Land Rover Range Rover Sport Test

Oberklasse-SUV mit sportlichen Attributen

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Britischer Charme
  • Große Geländegängigkeit
  • Starke Motoren
  • Hoher Preis
  • Hoher Verbrauch (V8)
  • Sitzverstellung (Basismodell S)

68.600 € - 113.200 € Preisklasse

5 Sitze

10,5 - 9,6 l/100km

Test

Der Name täuscht. Der Range Rover Sport ist weder kompakter noch leichter als das Urmodell von 1970, sondern länger, breiter und schwerer. Der Modellname Sport steht damit nicht für Sportlichkeit. Wen wundert es bei bis zu 2,5 Tonnen Gewicht? Aber auch die Kontrahenten des Range Rover Sport, der BMW X5 und Mercedes GLE, haben nicht wirklich gute Anlagen zum Sport, sondern Übergewicht.

Das 2017er Facelift hat den Range Rover Sport, der auch mit Plug-in-Hybrid-Antrieb zu bestellen ist, motorisch wie vom Auftritt verändert, aber der kantige Brite bleibt sich auch danach im Auftritt treu. Aus der Ferne wirkt er heute genauso imposant wie zuvor. Bullig an der Front, elegant in der Silhouette, gradlinig puristisch im Abgang. Egal, von wo man auf die Karosserie schaut, die Proportionen stimmen.

Zum Facelift gab es neue LED-Scheinwerfer, die an den Range Rover Velar erinnern, und ein neues Infotainmentsystem, das mit seinen zwei Zehn-Zoll-Touchscreens und seiner Menülogik nach etwas Eingewöhnung verlangt und ebenfalls aus dem Velar bekannt ist.

Im Innenraum setzt sich der stimmige Charakter fort. Der Ausblick aus dem 1,80 Meter hohen Sport ist erhaben. Die hohe Sitzposition ist ein Vorteil, weil man über die anderen Verkehrsteilnehmer herüberblickt. Und auch was man sonst im Interieur erblickt, gibt Grund zur Freude: Die Regler mit gutem Verstell-Feeling, das filigran-edle Multifunktionslenkrad mit intuitiver Tempomatbedienung und die attraktive Mittelkonsole, die sich zwischen dem Fahrer und Beifahrer auftut.

Im Interieur mutet der Sport zugleich traditionell und modern an. Im Tacho und Drehzahlmesser arbeiten gute alte Zeiger, das Tempo kann jedoch auch zwischen den großen Rundinstrumenten mit digitalen Ziffern angezeigt werden. Genauso up to date wirkt der Touchscreen. Die Eleganz geht aber beim Sitzeinstellen gänzlich verloren, wenn der Sport als Basismodell S über keine elektrische Sitzverstellung verfügt, denn die Einstellung der Sitzneigung wird, mit den Fingern eingeklemmt zwischen dem Verstellrad und der B-Säule, zur echten Tortour.

Die sonstige Kritik fällt dagegen milde aus und hat in einem Fall ganz schlicht etwas mit der Höhe des Range Rover Sport zu tun: Das manuelle Schließen der hoch angeschlagenen Heckklappe ist für Kleine eine Großtat. Die elektrische Heckklappe, die erst im HSE zur Serienausstattung gehört, damit kein Luxus, sondern eine Wohltat für nicht so hoch gewachsene Menschen.

Nicht für halbe Sachen steht der Range Rover Sport im Gelände, wie fast alle Modelle von Range Rover. Seine Geländeautomatik Terrain Response macht es dem Fahrer dabei leicht. Entweder lässt sich der Sport manuell auf den Untergrund einschwören oder er adaptiert sich automatisch ans Erdreich.

Zumeist fährt man ihn im Test in der Automatikstellung. Die Programme sind etwas für die speziellen Fälle im Gelände wie Sand, Schnee oder steiniger Untergrund. Das „4×4 Info“-Menü gibt dazu auf dem Bildschirm wertvolle Informationen über den aktuellen Lenkeinschlag und den Bodenkontakt der Räder. Mit seinen sechs Modi, mit der Bergabfahrhilfe und „Low“ für das Kriechen im schweren Gelände ist der Sport bestens für Offroad-Touren gerüstet.

Welche Ratschläge wir Ihnen sonst noch vor dem Kauf eines Range Rover Sport geben können, lesen Sie in diesem Test mit ausführlicher Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,88 Meter
Breite 2,07 Meter
Höhe 1,80 Meter
Kofferraumvolumen 780 bis 1.686 Liter
Türen 5
Leergewicht 2.076 bis 2.464 Kilogramm
Zuladung 698 bis 1.030 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 2.900 bis 3.250 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
750 Kilogramm / 2.500 bis 3.500 Kilogramm

Die Motorenpalette des Range Rover Sport ist groß. Zur Wahl stehen Vierzylinder, V6 und V8, als Benziner, Diesel und Plug-in Hybrid.

