Reaktionsweg berechnen: Diese Formel hilft

20. Dezember 2021 von

Das Wissen darüber, wie man den Reaktionsweg berechnen kann, hilft dabei, Unfälle zu vermeiden und aufmerksamer zu fahren. Doch wie wird der Reaktionsweg überhaupt definiert? Welche äußeren Faktoren können den Reaktionsweg beeinflussen? Und wie kann man den Reaktionsweg berechnen? Alles Wichtige rund um den Reaktionsweg erfahren Sie hier!

⏰  Kurz zusammengefasst

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Was ist der Reaktionsweg überhaupt?

Kennen Sie das? Selbst wenn nicht, so kann man sich das folgende Szenario doch recht gut vorstellen: Nichtsahnend düst man entspannt mit 130 km/h über die Autobahn und plötzlich sehen Sie in gewisser Entfernung vor Ihnen, dass es gekracht hat. Natürlich zögern Sie nicht lange und treten beherzt in die Bremse. Bis sie zum Stehen kommen vergeht Zeit – und vor allem auch wertvoller Fahrweg.

An diesem Beispiel ist gut erkennbar, dass Sie beim Bremsvorgang den Bremsweg berücksichtigen müssen. Aber damit noch nicht genug! Der Reaktionsweg spielt hier auch eine wichtige Rolle: Gefühlt vergeht nur ein Bruchteil einer Sekunde, wenn Sie entscheiden, auf die Bremse zu treten. In Wahrheit gehen dabei allerdings viele komplexe Prozesse vor sich, die sich auch auf den Fahrweg auswirken.

Einfach ausgedrückt: Der Reaktionsweg ist der Weg, den das Auto während Ihrer Schrecksekunde zurücklegt.

Wer es gerne etwas detaillierter hat, dem sei hier Genüge getan: Der Reaktionsweg ist diejenige Wegstrecke, die in der Zeit gefahren wird, in der Fahrer:innen ein Hindernis zunächst wahrnehmen, dann einen Reiz in ihrem Gehirn verarbeiten und letztendlich die Reaktion – hier die Bewegung des Fußes zum Bremspedal und dessen Betätigung – folgen lassen.

Was dann vonstatten geht, ist die Zurücklegung des Bremsweges. Dabei handelt es sich um die Strecke, die der Wagen während der Betätigung der Bremse benötigt, um zum Stehen zu kommen.

Übrigens: Reaktionsweg und Bremsweg ergeben zusammen den Anhalteweg.

Wie kann man den Reaktionsweg berechnen?

Natürlich lässt sich der Reaktionsweg ungefähr berechnen. Hervorragend geeignet ist die entsprechende Formel vor allem dann, wenn es an die Sensibilisierung neuer Fahrender in der Fahrschule geht. Aber auch ansonsten ist der Reaktionsweg ein Nice-to-know – denn wenn Sie wissen, welchen Bremsweg Ihr Fahrzeug benötigt, können Sie in etwa abschätzen, welche Strecke Sie insgesamt von der Beinbewegung zum Stillstand zurücklegen.

Genug der langen Vorrede, jetzt geht es ans Eingemachte! Die Formel zur Berechnung des Reaktionsweges sieht folgendermaßen aus:

(Geschwindigkeit in km/h ÷ 10) x 3 = Reaktionsweg in Metern

Einfacher als gedacht, nicht wahr? Wer jetzt großartige Rechnungen erwartet hat, wird leider enttäuscht – aber schlimm ist das nicht, denn je einfacher die Formel, umso schneller hat man das Ergebnis! Greifen wir doch das Beispiel vom Anfang nochmal auf: Angenommen, Sie fahren mit 130 km/h auf der Autobahn und müssen ruckartig die Bremse bedienen.
Dann lässt sich der Reaktionsweg so errechnen: (130 km/h ÷ 10) x 3 = 13 x 3 = 39 Meter.

