Nissan Micra

Kompaktes Stadtauto für kleines Geld

7,1
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Fünf Türen serienmäßig
  • Kompaktes Format
  • Gutes Handling
  • Schwachbrüstige Motoren
  • Mäßiger Sitzkomfort
  • Hohes Geräuschniveau

12.990 € - 21.990 € Preisklasse

5 Sitze

3,7 - 5,1 l/100km

Test

Der Micra hat bei Nissan eine gute, nun schon seit über drei Jahrzehnten währende Tradition. In seiner ersten Generation wirkte er noch eher zweckmäßig. Dann in seiner zweiten und dritten Auflage eroberte der japanische Kleinwagen mit seinem süßen Blick die Frauenherzen. Die vierte Generation, präsentiert im Jahr 2015, wurde als sogenanntes „Weltauto“ konstruiert. Eine Entwicklerstrategie, die mal gut funktioniert und mal nicht so.

Ein Stadtauto muss vor allem kompakt und wendig sein. Der Micra ist beides und er steht im harten Wettbewerb mit Kleinwagen wie dem VW up!, Opel Karl, Toyota Aygo, Kia Picanto, Renault Twingo oder Seat Mii. Mit einer Länge von 3,83 Metern passt der Micra noch in Parklücken, an denen Fahrer von größeren Kleinwagen wie VW Polo (3,97 Meter), Ford Fiesta (3,97 Meter) oder Opel Corsa (4,02 Meter) vorbeifahren müssen.

Zudem ist sein Einstiegspreis für Menschen, die nicht so viel Geld für ein neues Auto ausgeben wollen oder können, attraktiv. Ein Preis von knapp über 10.000 Euro macht den Nissan Micra mit seinen fünf Sitzplätzen und fünf Türen zu einem fairen Angebot.

Ob die Strategie “Weltauto” der Entwickler für den Nissan Micra aufgeht und was der Kleinwagen so an Platz, Kofferraum, Motoren, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat, das zeigen wir in den folgenden Absätzen.

Im Kleinwagen kollidieren die guten Absichten der Entwickler ganz automatisch. Zum einen soll der Kleine gut zu parken sein, zum anderen im Innenraum und Kofferraum möglichst groß ausfallen.

Das Interieur

Im Micra erfüllt sich so einiges von dem, was man sich von einem Kleinwagen wünscht. Die Platzverhältnisse auf den hinteren Plätzen, die man dank der hinteren Türen gut erreicht, gehen für einen Kleinwagen, in dem naturgemäß besser Kinder als Erwachsene auf der Rückbank sitzen, in Ordnung. Das Raumgefühl ist dank der großen Scheiben gut und die fünf Türen kosten nichts extra.

An der Bedienung gibt es nicht viel zu mäkeln, weil wenige Schalter intuitiver zu bedienen sind als zu viele. Dass die Güte der Kunststoffe nicht zu den Besten gehört, hat etwas mit dem günstigen Preis zu tun – fürs Wasser zahlen und Champagner trinken, das funktioniert auch hier nicht.

Vorne sitzt man relativ hoch, was das Beste für den Rücken ist, aber viel Seitenhalt und Bequemlichkeit bieten die Sitze nicht. In einem japanischen Kleinwagen ist das allerdings nichts Neues, denn hier fallen die Vordersitze nicht selten kompakt und von der Sitzfläche kurz aus. So ist es auch hier. Zumindest empfindet man das als langbeiniger Fahrer so. Die Polsterung ist ebenfalls nicht sehr komfortabel ausgefallen.

Und weil der Sitzkomfort nur mäßig ist, fühlt man sich mit dem Nissan Micra in der Stadt wohler als auf der Reise. Wen wundert es? Dafür wurde der Micra in Japan, wo die Straßen oft sehr schmal ausfallen, auch gebaut.

Der Kofferraum

Der Kofferraum ist im Micra nicht mickrig, sondern überbietet den einiger Kontrahenten recht deutlich. Die Gepäckabteile eines Hyundai i10 oder Renault Twingo nehmen 252 und 219 Liter auf. Im Micra liegt das Volumen bei 265 Litern.

In einem VW up! kommt mit 251 Litern zwar annährend so viel unter wie im Micra, aber bei heruntergeklappter Rückbank mit 951 Litern doch deutlich weniger als im Nissan mit 1.132 Litern. Zudem stört beim up! die hohe Ladekante, die beim Micra schön niedrig ausfällt.

Kurz kommt gut in der City. Die Fahrzeuglänge, die Lenkung und der Wendekreis entscheiden darüber, wie handlich sich ein Kleinwagen beim Rangieren, Zirkeln und Parken in der engen Innenstadt anfühlt. Der Micra fühlt sich hier gut an.

Die elektrische Lenkung arbeitet zwar nicht sonderlich präzise, aber ermöglicht nichtsdestotrotz ein leichtfüßiges Handling. Der Wendekreis fällt mit 9,3 Metern so kompakt aus, dass auf der Straße zumeist mit einem Zug gewendet werden kann und sich das Fahrzeug spielerisch in die Parklücke manövrieren lässt.

Einparken ist nicht jedermanns Sache. Auch dafür bietet der Micra eine Lösung. Mit dem sogenannten Parkguide geht das Einparken leichter von der Hand: Zwei seitliche Sensoren sondieren bei langsamer Vorbeifahrt mit bis zu 25 km/h die möglichen Parklücken. Reicht deren Länge für einen Micra plus etwas Platz davor und dahinter, wird es im Display angezeigt.

