Winter, E-Auto, Stau: Karibikfeeling mit Heizung oder Frostbeulen?

14. November 2022 von

Nichtsahnend fahren Sie im Winter auf die Autobahn, plötzlich Stau. Ihr Puls schießt in die Höhe, die Augen suchen verzweifelt den Stand des E-Auto Akkus. Nur noch 80 Prozent Restreichweite – was ist, wenn der Stau Stunden dauert? Gemütlich lehnen Sie sich zurück und schalten die Heizung auf 22 Grad – gut, dass Sie Ihr Buch eingepackt haben. Doch vertragen sich E-Auto und Heizung im winterlichen Stau?

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Der Akku macht einen guten Job

Natürlich kann man nicht leugnen, dass sich ein E-Auto Akku und damit auch der E-Auto-Verbrauch und winterliche Temperaturen nicht so gut vertragen. Auch im E-Auto wollen Fahrer:innen im Winter nicht auf ihre Heizung verzichten. Die zieht ihre Energie natürlich aus dem Akku und verringert somit die Reichweite. Trotzdem ist der Akku ausdauernder als man glauben möchte. Hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass der Akku im Winter schneller leer wird, als man die nächste Ladesäule gefunden hat.

Ein Verbrennermodell hat natürlich den Vorteil, dass beim Verbrennen des Kraftstoffs Wärme entsteht, die auch im Leerlauf verwendet wird. Außerdem wird natürlich im Stand nur wenig Kraftstoff verbraucht.

Beim Elektroauto gibt es keine Abwärme, die Energie für die Heizung wird aus dem Akku entnommen. Man kann sagen, dass fürs Heizen ungefähr ein bis zwei Kilowatt nötig sind, für die Fahrzeugelektronik ungefähr 0,5 Kilowatt. Wenn man also in einem Renault Zoe unterwegs in einen Stau kommt, ist die E-Auto-Verbrauchsrechnung ganz einfach:

Der Akku hat eine Kapazität von 52 Kilowattstunden, wenn man also zwei Kilowatt für die Heizung und ungefähr 0,5 Kilowatt für die restliche Elektronik pro Stunde verbraucht, könnte man gut und gerne 20 Stunden mit dem E-Auto im Stau verweilen, bevor der Akku leer wird.

Effizienz zahlt sich aus – und hält warm

Mulmig wird einem aber schon, wenn man sich nach einem warmen Tee auf dem Sofa sehnt und plötzlich mit dem E-Auto auf ein Stauende zufährt. Der Tee muss dann leider warten, aber ungemütlich oder gar eiskalt wird es im Auto garantiert nicht.

Der Grund dafür ist, dass ein Elektroauto sehr effizient mit seiner Energie umgeht. Während ein Verbrenner auch im Stand laufen muss, um im Inneren eine gewisse Wohlfühltemperatur zu ermöglichen, ist das bei einem Elektroauto etwas anders. Steht man mit E-Auto im Stau und es geht gar nichts weiter, kann man es ausschalten und dennoch läuft die Heizung.

Gespeist wird das Heizerlebnis natürlich durch die Energie im Akku, aber dieser wird nicht zusätzlich belastet, um das Auto überhaupt am Laufen zu halten. Muss das Fahrzeug in Bewegung bleiben, dann ist ein Reichweitenverlust bei eisigen Temperaturen ein Problem, doch im Stand macht der Akku wirklich einen guten Job.

Noch ein paar Worte zur Effizienz. Wenn Ihr Fahrzeug mit einer Wärmepumpe ausgestattet ist, dann hilft diese bei frostigen Temperaturen den E-Auto-Stromverbrauch für die Heizung zu minimieren. Hier ein Beispiel:

Ein Kia e-Niro mit 64 Kilowattstunden-Akku, der bei einer Außentemperatur von -5 Grad so beheizt wird, dass er im Inneren 19 Grad warm ist, verbraucht mit Wärmepumpe auf Dauer 1 Kilowatt Strom. Ohne Wärmepumpe beläuft sich der E-Auto-Verbrauch auf ca. 3 Kilowatt.

Man kann allgemein sagen, dass Heizen im E-Auto den Verbrauch pro 10 Grad Temperaturunterschied ungefähr um 1 Kilowatt Heizleistung erhöht.

Erfrieren muss man sicher nicht

Ganz klar sagen kann man, dass man keine Angst vor dem Erfrieren haben muss, wenn man mit seinem Elektroauto im Stau steht. Der ADAC hat das in einem Experiment überprüft. Hierbei wurden der Renault Zoe Z.E. 50 und der VW e-up! bei Temperaturen zwischen -9 und -14 Grad Celsius zwölf Stunden lang auf einem Parkplatz abgestellt, Verbraucher wie Heizung, Sitzheizung und Radio waren eingeschalten. Der Innenraum sollte konstant eine Temperatur von 22 Grad halten.

Nach zwölf Stunden hatte der Zoe noch 30 Prozent Akkukapazität, beim e-up! waren es noch 20 Prozent – einen derart langen Stau wird man hoffentlich niemals erleben müssen, aber wenn doch, können Sie sich jetzt gemütlich – und vor allem ohne zu frieren – zurücklehnen.

Diese Zahlen beruhen natürlich immer auf der Annahme, dass der Akku des E-Autos voll ist. Wenn man mit wenig Energie im Akku auf die Autobahn auffährt, verkürzen sich die genannten Zeiten natürlich entsprechend und der E-Auto-Verbrauch im Stau könnte tatsächlich dazu führen, dass Fahrer:innen ihr Ziel nicht mehr erreichen. Müssen Sie im Winter aber mit gut geladenem Akku und eingeschalteter Heizung im Stau verweilen, dürfte Ihr Stromer problemlos mit der Energie zurande kommen.


Mit dem E-Auto im Stau – das sollten Sie beachten

Wenn Sie sich trotzdem nicht sicher sind, wie lange der Akku hält, dann haben wir hier ein paar Tipps für Sie:

  • Im Winter nie mit wenig geladenem Akku auf die Autobahn fahren.
  • Sitzheizung verbraucht weniger als Innenraumheizung.
  • Wenn Innenraumheizung, dann auf Umluft schalten.
  • Türen und Fenster geschlossen halten.
  • Unnötige Verbraucher (z.B. Heckscheibenheizung, Scheibenwischer usw.) ausschalten.
  • Für den Fall der Fälle immer eine Decke im Auto haben.