Opel Zafira

Optionaler Siebensitzer mit reichlich Platz

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Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Großes Platzangebot
  • Bis zu sieben Sitze
  • Gelungenes Fahrwerk
  • Kein umklappbarer Beifahrersitz
  • Windgeräusche bei hohem Tempo
  • Viele Assistenten optional

23.650 € - 35.800 € Preisklasse

5 Sitze

4,1 - 9,2 l/100km

Test

Die meisten Familienväter stellen sich mindestens einmal im Leben eine Grundsatzfrage: Unser Kompakter reicht nicht mehr, und was nun? Wir brauchen richtig viel Platz und einen vielfältig nutzbaren Innenraum.

Einen Kombi kaufen? Vergessen Sie es, es gibt passenderes. Ein SUV? Das passt in die Zeit, aber meistens nicht soviel herein. Einen Bus? Der bietet locker sieben Plätze, viel Platz für die Koffer und dazu die Aura des Handwerks. Drei Mal überzeugt Sie das nicht. Deshalb lesen Sie hier über einen sehr gelungenen und ausgereiften Van von Opel aus Rüsselsheim.

Vans sind heute zwar nicht mehr so populär wie vor zwanzig Jahren, aber sie bieten weiterhin ein überzeugendes Raumkonzept. In einem Opel Zafira kommen sieben Passagiere unter. Unter dem hoch verlaufenden Dach und auf der niedrigen Ladekante lässt sich hoch und bequem einpacken.

Und gegenüber seinen Konkurrenten, dem Ford Grand C-MAX, VW Touran und den noch etwas geräumigeren Vans Ford Galaxy und VW Sharan, schlägt sich der Opel Zafira ziemlich gut.

Aus einem sehr guten Van wurde im Jahr 2016 ein noch besserer. Der Opel Zafira erhielt nach knapp vier Jahren Bauzeit ein Facelift. Man veränderte die Front und das Heck, sorgte für einen feineren Geräuschkomfort und man verbesserte genau das, was die Meisten am meisten am Opel Van nervte: Die Bedienung.

Viel mehr als die Bedienung musste auch nicht verändert werden, denn der Zafira gefiel schon im Jahr 2011 bei der Präsentation der dritten Generation mit seinem umfangreichen Platzangebot (bis zu sieben Sitze, bis zu 1.860 l Kofferraum), reichem Motorenangebot (bis zu 200 PS Leistung) und seinen wohl ausgewogenen Fahreigenschaften. Seit dem Facelift wirkt vieles noch ausgereifter.

Was der Opel Zafira an Motoren, Sicherheit und Ausstattung zu bieten hat und was nicht, … das zeigt sich, wenn man sich mit seinen vielen guten Eigenschaften und wenigen Schwächen ausführlicher auseinandersetzt.

Der Opel Zafira bietet ein überzeugendes Konzept mit drei variablen Sitzreihen, mit bis zu sieben Plätzen und einer Bedienbarkeit, die seit dem 2016er Facelift nicht mehr zu seinen Schwächen zählt. Also alles paletti? Fast.

Das Interieur

Nach dem Einstieg ist das Raumgefühl wegen der großen Scheiben und der lichten Weite des Innenraums großartig. Das Cockpit wirkt hochwertig verarbeitet, die Instrumente klar gezeichnet und an der Bedienung, die wie in allen neueren Modellen von Opel dank des 7-Zoll-Touchscreens mit weniger Schaltern als früher auskommt, gibt es nichts mehr groß auszusetzen.

Der Gesamteindruck ist damit positiv. Auch beim Sitzen. Das Konzept der zwei hinteren variablen Sitzreihen, die man herunterklappen, verschieben und im Wagenboden versenken kann, macht den Zafira so praktisch. In Reihe zwei befinden sich drei Einzelsitze statt einer durchgehenden Sitzbank.

Damit lässt sich der Siebensitzer – fünf Sitze plus zwei engere Klappsitze dahinter – dank der klappbaren Lehnen und der seitlich verschiebbaren Sitzkissen auch flott zum Sechssitzer umbauen, was dann der Bein- und Schulterfreiheit hinten zugute kommt.

An Ablagen – minimal 24! – herrscht Üppigkeit. Das raffinierte dreistöckige Schienen-Ladesystem zwischen Fahrer- und Beifahrersitz (Serie im Zafira Edition) lässt sich ähnlich variabel wie der Kofferraum mit denen um 14 Zentimeter einzel verschiebbaren Mittelsitzen gestalten.

