Opel Astra Sports Tourer Testbericht

Sieht der gut aus! Opel hat dem Astra Sports Tourer ein vollkommen neues Design verpasst, das viele neue Kund:innen ansprechen dürfte. Und innen wird es mit zwei serienmäßigen Displays digital. Aber reicht das, um dem VW Golf Variant zu trotzen?

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Wow-Wertung
8/10
Bewertet von Felix Reek nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.

Was gut ist

  • Souveräner Plug-in Hybrid
  • Hoher Fahrkomfort
  • Intuitives Bedienkonzept

Was nicht so gut ist

  • Weniger Kofferraum beim Hybrid
  • Kleine Motorenauswahl
  • Druckpunkt des Bremspedals

Opel Astra Sports Tourer: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des Opel Astra Sports Tourer

Ähnlich wie Volkswagen oder Skoda positioniert auch Opel zwei Kombi-Modelle am Markt. Mit dem Opel Insignia Sports Tourer stellt sich die Marke im Mittelklasse-Segment auf. Das kleinere Modell von beiden ist der Opel Astra Sports Tourer, welcher der Kompaktklasse entspringt.

Obwohl der Kompaktwagen nach wie vor die bekanntestes Bauform des Opel Astras ist, gibt es den Kombi bereits seit der ersten Generation. Sogar noch länger lässt sich der Astra Kombi zurückverfolgen, wenn mit dem Kadett das Vorgängermodell einbezogen wird.

Offiziell als Astra ging die Kombi-Bauform jedoch erstmalig 1994 an den Start. Damals hieß diese Version noch Caravan statt Sports Tourer. Auch als Astra L folgt wieder ein Kombi zeitlich im geringen Abstand auf das kürzere Kompaktmodell.

Der Maßstab heißt VW Golf

Einfach hatte es der Opel Astra nie. Zwar ist er nach wie vor eines der meistverkauften Modelle des Herstellers aus Rüsselsheim, doch die Messlatte lag immer hoch. Im Segment der Kompaktwagen gibt es seit Jahrzehnten nur einen Maßstab: den VW Golf. 

Der hatte irgendwie immer die Nase vorn. In puncto Qualität, bezüglich des Designs und der Verarbeitung. Nicht weniger einfach hatte es die Kombi-Variante des Opel Astra, genannt Sports Tourer. 

Zwar gibt hier der VW Golf Variant nicht den alleinigen Ton an, doch die Konkurrenz in diesem Segment ist hart. Škoda Octavia Combi, Peugeot 308 SW, Kia Ceed SW, Ford Focus Turnier und Hyundai i30 Kombi sind nur einige der zahlreichen Optionen unter den kompakten Kombis.

Umso wichtiger ist es, hier ein Statement zu setzen. Opel scheint das bei der Entwicklung des neuen Opel Astra Sports Tourer besonders ernst genommen zu haben. Mit dem kompakten Kombi hat der Hersteller einen riesigen Schritt nach vorne gemacht. Kein Stück Blech ist auf dem anderen geblieben, der Astra ist tatsächlich ein vollkommen neues Auto, das gleich noch einen Imagewandel vollzogen hat. Weg vom Biedermann, hin zum Lifestyle-Auto.

Erfrischendes Design

Der Wandel beginnt mit dem neuen Design. Frisch, ein echter Hingucker. Dagegen sehen VW Golf und Škoda Octavia ziemlich alt aus. Die Front entspricht dem neuen Markenbild, das bereits vom Opel Mokka bekannt ist.

Schmaler Kühlergrill, weit außen positionierte Scheinwerfer, das erinnert an klassische Opel aus den 60er- und 70er-Jahren - ebenso wie das unterschiedlich lackierte Dach. Bis zur B-Säule sind Opel Astra und Opel Astra Sport Tourer identisch, danach macht der Kombi sein eigenes Ding. 

Die dreieckigen Scheiben in den Türen hinten sind etwas kleiner, die D-Säule extra breit. Den Knick in der Heckklappe gibt es auch beim Opel Mokka. Auf dem Kofferraum prangt in großen Lettern der Modellname. Dass sich der Astra die Basis mit Modellen von Peugeot und Citroën teilt, ist nicht zu erkennen.

