Hyundai i10

Erwachsener Kleinwagen mit großem Kofferraum

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Geräumiger Innenraum
  • Großer Kofferraum
  • Komfortables Fahrwerk
  • Mäßiger Fahrspaß
  • Gefühllose Lenkung
  • Schwache Bremsen

9.990 € - 15.600 € Preisklasse

5 Sitze

4,6 - 5,9 l/100km

Test

Der Hyundai i10 zeigt sehr anschaulich, wie gut die Südkoreaner mittlerweile beim Bauen von Autos sind. Wurden die Passagiere beim Vorgänger noch mit den starken Wankbewegungen des hohen Aufbaus auf ihre Seetauglichkeit geprüft und musste das so wichtige ESP mit etwa 1.000 Euro dazubestellt werden, wirkt der aktuelle i10 im Vergleich dazu viel erwachsener.

Das in der Türkei gefertigte Minicar hat Platz für fünf Personen, kommt mit einem komfortablen Fahrwerk und fährt nicht nur die elektronische Stabilitätskontrolle serienmäßig auf, sondern bietet gegen Aufpreis, Facelift sei Dank, einen Spurhaltewarner und einen Frontkollisionswarner.

Solche Qualitäten haben wenig Kleinwagenhaftes und heben so den i10 von seinen Konkurrenten VW up!, Ford Ka+ und Renault Twingo ab.

Der i10 ist trotz seiner recht knappen Abmessungen von 3,67 Metern Länge, 1,66 Metern Breite und 1,50 Metern Höhe ein absolut vollwertiges Fahrzeug. Es heißt seine Passagiere mit serienmäßigen vier Türen willkommen und bietet einen sehr bequemen Einstieg.

Das Interieur

Im Innenraum angekommen, geht es bequem weiter. Die Vordersitze sind gut gepolstert, sorgen für ausreichend Halt und überzeugen mit separat einstellbaren Kopfstützen, die in dieser Fahrzeugklasse meist durch einteilige Rückenlehnen wegrationalisiert werden.

Die Rationalität ist eine Spezialität des Cockpits. Die Anzeigen der Instrumente sind scharf und gut ablesbar, alle Knöpfe und Schalter liegen in unmittelbarer Griffnähe. So lässt sich alles leicht bedienen.

Im Allgemeinen ist der Innenraum mit seinen vielen Ablagemöglichkeiten ordentlich verarbeitet und die zweifarbige Einrichtung gestaltet das Ambiente freundlich.

Zieht man auf die hinteren Sitze um, bemerkt man, dass auch hier ausreichend Kopf- und Beinfreiheit vorhanden sind. Vor allem zwei Personen reisen hier durchaus bequem mit, nur die Oberschenkelauflage hätte etwas länger ausfallen dürfen. Zu dritt wird es hinten jedoch ziemlich kuschelig.

Pluspunkte sammelt der kleine Hyundai im Fond mit seinen Fenstern, die sich ab der Trend-Ausstattung elektrisch versenken lassen. Bei den meisten seiner Konkurrenten gibt es hier nur ausklappbare Scheiben.

Der Kofferraum

Das gute Raumangebot setzt sich auch am Ende des Fahrzeugs fort. Der Hyundai packt 252 Liter weg und gehört damit zu den führenden Lasteseln in seiner Fahrzeugklasse. Selbst bei der LPG-Version, die einen zusätzlichen Autogastank mitschleppen muss, ist der Kofferraum mit 218 Litern ordentlich. Legt man die Rücksitzlehnen um, werden daraus ganze 1.046 Liter. Ein kleiner Wermutstropfen ist lediglich die recht hohe Ladekante, die 72 Zentimeter über dem Boden liegt.

Der Wohlfühlfaktor, der durch das großzügige Raumangebot und die gute Ergonomie im Innenraum bereits recht hoch ist, wird durch das komfortable Fahrwerk weiter gesteigert. Die Einheiten aus Federn und Dämpfern bügeln die Unebenheiten in der Straße ordentlich weg und kommen selbst bei voller Beladung nicht aus dem Tritt.

So eignet sich der Hyundai i10 auch für längere Fahrten, wobei sein natürliches Habitat wohl meist die Stadt bleiben wird. Dort hilft der kleine Wendekreis Schweißausbrüchen beim Einparken vorzubeugen.

