Volkswagen T-Cross Test

Jugendlicher Kleinwagen-SUV

8/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Viel Platz und Variabilität
  • Hohe Sitzposition
  • Attraktiver Preis
  • Teils günstiges Hartplastik
  • Nur zwei Jahre Garantie
  • Tief liegende Klimabedieneinheit

18.695 € - 27.150 € Preisklasse

5 Sitze

4,2 - 5,1 l/100km

Test

Kleine SUVs sind voll im Trend. Dem folgt jetzt, besser spät als nie, auch Volkswagen mit dem neuen T-Cross. Der positioniert sich in VWs SUV-Palette unterhalb von T-Roc, Tiguan und Touareg. Unter den kleinen SUVs sieht sich das Polo-Derivat Konkurrenzmodellen wie Renaults Captur, Fiats 500X, Seats Arona, Opels Crossland X und Kias Stonic gegenüber. Im direkten Vergleich weiß das Mini-SUV aus Wolfsburg, das in Spanien gefertigt wird, zu überzeugen.

Mini-SUV? Klein? Der neue VW T-Cross ist mit 4,11 Meter Länge fast dreißig Zentimeter kürzer als ein Tiguan, im Innenraum bietet er jedoch mehr Raum und Luftigkeit als ein VW Polo, mit dem er sich die Plattform teilt und dem er nicht wenig Konkurrenz macht.

Platz und Variabilität sind hier immer Serie. Vier Personen reisen bequem und ganz hinten wird problemlos eingepackt, denn der T-Cross bietet einen noch größeren Kofferraum als der VW Polo und obendrein eine Vielseitigkeit, die der Polo nicht zu bieten hat: eine um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank (Serie) und den beim Laden von langen Gegenständen praktischen, umklappbaren Beifahrersitz (Extra für Life und Style).

Das digitale Cockpit, das auch den T-Cross optional schmückt, ist modern und mit gut ablesbaren Instrumenten und einfacher Bedienung alltagsgerecht. Das Infotainment fällt nur im Basismodell karg aus. Von der Sicherheitsausstattung kann man das jedoch nicht behaupten, denn schon im Einstiegsmodell des T-Cross gehören die wichtigsten Fahrassistenzsysteme zur Serienausstattung.

Unter der Motorhaube des VW SUV kommen bewährte Drei- und Vierzylinder mit bis zu 150 PS Leistung zum Einsatz, die relativ sparsam arbeiten. Das kommt jungen Familien genauso entgegen wie das gute Preis-Leistungs-Verhältnis, und auch reifere Jahrgänge steigen aus guten Gründen im T-Cross gerne ein. Interesse geweckt? Das neue SUV von VW wird im April 2019 am Markt erfolgreich durchstarten. Warum das so sein wird, darüber lesen Sie schon jetzt hier.

Erster Vorteil: Hohe Scheiben sorgen für einen luftigeren Raumeindruck und mehr Helligkeit im Innenraum und obendrein für gute Rundumsicht.

Zweiter Vorteil: Die erhöhte Sitzposition hat den gleichen Effekt und sorgt dafür, dass man in zugeparkten Straßen beim Abbiegen ein wenig über die Dächer der am Straßenrand geparkten Autos blicken kann. Dadurch werden beim Einbiegen entgegenkommende Autos früher erkannt.

Dritter Vorteil: Wer höher sitzt, sitzt gesünder und steigt leichter ein und aus, was älteren Menschen entgegen kommt.

Vierter Vorteil: Eine hohe Karosserie sorgt für gute Kopffreiheit im Fond und ein höheres Gepäckabteil. Steht die verschiebbare Rückbank in hinterster Position liegt das Kofferraumvolumen bei 385 Liter, steht sie ganz vorne (jetzt können nur noch Kids hinten sitzen), sind es 455 Liter. Wird die 60:40 geteilte Rückbanklehne heruntergeklappt, wächst das Volumen auf 1.281 Liter.

