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Opel Zafira-e Life Testbericht

Mit seiner Variabilität ist der Opel Zafira-e Life einer der ernstzunehmenden Bulli-Konkurrenten. Nachdem der Zafira früher eher ein klassischer Familien-Van in Sharan-Größe war, kommt der Zafira Life seit 2019 eine Nummer größer als Familien-Kleinbus daher.

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Was gut ist

  • Großzügige Platzverhältnisse
  • Reichlich Variabilität
  • Attraktiver Preis

Was nicht so gut ist

  • Schwache Motorisierung
  • Geringe Reichweite
  • Hoher Stromverbrauch

Opel Zafira-e Life: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?

Bewertung des Opel Zafira-e Life

Der Opel Zafira-e Life ist die Antwort in Sachen Elektromobilität beim Thema Kleinbus. Opel hat dem bisherigen und weiter bestehenden Verbrenner-Modell Zafira Life einen Elektromotor verpasst. Damit gehen nicht nur viele und viel in den Zafira rein, er transportiert es auch noch lokal emissionsfrei.

Der Opel Zafira Life ist nicht nur in der Elektroversion jung, auch die Dieselvarianten gibt es erst seit 2019. Damit löste er den früheren Opel Zafira ab, der ein klassischer Familienvan war, während der Zafira Life als Kleinbus bereits deutlich größer ist.

Vivaro als Nutzfahrzeug-Pendant

Ein naher Verwandter ist der Opel Vivaro als ähnlich gebaute Nutzfahrzeug-Variante. Schon äußerlich unterscheidet sich die Pkw-Version Zafira-e Life von jenem “einfacher gestrickten Bruder” durch in Wagenfarbe lackierte Front- und Heckschürzen und Außenspiegel in Wagenfarbe, eine Heckklappe (statt Heck-Flügeltüren beim Vivaro-e) sowie vor allem die serienmäßige zweite Schiebetür.

Neben dem Vivaro zählen auch die Modelle anderer Marken des Stellantis-Konzerns zur Familie: wie der Peugeot Traveller, der Citroen SpaceTourer oder sogar das Partner-Modell Toyota ProAce Verso. Allesamt sind nur in Details zu unterscheiden.

Ein Motor, zwei Batterien

Die Elektroversion, als Opel Zafira-e Life, gesellte sich schließlich im September 2020 zur Modellpalette des Kleinbusses und existiert seitdem mit einem Elektromotor sowie zwei verschiedenen Batterievarianten.

Der Zafira-e Life und seine Brüder nutzen die Synergieeffekte des PSA- bzw. inzwischen Stellantis-Konzerns: Motor und Batterie sind dieselben wie im Corsa-e und im Mokka-e, allerdings sind jene nur mit der 50 kWh-Batterie verfügbar.

Der Motor ist 136 PS stark und die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h limitiert, was auf vielen Autobahnen ohnehin der erlaubten oder real möglichen Höchstgeschwindigkeit aufgrund des Verkehrsaufkommens entspricht.

Wochenendausflug statt Fernreise

Insgesamt lässt sich konstatieren, dass der Zafira-e Life durchaus für Ausflüge ins nähere Umland geeignet ist. Wenn es nicht gerade quer durch die Republik gehen muss, reicht der Familien-Van für Wochenendausflüge.

Ideal aber passt er zum Nutzungsprofil für Taxen oder Shuttles innerorts oder vom Flughafen/Bahnhof zur Unterkunft oder Messe - bis zu neun Sitze mit Platz für Gepäck und eine Reichweite bis zu 329 Kilometer macht schon Sinn. Die vom Bulli-Pendant ABT e-Transporter maximal möglichen 130 Kilometer dagegen weniger - dieses Modell kommt wohl maximal für innerstädtische Nutzung in Betracht. 

Wir haben es hier also mit einem ernstzunehmenden Bulli-Konkurrenten zu tun - oder besser gesagt gleich mit acht, bezieht man neben Opel Vivaro auch noch Peugeot Traveller (und Expert), Citroen Spacetourer (und Jumpy) sowie Toyota Proace (und ProAce Verso) mit ein. Von wegen “drei auf einen Streich” - gleich acht macht auch Sinn, oder?

Wie viel kostet der Opel Zafira-e Life?

Das Opel Zafira-e Life Modell hat eine UVP von 63.250 € bis 70.075 €. Mit carwow können Sie jedoch im Durchschnitt 17.854 € sparen. Die Preise beginnen bei 46.112 € für Barzahlung.

