Opel Astra Sports Tourer

Geräumiger Kombi mit dynamischem Look

7,9
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Geräumiges Gepäckabteil
  • Ergonomiesitze
  • Überzeugender Dreizylinder
  • Fast jede Farbe kostet extra
  • Wenig Garantie
  • Stoßfänger ohne Schutzleisten

18.260 € - 33.270 € Preisklasse

5 Sitze

3,6 - 6,2 l/100km

Test

Wenn Sie diesen Testbericht lesen, gehören Sie schon zur Mehrheit. Die Kombiversion des Astra war schon in der Vergangenheit die beliebteste Astra-Variante. Zwei Drittel aller Kunden bestellten den Kombi, der früher bei Opel Caravan hieß und sich heute Sports Tourer nennt.

Die Neuauflage des Sports Tourer, die seit Februar 2016 ausgeliefert wird, liefert auf stattlichen 4,70 Metern Länge noch bessere Gründe, sich für die Kombivariante zu entscheiden. Der Kombi bietet mehr Kopf- und Beinfreiheit als bisher.

Mit bis zu 1.630 Liter Volumen verkauft sich der Astra Sports Tourer auch im Kofferraumvergleich mit seinen Konkurrenten VW Golf Variant, Peugeot 308 SW, Seat Leon ST und Skoda Octavia Combi richtig gut. Im Gepäckabteil fährt der Astra Sports Tourer sogar mehr Volumen auf als der eine Klasse höher angesiedelte Insignia Sports Tourer, in dem maximal 1.530 Liter unterkommen.

Das neue Konzept – weniger Gewicht, mehr Handling, weniger Verbrauch – funktioniert. Auch die neuen Motoren, die verbesserte Verarbeitung und einige Extras, die beim Golf nicht verfügbar sind, liefern gute Gründe, mal über den Astra Sports Tourer als gute Alternative nachzudenken.

Zwischen neun Motoren mit 95 bis 200 PS Leistung, fünf Ausstattungslinien, vielen Paketen und reizvollen Extras wie LED-Matrix-Scheinwerfern oder Gesundheitssitzen ist die Wahl zu treffen. Das Infotainment an Bord präsentiert sich auf dem neusten Stand. Die Bedienung funktioniert im Astra Sports Tourer viel besser als zuvor.

Der Astra Sports Tourer übertrifft den Astra Fünftürer mit 4,70 Metern um enorme 33 Zentimeter in der Länge. Da der Radstand unverändert bleibt, kommt das Wachstum nicht den Passagieren, sondern dem Gepäckraum zugute.

Das Interieur

Der alte Astra mutete dem Fahrer schon viel zu. Auf der Mittelkonsole befanden sich viel zu viele Schalter, die dafür sorgten, dass man so schnell nichts fand. Der neue Astra wirkt im Cockpit deutlich aufgeräumter.

Das Touchscreen-Display bildet nun das Bedienzentrum, auf dem man flotter durch die logisch angeordneten Menüstrukturen surft. Das gilt auch für das Suchen der richtigen Sitzposition, die schnell gefunden ist. Gutes Sitzen ist ja heute beinahe eine Kerntugend von Opel, denkt man auf den Ergonomiesitzen unweigerlich.

Auch auf der Rückbank sitzt man sehr gut zu zweit, wobei es zu dritt dann ziemlich eng wird. Das ist allerdings in der Kompaktklasse ganz normal. Ansonsten reist man bequem und darf im Familienurlaub dazu auch noch deutlich mehr einpacken als im Fünftürer.

Der Kofferraum

Eine gute Figur macht der Astra Kombi auch im Gepäckraum. Die Rückbanklehne lässt sich flott im Verhältnis 60:40 umklappen oder gegen Zuzahlung im Verhältnis 40:20:40. Für Ordnung im Kofferraum sorgen Schienen, Trennnetze und das optionale Flex-Organizer-Paket.

Die elektrische Heckklappe öffnet sich mit dem Keyless-Open-System nach einem Fußkick in Richtung Stoßfänger und sie schließt sich auch wieder ohne einen Handgriff, was sehr praktisch bei vollen Händen beim Entladen ist.

Nicht ganz so glücklich macht der Kofferraumboden. Dort kommt zwar im Gegensatz zum Fünftürer auch ein vollwertiges Ersatzrad unter, aber alles wirkt unverkleidet unelegant. Das Fach an der Innenseite der C-Säule verhindert beim Rückbankumklappen das Einklemmen des Gurts.