Das Fahrwerk bietet, egal ob unbeladen oder beladen, einen durchschnittlichen Komfort. Flink lässt sich damit fahren, aber nicht sonderlich sportlich, da der hohe Aufbau dann für Unruhe im Fahrgeschäft sorgt. Auch die Autobahn gehört nicht zum Hauptrevier des Micra.

Mit höheren Geschwindigkeiten steigt das bei mittlerem Tempo noch angenehme Geräuschniveau. So richtig schnell fährt man in einem Micra auch eher selten, was ebenso mit dem Motor zu tun hat.

Die Geschichte über die Micra Motoren ist schnell erzählt: Zwei Benziner-Motoren und zwei Getriebevarianten stehen zur Wahl.

Die Benziner

Zwei Versionen des 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziners kommen im Motorraum zum Einsatz. Die 80 PS starke Variante des 1,2-Liter-Motors entwickelt ihr schwachbrüstiges maximales Drehmoment von 110 Newtonmetern erst reichlich spät bei 4.000 Umdrehungen. Viel Temperament darf man da nicht erwarten. Mit der CVT-Automatik dauert es 14,5 Sekunden bis Tempo 100 erreicht ist und noch ein ganzes Stück länger bis zur Höchstgeschwindigkeit von 161 km/h.

Mit dem Fünfgang-Schaltgetriebe geht es mit 13,7 Sekunden und 170 km/h etwas flotter voran. Mit dem stärkeren Benziner ebenso. Der 98 PS starke 1,2-Liter, der mit der Kompressoraufladung und 147 Newtonmetern nicht entscheidend mehr Durchzug bieten kann, beschleunigt mit dem Schaltgetriebe und der Automatik in 11,3 und 11,8 Sekunden von 0 auf 100. Bei 175 und 180 km/h ist das Maximaltempo erreicht.

Der Verbrauch fällt bei rund einer Tonne Gewicht niedrig aus. Der stärkere Motor verbraucht sogar weniger als der schwächere. In Kombination mit dem Schaltgetriebe konsumiert der Micra 1.2 nach der Werksangabe 5,4 l/100 km und in Kombination mit der CVT-Automatik 5,0 Liter Super. Der Verbrauch des 1.2 DIG-S fällt mit 4,3 und 5,0 l/100 km noch niedriger aus.

Dreht man den drehzahlbedürftigen Motor, der erst bei 4.400 Touren seine volle Portion Pferdestärken aufbietet, kräftig, konsumiert er schon mal einen guten Liter mehr als die Werksangabe.

Die Grundsicherung ist im Micra mit dem Fahrer- und Beifahrer-Airbag, Seiten- und Kopf-Airbags sowie ABS und ESP mit an Bord. Viel mehr nicht.

Der Parkguide unterstützt den Fahrer beim Parken und der Bremsassistent im Notfall bei einer Vollbremsung, was bei den ziemlich durchschnittlichen Bremsen für mehr Sicherheit sorgt. Ansonsten glänzen die Assistenzsysteme im Micra eher durch Abwesenheit.

Im ADAC-Bremstest kam der Nissan Micra nach einer Vollbremsung aus 100 km/h erst nach 40,5 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Der Micra wird von Nissan in den vier Ausstattungsvarianten Visia First, Acenta, N-tec und Tekna angeboten.

Dem Micra Visia First fällt die Rolle des Lockvogels zum niedrigen Einstiegspreis zu. Das spürt man im karg ausstaffierten Einstiegsmodell. Seine Ausstattung umfasst Stahlfelgen, elektrische Fensterheber vorne und eine Zentralverriegelung.

Der Micra Acenta ist die beliebteste Ausstattungslinie, weil hier die manuelle Klimaanlage und das CD-Radio mit Bluetooth-Schnittstelle, AUX- und USB-Eingängen, die 15-Zoll-Leichtmetallfelgen, Nebelscheinwerfer und der höhenverstellbare Fahrersitz ebenso inklusive sind wie die elektrisch einstellbaren Außenspiegel, das Lederlenkrad, der Tempomat, die 60:40 teilbare Rückbanklehne und der beleuchtete Kofferraum.

Der Micra N-tec ist von außen an den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, den elektrisch einklappbaren Außenspiegeln und Türgriffen in einem satinierten Silberton zu erkennen und innen an der Mittelkonsole im Klavierlack-Finish. Ebenso zählen die Klimaautomatik, der Bordcomputer, das über den Touchscreen bedienbare Infotainmentsystem NissanConnect, der Parkguide, die hinteren Parksensoren, die Fahrlichtautomatik, der Regensensor und die Sitzheizung zur Serienausstattung.

Das Topmodell Micra Tekna ist darüber hinaus mit einem Panorama-Glasdach, dem Intelligent Key und Polsterstoff mit doppelten Nähten ausgestattet.

Die Liste an weiteren Extras fällt kurz aus. Das Comfort Plus-Paket für den Acenta beinhaltet die Klima- und Fahrlichtautomatik, den Regensensor und die Sitzheizung für die Vordersitze. Zum Technology-Paket gehören NissanConnect und der Parkguide.

Zusammenfassung

Das mit dem Weltauto gelingt mal wieder nicht ganz, denn Weltauto-Sein heißt: überall daheim zu sein, aber nirgends zuhause. Der eher für Japan als Deutschland konstruierte Nissan Micra leistet sich bei den Sitzen und den Motoren einige Schwächen. Die Verarbeitung wirkt, obwohl 2015 verbessert, teils von gestern. Kein Wunder ist es daher, dass der neue Nissan Micra schon in den Startlöchern steht und sich deutlich vom aktuellen Modell unterscheiden soll. Er kommt 2017 auf den Markt.

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