So funktioniert Leasingübernahme: Was Sie bei der Übergabe eines Leasingvertrags beachten sollten

Die Leasingübernahme: Eine Möglichkeit, vorzeitig das Leasingverhältnis zu beenden oder einen laufenden Vertrag für die Restzeit zu übernehmen. Der Leasinggeber erhält einen neuen Vertragspartner, der die Zahlung der Monatsraten weiterführt. Wie die Leasingübernahme funktioniert, welche Kosten dabei entstehen und was es grundsätzlich zu beachten gilt, erfahren Sie im folgenden Artikel.

Wer einen Leasingvertrag abschließt, ist in der Regel an eine feste Vertragslaufzeit gebunden. Eine vorzeitige Kündigung ist in den meisten Fällen nicht möglich. Ob Jobwechsel, Umzug oder Nachwuchs, nicht immer verläuft alles nach Plan. Was also tun, wenn Sie frühzeitig aus dem Leasingverhältnis aussteigen möchten oder ein Auto nur für kurze Zeit benötigen?

Die Lösung: Eine Leasingübernahme. Während der Leasingnehmer von einer kurzen Laufzeit und kostengünstigeren Konditionen profitiert, wird der vorherige Vertragspartner von der Zahlung weiterer Raten befreit. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.

⏰  Kurz zusammengefasst

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Was versteht man unter Leasingübernahme?

Bei der Leasingübernahme wechselt der Leasingnehmer während eines laufenden Vertrags. Das bedeutet: Eine andere Person übernimmt das Leasing zu den bestehenden Konditionen des vorherigen Vertragspartners. Damit erhält der neue Leasingnehmer das Nutzungsrecht des Fahrzeugs und zahlt die fälligen Raten für die Restlaufzeit an die Leasingbank.

Für eine erfolgreiche Übernahme ist in erster Linie das Finden eines Interessenten wichtig, der die erforderliche Bonität vorweist. Ist diese Voraussetzung gegeben, entstehen für den neuen Leasingnehmer folgende Vor- und Nachteile.

Vorteile einer Leasingübernahme

Kommt eine Leasingübernahme zustande, profitieren zunächst alle Beteiligten davon. Der ursprüngliche Leasingnehmer erhält eine Möglichkeit, frühzeitig aus dem bestehenden Vertrag auszusteigen. Eine finanzielle Entlastung, da die fälligen Raten nun von einem Dritten übernommen werden. Der Leasinggeber, sprich die Bank, erhält weiterhin die vereinbarte Langzeitmiete.

Auch profitieren all diejenigen, die sich zunächst nicht sicher sind, ob das Leasen eines Fahrzeugs das Richtige ist. Die Laufzeit ist kürzer und die Leasingraten sind in der Regel günstiger. Auch wurde bereits eine Anzahlung vom Vorbesitzer getätigt, sodass der Übernehmer weniger Geld in die Hand nehmen muss als bei einem neuen Leasingvertrag.

Die Vorteile im Überblick:

  • Vorheriger Leasingnehmer: Frühzeitiger Vertragsausstieg
  • Leasinggeber: Zahlung der Leasingraten wird fortgeführt
  • Neuer Leasingnehmer: Kürzere Laufzeit zu günstigeren Konditionen

Nachteile einer Leasingübernahme

Neben klaren Vorteilen bringt die Leasingübernahme auch Nachteile mit sich. Weist das Fahrzeug am Ende der Vertragslaufzeit Vorschäden auf, muss der neue Leasingnehmer dafür haften. Gleich, ob dieser die Schäden verursacht hat. Hier empfiehlt es sich, noch vor der Übernahme einen neutralen Gutachter zu beauftragen.

Darüber hinaus entspricht die Konfiguration des Fahrzeugs den Wünschen des ursprünglichen Leasingnehmers. Von der Lackierung über den Motor bis hin zur Ausstattung. Dasselbe trifft auf den Leasingvertrag zu: Laufzeit und Leasingrate sind auf den Vorbesitzer zugeschnitten.

Auch ist darauf zu achten, dass der tatsächliche Kilometerstand, mit dem im Vertrag übereinstimmt. Andernfalls kommt es zu Nachzahlungen für Mehrkilometer. Des Weiteren ist zu berücksichtigen: Bei einer Leasingübernahme wird ein neuer Halter in den Fahrzeugbrief eingetragen, was für gewöhnlich zu einer Wertminderung des Fahrzeugs führt.

Die Nachteile im Überblick:

  • Eventuelle Haftung bei Vorschäden
  • Keine individuelle Konfiguration möglich
  • Fest vereinbarter Leasingvertrag

Übergabe eines Leasingvertrags: Voraussetzungen

Zunächst einmal ist die Zustimmung des Leasinggebers erforderlich. Diese ist vor allem von der Bonität des neuen Leasingnehmers abhängig. Privatkund:innen sollten über ein regelmäßiges Einkommen verfügen, um die verbleibende Leasingrate zu decken. Bestenfalls liegt ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vor oder aber der befristete Arbeitsvertrag reicht über die Restlaufzeit hinweg.

