Privatleasing: Macht es Sinn privat ein Auto zu leasen?

23. Juli 2021 von

Auto leasen oder kaufen? Eine Frage, die sich nun auch vermehrt Privatpersonen stellen. Galt Auto-Leasing eine Zeit lang ausschließlich für Gewerbetreibende als rentabel, gibt es inzwischen zahlreiche Leasingangebote, die sich speziell an Privatpersonen richten. Wir zeigen Ihnen, ob sich Leasing für Privatpersonen lohnt, worauf es zu achten gilt und wie Privatleasing funktioniert.

Ein Fahrzeug wird über eine bestimmte Laufzeit hinweg bei einem Leasinggeber „gemietet“. Hierfür fallen eine Anzahlung als auch monatliche Leasinggebühren an. Am Ende der Vertragslaufzeit besteht die Möglichkeit des Kaufs oder das Auto wird an den Leasinggeber zurückgegeben.

Bis vor einigen Jahren war die Annahme weitverbreitet, dass sich Auto-Leasing nur für Unternehmen und Selbständige, nicht aber für Privatpersonen lohnt. Der Grund: Gewerbetreibende können die monatliche Leasingraten als Betriebsausgaben geltend machen und von den Steuern absetzen.

Darüber hinaus profitieren diese oftmals von besonderen Konditionen seitens der Leasinggeber. Das hat sich im Laufe der Zeit geändert. Auch wenn Privatpersonen keine steuerlichen Einsparungen vornehmen können, ergeben sich anderweitig diverse Vorteile.

⏰  Kurz zusammengefasst

Zunächst haben wir für Sie unsere top Leasing-Deals zusammengetragen:

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Lohnt sich Leasing für Privatpersonen?

Inwiefern sich Privatleasing für Sie lohnt, ist von unterschiedlichen Faktoren abhängig. Zunächst einmal spielen die persönlichen Ansprüche eine wichtige Rolle: Sie möchten flexibel sein und sich nicht lange an ein Auto binden? Sie möchten das Fahrzeug nutzen, nicht aber besitzen? Sie fahren gerne Neuwagen, doch sind die Ersparnisse für einen Kauf nicht ausreichend? Dann stellt das Privatleasing durchaus eine echte Alternative dar.

Nichtsdestotrotz sollten Sie sich im Klaren darüber sein, die monatlichen Leasingraten über die gesamte Laufzeit hinweg bezahlen zu können. Eine vorzeitige Kündigung des Leasingvertrags ist kaum möglich. Welche Vor- und Nachteile überwiegen, sind individuell abzuwägen.

Vor- und Nachteile des Privatleasings

Beim Privatleasing profitieren Sie von diversen Vorteilen, beginnend bei der Fahrzeuganschaffung. Statt des Kaufpreises wird lediglich die Fahrzeugnutzung in Form von monatlichen Leasingraten bezahlt. Dadurch wird die Liquidität geschont.

Oftmals bieten Händler Full-Service-Leasing inklusive Wartung, Versicherung und Kfz-Steuer an. Diese Kosten sind mit der Leasingraten abgedeckt, wodurch eine hohe Planungssicherheit gewährleistet wird.

Die Laufzeiten belaufen sich in der Regel auf zwei bis vier Jahre. Im Anschluss können Sie das Auto zurückgeben und ein neues Modell wählen. Manchmal ist es auch möglich, von einer anderen Person einen Leasingvertrag zu übernehmen. Auf diese Weise können Sie ohne Risiko aktuelle Neuwagen mit modernster Technik fahren.

Des Weiteren bleibt Ihnen der Verkaufsaufwand erspart. Handelt es sich um ein Kilometerleasing, trägt der Leasinggeber den Wertverlust des Autos.

Vorteile im Überblick:

  • Ausgaben sind planbar
  • Geringer Eigenkapitaleinsatz
  • Neuwagen mit modernster Technik
  • Kein Verkaufsaufwand
  • Wertverlust trägt Leasinggeber (bei Kilometerleasing)

Beim Auto-Leasing bleibt der Leasinggeber Eigentümer des Fahrzeugs. Das bedeutet: Wer sich für ein Privatleasing entscheidet, zahlt monatliche Leasingraten, ohne am Ende der Laufzeit Anspruch auf das Fahrzeug zu haben. Einerseits ist dadurch Flexibilität geboten, andererseits steht man mit leeren Händen da.

Neben monatlichen Leasingraten ist zu Vertragsbeginn mit einer hohen Anzahlung zu rechnen. Daher sollte ausreichend Liquidität vorhanden sein, denn ein Leasingvertrag lässt sich nur schwer vorzeitig kündigen. Beim Restwertleasing trägt der Leasingnehmer, im Falle eines nicht erreichten Restwerts, das Risiko einer Nachzahlung.

