SEAT Mii electric Test

Elektrischer Kleinwagen für die Stadt

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Praxistaugliche Reichweite
  • Attraktiver Preis
  • Kräftiger Antritt
  • Karg-zweckmäßige Kunststoffe
  • Temperaturabhängige Reichweite
  • Nur 2 Jahre Garantie

20.130 € - 21.227 € Preisklasse

4 Sitze

- l/100km

Test

Wie man sich entscheidet, ist eine Frage des Geschmacks. Was generell gilt, gilt im Fall des Seat Mii electric, Skoda Citigo e iV und VW e-up! um so mehr. Alle drei Elektroautos sehen fast gleich aus, teilen sich die gleiche Basis, den gleichen Motor und laufen im gleichen Werk im slowakischen Bratislava vom Band. Egal für welchen man sich entscheidet, man trifft eine gute Entscheidung, denn man sitzt in einem gut gemachten Elektroauto.

Schon das Platzangebot weiß zu überzeugen. Mit den serienmäßigen fünf Türen und trotzdem nur 3,56 Meter Länge ist der Seat Mii, den es ab 2020 nur noch mit Elektromotor gibt, ein verdammt praktischer Kleinwagen für die Stadt. Die Raumverhältnisse haben sich gegenüber dem mit Benzin betriebenen Mii nicht geändert, weil die Batterie im Fahrzeugboden sitzt.

Die kantig-aufrechte Statur und der für die Klasse lange Radstand von 2,42 Meter schaffen Platz für vier Passagiere und das Gepäck. Auf den Vordersitzen sitzt man bequem und dahinter, wo im Viersitzer nur zwei Personen Platz nehmen dürfen, etwas enger – kein Wunder bei der Kürze.

Diese Kürze spielt dem Handling genauso zu wie die leichtgängige Lenkung und der tiefe Schwerpunkt auf Grund der tief eingebauten Batterie. Dass diese fast 250 Kilogramm wiegt, macht der 83 PS starke Elektromotor im City-Gewusel wegen der relativen Leichtigkeit des Elektro-Seat manchmal vergessen. Und auch der Komfort, der über Querfugen gelegentlich etwas derber kommt, geht für so kurz in Ordnung.

Das lässt sich auch vom Cockpit des Mii electric behaupten. Es fällt mit den günstigen und von der Optik etwas tristen Kunststoffen zwar ziemlich zweckmäßig aus, aber gut abzulesen und einfach zu bedienen ist alles.

Digitale Instrumente sucht man vergebens. Das „Infotainment“ ist im schon lange gebauten Seat das Radio und der Bordcomputer. Aus die Maus. Ein großer Multimedia-Touchscreen und ein Navigationssystem werden für den Mii electric gar nicht angeboten.

Wozu auch, wenn via Smartphone das Navigieren sowie die Steuerung des Ladevorgangs und der Klimaanlage über eine Smartphone App kostengünstiger vonstatten geht?

Viel wichtiger ist einem Stadtflitzer wie dem Mii electric die Übersichtlichkeit. Und um die steht es mit den großen Fensterflächen und kurzen Überhängen, die auch für ein gutes, unbeengtes Raumgefühl im Innenraum sorgen, bestens.

Was sonst noch so toll an einem Kleinwagen ohne Auspuff, Abgas und Motorlärm ist, wie es um den Verbrauch und die Reichweite des Seat Mii electric steht, was die Stärken und Schwächen des Konzepts sind und warum der Preis so attraktiv ist, darüber gibt Ihnen diese Kaufberatung tiefere Einsichten – Lust auf ein gutes Elektroauto?

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 3,56 Meter
Breite 1,65 Meter
Höhe 1,48 Meter
Kofferraumvolumen 251 bis 923 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.235 Kilogramm
Zuladung 370 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.530 Kilogramm

Man hört nichts. Beim Fahren nicht, aber auch nicht beim Laufen: Es kann schon einmal passieren, dass ein Fußgänger direkt vor dem fahrenden Mii auf die Fahrbahn spaziert, ohne etwas zu bemerken. Elektromotoren laufen so laufruhig, dass man sie manchmal überhört.

Diese für Kleinwagen ungewohnte Laufruhe macht wie das spontane Motoransprechen des Elektromotors einen großen Teil vom Spaß des Elektroautofahrens aus. Die 12,3 Sekunden für das Beschleunigen von 0 auf 100 km/h mögen auf den ersten Blick nicht eindrucksvoll wirken, aber die 212 Newtonmeter Drehmoment stehen schon ab der ersten Umdrehung des E-Motors zur Verfügung.

Und der im Vergleich zum Konzernbrüderchen VW e-up! größer gewordene Akku sorgt auch für eine deutlich verbesserte Reichweite. Die Kapazität der Batterie, die im ersten e-up! nur über ein Fassungsvermögen von 18,7 kWh verfügte, wurde auf 32,3 kWh vergrößert. Damit wächst die Reichweite von ehemals 160 auf etwa 260 Kilometer. Bei einem von Seat angegebenen Verbrauch von 14,4 bis 14,9 kWh/100 km im WLTP-Verbrauchszyklus.

In der Stadt, in der häufiger rekuperiert wird (Rekuperation = Energierückgewinnung durch Bremsen), kann die Reichweite des Mii electric mit dem Akkupack mit 168 Lithium-Ionen-Zellen nach der Aktivierung des stärksten der Rekuperationsmodi und des Ecomodus sogar bei bis zu 300 Kilometern liegen. Das ist zwar eher ein theoretischer Wert, aber die Batteriekapazität kann für eine Pendlerwoche zum Arbeitsplatz ohne Nachladen schon genügen.

