Auf den Leim gegangen: Wie kann man Betrugsmaschen beim Autoverkauf verhindern?

09. November 2022 von

Damit Sie Ihr Auto stressfrei kaufen oder verkaufen können, zeigen wir Ihnen die bekanntesten Autoverkauf-Betrugsmaschen auf. Bei einem Autokauf oder -verkauf geht es um viel Geld. Darum haben viele besonders Angst, hier hinter das Licht geführt zu werden. carwow erklärt Ihnen Ihre Rechte und auf welche alten und neuen Betrugsmaschen Sie beim Autokauf achten müssen.

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Betrugsmaschen beim Autoverkauf: Was sind die Rechte?

Je nachdem in welcher Rolle Sie sich befinden, ob Sie als Händler ein Auto ankaufen, ob Sie eine Auto Inzahlungnahme anbieten oder als Privatperson ein Auto verkaufen, haben Sie verschiedene Rechte. Wir haben hier die eine Übersicht für Sie.

Händler

Der Autokauf beim Händler ist generell sicherer. Ein Grund für die erhöhte Sicherheit ist, dass die gesetzliche Sachmängelhaftung nicht vertraglich ausgeschlossen werden kann. Das heißt, dass keine Schäden verheimlicht werden dürfen und für den Zeitraum, der im Kaufvertrag festgesetzt wird, eine Nachbesserung, eine Ersatzlieferung, ein Rücktritt oder eine Kaufpreisminderung erfolgen kann. Der Käufer oder die Käuferin muss aber beweisen, dass der Schaden schon vorher bestand und nicht durch Verschleiß entstanden ist.

Das geschieht zum Beispiel durch einen Gutachter, der ein Wertgutachten des Gebrauchtwagens erstellen kann. Sie sind also bei einem Autohaus sicherer, da Sie in diesem Fall besser gegen Betrugsmaschen beim Autoverkauf abgesichert sind.

Privatperson

Privat-Autoverkauf-Betrugsmaschen sind deutlich häufiger. Die Sachmängelhaftung kann durch Phrasen wie “gekauft wie gesehen” eingeschränkt werden. Daher empfiehlt es sich, beim Autokauf Musterveträge zu nutzen. Wenn eine arglistige Täuschung nachgewiesen werden kann, ist das aber natürlich trotzdem eine Straftat. Generell kann aber auch ein defektes Auto verkauft werden, wenn alle Schäden offen kommuniziert und im Vertrag festgehalten sind.

Betrugsmaschen beim Autokauf

Wie oben beschrieben, wird oft der Zustand des Wagens nicht richtig angegeben. Schäden werden verheimlicht oder Kilometerstände beschönigt. Welchem anderen Betrug beim Autokauf Sie begegnen könnten, sehen Sie hier:

Zahlen auf Vorkasse

Bei diesem Autokauf-Betrug wird der oder die Käufer:in online um eine Vorkassezahlung gebeten. Das geschieht zum Beispiel durch eine “Sofort-Kaufen”-Funktion auf der Website. Sobald das Geld angekommen ist, wird jeder Kontakt abgebrochen und Sie bekommen weder das Fahrzeug noch Ihr Geld. Wie Sie hier und bei anderen Betrugsmaschen beim Autokauf am besten reagieren, lesen Sie am Ende dieses Beitrags.

Transport aus dem Ausland

In dieser Autokauf-Betrugsmasche wird ein Auto im Ausland günstig im Internet inseriert. Häufig hat dieser Wagen eine deutsche Zulassung, was mit einem Todesfall in der Familie wegerklärt wird. Sie als Interessent:in erhalten eine E-Mail, in der Ihnen angeboten wird, eine mehrtägige Probefahrt mit dem Wagen zu machen. Als Sicherheit müssen Sie nur die Transportkosten und/oder einen kleinen Teil des Kaufpreises überweisen. Nachdem die inserierende Person das Geld erhalten hat, werden Sie nie den Wagen oder Ihr Geld zu Gesicht bekommen.

Wenn Sie damit liebäugeln, Ihr eigenes Fahrzeug ins Ausland zu verkaufen, gibt es auch sichere und gute Wege das zu tun.