Schweißperlen auf die Stirn bekommt man auch bei der Fahrdynamik nicht, dafür fehlt es schlicht an Dynamik. Der 1.008 kg schwere Südkoreaner begeistert sich wenig für schnelle Kurvenfahrten und beginnt früh über die kleinen 14-Zoll-Räder zu schubbern. Auch die Lenkung ist mit ihrer fehlenden Präzision und geringen Rückmeldung ein Grund, weshalb beim i10 der Fahrspaß meist vermisst wird. Sicher bleibt das Fahrverhalten aber zu jedem Zeitpunkt.

Beim i10 hat man die Wahl zwischen zwei Benzinern und einem Flüssiggasantrieb. Die Gänge werden entweder mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe oder einer Viergang-Automatik verwaltet.

Die Benziner

Der 1.0-Liter Dreizylinder mobilisiert 67 PS, von denen er jede einzelne braucht, um den kleinen Hyundai in Schwung zu bringen. Die 95,2 Nm Drehmoment, richtig gelesen: Komma zwei, beschleunigen den Südkoreaner zwar hörbar motiviert, aber mit nur wenig Beschleunigung. Spaß machen zumindest die präzise 5-Gang-Handschaltung und der recht sparsame Testverbrauch von etwa 6,0 Litern auf 100 Kilometer.

Nur etwas mehr, circa 6,6 Liter auf 100 Kilometer, verbraucht der 1.2-Liter Benziner mit 87 PS, bewegt den i10 aber deutlich souveräner. Zudem gefällt die Laufkultur des Vierzylinders auf Anhieb. Ob der Vierzylinder den Aufpreis gegenüber dem Triple rechtfertigt, bleibt jedoch fraglich.

Der Flüssiggasantrieb

Bei der LPG-Version behält der i10 seinen 40 Liter großen Benzintank und erhält unterstützend einen etwa 27 Liter großen Behälter für das Autogas. Zwischen den beiden Kraftstoffarten kann man mit einem einfachen Knopfdruck wechseln, wobei sich beim Vortrieb wenig Unterschied feststellen lässt. Klar, fährt man mit Flüssiggas, dann nimmt die Höchstgeschwindigkeit leicht ab und der Spurt von 0 auf 100 km/h ist um ein paar Zehntelsekunden langsamer, aber in der Praxis spürt man das kaum.

Die maximale Reichweite von 1.200 Kilometern spürt man hingegen auf jeden Fall und die Umwelt wird es einem danken, denn der Kohlenstoffdioxid-Ausstoß sinkt beim LPG-Antrieb im Vergleich zum reinen Benziner.

Vor dem Facelift wurde der Hyundai i10 dem Euro-NCAP-Crashtest unterzogen. Vier von fünf Sternen waren das Resultat, wobei es zur vollen Punktzahl nicht reichte, weil sich nach dem Aufprall eine der hinteren Türen nicht mehr öffnen ließ. Jedoch ist der Insassenschutz im Allgemeinen auf gutem Niveau.

Seit dem Facelift kann der i10 optional mit einem Spurhaltewarner und einem Frontkollisionswarner ausgerüstet werden. Nur die Bremsen packen nicht so vehement zu, wie man sich das wünschen würde. Immerhin zeigt die Bremsanlage eine kaum verminderte Leistung bei wiederholt starken Verzögerungen.

Das Preis-Leistungs-Kapitel kann man als eine Art Paradedisziplin des Hyundai i10 betrachten. Vorneweg wären da die fünf Jahre Garantie für den Kleinstwagen zu erwähnen.

Wer ein Auto sucht, das ihn einfach nur von A nach B bringen soll, der kann mit der günstigen Einstiegsvariante vorliebnehmen. Um Annehmlichkeiten wie elektrische Fensterheber vorne, eine Klimaanlage und ein Radio zu bekommen, ist ein Upgrade auf die Classic-Ausstattung notwendig.

Investiert man noch ein wenig mehr Geld, um sich den i10 mit der Trend-Linie zu holen, dann erhält man Highlights wie eine Sitzheizung vorne, ein beheizbares Lederlenkrad und die Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung serienmäßig.

Falls man sich im Trend noch nicht eine Fahrzeugklasse höher wägt, dann wird das spätestens im Style mit zusätzlichem LED-Tagfahrlicht, Nebelscheinwerfern, 14-Zoll-Leichtmetallrädern und der Bluetooth-Schnittstelle der Fall sein.

Zusammenfassung

Der Hyundai i10 fühlt sich nicht nur im Hinblick auf seinen Vorgänger erwachsener an, sondern auch im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten. Das Minicar ist in Bezug auf die Garantie, das Raumangebot und das komfortable Fahrwerk ein vollwertiges Fahrzeug.

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