BMW 3er Testbericht
Die neue BMW 3er Limousine setzt auf modernes Design, digitale Technik und Mildhybrid-Benziner. Einen Diesel gibt's nicht mehr.
Was gut ist
Was nicht so gut ist
BMW 3er: Was würden Sie gerne als Nächstes lesen?
Unser Fazit zum BMW 3er
Der BMW 3er (G50) verbindet Limousinen-Tugenden mit einem modernen digitalen Innenraum. Er zielt auf alle, die ein klassisches Stufenheck einer SUV-Karosserie vorziehen. Außen und innen präsentiert sich der 3er im Look der Neuen Klasse von BMW, auch wenn unter dem Kleid weiterhin Benzinmotoren arbeiten. Ausschließlich Mildhybride wohl gemerkt.
Wer sich vorstellen kann, rein elektrisch unterwegs zu sein, sollte auch einen Blick auf den i3 werfen
Der BMW 3er startet bei 49.900 Euro für die 318 Limousine. Der 320 kostet mindestens 54.900 Euro, während das Topmodell M350 xDrive erst bei 80.900 Euro beginnt. Preislich bewegt sich BMW auf Augenhöhe mit den etablierten Premium-Mitbewerbern dieser Klasse - wie z. B. der Mercedes C-Klasse. Die ordentliche Serienausstattung gleicht das hohe Preisniveau zum Teil aus.
Der BMW 3er bietet 450 Liter Ladevolumen - das sind 30 Liter weniger als beim Vorgänger. Im Fond überzeugen Kopf- und Beinfreiheit, doch der Mitteltunnel des Verbrenners beeinträchtigt den mittleren Sitzplatz.
Das Motoren-Portfolio reicht vom 318 mit 115 kW/156 PS über den 320 mit 155 kW/211 PS bis zum M350 xDrive mit Reihensechszylinder und 326 kW/443 PS. Alle Verbrenner nutzen ein 48-Volt-Mildhybrid-System und sind mit einer Automatik ausgestattet. Schade: Einen Diesel gibt's nicht mehr. Plug-in-Hybride befinden sich bisher auch nicht im Angebot, sind aber zumindest angekündigt. Bei der Mercedes C-Klasse bekommst du noch beides.
Wie viel kostet der BMW 3er?
Leistung und Fahrkomfort
Das Motorenangebot der BMW 3er Baureihe deckt eine breite Leistungsspanne ab. Der 318 leistet 115 kW/156 PS, beschleunigt in 9,5 Sekunden auf 100 km/h und erreicht 215 km/h. Der 320 liefert 155 kW/211 PS, sprintet in 7,4 Sekunden auf Tempo 100 und wird bei 240 km/h abgeregelt.
Das Topmodell M350 xDrive ragt mit 326 kW/443 PS heraus. Es hat bereits nach 4,1 Sekunden Tempo 100 erreicht und rennt bis 250 km/h. Für alle drei Motorisierungen gilt: Es handelt sich um Mildhybrid-Benziner mit einem 48-Volt-System. Was manchen enttäuschen wird: Der Diesel flog aus dem Programm.
Wir sind das Verbrenner-Topmodell BMW M350 xDrive gefahren. Im Vergleich zum vollelektrischen BMW i3 50 xDrive ist der Verbrenner deutlich zugespitzter, lauter und sportlicher abgestimmt. Das liegt aber auch am "M" im Namen. Das Fahrwerk fällt selbst im komfortabelsten Modus straff aus. Die schmaler geschnittenen Sitze bieten zwar ordentlichen Halt, kosten aber etwas Langstreckenkomfort. Über die My Modes lässt sich der Charakter des M350 individuell anpassen. Bei zügiger Fahrt überzeugt die Limousine mit Agilität, auch wenn die Lenkung noch einen Ticken direkter ausfallen könnte.
Die Kraftübertragung übernimmt in allen Modellen serienmäßig ein automatisches 8-Gang Steptronic Getriebe, das sich auch über griffige Schaltpaddles manuell bedienen lässt. Wer ein manuelles Schaltgetriebe sucht, geht generell leer aus.
Die BMW 3er Limousine wiegt je nach Antrieb zwischen 1.755 Kilogramm beim 318 und 1.935 Kilo beim vollelektrischen M350 xDrive. Nach WLTP liegt der kombinierte Kraftstoffverbrauch zwischen 6,5 und 8,2 Litern auf 100 Kilometer.
Kofferraum, Platz und Praxistauglichkeit
Im Heck bietet der BMW 3er mit Verbrennungsmotor ein Volumen von 450 Litern, 30 Liter weniger als der Vorgänger. Trotzdem liegt die Limousine auf Augenhöhe mit direkten Wettbewerbern wie der Mercedes-Benz C-Klasse mit 455 Litern oder dem Audi A4 mit 460 Litern.
Die Elektroversion, der BMW i3, fasst nur 420 Liter, ergänzt den Kofferraum hinten aber um ein 31 Liter großes Staufach unter der Fronthaube. Einen solchen Frunk gibt es beim Verbrenner natürlich nicht.
Die Ladekante des BMW 3er liegt - auch im Vergleich zu einem SUV - angenehm tief. Bauartbedingt fällt die Öffnung des Stufenhecks jedoch schmal aus, was das Einladen sperriger Güter erschwert. Ein doppelter Ladeboden fehlt.
Reisende profitieren im Fond von einer beachtlichen Kopffreiheit und guter Kniefreiheit. Das bis nach hinten gezogene, serienmäßige Panoramadach sorgt für ein angenehm luftiges Raumgefühl. Zudem lassen sich die Füße problemlos unter den Vordersitzen verstauen. Im Verbrenner schränkt allerdings der breite Mitteltunnel den Komfort auf dem mittleren Platz spürbar ein.