Die Größenverhältnisse haben sich im Vergleich zum Vorgänger Astra K kaum verändert. Der neue Opel Astra Sports Tourer ist sogar etwas kürzer und flacher als der Vorgänger - ungewöhnlich für heutige Automobile, die von Generation zu Generation immer größer werden.

Mit einer Länge von 4,64 Meter, einer Breite von 1,86 Meter und einer Höhe von 1,48 Meter liegt er ziemlich genau in den Dimensionen des VW Golf Variant, allerdings ist der Astra acht Zentimeter breiter.

Das Gesamtpaket stimmt

Gut gemacht, lässt sich da nur sagen. Die Neuerfindung des Opel Astra Sports Tourer überzeugt. Größe, Platz und Verarbeitung stimmen, das Design liegt vor vielen Konkurrenten. Besonderes Plus ist die komplette Motorisierung: Egal ob Benziner, Diesel, Plug-in Hybrid oder Elektroauto - ab spätestens 2023 bietet Opel seinen Kund:innen alle Versionen des Kombis an. Und das Beste: Der Astra Sports Tourer ist noch immer 3.000 Euro günstiger als der Golf Variant.

Wie viel kostet der Opel Astra Sports Tourer?

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In der Haftpflichtversicherung bewegt sich der Opel Astra Sports Tourer im Mittelfeld. Die Einstufung reicht von der Typklasse 14 (Plug-in-Hybrid), die Richtung günstig tendiert, bis hin zu 16 (Benziner). Letztere Typklasse verspricht aber immer noch einen recht moderaten Beitrag.

Mittelmäßig ist auch die Einstufung in die Teilkaskoversicherung (19 bis 22). Gleiches gilt für die Vollkaskoversicherung, in der sich der Kombi in den Typklassen 19 bis 21 wiederfindet.

Leistung und Fahrkomfort

Die Motorenauswahl des Opel Astra Sports Tourer ist gut. Immerhin gibt es zwei Benzin- und zwei Dieseloptionen sowie einen Plug-in Hybrid. Doch die Auswahl bei Volkswagen etwa ist noch größer.

Bei den Benzinern gibt es nur einen Dreizylinder mit 1,2 Litern Hubraum. Der kann in zwei verschiedenen Leistungsstufen mit 110 oder 130 PS bestellt werden. Nur die stärkere Version gibt es in Verbindung mit einem Automatikgetriebe.

Für den Diesel entfällt sozusagen der Einstiegsmotor. Beide Varianten verfügen über 130 PS und unterscheiden sich nur bei der Getriebewahl - 6-Gang-Schaltgetriebe oder 8-Gang-Automatik.

Spritziger Plug-in-Hybrid

Beim 180 PS starken Plug-in Hybrid nutzt Opel nicht etwa die bestehende Technik des Dreizylinders, sondern setzt einen Vierzylinder-Turbobenziner mit 1,6 Litern Hubraum ein. Der Hybrid ist dank der Leistung mit Abstand die spritzigste Option für den Astra Sports Tourer.

Später soll ein 225 PS starker Plug-in Hybrid und eine Elektro-Version des Astra Sports Tourer kommen.

Nur wie fährt er sich denn nun, der neue Opel Astra Sports Tourer? Nach den ersten paar Metern ist auf jeden Fall zu sagen: Deutlich besser als der Vorgänger.

Das liegt an der neuen Plattform, die nicht mehr von General Motors stammt, sondern vom neuen Eigentümer PSA, auf dem auch der Peugeot 308 und der DS4 gebaut werden. Die Innengeräusche sind leiser, der Wendekreis ist geschrumpft, die Federung ausgewogener.

Rein elektrisch durch die Stadt

Besonders Spaß macht der Plug-in Hybrid, der gekonnt zwischen E- und herkömmlichen Antrieb wechselt. In der Stadt geht er bei ausreichender Ladung automatisch in den elektrischen Betrieb, auch heftigere Stöße aufs Gaspedal bringen ihn nicht aus der Ruhe.