Der Kofferraum

Praktisch sind die große Luke und die niedrige Ladekante. Der Laderaum ist über ein Meter breit und das Ende des Laderaums liegt 65 Zentimeter über dem Boden bequem niedrig. Das Laderaumvolumen fällt im 5-Sitzer (710 – 1.860 Liter) geringfügig größer aus als im Zafira 7-Sitzer (152 – 1.792 Liter).

Mit der verschiebbaren Rückbank lässt sich entweder die Beinfreiheit oder die Länge der Kofferraumfläche variieren. Bei Fünfsitzer-Konfiguration zwischen 0,95 und 1,09 Metern. Werden alle fünf Sitze im Fond flach gelegt, fällt die ebene Ladefläche bis zu 1,84 Meter lang aus.

Alles paletti? Fast. Nur die umlegbare Beifahrersitzlehne, die die Ladefläche auf der rechten Seite verlängert, befindet sich nicht im Angebot. Schade, VW bietet sie im Touran an.

Der Zafira zeigt nicht nur innere Größe. Das Kapitel Dynamik hat der Opel, dem man das bei seiner Größe gar nicht zutraut, gut gelernt. Die Bremse lässt sich vor der Kurve gut dosieren und der Scheitelpunkt der Kurve mit der Lenkung präzise ansteuern. Die Mischung aus Direktheit und Komfort ist stimmig. Die Abstimmung von Federn und Dämpfern ebenfalls.

Mit dem Adaptiv-Fahrwerk lassen sich die Kennlinien vom Fahrerplatz auf Knopfdruck in drei Modi einstellen (Normal, Tour und Sport). Auf „Tour“ ist der Zafira mit geschmeidigerem Abrollen ein sehr guter Reisewagen. Unter „Sport“ reagiert er unmittelbarer und direkter.

Und beim Einlenken freut man sich im Zafira – Stichwort: Übersicht – über die mit einer Glasfläche durchbrochenen A-Säulen, die den schwer einsehbaren Bugbereich beim Einbiegen entschärfen. Wenn es dann auf der Autobahn wieder mit höherem Tempo voran geht, fällt beim Fahren aber doch noch etwas negativ auf: Die Windgeräusche nehmen dann im Zafira spürbar zu.

Ganz schön viel Auswahl an konventionellen und alternativen Antriebsformen. Zehn Motorisierungen, die mit oder ohne Start-Stopp-System und mit Sechsgang-Schaltgetriebe oder Sechsstufen-Automatik kombinierbar sind, stehen zur Wahl.

Die Benziner

Los geht’s mit den 1,4-Liter-Turbobenzinern mit 120 oder 140 PS. Beide lassen einen die 1,6 bis 1,8 Tonnen Gewicht des Opel Zafira noch deutlich spüren. Dieses Gefühl verfliegt mit dem 170 oder 200 PS starken Turbobenziner im Zafira 1.6 Turbo.

Die stärkere Variante liefert 280 Nm Drehmoment an die Vorderräder. In 8,8 Sekunden steht die 100 auf dem Tacho und erst bei 220 km/h verharrt die Tachonadel im Rundinstrument. Der angegebene Verbrauch von 6,8 bis 7,1 Liter pro 100 Kilometer geht in Ordnung.

Ohne Benzin im 58-Liter-Tank geht es im Zafira aber noch umweltfreundlicher voran mit der 140-PS-Autogas-Variante 1.4 Ecotec LPG und der 150-PS-Erdgas-Variante 1.6 Ecotec CNG.

Die Diesel

Mit der Umweltfreundlichkeit beim Diesel ist es so eine Sache, trotzdem sind und bleiben die vier Selbstzünder die sparsamsten und langstreckentauglichsten Motorisierungen im Zafira. Der 1,6-Liter-Diesel leistet 120 oder 134 PS und der 2,0-Liter-Vierzylinder 130 oder 170 PS.

Der 1,6-Liter-Motor wird von Opel mit einem Verbrauch von 4,5 bis 4,7 Litern angegeben und die 2,0-Liter-Maschine mit 4,9 bis 5,2 Litern. Mit der Automatik liegt der Verbrauch um rund einen Liter höher.

Beim 170 PS starken Diesel liegt die Kraft in der Laufruhe. Und die Kraft hat Fundament, denn schon bei 1.750 Umdrehungen schickt der durchzugsstarke Turbodiesel 400 Newtonmeter Drehmoment an die Vorderräder.

Das fühlt sich, trotz der aktuellen Probleme mit dem Diesel, im Van gut an. Welcher Motor die beste Wahl im Zafira ist, hängt damit davon ab, wie man selbst zum Dieselmotor steht.