Die Benziner

Der 2.0 Liter Si4 ist ein Vierzylinder und leistet solo 300 PS oder im Verbund mit einem Elektromotor als Plug-in Hybrid P400e 404 PS. Range Rover verspricht für beide Varianten das Leistungsvermögen eines Sechszylinders mit deutlich weniger Gewicht.

Die Drehmomentwelle, die der Plug-in-Hybrid produziert, macht Eindruck und erinnert mit 640 Newtonmeter Drehmoment an einen Diesel. Den vom Hersteller angegebenen Verbrauch von 3,2 bis 3,3 Liter/100 km sollte man allerdings nicht für voll nehmen. Denn ist der Akku bei Langstrecke leer gesaugt, muss der Vierzylinder mehr arbeiten und der Verbrauch nährt sich den 9,6 Litern/100km des im solo arbeitenden 2.0 Liter Si4 an.

Für das Gegenteil von niedrigem Verbrauch steht der 5,0-Liter-V8-Kompressor mit 525 PS Leistung und 625 Nm Drehmoment. Damit sprintet der Range Rover Sport in 5,3 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der Benzinkonsum ist im P525 mit 12,8 Litern in der Werksangabe und weit höheren Werten in der Realität enorm. In die gleiche Kerbe haut der 575 PS starke V8-Kompressor P575 im Topmodell SVR. Er klingt und geht zwar phantastisch, aber er säuft gehörig aus dem nicht ohne Grund 104 Liter großen Tank.

P300/P400e P400 P525 P575
Hubraum [ccm] 1.997 2.996 5.000 5.000
Leistung [PS] 300/404 400 525 575
Getriebe 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
7,3/6,7 | 201/220 6,2 | 225 5,3 | 250 4,5 | 283
Kraftstoff Benzin Benzin Benzin Benzin

Die Diesel

Ein Diesel ist der ideale Motor im schweren Range Rover Sport, da er deutlich weniger Kraftstoff als ein Benziner schluckt, aber schon früh eine hohe Drehmomentkraft auf dem Niveau des 5,0-Liter-V8 lostritt.

Bereits der schwächste, aber mit 249 PS nicht schwache 3,0-Liter-V6 entwickelt ein Drehmomentmaximum von 600 Nm. Die 306-PS-Version mobilisiert 700 Nm. Und mit dem 339 PS starken V8-Diesel sind es im D340 durchzugsstarke 740 Nm.

Und wie fühlt es sich im Test und in Fahrt an? V6-Diesel-Fahren gehört zu den entspannenden Dingen im Leben. Verantwortlich für die gepflegte Fortbewegung im Range Rover Sport sind nicht nur das komfortable Fahrwerk, die bequemen Ledersitze, die effektive Geräuschdämmung und die soften Schaltmanöver der 8-Gang-Automatik, sondern auch die Laufkultur des hintergründig säuselnden 3,0-Liter-Dieselmotors.

Mit der Bi-Turbo-Aufladung surft der SDV6 eine lässige Drehmomentwelle und am Ende des Tests landet der reale Verbrauch mit dem V6-Diesel bei rund acht, neun Litern Dieselkraftstoff, die abhängig vom Einsatz und dem eigenen Gasfuß alle 100 Kilometer aus dem im Range Rover Sport mit Dieselmotor 86 Liter großen Tank abfließen.

D250 D300 D340
Hubraum [ccm] 2.993 2.993 4.367
Leistung [PS] 249 306 339
Getriebe 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik 8-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
7,8 | 209 7,1 | 209 7,2 | 209
Kraftstoff Diesel Diesel Diesel

Die Spanne bei den Preisen ist genauso breit wie bei den Motoren. Ein Range Rover Sport kostet in der Topversion SVR mit dem 575-PS-V8 doppelt so viel wie ein P300 S mit dem 249 PS starken Vierzylinder. Über den Preis richten aber genauso die zahlreichen Linien, die sich neben der Optik im Ausstattungsumfang voneinander unterscheiden.

Range Rover Sport S

Die 8­-Gang­-Automatik, der Allradantrieb, die Bergabfahr- und Berganfahrhilfe sowie die elektrische Parkbremse zählen genauso zur Grundausrüstung wie die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen und die LED-­Scheinwerfer.

Das Fahrzeug senkt sich automatisch ab zum Einstieg und danach sitzt man auf dem serienmäßig mit genarbtem Leder bezogenen und 6-fach elektrisch verstellbaren Fahrersitz hinter dem Multifunktions-­Lederlenkrad. Für ein gediegenes Klima sorgen die Ambientebeleuchtung und die 2­-Zonen­-Klimaautomatik.

