Ford Focus Test

Agiler Kompakter zum fairen Preis

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Agiles Fahrwerk
  • Viele Sicherheitsassistenten
  • Hohe Fahrsicherheit
  • Unübersichtlicher Heckbereich
  • Kein Allradantrieb lieferbar
  • Kein Hybrid im Angebot

18.700 € - 34.500 € Preisklasse

5 Sitze

3,5 - 5,9 l/100km

Test

Der VW Golf ist in Deutschland der erfolgreichste Kompaktwagen. Der Ford Focus, der als fünftüriges Steilheck, Fließheck oder Turnier angeboten wird, besitzt ähnliche Allroundqualitäten wie der Wolfsburger Bestseller. Der Focus baut kompakt genug, um noch enge Parklücken in der Innenstadt entern zu können und ist im Innenraum so geräumig, dass man ihn auch als Familienauto nutzen kann.

Vom Feld seiner Konkurrenten setzt er sich mit dem hervorragend abgestimmten Fahrwerk und der Sicherheitsausstattung ab. Das war schon beim Start im Jahr 2010 so und es wurde mit dem 2014er Facelift noch besser. In der sogenannten Golf-Klasse, in der sich Opel Astra, Audi A3, BMW 1er, Mercedes A-Klasse, Seat Leon und Hyundai i30 tummeln, gehört der Ford Focus heute zu den interessantesten Angeboten.

Mit verbesserter Bedienung, verfeinertem Handling und sehr gelungenen Dreizylinder-Turbobenzinern. Deshalb ist der Ford Focus tatsächlich nicht nur erfolgreich, sondern sogar erfolgreicher als der VW Golf, den er zwar nicht in den deutschen, aber in den weltweiten Verkaufszahlen hinter sich lässt.

Die Übersicht gehört zu den wenigen Schwächen des Focus. Auf 4,36 Meter Länge, zehn Zentimeter mehr als der Golf, bietet der Ford viel Platz im Innenraum und Kofferraum.

Das Interieur

Schon im Jahr 2014 waren die Bedienschwächen ausgemerzt. Im fahrerorientierten Cockpit bildet nun ein großer Touchscreen das Bedienzentrum. Vier Bedienflächen für Navigation, Media, Telefon und Klima und noch ein paar Tasten drumherum sind ergonomisch angeordnet. Die Sprachsteuerung funktioniert gut. Die Vordersitze sind bequem.

Auf der Rückbank herrscht Platz: 134 Zentimeter Schulterfreiheit, 96 Zentimeter Kopffreiheit und mindestens 85 Zentimeter Beinfreiheit. Ablagen gibt es zur Genüge. Dass man im immer fünftürigen Ford Focus an die Familie gedacht hat, verrät auch der „Kinderspiegel“ hinter dem Kartenlicht. Das Montieren des Kindersitzes und das Verstauen des Kinderwagens im tiefen Gepäckabteil geht leicht von der Hand.

Der Kofferraum

Nicht nur der Raum für die Beine fällt im Ford Focus großzügig aus, auch das Gepäckabteil ziert sich nicht bei den Koffern. 363 Liter passen, wenn das Reifenreparaturset mit an Bord ist, in den Kofferraum. Rund 600 Kilogramm dürfen zugeladen werden. Fallen die Rückbanklehnen im Verhältnis 60:40 in die Ebene, nimmt der hintere Raum bis zu 1.262 Liter auf.

Mehr geht nur im zwanzig Zentimeter längeren Focus Turnier. Der Kombi bietet mit 490 Litern mehr Stauraum als das Steil- und Fließheck (475 l) und erst recht, wenn hinten alles eben ist (1.516 Liter).

Die Daumenstütze am Lenkrad ist ein äußeres Zeichen der Dynamik. Gerade wenn der Focus aktiv bewegt wird, baut sich rasch großes Vertrauen in seine Fahreigenschaften auf. Bei hohen Geschwindigkeiten herrscht Ruhe in der Lenkung. Im Stadtverkehr und auf der Landstraße arbeitet sie leichtgängig und präzise.

Trotz des angenehmen Fahrkomforts ist der Ford Focus so straff abgestimmt, dass er zu den agilsten Fahrzeugen in der Kompaktklasse gehört. Das positive Komfortbild unterstützen auch die geringen Fahrgeräusche. Ein wohlbehütetes Gefühl stellt sich auch beim Bremsen ein.

Das Prinzip im Motorraum heißt: Weniger Hubraum gleich weniger Verbrauch. Die Motoren leisten 85 bis 350 PS. Das Schalten erfolgt entweder mit dem Fünfgang- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder mit der Sechsgang-Doppelkupplungs-Automatik.

Die Benziner

Der Einstiegsmotor im Ford Focus, der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 85 PS, ist ein Antrieb für motorisch Genügsame. Mehr Fahrfreude bereiten die 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbomotoren mit 100 PS, 125 PS oder 140 PS. Der 1,0-Liter-EcoBoost verkehrt den berühmten Entwickler-Satz: „Hubraum ist durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum“, einfach mal ins Gegenteil.