Und wie lange dauert das Laden? Ist die optionale Schnellladefunktion mit an Bord (CCS-Stecker), ist die Batterie des Mii electric an einer Schnellladesäule mit bis zu 40 kW innerhalb von einer Stunde wieder zu 80 Prozent geladen. An einer Wallbox mit 7,2 kW vergehen etwas mehr als vier Stunden. Für die Batterie gibt Seat eine Garantie von acht Jahren bei maximal 160.000 Kilometern auf 70 Prozent Batterieleistung.

Wie schnell man wieder an die Ladesäule fahren muss, hängt dabei von einem selbst und den Umständen ab. Gibt man viel Gas, nutzt permanent die Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h, erklimmt Steigungen, fährt durch die Kälte oder dreht die Klimaanlage voll auf, schmilzt die Restreichweite im Display schnell dahin. Lässt man den Mii electric dagegen mit nicht zu hohem Tempo gleiten und rekuperiert fleißig, kann es deutlich weiter gehen.

Mii electric
Batteriekapazität [kWh] 32,3
Leistung [PS] 83
Getriebe 1-Gang-Automatik
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
12,3 | 130
Kraftstoff Strom

Unter den drei Elektrokleinwagen des VW Konzerns, die eigentlich fast die gleichen sind, ist der Seat Mii electric, der mit dem niedrigsten Einstiegspreis. Der Preis des slowakischen Spaniers liegt 300 Euro unter dem des elektrischen Skoda Citigo e iV und mehr als tausend Euro unter dem des VW e-up!. Zwei Ausstattungsvarianten stehen für den Mii electric zur Verfügung.

Mii Basismodell

Mit dem Einstiegsmodell des Mii electric, das auf mini 14-Zoll-Rädern steht, kann man schon sehr gut leben, denn es hat das Nötigste mit an Bord. Etwa eine Klimaanlage, elektrische Fensterheber vorne, eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, einen höhenverstellbaren Fahrersitz, einen Bordcomputer sowie ein Radio mit 5-Zoll-Bildschirm und zwei Lautsprechern. Der Smartphone-Adapter mit DriveMiiApp und das Kabel für Wechselstrom-Ladestationen gehören ebenso zur Serienausstattung.

Die Fahrassistenzausstattung fällt aber, weil der Seat Mii schon seit 2011 produziert wird und die Sicherheitstechnik damals noch nicht so weit war, dürftig aus. Neben den obligatorischen Airbags und dem ESP sorgt nur noch ein Spurhalteassistent für sichere Fahrt.

Mii electric Plus

Die Sicherheit legt im Mii electric Plus, für den man rund 1.100 Euro mehr zahlt, mit dem Licht- und Regensensor und Nebelscheinwerfern kaum, aber die Schuhgröße deutlich zu: Der Plus rollt auf 16-Zoll großen Rädern. Und auch das „Infotainment“ (jetzt sechs Lautsprecher) und die Funktionalität bieten mehr.

Die Außenspiegel lassen sich nun beheizen und elektrisch einstellen, die Rücksitzlehnen sind asymmetrisch geteilt umklappbar und beim Abstellen leuchtet der Mii electric einem mit der Coming-Home-Funktion nach dem Abstellen die letzten Meter bis zur Haustür aus.

Es kommt sogar etwas Luxus auf, denn nicht nur die Windschutzscheibe, sondern auch die Vordersitze sind beheizbar, was im Winter angenehm ist. Und auch optisch sattelt die Topausstattung noch ein wenig auf mit dem ledernen Lenkrad und Handbremsgriff, dem Dachhimmel in Schwarz und den hinten dunkel getönten Scheiben.

Wer weitere Extras bestellen möchte, muss nicht lange lesen, denn die Preisliste ist ähnlich kurz wie der Mii. Einer der interessantesten Posten ist für viele Garagenlader wohl die Wallbox-Ladestation Pulsar Plus, die immer über WLAN oder Bluetooth verbunden ist und mit 900 Euro zu Buche schlägt.

Und die Sicherheit im Test? Moderne Fahrassistenten, die Seat im moderneren Ibiza anbietet, stehen im Mii electric, weil der auf einer alten Plattform aufbaut, nicht im Angebot. Im ADAC-Bremstest stand der Blutsbruder des Mii electric, der e-up!, nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach 37,7 Metern. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest allerdings mit der Maximalwertung von fünf Sternen bewertet.

Zusammenfassung

Mit nur 3,56 Meter Länge, einem für die Länge guten Platzangebot, fünf Türen, einem unkomplizierten Handling, gut akzeptablem Komfort und seiner lokalen Emissionsfreiheit und Laufruhe ist der Seat Mii electric ein ideales Stadtauto. Der 83 PS starke Elektromotor hat die Fuhre gut im Griff, weil der Mii nicht mal die Hälfte eines großen, übergewichtigen Elektro-Nobel-SUV wiegt.

Ein gutes Langstreckenauto ist der Mii zwar nicht und auch keines mit viel Infotainment und Fahrassistenz, aber mit seinem Akku, der Reichweite und seinem Schnellladesystem ist sein Preis mittlerweile für Menschen, die ein Auto für die Stadt und den städtischen Umlandverkehr suchen, interessant geworden. Und noch interessanter wird der Seat Mii electric, wenn die staatliche Elektroprämie bei 6.000 Euro liegt. Denn die darf vom Einstiegspreis von knapp 21.000 Euro noch abgezogen werden – Lust auf ein Elektroauto bekommen?

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