Und das Kofferraumvolumen? Es passen 170 oder 420 Liter mehr in den Kofferraum als im Fünftürer. So kommt man insgesamt auf 540 bis 1.630 Liter. Das ist etwas mehr als im Golf Variant und etwas weniger als im Octavia Combi. Wenn noch mehr geladen werden soll, dürfen zusätzlich noch bis zu 1.550 Kilogramm an den Haken.

Die aktuelle Generation des Astra Sports Tourer wiegt mit rund 1,3 Tonnen deutlich weniger als der Vorgänger. Je nach Ausstattung und Motor bis zu 130 Kilogramm. Das kommt dem Handling zugute. Die gut rückmeldende elektromechanische Servolenkung lenkt präzise ein und sorgt dafür, dass in flotten Wechselkurven durchaus Fahrfreude aufkommt.

Das Komfortbild fällt stimmig aus, auch wenn durch die straffere Abstimmung Fugen manchmal hart aufstoßen. Das bringt das gefällige und sichere Fahrwerks-Setup aber nicht ins Wanken. Auch dass kein adaptives Fahrwerk bestellbar ist, kann man gut und gerne verkraften, denn im Alltag nutzt man solche Systeme dann doch erstaunlich selten aktiv.

Für den Allradantrieb würde mancher, der in einer bergigen Gegend wohnt, vielleicht doch gerne bezahlen, aber Opel hat ihn für den Astra Sports Tourer ebenso wenig im Programm wie ein Doppelkupplungsgetriebe.

Das Fahrwerk und die Technik stammen vom Astra Fünftürer. Die Motoren ebenso. Die fünf Benziner und vier Diesel decken ein Leistungsspektrum von 95 bis 200 PS ab. Schon die kleineren Motoren machen einen guten Job: der 1,6-Liter-Turbodiesel mit 95 PS und der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo mit 105 PS.

Die Benziner

Die Motoren müssen wegen des höheren Gewichts des Kombis etwas mehr arbeiten als im Fünftürer. Das kostet Sekundenbruchteile beim Beschleunigen und minimal mehr beim Tanken. Aber alles bleibt im Rahmen (Mehrverbrauch beim 1.0 ECOTEC: ca. 0,2 l) und die Empfehlungen sind die gleichen wie beim Astra Fünftürer: Der temperamentvolle und kultivierte Dreizylinder-Turbo mit 105 PS ist im Vergleich zum 100 PS starken Vierzylinder-Sauger der bessere Motor mit niedrigem Verbrauch.

In der Praxis werden aus den angegebenen 4,3 bis 4,5 l/100 km um die 6,5 Liter. Damit ist dieser Motor die erste Wahl für Kombifahrer, denen ein guter, aber nicht zu kostspieliger Antrieb wichtig ist. Dass dieses Triebwerk aber nur in Verbindung mit dem Fünfgang- und nicht mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe angeboten wird, passt nicht in die Zeit.

In Kombination mit den anderen Motoren, unter denen der 1,4-Liter-Turbo und 1,6-Liter-Turbo mit 150 und 200 PS die kräftigsten sind, werden die Gänge mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe einsortiert oder von der Sechsgang-Automatik. Die ist jedoch nur im 150-PS-Benziner und 136-PS-Diesel zu bestellen.

Die Diesel

Wer viel Kraft benötigt und beim Tanken dafür wenig bezahlen möchte, fährt Diesel. So motorisiert reicht eine 48-Liter-Tankfüllung am längsten. Schon der 95 PS starke 1,6-Liter-Turbodiesel legt mit 280 Newtonmetern Drehmoment ordentlich los.

Der 110 PS produzierende 1,6er ist mit 3,5 bis 3,6 l/100km der sparsamste Motor im Astra Sports Tourer. Der 1,6er-Vierzylinder mit 136 PS, der in der Automatik-Variante auf die Start-Stopp-Automatik verzichten muss, entwickelt noch ein wenig mehr Druck, ohne dass er dafür viel mehr verbraucht. Immer mehr als die von Opel angegebenen 3,8 bis 3,9 l/100km, aber mit rund fünf Litern Diesel immer noch wenig.

Sparsam arbeitet auch der stärkste Dieselmotor mit 4,1 bis 4,2 l/100 km. Der setzt mit ebenfalls 1,6 Litern anstatt auf Hubraum auf die Kraft der zwei Turbolader, die 350 Newtonmeter maximales Drehmoment und 160 PS Maximalleistung produzieren.

Der Astra Sports Tourer ist kein sonderlich übersichtliches Auto, aber ein sicheres. In der Basisausstattung rollt der Sports Tourer immer mit ESP, Reifendruckkontrolle, Front- und Seitenairbags für Fahrer und Beifahrer sowie Kopfairbags vorne und hinten zum Kunden. Noch mehr Sicherheit kostet extra.