Die Rücksitzbank lässt sich flexibel im Verhältnis 40:20:40 umklappen. Im Kofferraum erleichtern zwei Verzurrösen die Ladungssicherung, für zusätzlichen Stauraum sorgen ein Fach fürs Erste-Hilfe-Set auf linken Seite sowie ein weiteres Fach samt Netz auf der rechten Seite.
Die maximale gebremste Anhängelast beträgt beim BMW 320 und M350 xDrive jeweils 1.800 Kilogramm. Beim Einstiegsmodell 318 liegt sie nur bei 1,3 Tonnen. Ungebremst ziehen alle Versionen bis zu 750 Kilogramm.
Für wen ist die BMW 3er Limousine geeignet?
Der BMW 3er richtet sich an anspruchsvolle Pendler, Dienstwagenfahrer und sportlich orientierte Paare oder kleine Familien. Es eignet sich für Personen, die eine fahraktive Limousine mit hoher Langstreckentauglichkeit und modernem Infotainment suchen, aber keinen ausladenden Kombi oder SUV benötigen.
Innenraum, Infotainment und Ausstattung
Das Cockpit prägen das 17,9 Zoll große Zentral-Display und das Panoramic Vision, das sich über die gesamte Windschutzscheibenbreite erstreckt. Beides ist serienmäßig an Bord. Ab Werk gibt's außerdem ein HiFi-System mit sieben Lautsprechern, einen DAB-Tuner und eine Smartphone-Integration via Apple CarPlay sowie Android Auto. Über das Connected-Drive-Angebot stehen Streaming-, Gaming- und Video-Apps bereit.
Die Bedienung der Fahrzeugfunktionen erfolgt per Touch, Lenkradtasten oder über den Sprachassistenten mit Alexa-KI. Das Kachelmenü erweist sich als intuitiv bedienbar, auch wenn die Vielzahl an Untermenüs etwas Einarbeitung erfordert. Programmierbare Routinen können den Alltag deutlich erleichtern.
Das Interieur wirkt insgesamt reduziert und fahrerorientiert. Wer gerne Knöpfchen drückt, ist hier aber falsch. In den Sichtbereichen ist die Verarbeitung gewohnt auf hohem Niveau. Die Haptik gefällt, wenngleich im unteren Fahrzeugbereich einfaches Hartplastik zum Einsatz kommt.
Für das Exterieur sind das M Sportpaket und das noch dynamischere M Sportpaket Pro verfügbar. Zudem stehen vier Designwelten zur Wahl: Essential mit Econeer-Stoff, Contemporary mit Veganza-Bezügen, die sportliche Linie BMW M mit M Sportsitzen sowie BMW Individual mit feinem Leder.
Obwohl bereits zahlreiche Fahrassistenten, der Komfortzugang und elektrisch verstellbare Sitze zur Serienausstattung gehören, treiben Extras die Kosten schnell in die Höhe. Details wie das 3D-Head-Up Display, größere Felgen, M Sportsitze oder das Harman-Kardon-Sound verlangen teure Aufpreise. Für viele digitale Dienste, Gaming-Apps und erweiterte Kartenfunktionen wird zudem das kostenpflichtige Abo BMW Digital Premium fällig.
Wie hoch ist der Verbrauch des BMW 3er?
Für die BMW 3er Motorisierungen 318 und 320 geben die Münchner einen kombinierten WLTP-Kraftstoffverbrauch von 6,5 bis 7,5 Litern je 100 Kilometer an. Das sportliche Topmodell M350 xDrive genehmigt sich offiziell zwischen 7,5 und 8,2 l/100 km.
M350 xDrive Testverbrauch von 9,3 l/100 km
Auf unserer 145 Kilometer langen Testfahrt verbrauchte der BMW M350 xDrive bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 56 km/h durchschnittlich 9,3 Liter auf 100 Kilometer. Aufgrund von Starkregen und der örtlichen Geschwindigkeitsbegrenzung von 130 km/h bewegten wir den Testwagen relativ zurückhaltend. Sprich, es sollte nicht schwer sein, 10 oder 11 Liter durch den Brennraum zu jagen.
Sicherheit und Assistenzsysteme
Für die neu vorgestellte Modellgeneration der 3er Reihe liegt noch kein offizielles Euro NCAP Crashtest-Ergebnis vor. Der Vorgänger holte 2019 die Bestwertung von 5 Sternen.
Serienmäßig liefert BMW den Driving Assistant Plus. Dieser umfasst eine Abstandsregelung, den automatischen Speed Limit Assist, einen Streckenverlaufsassistenten und einen Lenk- und Spurführungsassistenten.
Gegen Aufpreis gibt es z. B. den Autobahnassistenten für freihändiges Fahren bis 130 km/h. Auf unserer Testfahrt arbeitete er präzise, zuverlässig und regelte zurückhaltend, ohne den Fahrer zu bevormunden. Optional ergänzen Systeme wie der Parking Assistant Plus oder Parking Assistant Professional inkl. ferngesteuertem Parken den Sicherheitsumfang.
Bekannte Probleme und Rückrufe
BMW gewährt die markentypische 2+1-Gewährleistung mit vollem Schutz für 36 Monate ab Auslieferung. Während BMW sich damit im deutschen Premiumumfeld von Audi (2 Jahre) und Mercedes (2 Jahre) absetzen kann, bieten asiatische Hersteller teils deutlich längere Werksgarantien von bis zu sieben (Kia) oder acht Jahren (Geely).
Die Vorgängergeneration (G20) des BMW 3er zeigte im TÜV-Report 2026 Schwächen bei den Achsaufhängungen. Sie wurden übermäßig oft bemängelt.