfstand funktioniert, aber weniger gut unter Alltagsbedingungen, sieht man regelmäßig. Auch im Civic 1.0 VTEC Turbo liegt der Werksverbrauch bei 4,7 bis 4,8 Liter/100 km, aber im Test dann bei 6,5 Liter Super. Punktlandungen sehen anders aus.

Der größere Benziner, der 1.5 VTEC Turbo, verfügt über einen Zylinder und einen halben Liter Hubraum mehr. Der 1,5-Liter-Turbomotor produziert daher mit 240 Newtonmeter (220 Nm mit CVT-Automatik) ein höheres Drehmoment als der Einliter-Dreizylinder (180 Nm) und tischt es in einem breiten Bereich zwischen 1.900 und 5.000 Umdrehungen auf.

Fast bündig werden bei 5.500 Umdrehungen die 182 PS am vorderen Radsatz losgelassen – Allradantrieb steht im Civic nicht zur Auswahl. Zum schnell fahren ist der 1.5 VTEC Turbo, dessen Verbrauch in der Werksangabe bei 5,6 bis 6,0 Liter/100 km liegt, der beste Motor im Civic – den Motor im Civic Type R ausgenommen.

Die Diesel

Im Civic der achten Generation präsentierte Honda schon einmal einen sehr guten 2,2-Liter-Diesel. Der war damals durchaus drehfreudig, mit hellem Klang vergleichsweise kultiviert und natürlich sparsam.

Sparsam ist der neue 1.6 i-DTEC mit einem von Honda angegebenen Verbrauch von 3,5 bis 4,1 Liter/100 km, zu denen man ein bis eineinhalb Liter addieren sollte, um auf den realen Verbrauch zu kommen, auch. Aber bei hoher Drehzahl nicht leise.

Mit hohen Drehzahlen bewegt man den den 1,6-Liter-Vierzylinder im Alltag aber selten, weil er schon bei niedrigen Drehzahlen mit 300 Newtonmeter viel Drehmomentkraft zur Verfügung stellt und später nicht mehr.

Nach dem kurzen Turboloch sorgt das für gute Fahrleistungen. Wer oft auf Langstrecke unterwegs ist, für den empfiehlt sich der 1.6 i-DTEC als durchzugsstarker und sparsamer Antrieb im Civic.

1.0 VTEC Turbo 1.0 CTEC Turbo CVT 1.5 VTEC Turbo/CVT 1.6i-DTEC
Hubraum [ccm] 988 988 1.498 1.597
Leistung [PS] 126 126 182 120
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe stufenlose Automatik 6-Gang-Schaltgetriebe /
stufenlose Automatik
6-Gang-Schaltgetriebe /
9-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
10,4 – 11,2 | 203 10,2 – 11,0 | 200 8,4 – 8,5 (8,2) |
220 (200)
10,0 – 10,2 (10,9) |
201(200)
Kraftstoff Benzin Benzin Benzin  Diesel

Ganz schön was zu wählen, heißt es bei der Ausstattung. Den drei Motoren stehen acht Ausstattungslinien gegenüber. Mit den Linien S, Comfort, Elegance, Executive und Executive Premium fünf für den 1.0 VTEC Turbo sowie den Diesel und mit den Linien Sport, Sport Plus und Prestige drei für den 1.5 VTEC Turbo.

Civic S

Der S steht auf 16-Zoll-Rädern und einiges wichtige und hilfreiche ist schon mit an Bord: der aktive Spurhalteassistent, der automatische Abstandregeltempomat (ACC), der Geschwindigkeitsbegrenzer, die Verkehrszeichenerkennung, das Kollisionswarnsystem mit aktivem Bremseingriff und die Fußgängererkennung. Ebenso das höhen- und weitenverstellbare Lenkrad und die elektrische Parkbremse.

Civic Comfort

Hier steckt mit dem Radio mit einem 5-Zoll-Bildschirm und acht Lautsprechern schon Musik drin und eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik gehört ebenso mit zur Serienausstattung. Die Außenspiegel sind elektrisch verstellbar und beheizbar. Die Vordersitze lassen sich beheizen und das Multifunktionslenkrad ist ebenfalls inklusive.

Civic Elegance

Das Radformat wächst im Elegance auf 17 Zoll und das Infotainment um einige Anschlussoptionen. Zusätzlich verfügt es über eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung und ein 7-Zoll-Navigationssystem von Garmin. Das Smartphone lässt sich über Apple CarPlay oder Android Auto einbinden.

Mit dabei sind zusätzlich der Regensensor, im Civic mit CVT-Automatik die Schaltwippen am Lenkrad und der Stauassistent sowie die wichtige Rückfahrkamera. Auf den ersten Blick erkennt man den Elegance an den hinten abgedunkelten Scheiben und von drinnen an den Alusportpedalen.

Civic Executive

Die Musik kommt hier aus 11 Lautsprechern. Mit dem adaptiven Dämpfersystem lässt sich das Fahrverhalten anpassen. Den Komfort erhöhen das schlüssellose Zugangssystem und das Panorama-Glasschiebe- und -hebedach und die Fahrsicherheit der Toter-Winkel-Assistent, der Ausparkassistent und die Scheinwerfer und Nebelscheinwerfer mit LED-Technik.

Civic Executive Premium

Die kurze Aufzählung der Zusatzausstattung zählt im Topmodell der schwächeren Motoren nur drei Zusatzposten: Lederausstattung, Sitzheizung hinten und kabellose Ladestation.

Civic Sport

Diese Einstiegslinie für den 1,5-Liter-Vierzylinder ähnelt der Linie Elegance. LED-Scheinwerfer und das Sport-Spoilerkit mit der Frontlippe, den Seitenschwellern und dem Heckdiffusor in Schwarz kommen hinzu.

Civic Sport Plus

Vom Sport unterscheidet sich der Sport Plus durch 11 Lautsprecher, die kabellose Ladestation, das Panoramadach, den schlüssellosen Fahrzeugzugang, das adaptive Dämpfersystem und den Toter-Winkel- und Ausparkassistenten.

Civic Prestige

Das Topmodell mit dem 1,5-Liter-Benziner unter der Haube ähnelt dem Topmodell Executive Premium der kleineren Motoren. Auch hier sitzt man auf Leder und der Stauassistent und die Sitzheizung vorn und hinten zählen zur Topausstattung, die man am Chrom an Frontgrill und Türgriffen erkennt.

Und die Sicherheit? Im ADAC-Bremstest kam der Honda Civic 1.0 VTEC Turbo nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach sehr guten 34,4 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Der Honda Civic ist breiter, länger, niedriger und endet spektakulärer als sein Vorgänger. Damit sticht er aus der Masse der Konkurrenz heraus. Beim Platzangebot hat der Civic genauso gewonnen wie bei der Sicherheit und mit seinem agilen Handling.

Die Ausstattung fällt, wenn man sich nicht fürs Basismodell entscheidet, großzügig aus. Dass der zehnte Civic, der beste seit 1972 und einer der jugendlichsten Autos in seiner Klasse ist, kann man in Fahrt gut fühlen – ein gelungener Wurf.

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