Ford Fiesta

Solider Kleinwagen macht Spaß beim Fahren

7,4
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Überzeugendes Fahrwerk
  • Hervorragender Dreizylinder
  • Viele Assistenzsysteme
  • Durchschnittlicher Kofferraum
  • Sitzverstellung nicht optimal
  • Schaltverhalten der Automatik

12.950 € - 24.050 € Preisklasse

5 Sitze

3,2 - 5,2 l/100km

Test

Auch wenn man wohl eher den VW Polo an der Spitze vermuten würde, der Ford Fiesta ist seit Jahren der erfolgreichste Kleinwagen in Europa. Seit der ersten Generation, die im Jahr 1976 debütierte, wurden über 17 Millionen Fiesta produziert. Seit Juli 2017 ist die achte Generation auf dem Markt, in der sich ein Kleinwagen manchmal gar nicht mehr so anfühlt wie ein Kleinwagen.

Die Gründe für dieses erwachsene Gefühl sind vielfältig. Dazu tragen die sieben Zentimeter mehr Länge und der eine Zentimeter mehr Breite genauso bei wie das aufgeräumte und hochwertige Cockpit.

Traditionell zählt der drei- oder fünftürige Fiesta zu den handlichsten und agilsten Vertretern in der Kleinwagenklasse. Diese Tradition erfährt im neuen Fiesta ihre Fortsetzung, denn die Lenkung, die Bremse und das Fahrwerk gehören zu den Aktivposten. Dass der Komfort noch verbessert wurde, macht das Kölner Kompaktangebot noch runder und reizvoller.

Der Favorit unter der Motorhaube bleibt der famose 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo, der im neuen Fiesta 100, 125 und 140 PS leistet. Ein neuer 1,1-Liter-Dreizylinder-Saugmotor und ein neuer 1,5-Liter-TDCi-Diesel befinden sich ebenfalls im Angebot.

So umfangreich wie das Motorenangebot fällt auch die Sicherheitsausstattung aus. Bis zu 15 Assistenzsysteme hat der Kölner mit an Bord.

Eine ebenso große Auswahl herrscht bei den Ausstattungslinien und -paketen. Einige Extras werden in Fords Vier-Meter-Klasse zum ersten Mal angeboten. All das macht den Fiesta, auch wenn der Preis im Vergleich zum Vorgänger gestiegen ist, deutlich attraktiver.

Auf 4,04 Meter Länge und 1,74 Meter Breite steht im Innenraum mehr Platz als vorher zur Verfügung. Der Kofferraum fällt durchschnittlich aus. Die Materialqualität und Bedienung wurden verbessert.

Das Interieur

Im Vergleich zur Vorgeneration scharen sich nur noch halb so viele Bedienelemente um das gut in der Hand liegende Lenkrad. Die hochwertiger wirkenden Oberflächen bieten einen im Alltag bald geschätzten Vorteil: Sie lassen sich wegen ihrer Struktur und der seltener gewordenen Spalte leichter reinigen.

Edler wirkt der Innenraum mit dem „frei stehenden“ neuen Touchscreen-Monitor sowieso. Der bildet im Fiesta den Bedienmittelpunkt, denn über den Bildschirm wird fast das gesamte Infotainment gesteuert.

Viel zu kritisieren gibt es im Innenraum nicht. Wenn man es trotzdem tut, dann würde man wohl bei den vorderen Dreiecksfenstern anfangen, die keinen Sichtvorteil bieten, sondern rein wegen des Stylings vorhanden sind.

In der ersten Reihe gibt es auf den bequemen und in einem weiten Bereich verschiebbaren Vordersitzen genügend Platz. Nur die Verstellung der Lehnenneigung per Drehrad, das sich zwischen der A-Säule und dem Sitz befindet, gestaltet sich mit großen Händen etwas mühsam.

Praktische Dinge wie die tiefe Ablage direkt vor dem Schalthebel zeigen aber wieder, was für ein praktischer Typ der Fiesta ist. Dass sich der Einstieg im fünftürigen Modell bequemer gestaltet als im dreitürigen und der Platz auf der Rückbank von den vorne Platz nehmenden abhängt, ist im Kleinwagen, egal ob Polo, Corsa oder Fiesta, das Normalste der Welt.

Der Kofferraum

Der Kofferraum fasst, wenn man statt des Ersatzrads das Reifenreparaturset bestellt, 292 Liter (mit Ersatzrad: 269 Liter) und fällt damit durchschnittlich aus (neuer Polo: 351 Liter). Legt man die Lehnen der Rückbank um, passen hinter den Vordersitzen 1.093 Liter auf die Ladefläche. Das reicht im Kleinwagen genauso wie die maximale Zuladung von rund 500 Kilogramm.