Der 125 PS starke 1.0 surft schon mit wenig Drehzahl eine schöne Drehmomentwelle von 170 Newtonmetern. Bei Autobahnfahrten arbeitet der Dreizylinder hintergründig und auch der Durchzug und 196 km/h Maximaltempo gehen in Ordnung. Klasse ist, dass sich dieser Minimalmotor nicht wie einer anfühlt. Der Verbrauch lag im Test bei 7,7 l/100 km.

Mit den 1,6-Liter-Turbo-Direkteinspritzern mit 150 oder 182 PS verbraucht man etwas mehr Sprit. Dafür geht es mit 212 und 224 km/h flotter voran. Noch massiver performen die Sportvarianten Focus ST mit 250 PS und der Focus RS mit 350 PS.

Die Diesel

Die populärsten Dieselmotoren im Ford Focus verfügen über 1,5 Liter Hubraum und schicken 95, 105 oder 120 PS an die Vorderräder. Der sparsamste Motor ist der 105 PS starke 1.5 TDCi ECOnetic, der im Normverbrauch mit 3,4 l/100 km auskommt. Bei den beiden anderen Leistungsstufen liegt der Verbrauch bei 3,8 Litern.

Der 2,0-Liter-Diesel verbraucht rund einen halben Liter mehr, bietet aber auch mehr Dampf und Durchzug. Besonders in seiner stärksten Variante mit 185 statt 150 PS im Focus ST, der gegen den kräftigen Golf GTD antritt.

Bei den Sicherheits- und Assistenzsystemen ist der Ford Focus überlegen aufgestellt. Das automatische Notbremssystem leitet im Notfall bis zu einer Geschwindigkeit von 50 km/h eine automatische Bremsung ein.

Der Fahrspurassistent, der Müdigkeitswarner, der Fernlichtassistent, die Verkehrsschilderkennung, der Abstandsregeltempomat, der Notrufassistent und der Toter-Winkel-Assistent sichern das Focus Fahren. Auch der Querverkehr wird beim Ausparken in einem Bereich von 40 Metern überwacht. Das liebe Blech schützt der Parkassistent, der nicht nur längs und quer zur Fahrbahn einparken, sondern auch automatisiert ausparken kann.

Auch mit den LED-Scheinwerfern und dem Fernlichtassistenten wird das Fahren sicherer. Insgesamt betrachtet, genießt man im Focus so viel Sicherheit wie früher in weit teureren Fahrzeugklassen nicht. Die meisten dieser Sicherheitsextras gehören zum sogenannten Technologie-Paket, das allerdings nicht für die Basisausstattung Ambiente zu bestellen ist.

Im ADAC-Bremstest kam der Ford Focus 1.0 EcoBoost nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 34,8 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Den Ford Focus fährt man in fünf Ausstattungslinien. Als Ambiente, Trend, Business Edition, ST-Line und Titanium. In der Basisvariante Ambiente ist das Ambiente eher karg. Zwar gehören hier die elektrischen Fensterheber vorne, der höhenverstellbare Fahrersitz, der Bordcomputer, der programmierbare Zweitschlüssel MyKey, der Berganfahrassistent und die Zentralverriegelung zur Grundausstattung, aber weder das Radio noch die Klimaanlage. Beides ist erst im Focus Trend mit dabei.

Wie auch das Lederlenkrad, die Lendenwirbelstütze im Fahrersitz und die beheizbaren Außenspiegel. Zudem lassen sich erst hier viele Extras bestellen. In der Business Edition sind serienmäßig das Navigationssystem, der Tempomat, die Nebelscheinwerfer, der Notrufassistent und die hinteren Parksensoren verbaut.

Die ST-Line erkennt man an den lackierten Schürzen und Schwellern, dem schwarz glänzenden Heckdiffusor, den Sportpedalen und den Sportsitzen mit roten Ziernähten. Die Topversion Titanium wartet mit einem Touchscreen-Audiosystem, der Klimaautomatik, den 16-Zoll-Leichtmetallfelgen und dem automatisch abblendenden Innenspiegel auf.

Das Infotainment Sync2 lässt sich wie fast alles im Focus besser bedienen als zuvor und die Integration des Smartphones gelingt ebenso leicht. Mit der Spracherkennung, die ähnlich wie Apples Spracherkennung Siri von Einzelworten auf den Inhalt schließt, geht es ganz einfach. Beispiel: Auf den Befehl „Ich habe Hunger“, bietet das System eine Auswahl an Restaurants in der Nähe an.

Zusammenfassung

Der Focus war ein gutes Auto und ist nun ein sehr gutes. Mit dem Ford über kurvige Landstraßen zu wedeln, ist eine Freude. Sein 1,0-Liter-Dreizylinder ist auch ein Überzeugungsmotor: Auto nicht zu groß, Motor nicht zu klein.

Die großzügigen Platzverhältnisse und die aufgeräumte Bedienung machen den Ford Focus zum soliden Typen. Und ein sicherer ist er auch dank der umfangreichen Auswahl an Sicherheitsoptionen.

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