In der Ausstattungslinie Innovation gehören die Verkehrszeichenerkennung, der Spurhalteassistent, der Kollisionswarner und der City-Notbremshelfer zu den Sicherheitsassistenten.

Für weitere Sicherheit sorgt der Toter-Winkel-Warner. Warum der nur bis 140 km/h arbeitet, leuchtet nicht ganz ein. Die LED-Matrix-Leuchten, die ihren Lichtpegel je nach Fahrsituation automatisch anpassen, schaffen mehr Sicherheit, weil man besser sieht und die LED-Rückleuchten ebenso, weil man besser gesehen wird.

Bei einer Bremsung leuchten die LEDs früher auf und bei einer Vollbremsung warnen sie den Hintermann durch schnelles Flackern – was einen Auffahrunfall verhindern kann.

Im Autozeitung-Bremstest verzögerte der Astra Kombi wie ein Sportwagen. Im ADAC-Bremstest kam der Opel Astra Fünftürer nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach ausgezeichneten 35,2 Metern zum Stillstand. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden mit der maximalen Wertung von fünf Sternen im Euro NCAP-Crashtest belohnt.

In den fünf Ausstattungslinien Selection, Edition, Dynamic, Business oder Innovation ist der Astra Kombi bestellbar.

Im Basismodell Selection gehören die manuelle Klimaanlage, das LED-Tagfahrlicht, die Zentralverriegelung, die Berganfahrhilfe und die elektrischen Fensterheber vorne zur Serienausstattung. Zudem ist die Dachreling des Sports Tourer in Schwarz lackiert.

Im Ausstattungslevel Edition kommen das Radio mit 7-Zoll-Touchscreen und Bluetooth-Freisprecheinrichtung, die 16-Zoll-Leichtmetallräder, die elektrischen Fensterheber hinten und Parksensoren am Heckstoßfänger dazu.

Die Linie Dynamic setzt sich mit der silbernen Dachreling ab und Opel liefert auch noch das Sicht- und Lichtpaket, Nebelscheinwerfer, eine Sporttaste und den OnStar-Service mit.

Die Business-Ausführung inklusive Klimaanlage, Tempomat, Parksensoren hinten, elektrischen Fensterhebern vorne und hinten, dem Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung und dem Multifunktionslenkrad ist ein Großkundenangebot von Opel.

Das höchste Ausstattungsniveau Innovation ist mit Zweizonen-Klimaautomatik, Sitzen mit Stoff-Lederimitat, 17-Zoll-Leichtmetallrädern, Licht- und Regensensor, Parksensoren vorn und hinten, Front- und Heckkamera und dazu reichlich Sicherheitsassistenten sehr komplett ausgestattet.

Noch komfortabler wird der Fünftürer mit Extras wie der Einparkautomatik, den bequemen Ergonomie-Vordersitzen mit AGR-Gütesiegel, Sitzmassagefunktion, beheiztem Lenkrad und beheizten Rücksitzen.

Modern präsentiert sich das Infotainment, bei dem das Smartphone via Carplay oder Android Auto eingebunden wird. Mit OnStar wird der Astra Kombi zum WLAN-Hotspot und Opels Servicecenter hilft dem Fahrer mit Routeninfos oder Hotels weiter.

Das mit den Farben und ihren Aufpreisen ist allerdings schwer zu verstehen: Fast jede Farbe kostet extra. Sogar Weiß. 195 Euro. Der wichtigste Aufpreis ist wieder sehr fair ausgepreist: Für den größeren Astra Sports Tourer mit dem deutlich praktischeren Kofferraum berechnet Opel kaum mehr als für den Fünftürer.

Zusammenfassung

Nur 1.000 Euro – liegen bei der Anschaffung mit gleichem Motor und gleicher Ausstattung zwischen einem 4,37 Meter langen Astra mit 370 Liter und einem 4,70 Meter langen Astra Sports Tourer mit bis zu 1.630 Liter Kofferraumvolumen.

Dabei bietet der Astra Kombi die gleichen Qualitäten im Fahrwerk und in der Sicherheit und das gleiche Raumangebot in der ersten und zweiten Sitzreihe. Das Motorenangebot ist identisch.

Noch Fragen, welchen Astra man aus Vernunftgründen anschaffen sollte? Bis auf das kürzere Parkformat, das etwas bessere Handling, ein Hauch mehr Temperament und ein paar Zehntelliter weniger Verbrauch hat der Astra Fünftürer dem Kombi wenig voraus.

Damit scheint es so weiterzulaufen, wie es schon zuvor lief: Zwei Drittel aller Astra-Kunden bestellen den Astra Kombi.

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