Handelt es sich um ein Gewerbeleasing, sollte das Gewerbe bereits länger als sechs Monate bestehen. Zudem ist eine Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) vorzulegen, anhand derer die Bank die Ertragssituation beurteilen kann. Werden diese Voraussetzungen erfüllt, steht einer Übernahme seitens der Leasingbank nichts mehr im Wege.

Was kostet eine Leasingübernahme?

Die Leasingübernahme wird bei der Leasingbank beantragt, welche in der Regel eine Gebühr erhebt. Abhängig von der Bank variieren die Kosten für die Vertragsüberschreibung zwischen 200 und 600 Euro. In den meisten Fällen übernimmt diese der neue Leasingnehmer. In vorheriger Absprache können die Kosten auch untereinander aufgeteilt werden.

Bevor die Leasingübernahme beantragt wird, sind weitere Punkte zu beachten. Beispielsweise: Zahlt der Vorbesitzer einen Anteil der geleisteten Sonderzahlung sowie für bereits gefahrene Mehrkilometer? Wer übernimmt die Kosten bei Beauftragung eines Gutachters?

Wird ein Gutachter hinzugezogen, erstellt dieser ein Zustandsprotokoll, in dem mögliche Schäden festgehalten sind. Die Kosten belaufen sich hierfür auf 100 bis 150 Euro. Haben alle Beteiligten eine Einigung getroffen, wird das Fahrzeug beim Straßenverkehrsamt auf den neuen Leasingnehmer angemeldet.

Gründe für eine Leasingübernahme

Es gibt verschiedene Gründe für eine Leasingübernahme: Aus Sicht des vorherigen Leasingnehmers zählen hierzu ein finanzieller Engpass sowie Nachwuchs und der Wunsch nach einem neuen Fahrzeug.

Da eine Kündigung des bestehenden Leasingvertrags nicht ohne Weiteres möglich ist, stellt die Vertragsübernahme eine lohnenswerte Alternative dar. Dem neuen Leasingnehmer bietet sich die Möglichkeit, für einen kurzen Zeitraum ein Fahrzeug zu preiswerten Konditionen zu mieten und sich mit dem Leasen vertraut zu machen.

Wie funktioniert eine Leasingübernahme?

Kontaktaufnahme 

Zunächst ist das Finden eines Interessenten entscheidend, der die Voraussetzungen für die Vertragsübernahme erfüllt. Im Zuge der Kontaktaufnahme sollten essenzielle Details, wie die Bonität des neuen Leasingnehmers und die Aufteilung der Kosten besprochen werden. Sobald beide Parteien eine Einigung erzielt haben, ist es ratsam, einen Besichtigungstermin inklusive Gutachter zu vereinbaren.

Leasinggeber informieren

Anschließend informiert der aktuelle Leasingnehmer die Leasingbank über eine mögliche Leasingübernahme. Beide Parteien füllen ein Antragsformular mit Angaben ihrer Daten und einer Selbstauskunft des potenziellen Leasingnehmers aus. Hierzu zählen der Verdienstnachweis sowie die SCHUFA-Auskunft.

Handelt es sich um ein Gewerbeleasing, ist die Gewerbeanmeldung sowie eine Betriebswirtschaftliche Auswertung beizulegen. Auf Basis dieser Informationen prüft die Leasingbank die Bonität des neuen Leasingnehmers.

Vertragsübernahme und Fahrzeuganmeldung

Stimmt der Leasinggeber einer Übernahme des Leasingvertrags zu, wird der Vertrag auf den neuen Leasingnehmer umgeschrieben. In dem Zuge empfiehlt es sich für den neuen Vertragspartner, vertragliche Vereinbarungen wie die Höhe der Monatsraten, eventuelle anfallende Sonderzahlungen und das Andienungsrecht zu überprüfen. Letzteres beinhaltet die Verpflichtung zum Kauf am Ende der Vertragslaufzeit.

Die Unterzeichnung des Vertrags findet beim Leasinggeber vor Ort statt. Abschließend erfolgt das Umschreiben des neuen Halters auf das Fahrzeug beim Straßenverkehrsamt. Damit ist die Leasingübernahme für die Restlaufzeit erfolgreich abgeschlossen.

Wann ist eine Leasingübernahme sinnvoll?

Für Leasingnehmer lohnt sich eine Leasingübernahme, um den Leasingvertrag vorzeitig zu beenden. Auf diese Weise findet sich ein Abnehmer, der die Ratenzahlung fortführt. Für den neuen Leasingnehmer ist eine Leasingübernahme sinnvoll, wenn die Bonität begrenzt ist und ein Fahrzeug mit kurzer Restlaufzeit zu günstigeren Konditionen gesucht wird. Auch wenn ein gewisser Aufwand und zusätzliche Kosten entstehen, überwiegend die Vorteile für beide Parteien.