Fünfter Vorteil: Der VW T-Cross bietet alle diese Vorteile in einem Fahrzeug. Mit 4,11 Meter Länge fällt das VW SUV nur knapp über fünf Zentimeter länger als ein VW Polo aus, womit es vergleichbar gut in die Parklücken passt, aber mit 1,58 Meter stehen elf Zentimeter mehr Höhe als im Polo zur Verfügung. Das ist nur eine Zahl, aber eine, die der Grund sein kann, warum man dem VW T-Cross gegenüber dem VW Polo den Vorzug gibt.

Technische Daten

Länge 4,11 Meter
Breite 1,76 Meter
Höhe 1,58 Meter
Kofferraumvolumen 385 bis 1.281 Liter
Türen 5
Leergewicht ab 1.245 Kilogramm
Zuladung 445 bis 555 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.720 bis 1.750 Kilogramm
Zulässiges Anhängelast ungebremst / gebremst 620 bis 630 Kilogramm / 1.000 bis 1.200 Kilogramm

Drei- und Vierzylindermotoren mit 95 bis 150 PS Leistung stehen im Angebot, die allesamt die Abgasnorm Euro 6d-TEMP erfüllen und mit einem manuellen Schaltgetriebe oder Doppelkupplungsgetriebe bedient werden. Eine umweltfreundliche Erdgasvariante und den 200 PS starken T-Cross GTI liefert VW in Zukunft wahrscheinlich nach.

Die Benziner

Die quirlig hoch drehenden, schnatternden Dreizylinderturbos mit 1,0 Liter Hubraum und 95 oder 115 PS Leistung sind in Kombination mit dem Schaltgetriebe keine Motoren für Schaltfaule und müssen mit fünf (95-PS-Variante) und sechs Gängen (115-PS-Variante) bei Laune gehalten werden.

Der beliebteste Benziner wird, so erwartet man es bei Volkswagen, die auch mit Doppelkupplungsautomatik lieferbare 115-PS-Variante sein. Die hält Volkswagens SUVchen, das nur 1,25 Tonnen wiegt, gut in Schwung. Dank des Turboladers und 200 Nm Drehmoment (95-PS-Motor: 175 Nm). Noch kräftiger performt der T-Cross als 1.5 TSI mit dem 250 Nm produzierenden und 150 PS starken Vierzylinder-Turbobenziner, der ab Ende 2019 beim VW Händler steht.

Ob man sich für den Drei- oder Vierzylinder entscheidet, macht vom Verbrauch in der Praxis keinen riesigen Unterschied. Im Gegensatz zu der auf dem Prüfstand ermittelten Werksangabe muss der hubraumschwächere Dreizylinder im Alltagsbetrieb oft höher drehen und mehr arbeiten als der Vierzylinder. Das steigert den Verbrauch. Aus den rund fünf Litern der Werksangabe werden sieben Liter Super. Die sind auch mit dem Vierzylinder machbar.

Der Diesel

Unbestreitbar bleibt der Diesel die sparsamste Antriebsform im SUV. Der schon bekannte 1,6-Liter-Vierzylinder mit 95 PS, der mit SCR-Kat und Ad Blue-Zugabe sauber gemacht wurde, zieht kraftvoll an und arbeitet während des Kaltstarts und bei höherem Drehzahlniveau mit dem für Volkswagens TDIs typischen Knurren. Bei niedrigen Drehzahlen und Autobahnfahrt hält er sich zurück. Im Verbrauch ebenso mit Werten zwischen fünf und sechs Litern Diesel, die so im Schnitt aus dem 40 Liter großen Tank fließen.

Und sonst? Der T-Cross fährt sich trotz höherem Aufbau wie ein Polo. Das heißt, wenn man es vom Fahrspaß her betrachtet: ganz normal, etwas langweilig, und wenn man es rational bewertet: komfortabel, gutmütig, präzise und sicher. Es ist schade, dass der T-Cross nicht mit Allradantrieb zu ordern ist, der die Sicherheit auf glatten Fahrbahnen noch erhöhen würde. Das ist allerdings bei den meisten seiner Konkurrenten auch so.