Im Cockpit fällt der Blick auf das 12,3-Zoll-TFT-­Instrumentendisplay und die zwei 10-Zoll-Touchscreens des Touch Pro Duo-Infotainment. Es umfasst ein Soundsystem mit acht Lautsprechern, ein Navigationssystem, einen 4G Wi­Fi Hotspot, einen SOS-­Notruf, eine Sprachsteuerung und eine SIM­-Karte. Die Einbindung des Smartphone erfolgt über Apple CarPlay oder Android Auto. Das All Terrain-Informationszentrum leistet bei Offroad-Fahrten in kritischen Momenten gute Dienste.

Ebenso inklusive im Basismodell S sind die elektrisch verstell-­ und beheizbaren Außenspiegel, der Licht- und Regensensor, der autonome Bremsassistent, die Einparkhilfe hinten und vorne, der Spurverlassenswarner sowie der im SUV häufig genutzte Tempomat mit Geschwindigkeitsbegrenzer.

Range Rover Sport SE

Im SE kommen die Nebelscheinwerfer und die wichtige Rückfahrkamera hinzu wie auch der automatisch abblendende Innenspiegel und die Vordersitze mit 14- statt 8-fachem Verstellbereich.

Range Rover Sport HSE

Der HSE steht auf 20 Zoll und die Matrix-­LED-­Scheinwerfer leuchten weit und hell mit adaptivem Leuchtkegel. Statt des Reifenreparatursets findet sich hinten ein Notrad. Die Außenspiegel besitzen eine Memory­-Funktion und Umfeldbeleuchtung. Die Frontscheibe ist beheizbar und das Lenkrad elektrisch verstellbar.

Die Einstiegsleisten bestehen aus Alu und die Vordersitze lassen sich 14-­fach elektrisch verstellen, beheizen und auf die Sitzposition programmieren. Und, wichtig im hohen Range Rover Sport: Die Heckklappe öffnet sich elektrisch.

Range Rover Sport HSE Dynamic

Hier sind 21 Zoll aufgezogen und die Bremssättel im D340, P400e und P525 schimmern in Rot. Das Lederlenkrad ist anders und die Schaltwippen in mattiertem Chrom gehalten. Sportiver und nobler machen den HSE Dynamic die Edelstahlpedale und die mit Windsor­-Leder bezogenen Sessel.

Range Rover Sport HST

Hier erhält das Dach eine fesche Kontrastlackierung und die Abschlussleiste der Heckklappe­, die seitlichen Luftauslässe und die der Motorhaube bestehen aus Karbon. Am Lenkrad und Dachhimmel findet sich Velours und die Bezüge der Ledersitze sind zweifarbig. Die Rückbank ist nicht nur im Verhältnis 60:40 teilbar, sondern besitzt auch eine Durchlademöglichkeit. Der Innenraum wird mit einer 3-­Zonen-­Klimaautomatik temperiert.

Und das Infotainment und die Sicherheit rüsten auf mit dem toll klingenden Meridian Soundsystem mit 18 Lautsprechern samt Subwoofer und den zahlreichen Assistenzsystemen. Zu denen zählen der Aufmerksamkeitsassistent, die 360-Grad-Einparkhilfe, das Kollisionswarnsystem bei Rückwärtsfahrten, der Toter-Winkel-Assistent, der adaptive Tempomat (ACC) und die Verkehrszeichenerkennung mit adaptivem Geschwindigkeitsbegrenzer.

Range Rover Sport Autobiography Dynamic

Nicht nur rein optisch unterscheidet sich diese exklusive Modellvariante von den anderen Varianten, sondern auch mit dem Kühlfach in der vorderen Mittelkonsole, den Schaltwippen in Chrom, dem edleren Bodenbelag und dem hochwertigeren Lederbezug der Sitze, die sich 18-­fach elektrisch verstellen und auch kühlen lassen. Die Rücksitze sind hier ebenfalls beheizbar.

Range Rover Sport SVR

Das Topmodell, dessen 575-PS-V8 die 21 Zoll großen Räder mächtig unter Druck setzt, gibt sich an der schwarzen Kontrastlackierung am Dach, dem ­Spoiler und den sportiver gezeichneten Stoßfängern zu erkennen. Und auch im Innenraum, zu dem man schlüssellos Zugang erhält, tritt der Range Rover Sport mit dem Lederlenkrad mit SVR­-Emblem und den beheizbaren SVR-­Performance-­Sitzen in der ersten und zweiten Sitzreihe sportlicher auf.

Zusammenfassung

Sportlicher, aber trotzdem kein Sportler. Der Range Rover Sport ist auch in seiner zweiten Generation einer der britischsten, elegantesten und geländegängigsten SUVs geblieben und damit als aristokratischer Geländewagen in seinem Konkurrenzumfeld etwas ganz besonderes geblieben.

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