Volkswagen up!

Trendiger Stadtflitzer mit guter Verarbeitung

8,1
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Gute Raumausnutzung
  • Unbeschwertes Handling
  • Gute Bremsen
  • Ein Minimum an Garantie
  • Träge Automatik
  • Teurer Elektromotor

9.975 € - 17.080 € Preisklasse

4 Sitze

4,1 - 4,6 l/100km

Test

Der VW up!, der nicht in Wolfsburg, sondern im Werk Bratislava gebaut wird, ist aus gutem Grund ein erfolgreicher Kleinwagen. Auf 3,54 Meter Länge und 1,64 Meter Breite bietet er ausreichend Platz für vier Insassen und Gepäck.

Diese gute Raumausnutzung der doch recht kleinen Abmessungen zum Einstiegspreis von fairen 9.975 Euro hat der up!, dessen Motoren 60 bis 90 PS leisten, vielen seiner Konkurrenten genauso voraus wie die Erdgasversion und den Elektroantrieb im e-up!.

Schon das Konzept bietet gute Voraussetzungen, für einen Kleinwagen, der nicht klein sein will. Der Motor ist vorne quer eingebaut und das Antriebskonzept der Frontantrieb. Die Karosserie baut aufrecht und der Radstand fällt mit 2,41 Metern verhältnismäßig lang aus. All das schafft Platz für Insassen und Gepäck.

Auf den vorderen Sitzen kommt man so gut unter wie in VW Polo und Golf. Auf den hinteren, wo nur zwei statt drei Personen Platz nehmen dürfen, deutlich beengter. Im Heck erwartet einen dann ein Kofferraum, der lediglich 29 Liter kompakter als der eines über 40 Zentimeter längeren Polo ausfällt.

Das Interieur

Gute Rundumsicht, gutes Raumgefühl, gute Kopffreiheit – so lässt sich der Innenraum des up!, den die großen Fensterflächen und kurzen Karosserieüberhänge übersichtlich machen, charakterisieren. Das Cockpit fällt, durchsetzt von Hartplastik und nacktem Blech, zweckmäßig aus: klar gegliedert, einfach zu bedienen.

Zu kritisieren gibt es natürlich auch etwas. Die Navibedienung und die Bluetooth-Schnittstelle überzeugen nicht ganz und den Tank mit dem Schlüssel zu verschließen, wirkt auch etwas von gestern. Im Sitzen scheiden sich die Geister. Die Polsterung ist bequem, weil straff gepolstert, aber gutes Sitzen hängt im up! von der Beinlänge ab. Für einige fällt die Sitzauflage zu kurz, für andere zu lang aus.

Zudem stören manchmal die hohen Kopfstützen beim Einparken. Auf der Rücksitzbank setzt sich das mit dem subjektiven Raumeindruck, weil der Mensch nun mal ganz unterschiedlich gebaut ist, fort. Der Zustieg fällt leicht, weil die Vordersitze nach vorne gleiten oder man empfindet alles als zu eng und wäre auf der Rücksitzbank auch am liebsten wieder eines: Kind.

Der Kofferraum

Mit 251 Litern bietet der Kofferraum, der auch mit dem Elektroantrieb im e-up! nicht schrumpft, viel Platz für einen Kleinwagen. Im Hyundai i10 kommen 252 Liter unter und im Renault Twingo nur 219 Liter. Wird die Rücksitzbank heruntergeklappt, wächst der Laderaum auf 959 Liter.

Die hohe Ladekante kann beim Einladen zum Hindernis werden. Dagegen ernten der ebene Laderaum und der in zwei Höhen anzubringende Laderaumboden nur Lob. Wie auch der umlegbare Beifahrersitz, der im up! zu einem fairen Aufpreis zu bestellen ist.

Der Volkswagen up! ist ungefähr so wendig wie kompakt. Ziemlich. Seine Kürze kürt den kürzesten Wolfsburger damit zum idealen Stadtwagen. Die Lenkung arbeitet präzise und verschafft dem Volkswagen einen im Stadtverkehr vorteilhaften Wendekreis von 9,8 Metern.

Die Federung wird, je nach Fahrergusto und Fahrsituation, unterschiedlich beurteilt. Von gut rückmeldend-straff bis komfortabel. Damit steckt im up!, der bei voller Beladung ausgewogener federt, auch eine Spur Reisetalent.

Eines von fünf Aggregaten füllt den Motorraum des up!. Zur Wahl stehen ein 1,0-Liter-Dreizylinder in drei Leistungsstufen und die ökologisch noch korrekteren Angebote, der Erdgasantrieb und der für einen Kleinwagen kostspielige Elektromotor im e-up!.

Die Benziner

Bei nur 926 Kilogramm Gewicht genügen 60 PS für die Grundversorgung. Schon mit 60 Pferdchen und dem Fünfgang-Schaltgetriebe geht es in der Stadt, wenn die Schaltempfehlungen außer Acht gelassen werden und stattdessen beherzt gedreht wird, erquicklich voran. Das Temperament verläuft sich erst auf Landstraßen und Autobahnen. Dort stellt sich der Basis-up!, der in 14,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt, öfter mal hinten an.

