KIA Ceed Test

Sicherer Kompaktwagen mit gutem Fahrwerk

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Sieben Jahre Garantie
  • Agiles Handling
  • Reichlich Assistenzsysteme
  • Müder 100-PS-Benziner
  • Viele Schalter am Lenkrad
  • Etwas kurze Sitzfläche

15.990 € - 34.690 € Preisklasse

5 Sitze

3,9 - 6,8 l/100km

Test

Die Plattform liefert der Hyundai i30. Diese Verwandtschaftsbeziehung bekommt der dritten Generation von Kias Volumenmodell, das jetzt nicht mehr als „cee´d“, sondern als „Ceed“ antritt, gut, denn der i30 gehört in der Kompaktkategorie, in der in Deutschland traditionell VW Golf, Ford Focus und Opel Astra den Takt angeben, zu den überzeugenden Angeboten in der 4,30-Meter-Klasse.

Die neue Klasse erkauft sich die dritte Auflage des Ceed aber nicht, wie oft der Fall bei einer Neuauflage, durch Wachstum. Der Koreaner präsentiert sich erwachsener, aber vom Bug zum Heck ist er mit 4,31 Metern nicht gewachsen.

Bei Länge und Radstand blieb alles gleich, trotzdem legte das Raumangebot zu, das sich in der Breite vor allem um die Schultern bemerkbar macht. Beim Kofferraumvolumen hält der Kia Ceed nicht mehr Golf-Niveau, sondern er bietet sogar ein bisschen mehr.

Im Cockpit herrscht Klarheit bei den Instrumenten und der Bedienung. Bei den technischen Features, den Assistenzsystemen und Motoren hat der Ceed aufgesattelt.

Extras wie ein Stauassistent, der teilautonomes Fahren ermöglicht, oder die im kalten Winter willkommene beheizbare Windschutzscheibe befinden sich ganz neu im Angebot. Dem schlaffen 100-PS-Benziner ohne Turbolader wurde ein munterer Dreizylinder-Turbo zur Seite gestellt.

Aber nicht nur aus dem erwachseneren Raum- und Motorraumangebot erwächst mehr Überzeugungskraft. Der Ceed mutet heute auch etwas sportiver an. Das liegt an manchem Detail im Innenraum und am überarbeiteten Fahrwerk mit geglückter Abstimmung.

Nicht nur dies, sondern auch der Preis sorgt für glückliche Augen. So viel Ausstattung und Garantie zu einem solchen Preis bieten nur wenige in der Kompaktklasse. Was der Ceed sonst an Platz, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat, wie sich der Kia im Alltag schlägt und was seine Stärken und Schwächen sind, das lesen Sie hier.

Die im Vergleich zum Vormodell gewachsene Breite und der geräumige Kofferraum sorgen im Ceed für gute Platzverhältnisse.

Das Interieur

Der Kia Ceed bietet die Geräumigkeit des Schwestermodells Hyundai i30 und die im Cockpit klar verteilten Schalter und Bedienelemente des Kia Stonic. Das bedeutet: rein setzen, finden, los fahren.

Der Innenraum wirkt schnörkellos-funktional und ordentlich verarbeitet. Die Instrumenteneinheit wendet sich leicht dem Fahrer zu. Damit liegt das Instrumentarium gut im Blick. Die über wichtige Infos wie Geschwindigkeit, Drehzahl und Tankanzeige hinaus gehenden Angaben finden sich auf dem Display des Bordcomputers.

Die schmale Schalterleiste auf der Oberseite des Armaturenbretts ist verschwunden. Oberhalb der Mittelkonsole thront nun ein Touchscreen, der abhängig von der Ausstattungslinie fünf bis acht Zoll in der Diagonale misst. Dessen Bedienstruktur leuchtet schnell ein. Die Direkttastfelder machen das Bedienen flott. Mehr Bedientiefe liefern die Untermenüs für die Fahrzeugeinstellungen oder für die Medienquellen.

Die zwei Tasten weniger, die das Multifunktionslenkrad im Vergleich zum alten Lenkrad weniger zählt, erleichtern die Bedienung kaum, aber die zwei Zentimeter, die man im neuen Ceed tiefer sitzt, machen es fast jedem möglich, bequem die eigene Sitzposition zu finden.

Die Vordersitze sind bequem und bieten genug Seitenhalt. Allerdings könnte – manchmal der Fall bei Autos aus Fernost – die Sitzfläche für Langbeinige etwas länger ausfallen. Hinten ist das Breitenwachstum auf 1,80 Meter von Vorteil.

