KIA XCeed Test

Kompakter Livestyle-SUV

9/10
Wow-Wertung
Unsere Auto-Experten vergeben diese Wertung nach ausführlicher Prüfung des Fahrzeugs.
  • Ausgewogenes Fahrwerk
  • Digitalcockpit und modernes Infotainment
  • 7 Jahre Garantie
  • Digitalcockpit nur im Topmodell
  • Unübersichtliches Heck
  • Kein Allradantrieb im Angebot

20.851 € - 37.325 € Preisklasse

5 Sitze

3,9 - 6,7 l/100km

Test

Ist der attraktivste Kia Ceed der, den Kia als letzten der Modellreihe präsentiert hat? Nach dem Ceed Fünftürer, dem Ceed Kombi Sportswagon und dem schicken Ceed Shooting Brake ProCeed legt Kia mit dem Crossover XCeed im populären Segment der kompakten SUVs nach, was Konkurrenten wie den gut verkauften VW T-Roc, den sportiven BMW X2 oder den gelungenen Toyota C-HR einige Verkaufseinheiten kosten dürfte.

Wie das? Ist der Kia XCeed nicht nur wieder einer dieser hoch gelegten Kombis? Ja, aber der XCeed unterscheidet sich in einigen, vielleicht Kaufentscheidenden Details von den anderen Ceeds. Das fängt außen mit dem schmaleren Kühlergrill und den größeren Lufteinlässen an und setzt sich mit mehr Bodenfreiheit fort (über 18 Zentimeter), bis sich die Dachlinie gefällig absenkt.

Sich absenkende Dachlinie = Wenig Kopffreiheit auf der Rückbank? Auch hier weiß der Kia XCeed zu überraschen. Hinter den Vordersitzen steht im 4,40 Meter langen Crossover so viel Beinfreiheit wie im Ceed zur Verfügung, weil der Radstand von 2,65 Meter identisch ist. Die Kopffreiheit genügt ebenso, wenn man erwachsen ist und nicht mehr als 1,85 Meter misst.

Aber im Kofferraum leidet das Volumen unter dem abfallenden Heck? Nicht wirklich. Im direkten Vergleich mit dem Kombi Ceed Sportswagon, der 625 bis 1.694 Liter verstaut, fällt das Volumen mit 426 Litern zwar erheblich kompakter aus, aber das verwundert kaum, da der Kombi mit 4,60 Meter zwanzig Zentimeter länger baut. Der vier Zentimeter kürzere BMW X2 packt mit 470 Liter etwas mehr ein und der gleich lange Toyota C-HR (Länge: 4,36 Meter) 377 Liter. Mit dem Kofferraumvolumen, das sich durch das Umklappen der im Topmodell Platinum im Verhältnis 40:20:40 und in den anderen Linien 60:40 geteilten Rückbanklehne erheblich erweitern lässt, kann man im Alltag aber gut auskommen.

Und wie unterscheidet sich der XCeed im Cockpit? Im Innenraum fühlt man sich, wenn man den Ceed kennt, schnell zu Hause, trotzdem ist Entscheidendes anders. Man sitzt um vier Zentimeter höher, was den Ein- und Ausstieg erleichtert. Und dann wird es digital: Als erster Ceed erhält der XCeed ein Digitalcockpit und ein neues Infotainmentsystem mit großem Bildschirm.

Das 12,3-Zoll-Digitalcockpit, das leider nur im Topmodell mit dabei ist, gefällt mit gestochen scharfen Anzeigen. Das Onlinesystem UVO Connect3 liefert der XCeed-Besatzung Warnungen vor Gefahrenstellen, die Wettervorhersage und Verkehrsinfos in Echtzeit. Der neue 10,25-Zoll-Touchscreen, der nur dem Einstiegsmodell Edition 7 vorenthalten wird, lässt sich mit Tippen, Ziehen und Wischen so intuitiv wie ein Tablet bedienen. An der vorbildlichen Bedienung gibt es auch in diesem Kia Modell nichts zu meckern. Ebenso wenig an der guten, mit dem Ausstattungsniveau steigenden Sicherheitsausstattung.

Das „X“ im Typenschild, die Höherlegung, die dunkle Kunststoffbeplankung von Radhäusern und Türschwellern sowie der Unterfahrschutz täuschen aber nur etwas vor, was nicht ist: Den XCeed gibt es, anders als die SUVs Kia Sportage und Kia Sorento, ausschließlich mit Frontantrieb.

Auch bei den Motoren, die 115 PS bis 204 PS leisten, bleibt alles gleich, aber nicht beim Fahrwerk. Dass der XCeed von der Federung etwas komfortabler als die anderen Ceed Modelle abgestimmt ist, mit der straffen Federung ohne große Wankneigung sicher auf der Straße liegt und über eine präzise Lenkung verfügt, sind weitere Gründe, sich für das jüngste Modell der Ceed Baureihe zu entscheiden.