Ein gut gemachtes und gefälliges Fahrwerk gehört bei Ford seit Jahren zum Repertoire. Es bildet einen der Hauptgründe, warum man Fiesta fährt, und nicht etwa Corsa oder Polo. Eine kurvige Landstraße offenbart, warum die Entscheidung für den Fiesta auch in der achten Generation eine gute ist.

Leichtfüßig und wenig beschwert von 1,2 Tonnen Gewicht durchwedelt der kompakte Ford die Kurven. Die Lenkung ist feinfühlig abgestimmt und das Fahrwerk mitteilsam und transparent. Mit einem leichten Gaslupfer lässt sich das Heck zum Mitlenken motivieren.

Der Grenzbereich liegt hoch und auf der Autobahn spürt man, dass auch der Komfort gegenüber dem Vormodell gewonnen hat. Das macht den Fiesta wieder einmal zum Großen unter den Kleinen. Der Kölner ist ein Kleinwagen, den man nicht nur nutzt, um von A nach B zu kommen, sondern den man von Herzen gerne fährt.

Der Fiesta bietet eine breite Motorenpalette vom überzeugenden 1,0-Liter-Benziner bis zum durchzugsstarken Dieselmotor. Die Motoren werden mit dem neuen Fünfgang-Schaltgetriebe (1.1), dem sehr gut zu bedienenden Sechsgang-Schaltgetriebe (1.0 EcoBoost, 1.5 TDCi) oder der nicht so empfehlenswerten Sechsgang-Automatik kombiniert (1.0 EcoBoost).

Die Benziner

Der 1,0-Liter-Turbo bildet unter den Dreizylindermotoren eine Klasse für sich, denn er ist seit langem der beste und der kultivierteste Dreizylinder auf dem Markt. Angeboten wird der Turbomotor in drei Leistungsstufen mit 100, 125 und 140 PS. Die meisten Kunden entscheiden sich wohl auch in Zukunft für die 100-PS-Version, die wir schon gefahren sind.

Eine gute Entscheidung. Der Motor mit der für die Laufkultur kritischen ungeraden Zylinderzahl arbeitet im Fiesta kultiviert und leise. Er geht gut, wenn er gedreht wird. Die ersten drei Gänge sind die für den Stadtverkehr. Der vierte, obwohl die Schaltempfehlung es fordert, nur dann in der City zu gebrauchen, wenn ruhiges Gleiten angesagt ist.

Bei nur etwas mehr Gas bilden Drehzahl und Turbolader ein extrem effektives Stürmerteam. Zwei weitere Eigenheiten hat der 1.0 EcoBoost auch. Im zweiten Gang bremst der Motor beim Zurückschalten bergab, typisch Dreizylinder, nur wenig mit. Untypisch ist dagegen das: Dreht man den 100-PS-Dreizylinder über 6.500 Touren, gelingt der Spurt bis 100 km/h nur mit einem Gangwechsel im zweiten Gang – wie im Sportwagen.

Der Verbrauch des 183 km/h schnellen Fiesta 1.0 EcoBoost wird von Ford mit 4,3 l/100 km angegeben (Automatik: 5,2 l). Mit dem 1,1-Liter-Einstiegs-Dreizylinder mit 70 oder 85 PS fließt mit 4,4 Liter Super sogar mehr aus dem 42-Liter-Tank und ohne Turboaufladung bietet der Dreizylinder weniger Fahrfreude.

Die Diesel

Im Motorenmix des Fiesta war der Diesel nie dominant. Auch in der achten Generation werden sich mehr Kunden für einen Benzinmotor als für einen Dieselmotor mit nicht so klaren Zukunftsaussichten entscheiden. Da entgeht ihnen etwas, denn der durchzugsstarke und elastische neue 1,5-Liter-Diesel haucht den 1,2 Tonnen des Fiesta lässig Leben ein.

Der Turbodiesel steht in zwei Leistungsstufen mit 85 und 120 PS im Angebot. Der schon gefahrene 120-PS-Diesel läuft schön leise und gesittet. Mit 270 Newtonmeter wallt das Drehmoment an der Vorderachse. Der Motor hängt auffällig gut am Gas und zieht deutlich kraftvoller durch als irgendein Benzinmotor im Fiesta.

Das verschafft ihm ein ordentliches Temperament, ohne dass der Verbrauch hoch ausfällt (3,2 bis 3,5 l/100 km). Der Sprint von 0 auf 100 gelingt im Fiesta 1.5 TDCi in 9,0 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit ist erst bei 195 km/h erreicht. Andere Spartriebwerke, ein Erdgasmotor oder Elektromotor, sind nicht geplant, da eine viel zu geringe Kundennachfrage danach besteht.

Im neuen Ford Fiesta stehen insgesamt 15 Assistenzsysteme im Angebot. Einige serienmäßig, die meisten aber optional. Das wirkt erst einmal wie ein Nachteil, hat aber den Vorteil, dass sich jeder Kunde den Fiesta so sicher machen kann, wie es ihm und seinem Budget passt.