Zwei Passagiere sitzen auf den äußeren Sitzpolstern, die sich erstmals im Ceed auch beheizen lassen, mit reichlich Schulterfreiheit. Sitzt man zu dritt, dann Schulter an Schulter an Schulter. Das ist normal in dieser Klasse.

Der Kofferraum

Mehr als normal bietet der Kofferraum. Im Vergleich zum Platzhirsch VW Golf, der 380 Liter bietet, kommt mit 395 Liter Kofferraumvolumen 15 Liter mehr unter. Soll es noch mehr sein, lautet die nahe liegende Alternative Ceed Kombi, der noch mal ein gutes Stück mehr Platz und Variabilität bietet.

Variabilität bietet aber auch der Fünftürer. Die Rückbank lässt sich im Verhältnis 60:40 umklappen. Damit wächst das Laderaumvolumen auf 1.291 Liter. Und wenn der variable Ladeboden richtig eingestellt ist, ergibt sich daraus eine ebene Fläche hinter der tiefen Ladekante.

Die Wachstumsphilosophie – immer länger, immer breiter, immer schwerer – erweist sich im modernen Auto immer öfter als der falsche Weg. Auch deshalb tut es gut, im neuen Ceed unterwegs zu sein. Beim Einparken in engen Parklücken ändert sich nichts. Der alte Cee´d war 4,31 Meter lang und der neue ist es auch.

Die straffe, aber nicht unkomfortable Abstimmung stammt von hier: Gebaut wird der Ceed zwar im slowakischen Zilina, aber seine Abstimmung erhielt er im Hyundai-Kia Entwicklungszentrum in Rüsselsheim.

Die Ingenieure kreierten mehr Dynamik, schossen aber nicht über das Ziel hinaus. Das Fahrdynamiksystem schärft in “Sport” zwar das Ansprechen von Motor und Federung sowie das Einlenken, aber sportlich reagiert der Ceed wohl erst als Ceed GT, der später auf den Markt kommt.

Von den Motoren hört man im Ceed relativ wenig. Das liegt einerseits an der verbesserten Dämmung und andererseits an den Motoren selbst.

Saubere Motoren und bessere Motoren – so lässt sich der Fortschritt im Motorraum in wenigen Worten zusammenfassen. Bis zu 140 Turbo-PS sorgen für ein flinkes Vorankommen und die Antriebe, die alle die Euro 6d-temp-Norm erfüllen, für besser gereinigtes Abgas.

Die Benziner

Man sollte dem modernen und munteren 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 120 PS gegenüber dem durchzugschwachen 1,4-Liter-Vierzylinder-Saugmotor, der 100 PS und 134 Nm Drehmoment produziert, den Vorzug geben.

Mit dem Dreizylinderturbo, der in einem breiteren Bereich von 1.500 bis 4.000 Umdrehungen 172 Nm mobilisiert, geht es flotter voran. In 11,1 statt 12,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h und mit 190 statt 183 km/h final. Auch beim Verbrauch ist der flotte Dreier die bessere Wahl.

Er kommt in der Papierform mit 5,4 bis 5,6 Liter/100 km über die Runden. Der 1,4er schluckt durchschnittlich 6,0 bis 6,4 Liter.

Nochmals deutlich flinker läuft es im Ceed mit dem neuen 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo. Der produziert 140 PS Leistung und 242 Nm maximales Drehmoment, die dafür sorgen, dass die Tachonadel in 8,9 Sekunden auf die „100“ zeigt und am Ende auf die „210“. Bei gutem Durchzug unten herum und guter Laufkultur.

Dafür gönnt sich der 1.4 T-GDI mit dem gut schaltbaren Sechsganggetriebe im Schnitt alle 100 Kilometer 5,6 bis 5,9 Liter (Werksangabe). Mit der siebenstufigen Doppelkupplungsautomatik, die die Performance minimal dämpft, sind es 5,7 Liter Super.

Die Diesel

Auch der stärkere der beiden 1,6-Liter-Diesel steht mit dem siebenstufigen Doppelkupplungsgetriebe im Angebot.

Der relativ laufruhige Vierzylinder-Turbodiesel macht mit seinen 136 PS sowie 280 oder 320 Nm Drehmoment (mit Doppelkupplung) schon bei 1.500 Touren einen soliden Job, der den Ceed bei voller Auslastung in 9,9 Sekunden aus dem Stand auf 100 beschleunigen und 200 km/h laufen lässt. Alle 100 Kilometer fließen hier nur 4,3 Liter aus dem 50 Liter großen Tank.

Noch günstiger, auch vom Anschaffungspreis, kommt man mit dem 1,6-Liter-Vierzylinder mit 115 PS weg. Der produziert ebenfalls 280 Nm, schiebt in 10,9 Sekunden auf Tempo 100, mit maximal 192 km/h voran und landet im Verbrauch bei 4,0 Liter Diesel alle 100 Kilometer.