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Der Opel Zafira-e Life schneidet in der Versicherung nicht gerade günstig ab. Mit der Typklasse 20 bewegt sich der Elektro-Van in der Haftpflichtversicherung gerade noch im Mittelfeld. Auch die Einstufung in die Typklasse 23 (Teilkaskoversicherung) und 25 (Vollkasko) ist jeweils mittelmäßig.

Leistung und Fahrkomfort

Mit 136 PS und 230 Newtonmeter Durchzug ist der Opel Zafira-e Life adäquat unterwegs, so dass auch die angegebenen Reichweiten realistisch oder zumindest machbar sind.

Zur Auswahl stehen drei Fahr-Modi: Der Normal-Modus arbeitet mit 80 kW und 240 Newtonmeter Vortrieb. Für besonders sparsame Fahrweise steht der Eco-Modus bereit, der auch andere Verbraucher wie zum Beispiel die Klimaanlage herunterregelt.

Der Power-Modus dagegen aktiviert die volle Leistung von 136 PS und 230 Newtonmeter. Die Unterschiede zwischen den drei Fahr-Modi sind merkbar und per Drucktaster auch einfach anwählbar.

Rekuperation einstellbar

Zusätzlich kann wie in den meisten anderen Elektro-Fahrzeugen auch die Rekuperationsintensität zwischen der höheren Stufe “B” (für Brake) und einfach dem normalen “D” (für Drive) ausgewählt werden.

Im Modus B ist die Bremswirkung selbst auf der Brenner-Autobahn bergab zu stark für den fließenden Verkehr. Auf den später folgenden Pass-Straßen hinab dagegen ist “B” ein super Brems-Moment, was die Motorbremse der Verbrenner-Fahrzeuge prima ersetzt.

Anspruchsvoller Praxistest

Besonders spannend ist und bleibt bei allen Elektro-Fahrzeugen einerseits die Reichweite und andererseits die Fahrperformance - wie bei jedem anderen Auto auch.

Wir haben den Zafira-e Life auf der Strecke zwischen Innsbruck und Südtirol dem Härtetest unterzogen. Rund 200 Kilometer soll es südwärts gehen und besonders spannend: Auf dem Weg sind auch 1.370 Höhenmeter zu überwinden - bekanntlich kräftezehrend für Antriebe jeder Art.

Los geht es aber erstmal auf noch normalem Terrain heraus aus der Stadt. Die Beschleunigung drückt einen erwartungsgemäß nicht gerade in die Sitze, was für einen Transporter auch absolut okay ist.

Worauf wir scharfen Kritisierende natürlich gespannt sind: Wie wuppt das Elektro-Auto die rund 200 Kilometer auf der Autobahn über den Brenner? Auf der Autobahn klappt das Fahren erstmal gut: Angesichts des Tempolimits auf der österreichischen Autobahn sind wir mit dem auf 130 km/h Höchstgeschwindigkeit limitierten Zafira-e Life gut bedient - mehr ist eh nicht erlaubt. 

Bergab aufladen

Den Brenner hinauf sinkt dann aber die angezeigte Restreichweite pro gefahrenem Kilometer gefühlt in Zehnkilometer-Schritten. Aber bekanntlich weiß die Elektromobilität die kinetische Energie des Bergauf und Bergab ja gut zu nutzen: Per Rekuperation lädt sich die Batterie bergabfahrend wieder auf.

Und am Ende unserer Testfahrt versöhnt sich die real zurückgelegte Strecke wieder mit der angezeigten Restreichweite, so dass wir nach fast 200 gefahrenen Kilometern immer noch 108 Kilometer Restreichweite in petto haben. Das beruhigt und kann sich sehen lassen. 

Zum Laden geht es am Ziel angekommen an eine Schnellladesäule mit 100 kW, die den großen Akku in 45 Minuten wieder auf 80% bringt, die kleine Batterie braucht dafür nur 30 Minuten. Nicht schlecht, selbst Elektro-Zweifelnde müssen zugeben: funktioniert.

Platz und Praxistauglichkeit

Im Praxistest überzeugt der Zafira-e Life direkt durch sein weiträumiges und variables Platzangebot. Während die Nutzfahrzeug-Version Opel Vivaro-e aber in drei verschiedenen Längen (S, M und L) verfügbar ist, kann der Zafira-e Life nur in zwei verschiedenen Längen (M und L) geordert werden. Die Höhe beider Modelle beträgt dagegen Parkhaus-taugliche 1,89 Meter.