1.0 TSI 1.0 TSI 1.6 TDI
Hubraum [ccm] 999 999 1.598
Leistung [PS] 95 115 95
Getriebe 5-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe (7-Gang-Automatik) 5-Gang-Schaltgetriebe (7-Gang-Automatik)
0-100 km/h [s|
Höchstgeschwindigkeit [km/h
11,5 | 180 10,2 | 193 keine Angaben
Kraftstoff Benzin Benzin  Diesel

Im Basismodell des VW T-Cross fehlt die für entspanntes Fahren bei hohen Temperaturen wichtige Klimaanlage. In den anderen zwei Ausstattungslinien, Life und Style, ist sie dagegen inklusive.

T-Cross Basismodell

Die Ausstattung ist im Einstiegsmodell ansonsten akzeptabel. Inklusive sind der höhenverstellbare Fahrersitz, die verschiebbare Rückbank, die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, die Scheibenwischer-Intervallschaltung mit Lichtsensor, das Start-Stopp-System mit Bremsenergie-Rückgewinnung und der Geschwindigkeitsbegrenzer.

Dagegen wird im Infotainment mit VW-Connect, dem 6,5-Zoll-Display und dem Radio mit lediglich zwei Lautsprechern nur Basisarbeit geleistet. Gegen Aufpreis gibt es auch ein 8-Zoll-Touchscreen samt Apple CarPlay und Android Auto, die induktive Smartphone-Ladestation und das Beats Soundsystem mit 300-Watt-Achtkanal-Verstärker und Subwoofer im Kofferraumbodenfach.

Vorbildlich: An der Sicherheit hat VW nicht gespart. Das Sicherheitsniveau ist schon im Einstiegsmodell des T-Cross hoch, denn zu den serienmäßigen Assistenzsystemen zählen der Front Assist inklusive Fußgängererkennung, die City-Notbremsfunktion sowie der Spurhalte-, Spurwechsel- und Ausparkassistent mit Blind Spot-Sensor. Weitere Sicherheitsoptionen wie der adaptive Radartempomat (ACC) und der Einparkassistent finden sich in der Preisliste.

T-Cross Life

Die zweithöchste Ausstattungslinie wird nach VW-Angabe die beliebteste im T-Cross sein. Zu der zählen neben der Klimaanlage noch der höhenverstellbare Beifahrersitz mit Schublade unter der Sitzfläche, das Multifunktionslenkrad, die vordere Mittelarmlehne, Make-up-Spiegel in den Sonnenblenden, die vorderen und hinteren Einparksensoren und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen.

T-Cross Style

Das Topmodell Style verfügt zusätzlich über eine Klimaautomatik, die Ambiente-Beleuchtung, beheizbare Sport-Komfort-Sitze, Leder an Lenkrad und Schaltknauf, LED-Hauptscheinwerfer und 17-Zoll-Leichtmetallfelgen. Die Müdigkeitserkennung und die Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht werten die Sicherheitsausstattung auf.

Wenn man es schätzt, lässt sich VWs T-Cross mit dem R-Line Paket und weiteren Designpaketen innen und außen mit Kontrastlackierungen, bunten Felgen und Klebefolien aufpeppen.

Zusammenfassung

Das kompakteste SUV von VW, das ab sofort bestellbar ist und ab April 2019 ausgeliefert wird, fällt mit dem geräumigen Innen- und Kofferraum, der alltagsgerechten Variabilität und guter Sicherheitsausstattung überzeugend aus. Kleinigkeiten wie teils günstige Kunststoffqualitäten, die tief angeordnete Klimabedieneinheit oder die fehlende Klimaanlage im Basismodell werden vom Preis-Leistungs-Verhältnis des T-Cross, das nicht nur junge Eltern begeistert, überstrahlt.

Mit einem Preis nur einige hundert Euro über Polo-Niveau stellt das VW SUV jedem Polo-Interessent vor der Bestellung die Gewissensfrage: Wenn man mehr Auto fürs Geld erhalten kann, warum nicht zugreifen?

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