Ein Familienvan muss sicher sein. Da hat der Zafira mit dem Toter-Winkel-Assistenten, dem Einparkassistenten, der Abstandskontrolle mit Notbremsfunktion, dem Spurassistenten, dem adaptiven Tempomat und der Verkehrsschilderkennung einiges zu bieten. Aber nur optional.

Im Basismodell Selection gehören mit zum Sicherheitspaket die Airbags, das ESP, die Traktionskontrolle, das adaptive Bremslicht, die automatische Aktivierung des Warnblinkers, der Bremsassistent, der Berganfahrassistent und das Reifendruckkontrollsystem mit Druckanzeige für jedes Rad und Druckverlustwarnung.

Im Zafira Edition sorgt der OnStar-Assistent, der eine automatische Unfallhilfe mit 24-Stunden-Notruf beinhaltet für einen Sicherheitsgewinn. Im Zafira Business Edition und Business Innovation ist die Rückfahrkamera inklusive und im Zafira Innovation das adaptive LED-Fahrlicht AFL.

Im ADAC-Bremstest kam der Opel Zafira nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach 35,6 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Wie bei den Motoren herrscht viel Auswahl bei den Ausstattungslinien und dem Zubehör – drei Extras empfehlen wir besonders für den Opel Zafira.

Nicht weniger als sechs Ausstattungslinien stehen zur Wahl. Das Einstiegsmodell heißt Selection. Hier ist schon das Wichtigste inklusive mit der manuellen Klimaanlage, der Gepäckraumabdeckung, dem Tempomat, den elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegeln, dem Bordcomputer und mit dem 7-Zoll-Touchscreen-Radio samt Lenkradfernbedienung und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

Der Zafira Edition verfügt zusätzlich auch hinten über elektrische Fensterheber und 17- statt 16-Zoll-Räder. Die höheren Ausstattungslinien haben im Vergleich zum Zafira Edition noch mehr zu bieten:

Im Zafira ON kommen das beheizbare Lederlenkrad, die beheizbaren Vordersitze, die Parksensoren vorne und hinten sowie die Nebelscheinwerfer hinzu. In der Business Edition machen den Unterschied die AGR-Ergonomiesitze, die verschiebbare Mittelarmlehne, die Rückfahrkamera, das Gepäckraumsicherheitsnetz, die Parksensoren und die Nebelscheinwerfer aus.

Die nobelsten Zafira-Spielarten sind die Ausstattungslinien Innovation und Business Innovation. Bei der ersten gehören das adaptive Fahrlicht, die LED-Rückleuchten, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die FlexRail-Mittelkonsole und die Schublade unter dem Beifahrersitz zur Serienausstattung.

Bei der zweiten, die auf dem Umfang der Linie Innovation aufbaut, zählen neben den AGR-Ergonomiesitzen, der Sitz- und Lenkradheizung, dem Gepäckraumsicherheitsnetz und der Rückfahrkamera auch das Navi-Infotainmentsystem IntelliLink mit Apple CarPlay, Android Auto und 4G/LTE WLAN-Hotspot zum Package.

Und die drei von uns unabhängig von der Ausstattungslinie empfohlenen Extras? Die äußerst bequemen AGR-Ergonomiesitze mit Sitzflächenverlängerung und rückenfreundlichen Polstern gehören genauso dazu wie der pfiffig in die Heckschürze integrierte FlexFix-Fahrradträger und die spektakuläre Panorama-Windschutzscheibe.

Deren auch über den Köpfen der vorne sitzenden verlaufende Glasfläche lässt im Zafira Cabriogefühle in der ersten Sitzreihe aufkommen. Solche Gefühle, die Papa vielleicht helfen können, nicht mehr dem alten Cabrio nachzutrauern, hat man im Familienvan eher selten.

Das gute Preis-Leistungs-Verhältnis des Opel Zafira – guter Preis, gute Leistung, gute Ausstattung – macht die Sache rund.

Zusammenfassung

Den üppigen Platz im Innenraum, die Variabilität und die Option auf sieben Sitze bieten einige Vans genauso wie gute Bedienbarkeit, Sicherheit, ein modernes Infotainment und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis.

Einiges im Opel Zafira macht aber vielleicht den Kauf entscheidenden Unterschied. Vielleicht die große Auswahl an Motoren, die agil-erdige Straßenlage oder die besonderen Extras wie die Gesundheitssitze oder die eindrucksvolle Panorama-Frontscheibe, die Vans aus Köln und Wolfsburg so nicht zu bieten haben.

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