Suzuki e Vitara Testbericht

Der Suzuki e Vitara markiert Suzukis Einstieg in die Elektromobilität. Er überzeugt mit sehr gutem Verbrauch und soliden Fahrleistungen, wirkt aber innen etwas in die Jahre gekommen und bietet sehr wenig Platz.

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Wow-Wertung
6/10
Zuletzt aktualisiert am: 28/05/2026
Timon Werner-Pachmayr
Senior Online-Redakteur Test

Was gut ist

  • Solider Allradantrieb
  • Google Maps Darstellung im Digitalinstrument
  • Verschiebbare Rückbank

Was nicht so gut ist

  • Winziger Kofferraum
  • Veraltete Innenraumgestaltung
  • Langsames Betriebssystem

Suzuki e Vitara: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Unser Fazit zum Suzuki e Vitara

Der Suzuki e Vitara ist Suzukis erstes Elektro-SUV und markiert den Schritt in die Elektromobilität. Was sofort auffällt, ist der sehr gute Verbrauch: Unter 13 kWh/100 km im Stadtverkehr, im Mix bei etwa 16,5 kWh/100 km – das ist für ein SUV dieser Größe ordentlich. Optisch sieht er nach Geländewagen aus, klassisch und robust, aber im Innenraum merkt man deutlich, dass das Design schon etwas in die Jahre gekommen ist.

Solider Durchschnitt bei Reichweite und Laden

Die Reichweite liegt zwischen 346 und 428 Kilometern, die Ladeleistung ist mit maximal 150 kW gut, aber über die gesamte Ladekurve nur Durchschnitt und zudem nur mit der größeren 61-kWh-Batterie verfügbar.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis hinkt: Die Konkurrenz liefert zum gleichen Preis modernere Technik, größere Batterien und mehr Platz.

Der e Vitara wirkt wie ein E-Auto von vor 5–6 Jahren und erinnert an Modelle wie den VW e-Golf: Eine Verbrennerbasis wurde auf Elektro umgerüstet.

Kaum Kofferraum und wenig Platz

Denn beim Kofferraum zeigt sich, wo der e Vitara seine größte Schwäche hat: Der Ladeboden ist hoch, unter dem Boden gibt es kaum Stauraum, ein Frunk fehlt. Auf der Rückbank sitzt man recht hoch, die Kopffreiheit ist mit 1,75 m Körpergröße schon an der Grenze. Die Beinfreiheit ist in Ordnung, aber insgesamt merkt man dem Auto die Verbrenner-Basis an.

Ein Auto für Offroad-Light

Die Motorenleistung ist dank Allradantrieb gut nutzbar, der Durchzug ist ordentlich und der Suzuki wankt trotz seiner Höhe kaum. Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel, die Lenkung direkt, insgesamt fährt sich der e Vitara souverän, aber ohne echten Fahrspaß.

Die Mittelkonsole bietet Tasten für One-Pedal-Drive, Trail-Mode oder Bergabfahrt – das One-Pedal-Drive ist allerdings schwach, der Wagen rollt weiter, anstatt richtig zu bremsen.

Hard- und Software sind veraltet

Die Bedienung ist solide, Favoriten-Tasten lassen sich clever nutzen, Android Auto und Apple CarPlay funktionieren tadellos. Das interne Betriebssystem ist allerdings langsam und liefert kaum Funktionen.

Praktisch: Bei der Navigation über das Handy kann der Kartenausschnitt direkt im Digitalinstrument angezeigt werden – das beherrschen sonst kaum andere Autos.

Die Rückfahrkamera ist sehr niedrig aufgelöst, und die 360-Grad-Animation beim Einsteigen nervt eher, als dass sie hilft.

Insgesamt ist der e Vitara ein funktionales, solides Elektro-SUV für Menschen, die unbedingt einen Allradantrieb benötigen und bereit sind, dafür massive Kompromisse beim Platzangebot und der Software einzugehen.

Wie viel kostet der Suzuki e Vitara?

Der Preis für ein Suzuki e Vitara Lagerfahrzeug beginnt bei 36.488 € auf Carwow.

Mittlerweile hat der Suzuki starke Konkurrenz im Preisumfeld. Zum ähnlichen Preis gibt es den Skoda Elroq mit deutlich mehr Platz. Ähnlich kompakt wie der e Vitara bleibt der EV3, der dennoch mehr Kofferraumvolumen zur Verfügung stellt und eine viel größere Batterie besitzt.

Suzuki e Vitara: Reichweite und Ladedauer

Der Suzuki e Vitara wird mit zwei Batterieoptionen angeboten: 49 kWh und 61 kWh. Die WLTP-Reichweite liegt je nach Version zwischen 346 und 428 km, die Allradversion schafft bis zu 412 km. Im Alltag fällt die Reichweite spürbar geringer aus: Mit der kleinen Batterie sind rund 250 km auf der Autobahn realistisch, mit der großen etwa 300 km. Dank der serienmäßigen Wärmepumpe bleiben Reichweiten-Einbußen im Winter moderat.