Auch die inneren Werte können sich sehen lassen: Mit bis zu neun Sitzen ist der Zafira-e Life bestellbar, zwei Schiebetüren immer inklusive. Die Sitze sind auf dem Schienensystem wirklich leicht verschieb-, umklapp- oder auch herausnehmbar, so dass in der längeren Version L sogar Platz für bis zu 4,9 Kubikmeter Gepäck ist. 

Herausklappbare Tische an den Lehnen der Vordersitze und viele praktische Ablagen erleichtern das Ordnung-Halten aller Mitbringsel unterwegs. Als besonderes Highlight fällt das Panorama-Dach auf: Es erstreckt sich über den gesamten Rückraum und bietet neben schönen Aussichten auf das Alpen-Panorama auch viel Helligkeit in den Wagen, sofern gewünscht.

Innenraum, Infotainment und Ausstattung

Kommt man aus dem spartanisch ausgestatteten Nutzfahrzeug-Pendant Opel Vivaro-e und steigt um in die Pkw-Version namens Zafira-e Life, fällt schon ein gewisser Unterschied beim Interieur auf: Das Cockpit wirkt etwas moderner, allerdings tatsächlich nur geringfügig.

Analoge Rundinstrumente versprühen doch einen gewissen Charme von Einfachheit, aber sie sind gut ablesbar und in einem beruhigenden, sachlichen Blau gehalten. Der Witz dabei: Die Ladestandsanzeige der Batterie gleicht einer herkömmlichen Tankuhr mit analoger Nadel - das ist schon fast Retro-Charme.

Die Sitze aber wirken hochwertiger als im Nutzfahrzeug-Pendant, auch der Schienenboden wirkt qualitativ ansprechend, wie es sich für einen echten Bulli-Konkurrenten gehört.

Vier Ausstattungslinien

Der Zafira-e Life ist in vier verschiedenen Ausstattungslinien erhältlich. Den Einstieg bildet der Selection ab 53.800 Euro (abzüglich Förderprämien). Hier sind in der Elektro-Version bereits zwei Schiebetüren serienmäßig, auch die in Wagenfarbe lackierten Außenspiegel und Front- sowie Heckschürze und auch eine manuelle Klimaanlage.

Auch die serienmäßigen Licht-Features können sich bereits sehen lassen: Halogen-Scheinwerfer, automatisches Abblendlicht, LED-Tagfahrlicht und Nebelscheinwerfer nebst Schlussleuchten sind ebenso inklusive wie Parkpilot und diverse Assistenz- und Sicherheitssysteme (erwähnt seien hier vor allem Müdigkeitswarner, Verkehrsschildassistent mit intelligentem Geschwindigkeitsregler sowie Kopf- und Front-Airbags für vorne Sitzende zuzüglich Vorhangairbags in der zweiten und dritten Sitzreihe - ein Alleinstellungsmerkmal in der Transporterklasse).

Die nächsthöhere Ausstattungsvariante Edition hat ohne weiteren Aufpreis ab 57.350 Euro (abzüglich Förderprämie) acht Sitzplätze, 17-Zoll-Räder, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik sowie Sitzheizungen an Bord.

Die Tourer-Ausstattung (ab 62.500 Euro in der Elektro-Version abzüglich Förderprämien) toppt das noch mit 17-Zoll-Leichtmetallrädern in BiColor, beleuchteten Türeinstiegsleisten, Xenon-Scheinwerfern, einem Multifunktionslederlenkrad und einem Head-Up-Display serienmäßig.

Die höchste Ausstattungsvariante stellt die Linie Elegance für 65.770 Euro dar (abzüglich Förderprämie), die mit einem separat zu öffnendem Fenster in der Heckklappe, elektrischen Schiebetüren, Ledersitzen und dem Panorama-Glasdach aufwartet.

Reichweite und Ladedauer

Der Opel Zafira-e Life nutzt eine gemeinsame Plattform mit seinen Konzern-Brüdern Peugeot Traveller und Citroen Spacetourer (deshalb auch gern als „Drillinge“ betitelt), zusätzlich ist auch noch der Toyota Proace als vierter im Bunde baugleich.