Phishing E-Mail

Phishing E-Mails sind ein bekanntes Problem überall im Internet. Wenn Sie irgendwo Ihre E-Mail-Adresse hinterlegt haben, erhalten Sie eine E-Mail von einer Webseite (in diesem Fall eine Autokaufseite), in der Sie unter irgendeinem Vorwand gebeten werden, die Autokaufseite zu besuchen. Wenn Sie auf den Link klicken, landen Sie auf einer nachgebauten Seite, die oft sehr überzeugend aussieht. Häufig ist sogar der Link sehr ähnlich. Wenn Sie sich einloggen, kann sich der Betrüger auf Ihrem Konto anmelden und hat alle hinterlegten Daten (Bankdaten etc.).

Um das zu vermeiden, schauen Sie ganz genau auf Links, ob auch keine Buchstabendreher drin sind. Oder sie vermeiden das Problem und gehen auf die Seite direkt und nicht über den Link. Klicken Sie hier aber auch nicht auf den bezahlten Link bei Google, da sich dort auch Betrüger einen oberen Platz einkaufen können. Der erste unbezahlte Link ist meistens sicher und dort können Sie sich einloggen. Wenn Sie dort nicht finden, von was in der ursprünglichen E-Mail die Rede war, melden Sie sich beim Kundensupport, den Sie auf dieser sicheren Seite finden und antworten Sie nicht der vermeintlichen Phishing E-Mail.

Treuhandkonto

Bei dieser Autoverkauf-Betrugsmasche wird im Internet ein hochwertiges Auto mit einem Standort im EU-Ausland zu einem unschlagbaren Preis angeboten. Sie als Käufer:in werden gebeten, den Kaufpreis an ein angegebenes Treuhand-Unternehmen oder eine Transport-Firma zu überweisen. Die angefügte Internetseite für dieses Unternehmen sieht professionell aus, verschwindet aber sobald die Betrüger Ihr Geld erhalten haben. In manchen Fällen wird versprochen, das Geld zurückzuüberweisen, aber dadurch werden Sie nur hingehalten.

Gefälschte Fahrzeugpapiere

Bei der letzten vorgestellten Autokauf-Betrugsmasche wird Ihnen Hehlerware verkauft. Die gefälschten Fahrzeugpapiere lassen sich schwer von den richtigen unterscheiden. Wenn der Verkäufer oder die Verkäuferin auf Barzahlung besteht, einen ungewöhnlichen Übergangsort wählt oder die Kommunikation nur online abläuft, sollten Sie vorsichtig sein.

Gestohlene Ware kann nicht erworben werden, auch wenn Sie davon nicht wussten. In diesem Fall würde die Polizei das Auto beschlagnahmen und Sie müssen schauen, wie Sie Ihr Geld wieder erhalten. Sollten Sie ein ungutes Gefühl haben, können Sie sich mit der verkaufenden Person an der Zulassungsstelle treffen und gemeinsam das Auto ummelden.

Betrugsmaschen beim Autoverkauf


Oft sind Autoverkauf-Betrugsmaschen weniger offensichtlich, da man sich als Verkäufer:in in der sicheren Position sieht. Im Folgenden erfahren Sie aber über verschiedene, bekannte Autoverkauf-Betrugsmaschen.

Zahlung mit Scheck

Der erste Betrug beim Autoverkauf, der hier besprochen wird, funktioniert mit Schecks. Hier wird Ihnen ein Scheck ausgestellt, dessen Betrag über dem abgemachten Preis liegt. Es wird gebeten, den Betrag, der zu viel ist, zurückzuweisen oder bar bei Abholung zu übergeben. Der Scheck wird zuerst gutgeschrieben, platzt aber nach einigen Wochen und die Betrüger:innen sind mit Ihrem Geld und Ihrem Auto weg.

Eintragen auf Exportlisten

In dieser Autoverkauf-Betrugsmasche wird Ihnen angeboten, Ihren Wagen gegen eine Gebühr in eine Internetdatei aufzunehmen, um schneller einen Verkäufer zu finden. Jeder vertrauenswürdige Vermittler verlangt dafür kein Geld. Dass bei diesen sogenannten Exportlisten tatsächlich etwas zum Verkauf führt, ist zweifelhaft.