Fahren Sie also 130 km/h, “vergehen” 39 Meter, bis Sie nach dem Erkennen des Hindernisses das Bremspedal treten. Aber Vorsicht! Die Werte, die Sie mit der Formel erhalten, sind nur eine Annäherung und spiegeln auf gar keinen Fall den exakten situationsbedingten Reaktionsweg wider. Überhaupt können viele andere Faktoren den Reaktionsweg beeinflussen. Um etwas über diese Faktoren zu erfahren, lesen Sie einfach weiter.

Welche Faktoren haben Einfluss auf den Reaktionsweg?

Selbstverständlich kommt nicht immer alles so wie geplant – Bilderbuchwerte werden meist ja nur unter Laborbedingungen erreicht. Im harten Alltag erwarten Sie allerlei Tücken und Faktoren, die den Reaktionsweg im Ernstfall negativ beeinflussen können.

Eine Quelle an potentiellen Einflüssen auf den Reaktionsweg ist schlicht und ergreifend der Mensch. Leiden Sie an Müdigkeit oder sind Sie einfach unaufmerksam, so können wertvolle Sekunden im Falle eines Falles verloren gehen. Genauso verhält es sich auch mit dem Konsum von Arzneimitteln, die die Reaktionsfähigkeit verlangsamen können.

Vor allem dann ist die Einnahme bedenklich, wenn Alkohol mit von der Partie ist. Natürlich sollte auch abseits von Medikamenten kein Alkohol im Spiel sein. Ebenso vorsichtig sollten Sie sein, wenn Sie gewisse Erkrankungen mit sich bringen, die dem Reaktionsvermögen nicht zuträglich sind, beispielsweise Autofahren mit Demenz – das kann aber auch das Sehvermögen oder die Motorik betreffen.

Nicht immer ist der Mensch alleine schuld am längeren Reaktionsweg. Äußere Umstände können mitunter dafür sorgen, dass die eigentlich gut getimte Reaktion des Menschen am Steuer doch nicht zum gewünschten Zustand führt. Sind Sie zum Beispiel auf einer nassen Fahrbahn unterwegs, kann das den Reaktionsweg negativ beeinflussen.

Auch viel Laub oder eine Ölspur können sich negativ auswirken. Ebenfalls schwierig wird es bei starkem Wind. Wenn es das Schicksal gut mit Ihnen meint, segnet es Sie im Falle einer Notbremsung mit starkem Gegenwind, sodass das Fahrzeug vielleicht etwas früher zum Stehen kommt.

Verlassen Sie sich aber lieber nicht auf die Kapriolen des Wetters, vor allem beim Autofahren im Herbst,  und bedenken Sie, dass ungünstige Windverhältnisse den Reaktionsweg verlängern können. Natürlich sollten Sie darüber hinaus auch die ordnungsgemäße Funktion der Bremsen sicherstellen.

Das sind doch recht viele Faktoren! Zur besseren Übersichtlichkeit hier noch einmal alle Faktoren in der Kurzfassung. Auf den Reaktionsweg können sich folgende Dinge negativ auswirken:

  • Müdigkeit
  • Unachtsamkeit
  • Medikamente
  • Alkohol und andere Drogen
  • Erkrankungen
  • Nasse Fahrbahn
  • Verschmutzte Fahrbahn
  • Wind
  • Unzureichende Bremsleistung des Fahrzeugs

Wie wirkt sich ein Anhänger auf den Reaktionsweg aus?

Hefte raus! Prüfungsfrage: Sie fahren einen Pkw mit voll beladenem Anhänger ohne eigene Bremse. Was passiert?

a) Der Anhalteweg wird kürzer.
b) Der Bremsweg wird länger.
c) Der Reaktionsweg wird länger.

Kennen Sie die Antwort? Richtig ist hier tatsächlich Antwort b).

Das höhere Gesamtgewicht sorgt dafür, dass die Bremsen unter höherer Belastung mehr Gewicht verlangsamen müssen. Konkret heißt das für unseren Reaktionsweg: Ein Anhänger übt keinen Einfluss auf den Reaktionsweg aus. Dadurch, dass der Bremsweg länger wird, erhöht sich allerdings auch der Anhalteweg, denn, wie wir bereits wissen, setzt sich der Anhalteweg wie folgt zusammen: Anhalteweg = Reaktionsweg + Bremsweg.