Seit 2020 gibt es die Drillinge als reine Elektro-Fahrzeuge mit wahlweise 50 oder 75 Kilowattstunden-Batterie, was für eine Reichweite von 231 Kilometer mit der kleineren Batterie und bis zu 329 Kilometer laut WLTP mit dem größeren Akku ausreichen soll. Somit brachte PSA (damals noch ohne Kooperation mit FCA) seine Drillinge als eine der ersten Elektro-Transporter mit wirklich praktikabler Reichweite zu einem fairen Preis auf den Markt.

Schielt man vergleichsweise zur Markt-Ikone Bulli, brauchen Opel & Co. den Vergleich nicht scheuen: Für den VW Transporter gibt es bis dato keine hauseigene Elektro-Lösung, sondern nur die äußerst schwach bestückte Sonderausbau-Lösung des Sport-Tuners ABT mit einer kleinen 37,3 Kilowattstunden-Batterie, die gerade mal für 130 Kilometer Reichweite sorgen soll.

Gerade wurde der T7 präsentiert, aber auch nur als Plug-in-Hybrid. Der erste rein elektrische Original-Bulli wird dann wohl der I.D. Buzz, der für 2022 angekündigt ist.

Für die Schnellladung auf 80 Prozent mit Gleichstrom (DC) gibt Opel zwischen 32 und 48 Minuten an - maximal kann mit 100 kW geladen werden. An einer Wallbox oder öffentlichen Ladestation ist der Akku mit Wechselstrom (AC) und einer maximalen Ladeleistung von 11 kW in 4:45 bis 7 Stunden wieder voll (0 auf 100 Prozent).

Sicherheit und Schutz

Für den Opel Zafira-e Life liegt keine NCAP-Sicherheitsbewertung vor. Der Konzernbruder Peugeot Traveller erreichte 2015 insgesamt fünf Sterne im NCAP-Crashtest und damit die Bestwertung. Ebenso wie der dritte Drilling, der Citroen Spacetourer.

Zuverlässigkeit und Probleme

Für den Opel Zafira-e Life weist das Kraftfahrt-Bundesamt in jüngerer Vergangenheit Rückrufe wegen der Bremsanlage und des Hochspannungskabelbaums aus. Betroffen sind Modelle des Baujahrs 2022.

Aufgrund fehlerhafter Bremssättel könnte die Bremswirkung eingeschränkt sein. Und wegen eines nicht der Spezifikation entsprechenden Hochspannungskabelbaums kann es zum Kurzschluss mit möglicher Brandgefahr kommen.

Weiter zurückliegende Rückrufe betrafen das Fahrwerk, die Radschrauben und die Sitzverriegelungen.

Opel Zafira-e Life FAQs

Der Zafira Life wird in Sevel Nord (Frankreich) sowie auch das Vorgängermodell Opel Vivaro B im englischen Luton gebaut. Für den russischen Markt wird der Zafira Life im PSA-Werk in Kaluga gebaut.

Seit 2019 heißt das aktuelle Modell von Opel “Zafira Life” (als Elektro-Version “Zafira-e Life”). Von der Größe her ist der Zafira Life im Vergleich zum Vorgänger (“Zafira”) etwas größer geworden und kann schon als Kleinbus bezeichnet werden. Der Vorgänger hieß nur “Zafira” und war eher ein Familien-Van in Sharan-Größe.

Zafira Life und Opel Vivaro basieren auf derselben Konzern-Plattform EMP2. Der Zafira Life stellt die Pkw-Version mit etwas gehobenerer Ausstattung dar und ist nur in zwei verschiedenen Längen erhältlich (“M” und “L”). Der Opel Vivaro dagegen ist die Nutzfahrzeug-Variante und ist sogar in drei verschiedenen Längen erhältlich (“S”, “M” und “L”).

Der Zafira Life (“Opel Vivaro” in der Nutzfahrzeug-Version) ist baugleich mit seinen Konzern-Brüdern Peugeot Traveller (“Peugeot Expert” als Nutzfahrzeug genannt) und dem Citroen SpaceTourer (oder auch “Jumpy” als Nutzfahrzeug-Variante). Alle gehören zum PSA-Konzern, der seit Januar 2021 gemeinsam mit den FCA-Marken (Fiat, Chrysler etc.) unter dem neuen Dach “Stellantis” firmiert.

Der Zafira-e Life hat als Elektro-Fahrzeug die zweite Schiebetür serienmäßig. Gegen Aufpreis von 1.750 Euro ist diese für die Ausstattungslinien “Edition” und “Elegance” auch elektrisch verfügbar.

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