Im Hybrid-Modus schaltet sich nach Bedarf der Benziner ein und aus, ohne das harmonische Gesamtbild zu stören. Das Fahrwerk ist eher straff ausgelegt, sorgt aber für ein präzises Handling. Rein elektrisch ist eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 135 km/h möglich.

Platz und Praxistauglichkeit

Das Platzangebot ist gut, von der niedrigeren Karosserie ist bezüglich der Kopffreiheit nichts zu merken. Opel kompensiert das, indem die Sitzposition tiefer ist als im Vorgängermodell. Auch hinten sitzt es sich angenehm, selbst wenn vorne große Menschen (bis 1,95 Meter) den Sitz einstellen.

Der Kofferraum ist im Vergleich zum Vorgänger ein wenig gewachsen. 598 Liter passen nun hinein, 1.634 Liter mit umgelegter Rückbank. Das ist auf Augenhöhe mit dem VW Golf Variant (611 bis 1.642 Liter). Die vorherige Baureihe des Opel Astra Sports Tourer schaffte nur 540 bis 1.630 Liter.

Wer über den Plug-in Hybrid des Opel Astra Sports Tourer nachdenkt, sollte im Hinterkopf behalten, dass hier ein Teil der zusätzlichen Batterien untergebracht ist. Der Stauraum sinkt auf 548 bis 1.574 Liter.

In allen Versionen gibt es aber auch bei umgelegten Rücksitzen einen ebenen Ladeboden. Mit einer Höhe von 60 Zentimeter ist die Ladekante erfreulich niedrig.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Innen hat Opel den Astra Sports Tourer völlig neu erfunden. Der Blick fällt sofort auf die großflächige Glasfront, die sich von der Fahrer:innentür bis zum Beifahrer:innensitz zieht.

Die durchgehende Oberfläche beinhaltet zwei Bildschirme. Eine digitale Tachoeinheit, die analoge Anzeigen ersetzt, und das zentrale Display in der Mittelkonsole, mit der sich die meisten Funktionen steuern lassen. Es folgt der Smartphone-Logik und ist kinderleicht zu bedienen. Optional ist ein Head-up-Display erhältlich.

Handys lassen sich kabellos per Android Auto und Apple Carplay in den Opel Astra Sports Tourer integrieren. Darunter sitzen einige direkt anwählbare Funktionen sowie die Bedieneinheit für die Klimaanlage. Auch ein klassischer Drehregler für die Lautstärke findet sich hier. Das hat der Astra dem aktuellen Golf mit seinen Touchflächen voraus. Im Mitteltunnel ist der Schieberegler für die Fahrstufen untergebracht.

Hochwertiger Innenraum

Die Verarbeitung im Innenraum des Opel Astra Sports Tourer ist hochwertig, das Design wurde mächtig entschlackt. Die kleinteilige Aufteilung des Vorgängers ist klaren Linien mit vielen Ablagen gewichen.

Die Kunststoffe sind hochwertig und fassen sich gut an, oft ist das Material zur besseren Haptik aufgeschäumt. Trotz des aufgeräumten Inneren gibt es genug Ablageflächen im neuen Opel Astra Sports Tourer.

Die Sitze sind wie bei Opel üblich hervorragend. Hier sitzt es sich besser als bei den meisten anderen Konkurrenten im Kompakt-Segment. Und der Komfort lässt sich gegen Aufpreis noch durch Rücken schonende Sessel erhöhen.

Viel Sicherheit zum Basispreis

Wenn es um die Sicherheit geht, hat Opel den Astra Sports Tourer an die Gegenwart angepasst. Neben den Standards wie ESP, ABS und Airbags vorne und hinten, ist bereits in der Basisversion ein Frontkollisionswarner enthalten, der Fußgänger und Radfahrer erkennt und im Falle eines drohenden Zusammenstoßes eine Notbremsung einleitet.

Komplettiert wird das Paket durch eine Verkehrszeichenerkennung, einen Müdigkeitswarner und eine intelligente Temporegelung.

Gegen Aufpreis stellt Opel ein Warnprogramm für den Toten Winkel, Parkassistenten mit Rückfahr- und 360-Grad-Vision zur Verfügung. Besonderes Highlight sind die Pixel-LED-Scheinwerfer für die Front. Mit 84 Elementen sollen sie ein besonders fein zu regulierendes Fernlicht bieten.