Wie es um den Komfort, die Sicherheit, den Praxisnutzen und das Preis-Leistungs-Verhältnis im Kia XCeed steht, darüber entscheidet auch die Wahl der Ausstattungslinie und der Motor. In dieser Kaufberatung erfahren Sie mehr über all das.

Technische Daten

Abmessungen und Maße
Länge 4,40 Meter
Breite 1,83 Meter
Höhe 1,48 bis 1,49 Meter
Kofferraumvolumen 426 bis 1.378 Liter
Türen 5
Leergewicht 1.332 bis 1.571 Kilogramm
Zuladung 463 bis 495 Kilogramm
Zulässiges Gesamtgewicht 1.820 bis 1.920 Kilogramm
Zulässige Anhängelast
ungebremst / gebremst
600 bis 650 Kilogramm /
1.200 bis 1.500 Kilogramm

Der Kia XCeed bietet mit den 115 bis 204 PS starken Motoren, die sich bis auf den Einstiegsbenziner und -diesel auch mit Doppelkupplungsautomatik bestellen lassen, etwas für jeden Geschmack. Ab 2020 befindet sich sogar ein Plug-in-Hybrid im Motorenprogramm.

Die Benziner

Unter den Benzinmotoren fällt die Wahl zwischen dem Dreizylinderturbo mit 120 PS und den Vierzylinderturbomotoren mit 140 und 204 PS.

Schon der 1,0-Liter-T-GDI ist ein guter Einstieg, denn der Dreizylinder erarbeitet mit seinem Turbolader ein Drehmoment von 172 Newtonmeter zwischen 1.500 und 4.000 Touren. Dies sorgt für quirliges Vorankommen und einen Verbrauch von 5,4 bis 5,7 Liter/100 km in der Werksangabe. In der Praxis sind es ein, zwei Liter Super mehr. Besonders, wenn man den 120 Pferden die
Sporen gibt.

Nochmals deutlich flotter und auch noch etwas leiser läuft der XCeed mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder-Turbo. Der produziert 242 Nm Drehmoment und sorgt dafür, dass man zwei Sekunden flotter als mit dem 1.0 T-GDI aus dem Stand auf Tempo 100 beschleunigt. Dafür nimmt sich der 1.4 T-GDI, der mit dem gut schaltbaren Schaltgetriebe oder der harmonisch arbeitenden Doppelkupplungsautomatik kombinierbar ist, rund einen halben Liter Super mehr aus dem 60 Liter großen Tank.

Für nochmals (mindestens) rund einen halben Liter mehr Sprit alle 100 Kilometer sitzt man im 204 PS starken und temperamentvollen XCeed 1.6 TGD-I. Seine schnellste Variante ist die mit Doppelkupplungsgetriebe, die in nur 7,5 Sekunden von 0 auf Tempo 100 beschleunigt und eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h erreicht.

Die Diesel

Bei dem 1,6-Liter-Diesel, der mit einem Verbrauch von nur 4,1 bis 4,6 Liter/100 km auskommt (Werksangabe), fällt die Entscheidung zwischen 115 oder 136 PS Leistung. Der relativ laufruhige stärkere Vierzylinder, den wir im Test schon gefahren sind, sorgt für einen ordentlichen Durchzug und ordentliche Fahrleistungen. Die 115-PS-Variante empfiehlt sich aus Preis-Leistungs Sicht. Mit 280 Nm bietet sie genauso viel Drehmoment wie der 136-PS-Motor und ihr Preis ist deutlich niedriger. Trotzdem gibt es hier zwei Einschränkungen.

1.0 T-GDI 1.4 T-GDI 1.6 T-GDI 1.6 CRDi 115 / 136
Hubraum [ccm] 998 1.353 1.591 1.598
Leistung [PS] 120 140 204 115 / 136
Getriebe 6-Gang-Schaltgetriebe 6-Gang-Schaltgetriebe /
7-Gang-Automatik
6-Gang-Schaltgetriebe /
7-Gang-Automatik
6-Gang-Schaltgetriebe /
7-Gang-Automatik
0 – 100 km/h [s] |
Vmax [km/h]
11,3 | 186 9,4 (9,5) | 200 7,7 (7,5) | 220 11,4 / 10, 6 (10,1) | 190 / 196 (198)
Kraftstoff Benzin Benzin Benzin Diesel

Der Einstiegsdiesel mit 115 PS spart gegenüber dem 136-PS-Diesel, der erst im zweiten Ausstattungslevel Vision startet, satte 3.000 Euro, aber ihn gibt es nicht mit Automatik und ausschließlich in der Basislinie Edition 7.

