Fiat Qubo Test

Funktionales Allzweckmobil mit viel Platz auf kleiner Grundfläche

7/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Viel Platz
  • Praktische Schiebetüren
  • Variabler Laderaum
  • Hinten nur Klappfenster
  • Hohes Geräuschniveau
  • Karges Basismodell

13.410 € - 20.910 € Preisklasse

5 Sitze

4,5 - 7,8 l/100km

Test

Quadratisch, praktisch, Qubo! Der Fiat Qubo gehört wie der Skoda Roomster, Dacia Logan MCV oder Renault Kangoo zu den praktischen Kombiwagen zum fairen Preis. In der Stadt nimmt der vier Meter lange Qubo  etwa so wenig Fläche ein wie ein VW Polo, aber im luftigen Inneren hat er als Hochdachkombi weitaus mehr Platz für sperriges und hohes Gepäck zu bieten.

Platz genommen: Der Kopfraum des Fiat Qubo ist ein Nirvana für Sitzriesen. Die breite und tiefe Windschutzscheibe sorgt für einen Panoramablick nach vorne und die tiefen Seitenscheiben für gute Übersicht zur Seite hin. Die Vorteile der serienmäßigen zwei Schiebetüren, rechts und links hinten, lernt man im rauen Familienalltag schnell schätzen.

Die Schiebetüren lassen sich, im Gegensatz zu konventionellen Türen, vom Nachwuchs in engen Schrägparkbuchten nicht mehr ins Blech des Nebenparkers rammen – schon mal ein Pluspunkt und erwachsenenfreundlich.

Um die Belüftung ist es im Fond nicht ganz so gut gestellt mit den simplen Klappfenstern. Und das Gepäck? Nach dem Umlegen der Rückbanklehnen tut sich vor dem Bepacker eine völlig ebene, breite und vor allem hohe Ladefläche im als Trekking stramme 1,81 Meter hohen Qubo auf.

Bei noch mehr Ladebedarf lassen sich die Rücksitze ausbauen. In Litern ausgedrückt ist das Ladeabteil dann bis zu 2.500 Liter groß und in Laderaumlänge bis zu 2,5 Meter lang. Die Ladekante baut schön niedrig. Nur bei der Zuladung muss man die Grenzen des leichten und nicht übermäßig potenten Fiat Qubo respektieren.

Bei so viel Praxistauglichkeit, die der Qubo vom Transporter erbte, ist klar: Ihn gibt es nur ohne Sportabzeichen. Das Fahrwerk verleitet nicht zu sportlicher Fahrweise. Die Motoren auch nicht. Sie leisten bis zu 95 PS und können mit Benzin, Diesel und Gas betrieben werden.

Quadratisch, praktisch, gut? Wie steht der Fiat Qubo im Test den Alltag? Welcher Motor und welche Ausstattung passt? Weitere Antworten in der Kaufberatung.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 3,96 Meter (Trekking: 3,97)
Breite 1,72 Meter
Höhe 1,74 Meter (Trekking: 1,81)
Kofferraumvolumen 330 bis 2.500 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.255 bis 1.365 Kilogramm
Zuladung 385 bis 435 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.690 bis 1.750 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
600 Kilogramm / 1.000 Kilogramm

Das Motorenangebot im Fiat Qubo ist von der Zahl der Motoren nicht groß, aber bei der Wahl des Kraftstoffs herrscht ungeahnte Freiheit zwischen Benzin oder Diesel im Tank oder Benzin und Gas in zwei Tanks. Den schwächeren Dieselmotor erhält man sogar mit Automatikgetriebe.

Die Benziner

Im Fiat Qubo kommt ein 1,4-Liter-Benziner mit 77 PS zum Einsatz. Der bekommt mit knapp 1,3 Tonnen Gewicht allerhand zu tun und verbraucht daher auch nicht so wenig. 6,9 Liter/100 Kilometer, sagt Fiat. Mit rund eineinhalb bis zwei Liter Super mehr sollte man rechnen.

Im Vergleich zum reinen Benziner verbessern sich Reichweite und Kostenbilanz im Qubo 1.8 V Natural Power. Zusätzlich zu den 45 Litern Benzin dürfen 13,2 Kilogramm günstiges Erdgas getankt werden (Fahrleistungen im Gasbetrieb in den technischen Daten in Klammern).