Der Verbrauch im Alltag lag bei unseren Testfahrten im Mix bei etwa 16,5 kWh/100 km, im Stadtverkehr sogar teilweise unter 13 kWh/100 km – für ein kompaktes SUV dieser Größe mit Allradantrieb ordentlich.

Beim Laden zeigt sich der e Vitara durchschnittlich: AC-Ladung mit bis zu 11 kW bringt den kleinen Akku in rund 4,5 Stunden, den großen in etwa 5,5 Stunden voll. An Schnellladesäulen (DC) erreicht der 61-kWh-Akku bis zu 150 kW, wodurch eine zügige Ladung möglich ist.

Die Ladeleistung fällt allerdings recht linear ab, weshalb beim Ladevorgang von 10 auf 80% die Durchschnittsleistung nur etwas über 80 kW liegt.

Leistung und Fahrkomfort

Der Suzuki e Vitara ist in mehreren Motorisierungen erhältlich, die genug Leistung für den Alltag bieten. Die Basisversion fährt mit einem Frontmotor mit 106 kW (144 PS), die Variante mit größerem Akku leistet 128 kW (174 PS), während das Allradmodell auf insgesamt 135 kW (183 PS) kommt. Beim Allradmodell unterstützt ein 48-kW-Heckmotor den Frontmotor, wodurch die Leistung gut auf die Straße gebracht wird.

Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei allen Varianten bei 150 km/h – für längere Strecken ausreichend, beim Überholen auf der Autobahn aber eher moderat. Das Allradmodell beschleunigt von 0 auf 100 km/h in 7,4 Sekunden, der Frontantrieb mit 174 PS benötigt 8,7 Sekunden, die Einstiegsversion 9,6 Sekunden. Trotzdem fühlt sich der e Vitara im Alltag keineswegs lahm an – der Durchzug ist dank Allradantrieb gut nutzbar.

Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel und straff genug, um trotz der SUV-Höhe souverän durch Kurven zu fahren. Die Lenkung ist nicht sportlich, aber ausreichend direkt, vermittelt ein sicheres Gefühl und bleibt auf der Autobahn stabil. Die Federung schluckt Unebenheiten gut, wobei bei schnelleren Landstraßenfahrten leichte Seitenneigungen auftreten. Die Fahrmodi „Eco“, „Normal“ und „Sport“ bringen nur marginale Unterschiede.

Der Elektromotor arbeitet fast geräuschlos, lediglich Windgeräusche sind bei höheren Geschwindigkeiten spürbar.

Für verschiedene Straßenverhältnisse zeigt der e Vitara Flexibilität: Auf befestigten Straßen und Autobahnen ist er ruhig und komfortabel, die Allradversion bewältigt leichtes bis mittleres Gelände souverän. Das Kraftverteilungssystem passt sich clever an die Fahrbahn an, sodass auch rutschige oder matschige Abschnitte kein Problem darstellen – echte Offroad-Abenteuer jenseits von leichten Trails sind allerdings nicht drin.

Die Mittelkonsole bietet One-Pedal-Drive, Trail-Mode und Bergabfahrkontrolle. Das One-Pedal-Drive bremst den Wagen allerdings nur leicht, man muss selbst aktiv bremsen.

Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit

Der Suzuki e Vitara misst 4,28 Meter in der Länge, ist 1,80 Meter breit und 1,64 Meter hoch, bei einem Radstand von 2,70 Metern. Auf den ersten Blick wirkt das kompakt und ausreichend für Alltag und Stadtverkehr, doch die Praxis zeigt die Schwächen deutlich. Während vorne das Platzangebot in Ordnung ist, die Ablagen clever verteilt und die erhöhte Sitzposition eine gute Übersichtlichkeit bietet, sieht es hinten deutlich enger aus. Die Rückbank sitzt hoch, die Kopffreiheit ist mit 1,75 m Körpergröße bereits ausgereizt, die kleinen Fenster und die Dachlinie schränken das Raumgefühl zusätzlich ein.

Der Kofferraum ist das größte Manko des e Vitara: Der Ladeboden ist hoch, unter ihm gibt es kaum Stauraum, ein Frunk fehlt komplett. Selbst mit verschiebbarer Rückbank liegen die nutzbaren 244 bis maximal 310 Liter weit hinter dem, was andere Modelle dieser Klasse bieten. Die 60:40-umklappbare Rückbank erweitert den Stauraum, ändert aber nichts am hohen Ladeboden und der beengten Raumwirkung.

Praktisch ist der Vitara nur bedingt: Die erhöhte Sitzposition und die Einparkhilfen inklusive Rückfahrkamera und optionaler 360°-Kamera erleichtern das Rangieren, doch die 360°-Animation beim Einsteigen ist eher nervig als hilfreich.

Für wen ist der Suzuki e Vitara geeignet?