Der up! mit 75 PS erledigt das Gleiche in 13,2 Sekunden und läuft 171 statt 160 km/h. Trotzdem kann man sich diesen Motor, der 600 Euro Aufpreis kostet, sparen, weil er genauso wenig Drehmoment und Kraft produziert wie der schwächere Benziner (95 Nm). Und der Verbrauch? 4,4 bis 4,6 l/100 km laut VW, so sechs bis acht Liter Super die ehrliche Realität.

Will man mehr Leistung und Drehmoment kann man seit dem Facelift zum 90 PS starken 1,0-Liter-Turbobenziner greifen. Mit seinen 160 Nm beschleunigt er den up! willig und kommt auf 185 km/h Spitze. Lediglich etwas kultivierter könnte der Motor schon laufen.

Gekoppelt werden die Verbrenner optional mit dem automatisierten Fünfgang-Getriebe, das jedoch eher kein Kauf-Tipp ist. Leider lässt sich auch mit der Sparvariante BlueMotion (+ 400 Euro) und dem trotz 68 PS temperamentlosen Erdgas-up! (+ 3000 Euro) kaum sparen. Deren Mehrpreis amortisiert sich erst nach ungefähr 80.000 und 70.000 Kilometern Laufleistung.

Der Elektromotor

Ein sparsamer Dieselmotor tut in VWs up!-Klasse nicht Not, weil den, da er teurer käme, kaum einer bestellen würde. Den 82 PS starken Elektromotor bestellt auch kaum einer, was aber hauptsächlich etwas mit dem hohen Preis und fehlenden Stromtankstellen zu tun hat.

Schade, denn der Elektromotor entwickelt seine Kraft (210 Nm) früher als ein Dieselmotor, aus dem Stand. In 12,4 Sekunden beschleunigt der 1.229 Kilo schwere e-up! auf 100 km/h. Das Maximaltempo ist mit 130 km/h erreicht und die maximale Reichweite mit dem 18,7 kWh-Lithium-Ionen-Akku bei 160 km. Damit spart man viel Tankgeld, aber am Ende trotzdem nichts, denn für einen 26.900 Euro teuren e-up! kann man auch 2 ½ VW up! mit Benzinmotor bestellen.

Bremsen gut, Licht wohl nicht – Nicht nur einer, der den VW up! fuhr, beklagte sich über das Scheinwerferlicht. Dagegen ernten das sanft eingreifende ESP und der optionale City-Notbremsassistent, der das Fahrzeug bis zu einer Geschwindigkeit von 30 km/h autonom abbremst, nur Lob. Neu seit dem Facelift ist die Rückfahrkamera, die man sich dazubestellen kann.

Die sehr guten Bremsen sind ebenso lobenswert, die den up! bei einer Vollbremsung aus 100 km/h mit warmen Bremsen schon nach knapp 35 Metern stehen lassen. Im Euro NCAP-Crashtest erreichte der Kleine die große Wertung von fünf Sternen – vorbildlich.

Wer die aufgerufene Mindestsumme von 9.975 Euro in einen VW up! investiert hat, sitzt spartanisch. Das Basismodell take up! wird von Volkswagen ohne Handschuhfach und elektrische Fensterheber ausgeliefert.

In der nächsthöheren Version move up! gehen elektrische Fensterheber vorn, klappbare Rücksitzlehnen und ein Radio inklusive USB-Schnittstelle mit an Bord. In einem e-up!, der ab Werk mit Navigationssystem, Klimaautomatik sowie Sitz- und Frontscheibenheizung ausgeliefert wird, muss man sich weniger Gedanken um die Extras machen.

Von denen sind für den Basis-up! einige empfehlenswert: Die vier Türen, die den Zustieg oder das Anbringen des Kindersitzes erleichtern, eine Klimaanlage und die für gelegentliche Ladetouren gut nutzbare, weil den Laderaum verlängernde umklappbare Beifahrersitzlehne.

Wenn weitere 900 Euro zugezahlt werden, verlängert sich sogar die Garantie von zwei auf fünf Jahre und auf maximal 150.000 km Laufleistung. Toll, aber es geht auch besser: Für den Hyundai i10 kostet das Gleiche nichts und für den Picanto gibt Kia ohne Extrakosten sogar sieben Jahre Garantie.

Zusammenfassung

Ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis macht sich auch dann bezahlt, wenn ein Fahrzeug als Gebrauchter verkauft wird. Hier hat der VW up! gute Chancen, einen guten Preis am Gebrauchtwagenmarkt zu erzielen und schnell einen neuen Besitzer zu finden.

Da hat er Konkurrenten wie dem Fiat Panda, Peugeot 108, Renault Twingo oder Smart Forfour etwas voraus. Dem Seat Mii und Skoda Citigo jedoch faktisch nur ganz wenig. Beide sind de facto leicht getarnte Klone des VW up! – vielleicht ein Tipp, sich nicht nur bei Volkswagen, sondern auch bei den VW-Konzernmarken Seat und Skoda umzuschauen?

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