Ein weiterer Dieselantrieb ist zudem schon in der Pipeline: Ein Diesel-Mild-Hybrid, der wie der starke Turbobenziner im GT, schon bei der Markteinführung der dritten Ceed-Generation angekündigt wurde, aber erst 2019 kommt.

Bei der Sicherheitsausstattung bemerkt man, dass Kia vom großen Mutterkonzern Hyundai profitiert. Viele Assistenzsysteme sind dort schon im Einsatz und sichern jetzt auch den Ceed.

Serienmäßig gehören im Ceed immer sieben Airbags, der Müdigkeitswarner, der Frontkollisionswarner inklusive Notbremsassistent, der Fernlichtassistent und der Spurhalteassistent zur Serienausstattung.

Ob auch der Spurwechselassistent mit Toter-Winkel-Warner, der Querverkehrwarner, die Verkehrszeichenerkennung und ein erweiterter Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung mit an Bord sind, entscheidet die Ausstattungslinie.

Den Stauassistenten samt adaptivem Tempomat mit Stop-and-go-Funktion und den aktiven Spurhalteassistenten bietet Kia erstmals in Europa im neuen Ceed an. Er ermöglicht autonomes Fahren im Level 2, in dem der Fahrer immer noch alles zu überwachen hat, bis zu einer Geschwindigkeit von 130 km/h.

Zum entspannten Fahren in der City kann der Einparkassistent beitragen, weil er das Fahrzeug automatisiert in Längs- und Querparklücken bugsiert.ADAC-Bremstest und im Euro NCAP-Crashtest wurde der Kia Ceed zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Textes noch nicht getestet. Die maximale Wertung von fünf Sternen ist angesichts der Verbesserungen bei der Sicherheitsausstattung aber erwartbar.

Auch in der Ausstattung erfuhr der Kia Ceed eine Aufwertung durch moderne Infotainmentsysteme. Je nach Ausführung wird ein Audio-Infotainmentsystem mit 5-Zoll-Display oder 7-Zoll-Touchscreen, ein Soundsystem von JBL und eine 8-Zoll-Kartennavigation eingebaut.

Die Navi erhält standardmäßig für sieben Jahre Updates für die Navigationskarten und der Multimediadienst Kia Connected Services geht im Ceed auch mit an Bord. Ins Internet geht es, wie gewohnt, mit Android Auto oder Apple CarPlay.

Der Ceed ist in den fünf Ausstattungslinien Attract, Edition 7, Vision, Spirit und Platinum Edition bestellbar, die aufeinander aufbauen.

Bereits die Basisversion Attract umfasst einiges. Neben dem Audiosystem mit 5-Zoll-Display, der AUX- und USB-Schnittstelle und der Bluetooth-Freisprecheinrichtung auch einen Tempomat, ein Multifunktionslenkrad, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, elektrische Fensterheber rundum und eine Mittelarmlehne zwischen den Vordersitzen inklusive Ablagefach.

Aber erst im zweiten Ausstattungslevel Edition 7 gehört die im heißen Sommer empfehlenswerte Klimaanlage mit zur Serienausstattung.

In den Varianten Vision und Spirit kommen dann Dinge wie der adaptive Tempomat, die Klimaautomatik, die vordere Sitzheizung, das beheizbare Lederlenkrad, beheizbare und elektrisch anklappbare Außenspiegel und der selbstabblendende Innenspiegel hinzu.

Die elektronische Parkbremse, der Regensensor, die 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, die Rückfahrkamera und die hinteren Parksensoren finden sich hier ebenso.

Die Vollausstattung firmiert unter dem Namen Platinum Edition und umfasst neben dem Stau- und Parkassistenten, der 8-Zoll-Navigation, dem besseren Soundsystem und der induktiven Ladestation fürs Smartphone auch die Lederausstattung, den elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit Memory-Funktion, die Sitzventilation vorn, die Sitzheizung hinten, das Smart-Key-System, Alupedale und das elektrische Glasschiebedach.

Zusammenfassung

Der ferne Osten ist nicht mehr fern. Die Fortschritte, die der koreanische Hersteller mit der Neuauflage des Kia Ceed gemacht hat, taugen augenscheinlich gut für hier. Dies spürt man bei den Motoren, der Sicherheitsausstattung, im Infotainment und beim Fahrverhalten.

Dazu gibt es, was es bei Kia schon seit Jahren gibt: viel Ausstattung und sieben Jahre Garantie. Gute Gründe, in der deutlich verbesserten dritten Auflage von Kias Ceed einzusteigen? Aber sicher.

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