BMW 3er Test

Diese Sport-Limousine fährt sich besonders agil

9/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Sehr gute Motoren
  • Tolles Fahrwerk
  • Sehr gute Verarbeitung
  • Hoher Preis mit Extras
  • Platzangebot hinten
  • Gewährleistung statt Garantie

33.400 € - 60.850 € Preisklasse

5 Sitze

4,3 - 7,7 l/100km

Test

Im BMW 3er fährt man heute so gut wie nie zuvor. Das liegt auch an den hervorragenden Fahrwerken und Motoren. Aktuell ist jeder vierte verkaufte BMW ein 3er – nicht schwer zu verstehen, warum.

BMWs 3er ist in der sechsten Generation handlich und präzise. Dies macht ihn zum Idealtyp unter den kompakten sportlichen Limousinen. Ein 3er-Fahrer fährt mit dem dynamischen Heckantrieb und der genauen Lenkung Mitstreitern wie dem Audi A4, Mercedes C-Klasse, Opel Insignia und VW Passat auf kurviger Landstraße davon. Das hat nicht allein etwas mit der Straßenlage zu tun, die besser denn je die Balance zwischen Sportlichkeit und Komfort hält, sondern genauso mit den Motoren.

Zu den Besten zählen nicht nur die klassischen BMW Reihensechszylinder. Der 136 PS starke 1,5-Liter-Dreizylinder dreht quirlig hoch. Die stärksten Motoren neben den 431 PS des BMW M3 arbeiten im 340i mit 326 PS und im Power-Diesel 335d mit 313 PS. Der Sieger der Vernunft heißt 320d und man bestellt ihn idealerweise mit der formidablen Achtgang-Automatik

Auch die schon traditionelle 3er-Problemzone, die Beinfreiheit, wurde etwas verbessert. Man sitzt im Fond sogar richtig bequem. Auch wegen der hochklassigen Optionen fährt sich ein BMW 3er heute so souverän und ausgewogen wie nie zuvor.

Der erste 3er BMW aus dem Jahr 1975 verdankt nicht zuletzt wegen der Enge auf der Rücksitzbank seinen Ruf als Fahrerauto. In der aktuellen Auflage ist die Beinfreiheit im Fond immer noch etwas enger als bei anderen Fahrzeugen der Mittelklasse.

Das Interieur

Mit den Jahren hat sich der BMW 3er, der in den drei Karosserievarianten Limousine, Touring und Gran Turismo angeboten wird, im Raumangebot immer mehr den Konkurrenten von Mercedes und Audi angenähert.

Auf der Rückbank, wo die Sitzfläche kurz, die Polsterung straff und die Beinfreiheit immerhin befriedigend ausfällt, befinden sich jedoch weiterhin nicht die Königsplätze des guten Sitzens – außer im 3er Gran Turismo, wo man mit sieben Zentimetern mehr Platz um die Beine fast wie ein Fürst sitzt.

In der Bedienung macht dem BMW keiner in der nobleren Mittelklasse etwas vor. Die wichtigen Schalter und Regler liegen im unmittelbaren Umfeld des Fahrers und die Instrumente überzeugen mit perfekter Ablesbarkeit. Auch an das iDrive-Bediensystem gewöhnt sich der 3er-Neuling flott.

Beklagt wird wenig. Der Handbremshebel nimmt Platz auf der Mittelkonsole weg und einen zweiten USB-Anschluss zum Laden des Smartphones könnte man sich auch gut vorstellen. Hochklassige Extras wie das überzeugende Head-up-Display oder das geniale 360-Grad-Rundumsichtsystem machen 3er-Fahren noch angenehmer – aber auch kostspieliger.

Der Kofferraum

Einen BMW 3er fährt man nicht wegen des üppigen Stauraums. Der 3er zählt auch heute nicht zu den Raumwundern und liefert in dieser Disziplin nur Durchschnitt. Der Kofferraum der Limousine nimmt es mit einem Volumen von 480 Litern auf und die Ladefläche des 3er Touring mit 495 Litern Ladung.

Wer mehr Platz benötigt, sitzt im rundrückigen 3er Gran Turismo, der nicht nur im Fond, sondern auch im Gepäckabteil, so lange alle Sitze genutzt werden, mit 520 Litern das größte Volumen aller 3er-Kofferräume bietet.

