SEAT Mii Testbericht

Der SEAT Mii zählt zu den klassischen Vertretern des Kleinwagen-Segments. Kompakt und wendig ist er für den Einsatz in der Großstadt prädestiniert. Zur Wahl stehen Benzin- und Erdgasmotoren.

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Wow-Wertung
8/10
Bewertet von Andreas Heise nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

Was gut ist

  • Wendiger Kleinwagen
  • Gute Rundumsicht
  • Sicheres Fahrverhalten

Was nicht so gut ist

  • Karge Basisausstattung
  • Enger Fond
  • Unbequemer Einstieg hinten (Dreitürer)

SEAT Mii: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des SEAT Mii

Ein Kleinwagen muss heute einiges können. Er muss aus seiner Kürze möglichst viel Raum holen, im Motorraum nicht zu schwachbrüstig arbeiten und auf den paar Metern vom Bug bis zum Heck auch noch etwas Komfort abliefern. Das Ganze zu einem Einstiegspreis, der um die 10.000 Euro starten sollte.

Der Seat Mii ist so ein Kleinwagen. Mit einer Länge von 3,56 Meter geht Parken in der Innenstadt leicht von der Hand. Mit 1,64 Meter Breite und dem steilen Heck packt der Kurze vier Passagiere ein und noch 251 Liter Gepäck hinzu. Motorisch ist man mit 75 PS schon ganz gut gerüstet für einen Alltag im Stadtverkehr mit gelegentlichen Ausflügen auf die Autobahn.

Den Alltag steht der wendige Mii mit seinem Fahrwerk und seiner einfachen Bedienung sicher. Und zu einem Preis, der auf dem Niveau der Konkurrenz liegt. Die kommt mit dem VW Up und Skoda Citigo, die mit dem Seat annähernd baugleich sind, aus dem eigenen Konzern und mit Konkurrenten wie dem Fiat Panda, Peugeot 108 oder Renault Twingo aus klassischen Kleinwagenländern.

Form folgt Funktion

Schon zum Start im Jahr 2011 präsentierte sich der mit drei oder fünf Türen ausgelieferte Spanier draußen und drinnen etwas nüchterner und zweckmäßiger als mancher Konkurrent. Die Form folgt hier konsequent der Funktion. Daran hat sich auch nach der Überarbeitung, mit welcher der Seat Mii ins Modelljahr 2017 startete, nichts geändert.

Fazit: Ein Kleinwagen muss heute einiges können. Der Mii kann es, aber einige Kleinwagen, die neuer als der schon vor einigen Jahren konstruierte Spanier sind, können es auch. Für den Mii sprechen das unbeschwerte Handling, das vorne vollwertige Platzangebot, die gute Rundumsicht und das sichere Fahrverhalten.

Mit seinem nüchternen Interieur, der in einigen Versionen sparsamen Ausstattung und dem wenigen Platz hinten kann man sich arrangieren. Das Letztere mit dem Platz lässt sich im Kleinwagen zwar nicht ändern, aber für die ersten zwei Punkte kann mit der Bestellung des Fünftürers und einer höheren Ausstattungslinie Sorge getragen werden.

Wie viel kostet der SEAT Mii?

Leistung, Verbrauch und CO2-Ausstoß

Die 3,56 Meter Kürze, seine Übersichtlichkeit und das Handling sind in der Stadt ganz klar von Vorteil, denn so kurz der Spanier ist, so gut geht er durch die Kurven und so leicht lässt er sich zwischen zwei parkende Autos bugsieren. Die smoothe Lenkung, der kompakte Wendekreis von 9,8 Metern und die leichtgängige Fünfgangschaltung erleichtern die Bedienung.

Mit guter Lenkpräzision und einer von wenig Gewicht belasteten Bremsanlage wieselt man im 900 Kilo leichten Mii durch die City.

Der Komfort kommt dabei im Kurzen ganz natürlich etwas zu kurz. Die Federung arbeitet zwar nicht zu hart, aber über schlechtem Belag gerät der straff abgestimmte Seat mit dem kurzen Radstand von 2,42 Metern dann doch ins Holpern. Dadurch liegt er auf der Autobahn besser und fahrsicherer, als man es in einem Kleinwagen erwartet.