Die neuen Assistenzsysteme basieren auf zwei Kamera-, drei Radar- und zwölf Ultraschall-Modulen. Gemeinsam können diese einen 360-Grad-Bereich rund um das Fahrzeug überwachen und bei Geradeausfahrt den Bereich von 130 Metern vor dem Fahrzeug scannen.

Die Aufgabe des Pre-Collision-Assist ist es, frontale Kollisionen mit anderen Fahrzeugen oder Fußgängern zu verhindern oder die Schwere des Aufpralls zumindest zu verringern. Der aktive Parkassistent verhindert mit Brems- und Lenkeingriffen Rempler beim Parken. Eine Neuerung im Kleinwagensegment ist das Cross Traffic Alert-System, das den Raum seitlich zum Fahrzeug überwacht.

Serienmäßig oder auf Wunsch stehen im neuen Fiesta auch der sich am Vorausfahrenden orientierende Abstandsregeltempomat, die Verkehrszeichenerkennung, der Geschwindigkeitsbegrenzer, der Toter-Winkel-Assistent, der Müdigkeitswarner und der Fahrspur- und Fahrspurhalte-Assistent im Angebot.

Im ADAC-Bremstest wurde der neue Ford Fiesta noch nicht getestet, aber den Euro-NCAP Crashtest hat er bereits mit Bravour gemeistert. 5 von 5 Sternen waren das Endergebnis.

Man kann aus sieben Ausstattungslinien, vom Trend bis zum Vignale, wählen. Darüber hinaus werden 25 Ausstattungspakete und ganz neue Extras für den Fiesta angeboten.

Los geht es beim Fiesta mit der Linie Trend. Hier gehören die elektrischen Fensterheber vorne, die Zentralverriegelung mit Fernbedienung, der Geschwindigkeitsbegrenzer, die elektrisch einstell- und beheizbaren Außenspiegel, sechs Airbags, das ESP, der Berganfahrassistent und der Fahrspurassistent inklusive Fahrspurhalteassistent mit zum Ausstattungspaket, aber nicht die Klimaanlage.

Die ist in ihrer manuellen Variante im Level Cool & Connect inklusive wie auch das per Sprache steuerbare Ford SYNC 3-Infotainment mit AppLink, Bluetooth-Schnittstelle und 6,5-Zoll-Touchscreen, die Außenspiegel mit Umfeldbeleuchtung, die Nebelscheinwerfer, die hinteren Parksensoren und das Abbiegelicht.

Die beliebteste Ausstattungsvariante heißt wahrscheinlich auch weiterhin Titanium. Hier rollt der Fiesta auf 16-Zoll-Leichtmetallrädern und hat Sportsitze, das 3-Speichen-Lederlenkrad und das LED-Tagfahrlicht mit an Bord. Äußerlich macht das Chrom am Frontgrill und unterhalb der Seitenscheiben den Unterschied.

Noch mehr Luxus und Sportlichkeit versprechen der Fiesta Vignale und die ST-Line. Der Vignale mit 17 Zoll-Leichtmetallrädern, Leder-Stoff-Sitzen, der Klimaautomatik und dem Ford SYNC 3-Infotainment mit AppLink und 8-Zoll-Touchscreen und die ST-Line mit sportlichem Look und unter anderem Sportsitzen, Alupedalen und dem ST-Line-Lederlenkrad.

Eine in Zukunft wohl sehr gefragte Variante präsentiert Ford im Frühjahr 2018: Das Crossover-Modell Active, das mit größerer Bodenfreiheit (152 mm statt 124 mm im ST-Line) einer Dachreling und Schutzbeplankungen an den Fahrzeugseiten den Nerv einer Zeit, in der kompakte SUVs höchst angesagt sind, treffen soll.

Wenn es noch sportlicher als beim ST-Line sein soll, dann setzt man auf den Fiesta ST. Er kommt mit einem neuen 200 PS-Dreizylinder, der sportliche Fahrleistungen ermöglicht (0 auf 100 km/h in 6,7 s) – Aber erst ab 2018.

Zum neuen Zubehör im Fiesta zählen – der Corsa machte es vor – die Lenkradheizung, das zu öffnende Panoramadach oder das B&O Soundsystem mit zehn Lautsprechern, zentralem Mitteltöner auf der Armaturenbrettoberseite und einem Subwoofer im Kofferraum.

Zusammenfassung

Schicker Aussehen, besser und sicherer Fahren, all das gelingt im neuen Ford Fiesta. Sein agiles Handling und Fords hervorragender 1,0-Liter-Dreizylinder bilden immer noch ein Dreamteam.

Die Verbesserungen bei der Bedienung und der Verarbeitungsqualität machen es noch leichter, auch wenn der Preis um 2.000 Euro gestiegen ist, sich für den Fiesta zu entscheiden. Deshalb wird er der erfolgreichste Kleinwagen in Europa bleiben – zu Recht.

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