Nachteile im Überblick:

  • Leasinggeber bleibt Fahrzeugeigentümer
  • Hohe Anzahlung, monatliche finanzielle Belastung
  • Leasingvertrag schwer vorzeitig kündbar
  • Mögliche Nachzahlung bei Rückgabe (bei Restwertleasing)

Wie funktioniert Privatleasing?

Privatleasing unterliegt den gleichen Prinzipien wie ein Gewerbeleasing. Im ersten Schritt gilt es, das richtige Angebot zu finden. Dies ist bei zahlreichen Autohäusern und Anbietern im Internet möglich. Im Zuge der Angebotserstellung sollten Sie sich für eine Leasingart entscheiden. Hierbei wird zwischen Kilometerleasing, Restwertleasing und Null-Leasing unterschieden.

Ersteres ist das gängigste Leasing-Modell und beinhaltet eine vertraglich festgelegte Jahreskilometerzahl. Werden mehr Kilometer pro Jahr zurückgelegt als vereinbart, fallen Zusatzkosten an.

Beim Restwertleasing bestimmt der Leasinggeber den zu erreichenden Restwert des Fahrzeugs am Ende der Laufzeit. Wird dieser unterschritten, muss der Leasingnehmer den Differenzbetrag ausgleichen.

Null-Leasing stellt einen Leasingvertrag ohne Anzahlung dar. Für die Berechnung der monatlichen Rate wird der Listenpreis herangezogen. Oftmals liegt dieser über dem Neuwagenpreis, sodass der tatsächliche Spareffekt entfällt.

Nachdem Sie sich für eine Leasingart entschieden haben, prüft der Leasinggeber Ihre Bonität. Fällt diese positiv aus, steht der Vertragsunterzeichnung nichts mehr im Wege. Nach einer Anzahlung können Sie das Fahrzeug abholen und für die vertraglich festgelegte Laufzeit nutzen.

Was muss man beim Privatleasing beachten?

Wie für eine Finanzierung müssen Sie auch für das Privatleasing eine positive Bonität vorweisen. Verfügen Sie über kein regelmäßiges Einkommen bietet sich die Möglichkeit, einen Bürgen in den Vertrag aufzunehmen.

Die Höhe der monatlichen Leasingrate setzt sich aus verschiedenen Komponenten zusammen: Modell, Sonderausstattung, Anzahlung, Wertverlust, Zinsen sowie Wartungen und Inspektionen. Bei einem Full-Service-Leasing sind die Kosten bereits in der monatlichen Rate enthalten. Andernfalls sollten Sie die Zusatzkosten für Versicherung, Wartung und Inspektion einkalkulieren. Schließlich sind Sie vertraglich dazu verpflichtet, regelmäßige Inspektionen in einer Markenwerkstatt durchführen zu lassen.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, einen Leasingvertrag zwischen zwei und vier Jahren abzuschließen. Eine zu lange oder gar zu niedrige Laufzeit spiegelt sich in einer erhöhten Leasingrate wider. Bei Rückgabe überprüft ein Gutachter das Fahrzeug und führt etwaige Mängel und Schäden in einem Protokoll auf. Im Zweifelsfall lohnt es sich, einen unabhängigen Dritten heranzuziehen, der das Fahrzeug erneut begutachtet.

Privat leasen ohne Anzahlung?

In der Regel ist beim Privatleasing eine Anzahlung zu leisten. Für viele eine enorme Geldsumme, welche die Liquidität beeinträchtigt. Um Auto-Leasing für Privatpersonen weiterhin attraktiv zu gestalten, bieten einige Leasinggeber spezielle Angebote ohne Anzahlung an. Auf den ersten Blick eine kostengünstige Alternative.

Zu beachten ist: Die fehlende Anzahlung wird oftmals mit einer erhöhten monatlichen Leasingrate kompensiert. Andere hingegen kalkulieren mit überhöhten Abschlusssummen bei der Fahrzeugrückgabe. Aus diesem Grund sollten die Angebote vorab detailliert geprüft und miteinander verglichen werden.

Ist ein Privatleasing sinnvoll?

Die Vorteile des Privatleasings liegen klar auf der Hand. Dennoch sind auch die Nachteile zu berücksichtigen. Inwiefern ein Privatleasing sinnvoll ist, entscheidet die persönliche Lebenssituation.

Wenn Sie die Kosten stets im Blick haben, regelmäßig Neuwagen fahren und jeglichen Verkaufsaufwand vermeiden möchten, sind Sie mit einem Privatleasing gut beraten. Sollten Sie unsicher sein, ob Sie die Anzahlung sowie die monatlichen Leasingraten bezahlen können, ist ein Privatleasing nicht zwingend die richtige Wahl.