Vermittler

Dieser Betrug beim Autokauf sieht zuerst professionell aus. Jemand gibt sich als Händler aus und sagt, es gäbe eine:n Käufer:in für den Wagen. Sie als Käufer:in werden gebeten eine Gebühr zu zahlen. Die angegebenen Gründe sind hierbei verschieden und reichen von der Kosten einer Probefahrt bis zur Fahrzeugreinigung.

In diesem Schritt wird auch ein Mindestpreis für das Fahrzeug und Standkosten vereinbart, die nicht anfallen dürften, weil ein angeblicher Käufer ja bereits gefunden wurde. Dieser springt kurzfristig ab (weil er nie existiert hat) und wenn Sie dann den Vertrag kündigen, zahlen Sie die Standkosten und einige andere Beträge, die in dem Kleingedruckten versteckt wurden.

Schadensersatz

In dieser Autoverkauf-Betrugsmasche kommt eine interessierte Person zu Ihnen zur Besichtigung. Hier erfindet er Fehler oder behauptet, dass die Fehler nicht angegeben wurden. Dann fordert er einen Schadensersatz für seine Reisekosten oder sonstige Umstände, die angeblich entstanden sind.

Nachträglich den Preis runterhandeln

Diese Strategie ist ein Betrug beim Autoverkauf, der dafür sorgt, dass Sie nicht den Preis bekommen, der Ihnen zusteht. Hier wird Ihr Auto schlecht gemacht und auf erfundene Fehler hingewiesen, die einen geringen Kaufpreis rechtfertigen. Da Sie vielleicht eine Weile gefahren sind oder sich nicht so gut auskennen, nehmen Sie den Preis an. Erkundigen Sie sich daher vor der Preisverhandlung, über eine kostenlose Autobewertung was Ihr Wagen wert ist.

Nicht alle Händler sind Betrüger, aber oft werden Sie runtergehandelt und unter künstlichen Zeitdruck gesetzt. Beachten Sie hier, dass Sie eine schriftlichen Kaufvertrag abschließen, und dass Sie Ihr Auto vor dem Verkauf abmelden. Außerdem sollten Sie als generellen Grundsatz längere Autofahrten zum Verkaufsort vermeiden, da man sich dann leichter runterhandeln lässt, damit die Fahrt nicht umsonst war.

Lücke bei Kaufpreis im Vertrag

In dieser Betrugsmasche beim Autoverkauf wird im Vorfeld ein hoher Kaufpreis versprochen. Im Kaufvertrag steht aber kein Preis, sondern eine Klausel, dass ein Sachverständiger den Preis ermitteln wird. Dieser Händlereinkaufspreis liegt dann meist weiter unter dem vorher besprochenen Angebot und dann werden zusätzlich einige weitere Abzüge vorgenommen, sodass Sie als Verkäufer:in sehr wenig erhalten.

Vorgehen bei Betrugsmaschen beim Autoverkauf

Wenn Sie Opfer einer Betrugsmasche beim Autokauf geworden sind, muss noch nicht alles verloren sein. Sie sollten je nach Situation einen oder jeden der folgenden Schritte einleiten.

Bezahlung stornieren

Bei einer Autoverkauf Betrugsmasche via Überweisung sollten Sie Ihr Kreditinstitut kontaktieren und prüfen, ob Sie die Überweisung noch stornieren können. Sollte das nicht mehr möglich sein, sollten Sie die nächsten Schritte einleiten.

Anzeige erstatten

Bei der Polizei können Sie Anzeige wegen Betrugs erstatten. Dafür bringen Sie alle E-Mails, Nachrichten und Ähnliches ausgedruckt mit, um der Polizei alle möglichen Beweise und Anhaltspunkte zu liefern.

Schadensersatz anfordern/Besprechung mit Anwalt

Wenn Sie Opfer eines Betrugs beim Autokauf geworden sind, kann ein Anwalt Ihre Chance erhöhen, dass sie Ihr Geld/ Ihren Wagen wieder erhalten. Auch kann ein Anwalt bei der Beweisführung der Polizei, beim Einfordern von Schadensersatz oder bei Gesprächen mit Ihrem Kreditinstitut helfen.

Fazit: Vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, wenn Käufer:innen oder Verkäufer:innen Beträge von Ihnen verlangen, die Sie nicht nachvollziehen können. Sie müssen den Kauf nicht abschließen, wenn Sie sich nicht wohlfühlen. Seriöse Interessent:innen kommen sicher noch.