Die Frage nach der Leistung beantwortet der Mii mit 60, 68 oder 75 PS. Der 60-PS- und der 75-PS-Motor sind auch mit einem automatisierten Fünfgang-Schaltgetriebe zu bestellen. Der 68-PS-Erdgasmotor nur mit dem manuellen Fünfgang-Schaltgetriebe.

Die Benziner

Der leichte Dreizylindermotor hat es im leichten Mii leicht. In der Stadt reichen daher auch 60 PS, auch wenn sich der Einstiegsmotor mit 14,4 Sekunden reichlich Zeit für den Sprint von 0 auf 100 km/h lässt. Auf der Autobahn gerät die 60 PS-Variante dann an ihre Grenzen. Spätestens bei 160 km/h ist Schluss.

Die 75-PS-Version fährt sich lebendiger. In 13,2 Sekunden ist der Mii 100 km/h schnell und kommt final auf 171 km/h. Der leichtfüßig hoch drehende Dreizylinder lässt die fehlende Ausgleichswelle nur im Leerlauf spüren, sonst läuft er erstaunlich ruhig und vibrationsarm. Der Einliter zieht spielerisch und mit typischem Dreizylinderklang hoch.

Die fünf Gänge lassen sich gut schalten. Vom Verbrauch her liegen die beiden Leistungsstufen mit 4,1 bis 4,4 l/100 km (Werksangaben) fast gleichauf. Damit hält auch ein 35-Liter-Tank eine ganze Weile. Ökologischer als die beiden Benziner arbeitet nur der dritte Motor im Bunde.

Der Erdgasmotor

Mit dem Erdgas im Tank (CNG) wird der Mii zu einem der sparsamsten und saubersten Autos überhaupt. Er erreicht die CO2-Effizienzklasse A und emittiert nur noch 83 g/km CO2. Die Kehrseite der Medaille ist, dass darunter das Temperament leidet. Zwar läuft auch der Erdgas-Mii mit seinen 68 PS 164 km/h, aber er bummelt in beschaulichen 16,3 Sekunden von 0 auf 100. Außerdem rechnet sich der Erdgasantrieb erst nach einer Laufleistung von rund 50.000 Kilometern.

Platz und Praxistauglichkeit

Der Seat Mii liefert ein Raumangebot, das man in einem Kleinwagen erwartet. Vorne sitzt man gut, hinten enger und der Kofferraum geht in Ordnung.

Die Raumökonomie auf 3,56 x 1,64 x 1,48 Meter überzeugt. Vorne sitzt man relativ hoch, was für ein Stadtauto, das oft als Zweitwagen genutzt wird, viel Sinn macht.

Einparken gelingt hier auch ohne Parkpiepser und Rückfahrkamera, weil die Seitenscheiben tief blicken lassen und man dank des geraden Heckabschlusses leicht erkennt, wo der Mii zu Ende geht. Die Rundumsicht ist deutlich besser – und das liegt eben nicht nur an der Kürze, sondern an der Bauform – als beispielsweise im aktuellen Seat Ibiza.

Die Aussage „vollwertiger Viersitzer“ funktioniert im Mii nicht. Nur Kinder haben auf der Rücksitzbank ausreichend Platz. Dabei ist aufgrund der aufrechten Form des Seat Mii der Kopfraum gar nicht die Problemzone, aber um die Knie herum gibt es kaum Platz. Überhaupt keinen Platz findet eine dritte Person im Fond, denn der Seat ist kein Fünfsitzer wie ein Renault Twingo, sondern wird nur als Viersitzer zugelassen.

In seiner dreitürigen Variante gestaltet sich der Einstieg auf die hinteren Plätze etwas mühsam und die längeren Türen öffnen weit nach außen, was in engen seitlichen Parklücken ein Nachteil ist.