Die Diesel

Zwei Turbodiesel mit 1,3 Liter Hubraum in den Leistungsstufen 80 oder 95 PS stehen im Angebot. Der stärkere Motor ist die etwas dynamischere Wahl, der schwächere auch mit dem automatisierten Schaltgetriebe DualogicTM lieferbar. Das kostet allerdings nicht nur 1.300 Euro Aufpreis, sondern den hubraumschwachen Diesel das letzte Temperament.

Gleiten mit etwa 1.500 Touren und zufriedenem Säuseln passt gut zum Charakter des Fiat Diesel. Hohe Drehzahlen dagegen müssen, egal ob mit 80 oder 95 PS, nicht sein, weil der 1.3 Multijet Diesel dann brummt, laut wird und die Kraft langsam, aber deutlich verebbt. Mit bis zu 167 km/h Spitze ist man im Qubo Diesel ausreichend flott unterwegs. Nicht als der Flotteste auf der Autobahn, aber auch nicht als der Langsamste.

1.4 8V 1.3 16 V Multijet 1.4 8V Natural Power
Hubraum [ccm] 1.368 1.248 1.368
Leistung [PS] 77 80/95 77 (70)
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 5-Gang-Schaltgetriebe
0-100 km/h [s|
Vmax [km/h
14,7 | 155 13,9/11,9 | 161/167 15,9 (17,5)| 155 (149)
Kraftstoff Benzin Diesel  Benzin/Gas

Zur Wahl stehen im Fiat Qubo die drei Ausstattungslinien Pop, Lounge und Trekking.

Qubo Pop

Der Qubo Pop hat den günstigsten Preis, aber im Sommer fehlt der Ausstattungslinie noch etwas wichtiges: Die Klimaanlage, die sich aber für 1.200 Euro bestellen lässt.

Ansonsten verfügt das Basismodell nur über das Nötigste zum Fahren: Neben dem ESP und der Berganfahrhilfe über eine Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung (Verriegelung in Fahrt) und elektrische Fensterheber vorn. Musik steckt noch nicht drin. Die Radiovorbereitung ist zwar Serie, aber nicht die Dachantenne und Lautsprecher.

Qubo Lounge

Im Qubo Lounge stecken die manuelle Klimaanlage und Musik drin. Zum 5-Zoll-Touchscreen-Infotainment, das teilweise über die Tasten am Multifunktionslenkrad gesteuert werden kann, gehören das MP3-Radio, die USB/AUX-IN-Anschlüsse, die Audiostreaming-Option und die Bluetooth-Schnittstelle.

Die in Wagenfarbe gehaltenen Außenspiegel lassen sich elektrisch verstellen und beheizen. Die Nebelscheinwerfer zählen ebenso zum Ausstattungsumfang wie der höhenverstellbare Fahrersitz, der sogar über eine elektrische Lordosenstütze verfügt, die Mittelarmlehne zwischen den Vordersitzen und die im Verhältnis 60:40 asymmetrisch umklappbare Rücksitzbank.

Qubo Trekking

Den Qubo Trekking erkennt man an dem silber-satinierten Unterfahrschutz, den dunkel getönten Seiten- und Heckscheiben, den Seitenzierleisten mit Trekking Logo und der Dachreling. Für bessere Traktion auf glatter Fahrbahn sorgen die M+S-Reifen auf den 15-Zoll-Felgen und die elektronische Traktionskontrolle Traction+. Und ganz hinten im Laderaum findet sich im Topmodell auch noch eine abnehmbare, akkubetriebene Taschenlampe.

Und die empfehlenswerten Extras? Für die Dieselversionen des Fiat Qubo empfiehlt sich das Komfort Plus Paket, das für 700 Euro zusätzlich die beim Rangieren helfenden Parksensoren hinten, die im Winter angenehme Sitzheizung vorn und den auf Langstrecke bequemen Tempomat beinhaltet.

Zusammenfassung

Der Alltag von Menschen, die viel zu transportieren haben, ist sein Revier. Der Qubo von Fiat ist mit seinem hohen Raumvolumen, seinem variablen Kofferraum und seinen Schiebetüren ein praktisches Familienauto und guter Transporter. Man kann kritisieren, dass moderne Fahrassistenten fehlen, aber deren Fehlen ist auch ein Grund dafür, dass Fiat den Qubo so günstig anbieten kann.