Bei heruntergeklappter Rücksitzbank erfüllt auch die Kombiversion Touring exakt das, was man in dieser Klasse an Ladevolumen erwartet: 1.500 Liter. Mit feinen Details wie der separat zu öffnenden Heckscheibe und den im Boden schnell verstauten Trennnetz und Gepäckrollo übertrifft der harmonisch proportionierte Touring die Erwartungen.

Das 3er-Fahrwerk ist für viele Autofahrer, die mit dem Fahren auch den Fahrspaß verbinden, genau der Grund in einem BMW 3er zu sitzen. Die Kraftübertragung erfolgt beim Großteil der Produktion, wie seit 1975 im 3er das gute Prinzip, auf die Hinterräder.

In den meisten 3er-Motorisierungen auch optional auf alle vier Räder. Die Lenkung bleibt mit dem Heckantrieb frei von Antriebseinflüssen und reagiert konzentrierter als eine Lenkung in Verbindung mit Frontantrieb auf die unterschiedlichen Fahrbahnzustände.

Mit dem Fahrwerk liefert der Münchener weiterhin einen hervorragenden Kompromiss aus Sportlichkeit und Komfort. Schnelle Kurven werden dank der ausgewogenen Gewichtsverteilung zum Genuss. Das gilt sowohl für die 3er Limousine als auch für den 3er Touring und den Gran Turismo, bei dem das alles noch ein wenig komfortabler vonstattengeht.

Mit dem Fahrerlebnisschalter lässt sich in den Feinheiten bestimmen, wie sich 3er-Fahren anfühlt. Der Fahrer kann zwischen zwei sportlichen, einem komfortablen und einem ökonomischen Fahrprogramm wählen.

Im ECO PRO-Modus kommt man mit einer Tankfüllung (57 oder 60 Liter, abhängig vom Motor) ein paar Kilometer weiter. Bremsenergie-Rückgewinnung, Schaltpunktanzeige, abkoppelbarer Klimakompressor und die bedarfsgerecht gesteuerten Nebenaggregate sind die Gründe, warum ein Dreier mit einigen Motoren überraschend wenig verbraucht.

Das „M“ im Namen BMW offenbart, was im 3er ähnlich viel zählt wie das Fahrwerk: der Motor. Die Triebwerke der bayerischen Motorenwerke sind ein weiterer Grund, warum man 3er fährt. Bereits 1977 betörte der Dreier BMW nicht nur die Fans mit seinem seidigen Sechszylinder.

Heute entscheiden sich allerdings die meisten Kunden unter den 116 bis 431 PS starken Benzin-, Diesel- und Hybridaggregaten für einen Vierzylinder. Erstmals seit Mitte 2015 arbeitet im Motorraum des Dreiers auch ein Dreier: ein Dreizylinder.

Die Benziner

Die Grundsatzfrage bei der Motorwahl ist am Anfang zu stellen: Drei, vier oder sechs Zylinder? Unter den Benzinmotoren bleibt der 326 PS starke Reihensechszylinder des 340i und 340i xDrive, neben dem Sechszylinder im M3, das Maß der Dinge. Die halbe Portion Zylinder geht im 318i zur Arbeit. Und wie.

Der 1,5-Liter-Motor produziert heute mit drei Zylindern und 136 PS annähernd die gleiche Leistung wie der erste 323i mit sechs Zylindern (143 PS). Eine gewisse Durchzugsschwäche mangels Hubraum lässt die hervorragende, sonst hintergründige Achtgang-Automatik im 1,5 Tonnen schweren 318i jedoch etwas nervöser agieren als üblich und dem Verbrauch hilft das Downsizing auch nicht so recht auf die Sprünge. Der liegt zwei, drei Liter über den angegebenen 5,0 bis 5,5 l/100 km.

Auch die 252 PS starke Plug-in-Hybridvariante 330e mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb rechnet sich das reale Leben mit einem Werksverbrauch von 1,9 bis 2,1 l/100 km irgendwie schön.

Die Diesel

Die ehrlichsten Sparer heißen auch im 3er Diesel. Das Leistungsspektrum reicht hier von 116 bis 313 PS. Die beste Kombination aus Kraft und niedrigem Verbrauch heißt 320d, die auch mit Allradantrieb im Angebot steht. Den 190 PS-Vierzylinder, der akustisch sein Verbrennungsprinzip nicht verleugnet, also nicht ganz leise arbeitet, trimmt die Automatik auf sanfte Drehmoment-Power, die mit 400 Newtonmetern ganz selbstverständlich und schon bei niedriger Drehzahl zur Verfügung steht.