Ein Volumen von 251 Liter passt auf die Ladefläche. Das reicht für zwei Getränkekisten oder einen großen Koffer. Nobel wirkt der Gepäckraum mit dem Filz am Boden und der einfachen Kofferraumabdeckung nicht. Die Ladekante fällt hoch aus, aber die Ladefläche eben, wenn die Rückbanklehne umgeklappt wurde und ein Volumen von 951 Litern hinter den Vordersitzen zur Verfügung steht.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Der straff gepolsterte Arbeitsplatz des Fahrers ist zweckmäßig gestrickt. Die Bedienlandschaft fällt mit unverkleideten Blechteilen im Sichtbereich und nüchternem Kunststoff eher sachlich als emotional aus. Die Bedienung im positiven Sinne auch, denn wenige Schalter bedeuten hier schnelles Verständnis.

Vor einem selbst befinden sich ein großes Rundinstrument fürs Tempo und die Zeit sowie zwei kleine daneben für die Drehzahl und den Tankstand. Ein ordentliches Handschuhfach und die Ablage vor dem Schalthebel erden den Mii im Alltag und die hinteren Aufstellfenster in seiner Preisklasse.

Im Basismodell des Mii ist die Klimaanlage gar nicht lieferbar und im zweiten und dritten Ausstattungsgrad Reference und Style gehört sie nicht mit zum Lieferumfang. Erst in den zwei höchsten Ausstattungslevels Chic und FR-Line sitzt man im heißen Sommer wohltemperiert kühl.

Die Basisausstattung fällt karg aus. Dazu zählen eine 12-Volt-Steckdose vorne, zwei Becherhalter in der Mittelkonsole, der beleuchtete Kofferraum, die Wegfahrsperre und die komplett umlegbare Rücksitzbank und -lehne. Der Mii Reference ist mit der Gepäckraumabdeckung, der Radiovorbereitung mit zwei Lautsprechern, der Dachantenne sowie mit der Sonnenblende auf der Beifahrerseite mit Make-up-Spiegel immer noch einfach ausgestattet.

Im Mii Style kommen zumindest die elektrischen Fensterheber vorne, ein Handschuhfach mit Klappe und die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung hinzu.

Viele Extras im Mii Chic

Der Mii Chic ist da, nicht nur wegen der serienmäßigen Klimaanlage, deutlich kompletter ausgestattet. Hier gehören elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, 14-Zoll-Leichtmetallräder, der höhenverstellbare Fahrersitz, der Tempomat, die hinteren Parksensoren, das Lederlenkrad und der Lederschaltknauf sowie ein Radiosystem mit MP3-fähigem CD-Player, SD-Kartenslot, AUX-in-Anschluss und vier zusätzlichen Lautsprechern mit zum Ausstattungspaket. Die Rückbanklehnen sind asymmetrisch geteilt umlegbar und ein mit dem iPhone kompatibler USB-Anschluss ist ebenso mit an Bord.

Die FR-Line rollt auf 16-Zoll-Rädern. Hier werden ab Werk auch die Nebelscheinwerfer, abgetönte hintere Scheiben und ein Sportfahrwerk, das den Mii um 15 Millimeter tieferlegt, mitgeliefert.

Sicherheit und Schutz

Mit dem „City Safety Assist“ erkennt ein Lasersensor andere Fahrzeuge in Fahrtrichtung, egal ob sie fahren oder stehen. Wenn der Fahrer einschlafen sollte, dann bremst der Mii automatisch und autonom ab. Das passiert bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h. Leider kostet das System immer Aufpreis und ist für das Einstiegsmodell gar nicht zu bestellen. Wer weniger für seinen Mii ausgeben möchte, fährt also weniger sicher.

Die steife Karosserie mit ultrafestem Stahl schützt immer wie auch das ESP, das ABS, das Tagfahrlicht, die Airbags für Fahrer und Beifahrer und die Kopf-Thorax-Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer. Im Mii Chic kommt als Blechschutz die Ultraschall-Einparkhilfe hinten hinzu und im Topmodell FR-Line ein Satz Nebelscheinwerfer.

Auf moderne Assistenten muss man im Mii verzichten. Trotzdem arbeiten die Sicherungs- und Sicherheitssysteme im Fall eines Unfalls sehr effektiv. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet. Im ADAC-Bremstest kam der Seat Mii nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach durchschnittlichen 36,2 Metern zum Stehen.

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