Der e Vitara ist eigentlich nur für Kaufende interessant, die zwingend einen Allradantrieb benötigen und bereit sind, dafür massive Kompromisse beim Platzangebot und der Alltagspraxis einzugehen. Wer regelmäßig Kinder, Gepäck oder größere Einkäufe transportiert, stößt hier schnell an die Grenzen. Für alle anderen Elektro-SUV-Interessierten gibt es deutlich geräumigere Alternativen mit modernerem Innenraum und flexiblerem Kofferraum.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Bereits die Basisversion des Suzuki e Vitara punktet mit einer recht umfangreichen Serienausstattung, doch der Innenraum wirkt insgesamt etwas in die Jahre gekommen und wenig modern. Das 10,25-Zoll-Kombiinstrument ist klar und gut ablesbar, das 10,1-Zoll-Multimedia-Display übernimmt die Infotainment-Funktionen. Das Betriebssystem selbst ist jedoch eher einfach und langsam, Funktionen sind begrenzt. Dafür funktioniert kabelloses Apple CarPlay und Android Auto einwandfrei, und ein cleveres Alleinstellungsmerkmal ist, dass der Kartenausschnitt bei Navigation direkt im Digitalinstrument angezeigt werden kann – ein Feature, das sonst kaum ein anderes Auto beherrscht.

Mit der 61-kWh-Batterie kommt mehr Reichweite, dazu kommen außerdem Sitzheizung, Lenkradheizung und beheizbare Außenspiegel. Die Frontscheibenheizung sorgt im Winter für mehr Komfort, die Warmluftführung nach hinten trägt ebenfalls dazu bei. Die Top-Ausstattung ergänzt luxuriöse Features wie 19-Zoll-Alufelgen, Glasdach, elektrisch verstellbaren Fahrersitz mit 10-Wege-Einstellung, Lordosenstütze und das Infinity-Premium-Soundsystem mit acht Lautsprechern und Subwoofer. Auch die 360°-Kamera und der adaptive Fernlichtassistent erleichtern das Rangieren und erhöhen die Sicherheit.

Die Materialien sind solide und funktional, aber viele Kunststoffe, insbesondere auf Mittelkonsole, Lenkrad und Armlehnen, wirken billig, glänzen stark und sind anfällig für Fingerabdrücke oder Kratzer. Die Kabine fühlt sich trotz guter Verarbeitung insgesamt eher pragmatisch als hochwertig an.

Praktisch ist die verstellbare Rückbank, die variablen Sitz- und Ablagemöglichkeiten sowie die durchdachten Ablagen und Cupholder, die den Alltag erleichtern. Aber der e Vitara bleibt insgesamt ein funktionales, solides Elektro-SUV, das clever ausgestattet ist, aber beim modernen Innenraumdesign und bei der Materialanmutung hinter der Konkurrenz zurückbleibt.

Sicherheit und Assistenzsysteme

Der Suzuki e Vitara erhielt im Euro NCAP Crashtest bloß 4 von 5 Sternen. Im Detail lag das an einer Bewertung von 77 % für erwachsene Insassen, 85 % für Kinder, 79 % für gefährdete Verkehrsteilnehmer und 72 % für Assistenzsysteme.

Das Fahrzeug bietet serienmäßig Front-, Seiten- und Knieairbags, Isofix-Halterungen sowie einen Gurtwarner. Die AEB-Systeme reagieren zuverlässig auf andere Fahrzeuge, Fußgänger und Radfahrer, bieten jedoch keinen Schutz bei Dooring-Unfällen und nur eingeschränkten Schutz für rückwärtige Personen. Lane Assist und Müdigkeitswarnung ergänzen die Sicherheitsfeatures. Insgesamt ist der e Vitara für ein kompaktes Elektro-SUV solide abgesichert, ohne dass er in puncto aktive Assistenzsysteme Maßstäbe setzt.

Zuverlässigkeit und Probleme

Der Suzuki e Vitara wird mit einer standardmäßigen Neuwagengarantie von drei Jahren geliefert. Darüber hinaus bietet Suzuki eine achtjährige Garantie auf die Batterie.

Rückrufe gab es in den vergangen Jahren für den Vitara wenige, die oft nur das Verbrenner-Modell betrafen und von denen der e Vitara insofern verschont blieb.

Suzuki e Vitara FAQs

Der Suzuki e Vitara wurde bereits vorgestellt und soll ab Herbst 2025 erhältlich sein.

Der exakte Preis des Suzuki e Vitara ist noch nicht bekannt. Vermutlich beginnt der Listenpreis für das Basismodell ab etwa 31.000 €.

Mit dem Suzuki e Vitara bringt die Marke ihr erstes Elektroauto auf dem Markt, das vermutlich ab Herbst 2025 erhältlich sein wird.

Der Suzuki e Vitara wird in einem Werk in Indien produziert. Das gleiche Werk fertigt auch das baugleiche Modell, den Toyota Urban Cruiser. Die Produktion des e Vitara erfolgt dort im Rahmen einer Kooperation zwischen Suzuki und Toyota.

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