Kraftstoffverbrauch, CO2-Ausstoß und Abgasnorm

Der Verbrauch der Benzinmotoren (Euro 6d) liegt kombiniert zwischen 5,6 und 5,9 Litern auf 100 Kilometer. Der 110 PS starke 1.2 Turbo mit 6-Gang-Schaltgetriebe bewegt sich zwischen 5,6 und 5,7 l/100 km, bei der 130-PS-Version sind es 5,6 bis 5,8 l/100 km. Die stärkere Version schluckt mit einer 8-Gang-Automatik zwischen 5,7 und 5,9 l/100 km.

Dieselmotoren sind natürlich sparsamer. So liegt der Verbrauch des 1.5 Diesel mit 130 PS und Schaltgetriebe zwischen 4,4 und 4,6 l/100 km. Mit Automatik sind es 4,6 bis 4,7 l/100 km.

Der Diesel dürfte besonders Langstreckenfahrer überzeugen. Im Eco-Betrieb waren im Test Werte um vier Liter auf 100 Kilometer möglich. Die Benziner liegen im Schnitt bei realen sechs Litern.

Der 180 PS starke Plug-in-Hybrid 1.6 Turbo schafft einen kombinierten Verbrauch von 1,1 bis 1,2 Litern pro 100 Kilometer. Die elektrische Reichweite liegt bei 59 bis 60 Kilometern. Die Ladeleistung ist für diese Antriebsform typisch mit 3,7 kW eher mäßig, gegen Aufpreis erhöht sie sich auf 7,4 kW.

Sicherheit und Schutz

Beim NCAP-Crashtest 2022 verpasste der Opel Astra die Bestwertung und holte nur vier statt fünf Sternen. Das Ergebnis hat auch Gültigkeit für die Kombiversion Sports Tourer.

Wo liegen die Schwächen? Beim Insass:innenschutz, bei dem zahlreiche andere Modelle über 90 Prozent der Gesamtpunktzahl erreichen, kam der Astra nur auf 80 Prozent. Beim Frontalaufprall wurde speziell der Brustbereich nur gering geschützt. Beim Seitenaufprall vermissten die Tester einen Mittelairbag.

Beim Schutz von Kindern erreichte der Opel 82 Prozent. Abzüge gab es bei den Sicherheitsmerkmalen, da das Modell serienmäßig nur über Isofix und i-Size auf den äußeren Plätzen der zweiten Sitzreihe verfügt.

Beim Fugänger:innenschutz erzielte der Astra 67 Prozent der Gesamtpunktzahl. Die Notbremsautomatik ließ speziell bei Fußgänger:innen Raum für Verbesserungen. 66 Prozent lautete das Ergebnis bei den Assistenzsystemen. Auch hier zeigte das Notbremssystem Schwächen.

Zuverlässigkeit und Probleme

In der Vergangenheit machte der Opel Astra vor allem durch übermäßigen Ölverlust auf sich aufmerksam. Jedoch muss fairerweise dazu gesagt werden, dass das Kompaktmodell da noch auf der Plattform des GM-Konzerns stand. Mittlerweile greift der Kompakte auf die Technik aus dem PSA-Konzern zurück - Langzeiterfahrungen fehlen noch.

Rückrufe für das Baujahr 2022 betrafen zum einen die fehlerhafte Befestigung der Kopfairbags, zum anderen einen nicht richtig schließenden Türaußengriff.

Opel Astra Sports Tourer FAQs

Der Opel Astra Sports Tourer kann vorbestellt werden und soll ab Sommer 2022 ausgeliefert werden.

Sowohl der Opel Astra als auch der Opel Astra Sports Tourer werden im Stammwerk in Rüsselsheim produziert.

Der neue Opel Astra Sports Tourer ist 4,64 Meter lang.

Der Opel Astra Sport Tourer startet ab 23.565 Euro.

Opel bietet des Astra Sports Tourer mit als Benziner (110 oder 130 PS), Diesel (130 PS) und Plug-in-Hybrid (180 oder 225 PS) an.

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