Die sparsamste Variante, die 163 PS leistende 320d Efficient Dynamics Edition, saugt im Werksverbrauch alle 100 Kilometer lediglich 3,9 bis 4,3 l/100 km aus dem Tank. Kombiniert werden die Triebwerke mit dem Sechsgang-Handschaltgetriebe oder zusammen mit den Prachtsechszylindern im 330d mit 258 PS und im 335d mit 313 PS serienmäßig mit der Automatik.

Sein hohes Niveau hält der BMW 3er auch bei der passiven und aktiven Sicherheit. Damit es in BMWs Mittelklasse erst gar nicht zur Kollision kommt, dafür sorgen nicht nur die verbindlichen Fahrwerke, sondern auch die elektronischen Helfer.

Dazu zählen die Spurverlassenswarnung inklusive Auffahrwarner, die Spurwechselwarnung, der blendfreie Fernlichtassistent und im erweiterten Umfang die Rückfahrkamera und der Parkassistent, der den 3er auch automatisch in Querparklücken ein- und ausparkt.

Im Fall eines nicht verhinderten Crashs schützen Front- und Seitenairbags den Fahrer und den Beifahrer sowie Kopfairbags in beiden Sitzreihen die Insassen. Zusätzlich kommt der Besatzung auch das Active Protection-System zur Hilfe, das dann automatisch einen Notruf absetzt.

Im ADAC-Bremstest stand BMWs 3er nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 36,1 Metern. Das Crashverhalten der Karosserie und die gute Absicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit fünf Sternen belohnt.

Das Wichtigste ist dabei, aber mehr geht immer. Mit der Serienausstattung kann man gut leben, alles andere kostet Aufpreis. Das Gute daran ist: Auch wenn man sich nur für das Basismodell entscheidet, können die meisten Extras einzeln bestellt werden.

Zum Basistrimm des Dreiers gehören immer Klimaanlage, CD-Radio, schlüsselloser Komfortzugang, Zentralverriegelung mit Fernbedienung, elektrische Fensterheber rundum, das iDrive-Bediensystem und der 6,5-Zoll-Monitor.

Die vier Ausstattungslinien setzen vor allem auf optische Unterscheidung. Die Luxury Line präsentiert sich mit hochglänzenden Holzleisten und die Sport Line mit serienmäßigen Sportsitzen. Noch sportlicher fällt das M Sportpaket mit 18-Zoll-Leichtmetallrädern, M Sportfahrwerk, Sportsitzen mit Stoff-Alcantara-Bezug und dem attraktiven M Lederlenkrad aus.

Zu den interessantesten Extras zählen die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die Kofferraum-Durchlade, die Parksensoren vorne und hinten sowie der Tempomat mit Stop-and-go-Funktion. Mit Zubehör wie dem vollfarbigen Head-up-Display und der Navi Professional wird 3er-Fahren noch komfortabler.

Unabhängig vom Ausstattungslevel unterstützt BMWs Mittelklasse den aktuell schnellsten Mobilfunkstandard LTE. Mit BMW Connected Drive sind die sozialen Netzwerke, Web-Radio und Google Maps mit an Bord.

Zwei Aufpreise sind im 3er vielleicht wichtiger als alle anderen. Der Allradantrieb und das Kombiheck. Der Aufpreis für den Vierradantrieb xDrive beträgt 2.500 Euro. Der Preis des Touring liegt 1.700 Euro über dem der Limousine.

BMW hat zwar die Zeitdauer der Gewährleistung für Neufahrzeuge von zwei auf drei Jahre verlängert, jedoch zeigen andere Hersteller wie Hyundai und Kia mit fünf und sieben Jahren Garantie deutlich mehr Vertrauen in ihre Technik.

Zusammenfassung

Wer den BMW 3er ganz rational ausstattet, widersetzt sich der Gefahr ein 30.000 Euro-Auto zu fahren, aber, was möglich ist, 50.000 Euro dafür bezahlt zu haben. Schon das Basismodell 318i macht den 3er zu dem, was er seit 1975 ist: zu einer sportlichen Limousine mit anregendem Handling. Vielfahrer sollten in einem 320d Platz nehmen. Sportfahrer sitzen im 340i oder wenn noch mehr Kraft gewünscht ist, gleich im M3.

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