XCeed Edition 7

Aber keine Angst vor Kargheit! Bereits die Basisversion Edition 7 beinhaltet eine Klimaanlage, einen Tempomat, ein Multifunktionslenkrad, einen Dämmerungssensor, eine Alarmanlage, elektrische Fensterheber rundum und ein Audiosystem mit 5-Zoll-Display, sechs Lautsprechern, USB-Schnittstelle und Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

Ebenfalls mit dabei sind ein höhenverstellbarer Fahrersitz, eine Dachreling, Sonnenblenden mit beleuchteten Make-up-Spiegeln, eine Mittelarmlehne vorn mit Ablagefach sowie eine 12-Volt-Steckdose und Gepäcknetzösen im Gepäckraum.

Und auch an Sicherheit hat das Einstiegsmodell schon einiges zu bieten mit den LEDs in den Scheinwerfern und Rückleuchten, den Nebelscheinwerfern, dem aktiven Spurhalteassistenten mit korrigierendem Lenkeingriff, dem Fernlichtassistenten, dem Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und dem Müdigkeitswarner.

XCeed Vision

Das Komfortniveau steigt im Vision, den man an den 18 statt 16 Zoll großen Rädern erkennt, die diese Variante einen Zentimeter höher über der Straße stehen lassen. Im Innenraum machen die glänzend schwarzen Einsätze an Armaturenbrett, Türverkleidungen und Schaltkulisse sowie die Sitze mit Stoff-Leder-Bezug den Unterschied.

Hinzu kommen im Vision die Sitzheizung vorn, das beheizbare Lederlenkrad, die beheizbaren Außenspiegel, die verschiebbare Mittelarmlehne vorn, die elektronische Parkbremse sowie die Supervision-Instrumenteneinheit mit 4,2-Zoll-Display und USB-Schnellladeanschluss.

Das Infotainment erfährt mit dem 8-Zoll-Touchscreen, den Smartphone-Schnittstellen für Android Auto und Apple CarPlay und der Sprachsteuerung eine Aufwertung und die Sicherheit durch die hinteren Parksensoren und die Rückfahrkamera.

XCeed Spirit

Die Aufwertung im Spirit machen aus die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die elektrisch einstellbaren Lendenwirbelstützen in den Vordersitzen, der höhenverstellbare Beifahrersitz, die elektrisch anklappbaren Außenspiegel, der selbstabblendende Innenrückspiegel, der Regensensor und der digitale Radioempfang.

Noch mehr Sicherheit hat man an Bord mit dem erweiterten Frontkollisionswarner mit Bremseingriff und Fußgänger-/Fahrraderkennung, dem Regensensor, dem Stauassistenten und dem automatischen Abstandsregeltempomat (ACC) mit Stop&Go-Funktion, der allerdings nur mit dem Doppelkupplungsgetriebe mit dabei ist.

XCeed Platinum

Platinum heißt das Topmodell mit Nachname. Die wichtigsten Vorzüge dieser Version, die man an den Außenspiegeln in Hochglanzschwarz erkennt, machen das volldigitale Cockpit mit 12,3-Zoll-Display, das 10,25-Zoll-Navigationssystem inklusive 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Updates und die Online-Dienste UVO Connect sowie ein JBL Premium-Soundsystem aus.

Zum weiteren Ausstattungsumfang zählen die induktive Smartphone-Ladestation, der Smart-Key, der elektrisch einstellbare Fahrersitz mit Memory-Funktion, die Sitzheizung und -ventilation vorn, die Sitzheizung hinten, die im Verhältnis 40:20:40 geteilte Rücksitzbank und die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe.

Zudem gehören zur Serienausstattung ein elektrisches Glasschiebedach, mit Leder und Kunstleder bezogene Sitze, Alusportpedale, dunkel getönte hintere Scheiben und die beheizbaren Wischwasserdüsen. Die meisten Ausstattungsposten sind in Paketform auch für die anderen Ausstattungslinien, Ausnahme: Einstiegsmodell, zu bestellen.

Und auch die Sicherheitsausstattung ist im Topmodell top mit dem Querverkehrwarner zur Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel beim Querausparken, dem Spurwechselassistenten mit Toter-Winkel-Warner, dem Einparkassistenten zum Parallel- und Quereinparken sowie Parallelausparken, den Parksensoren vorn und der Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Zusammenfassung

Warum die Hälfte aller Ceed-Verkäufe auf den XCeed fallen sollen, ist nicht schwer nachzuvollziehen. Der XCeed, auf den Kia wie alle Modelle sieben Jahre Garantie gibt, tritt in einem boomenden Fahrzeugsegment an und mit Digitalinstrumenten und neuem Infotainment noch moderner auf als die anderen Ceed Modelle, mit denen der Crossover die reiche Ausstattung, die gute Sicherheitsvorsorge und das überzeugende Preis-Leistungs-Verhältnis gemeinsam hat. Der Letzte der Modellreihe ist also wirklich der für viele attraktivste.

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