Ford Focus Turnier Test

Geräumiger Kombi bereitet Freude am Fahren

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Hohe Zuladung
  • Überzeugendes Fahrwerk
  • Faire Aufpreispolitik
  • Durchschnittlicher Gepäckraum
  • Etwas kleiner Tank
  • Kein Allradantrieb

19.700 € - 35.500 € Preisklasse

5 Sitze

3,6 - 5,9 l/100km

Test

Auf der Suche nach dem praktischen Familienauto bieten sich heute viele Alternativen. Die meisten Käufer entscheiden sich für einen SUV oder Kombi. Der eine bietet, weil etwas höher gebaut, einen bequemen Einstieg und eine höhere Sitzposition und der andere, weil tiefer und zumeist etwas kompakter gebaut, die bessere Handlichkeit. Deshalb ist der klassische Kombi für viele Familien weiterhin der Favorit.

Frage ist nur, welcher Kombi von welcher Marke? Neben dem populären Lade-Dreigestirn VW Golf Variant, Opel Astra Sports Tourer und Ford Focus Turnier kommen vielleicht auch gute Alternativen wie ein Skoda Octavia Combi, Honda Civic Tourer, Seat Leon ST, Kia Cee’d SW oder Hyundai i30 Kombi in die engere Wahl.

Der Focus Turnier ist dabei eine gute Wahl. Positioniert sich der 4,56 Meter lange Kombi im Gepäckraumangebot noch im Mittelfeld, fährt er mit seinem Fahrwerk und Handling ganz vorne mit. Auch mit der guten Sicherheitsausstattung hebt sich das Kölner Kombiangebot von der Konkurrenz ab. Ebenso mit der hohen Anhängelast und der hohen Zuladung, die ja gerade im Kombi von Bedeutung sein kann.

Und auch die Bedienung wurde mit dem Facelift 2014 stark verbessert. Mit den modernen Dreizylinderbenzinern, laufruhigen Dieselmotoren und bis zu 182 PS Leistung hat der Focus Kombi, obwohl schon seit 2011 am Markt, motorisch immer noch einiges zu bieten.

Der praktischste Focus ist der Kombi. Im Vergleich zum 4,36 Meter langen Fünftürer bietet der 20 Zentimeter längere Focus Turnier einen luftigeren Innenraum und einen vielfältiger nutzbaren Gepäckraum.

Das Interieur

Vor 2014 war man im Focus oft ein Suchender. Seit dem 2014er Facelift ist man ein Findender. Das aktuelle Modell überfordert den Focus-Pilot nicht mehr mit einer Flut von Tasten. Das Einstellen des Radios, der Klimaanlage oder des Ziels im Navigationssystem geht intuitiver von der Hand und die richtigen Tasten oder Bedienfelder auf und um dem 8-Zoll-Touchscreen sind schnell gefunden. Auch die Sprachsteuerung funktioniert gut.

Ablagen existieren zur Genüge. Und die Passagiere, die vorne Platz nehmen, sitzen auf den Sesseln wegen des langen Verstellbereichs fast immer bequem. Auf der Rückbank bietet der Focus Kombi ebenfalls einen guten Langstreckenkomfort. Und wer den Turnier wegen der Kinder anschafft, hat gut lachen, denn die einfache Montage des Kindersitzes und das Verstauen des Kinderwagens im tiefen Gepäckabteil prädestinieren den Ford Kombi zum Familienauto.

Der Kofferraum

Allein betrachtet fällt der Gepäckraum, der den Kofferraum des Fünftürers im Volumen um rund 130 Liter übertrifft, groß aus. Die Ladekante sitzt mit 62 Zentimeter Höhe packfreundlich tief. Die Ladebreite misst 1,14 Meter und die Laderaumtiefe 0,95 Meter in der Grundkonfiguration oder 1,62 Meter bei heruntergeklappten Rückbanklehnen. Vergleicht man die 490 bis 1.516 Liter große Kofferabteilung des Focus Turnier aber mit den Laderäumen der Konkurrenz, relativiert sich die Größe etwas.

In einem Opel Astra Sports Tourer kommen hinten 540 bis 1.630 Liter, in einem VW Golf Variant schon 605 bis 1.620 Liter und in einem Skoda Octavia Combi sogar 610 bis 1.740 Liter unter. Gegen einen Honda Civic Tourer, dessen Gepäckraum 624 bis 1.668 Liter schluckt, muss der Turnier einpacken. Bei der maximalen Zuladung (satt über 500 kg) und der maximalen Anhängelast (bis zu 1,8 t) trumpft der Focus Turnier dagegen wieder groß auf.

Die Servolenkung arbeitet präzise, das Handling ist leichtfüßig, der Komfort gut und das Fahrverhalten sicher – Was darf man sich mehr in einem Familienkombi wünschen? Der Focus Kombi packt die Kurven noch etwas besser als die Koffer. Wenn man ihn aktiv bewegt, baut sich rasch großes Vertrauen in seine Fahreigenschaften auf.

Im Stadtverkehr und auf der Landstraße arbeitet die Lenkung leichtgängig und präzise. Bei hohem Tempo herrscht verbindliche Ruhe in der Steuerung. Trotz des angenehmen Fahrkomforts gehört der Focus Turnier zu den agilsten Kombis in der Kompaktklasse. Das positive Komfortbild wird von den geringen Fahrgeräuschen unterstützt. Die haben auch etwas mit der guten Dämmung und den kultiviert laufenden Motoren zu tun.

Das Prinzip geht auch im Focus Turnier auf: Weniger Hubraum gleich weniger Verbrauch. Motoren mit 85 bis 182 PS Leistung kombiniert mit einem Fünfgang- oder Sechsgang-Schaltgetriebe oder einer Sechsgang-Doppelkupplungs-Automatik stehen zur Wahl.

Die Benziner

Mehr Fahrfreude als der 1,6-Liter-Vierzylinder mit 85 PS bietet der 1,0-Liter-Dreizylinder-Turbo in seinen drei Leistungsstufen 100 PS, 125 PS und 140 PS. Klasse ist, dass sich der Minimalmotor überhaupt nicht wie einer anfühlt. Der 125 PS starke 1.0 Ecoboost surft in beiden Powerlevels schon bei 1.400 Umdrehungen eine gute Drehmomentwelle von 170 Newtonmetern.

Der Durchzug ist für ein Liter Hubraum erstaunlich. Bei Autobahnfahrt arbeitet der Dreizylinder hintergründig, beim Verbrauch sollte man rund 6,5 bis 7,5 l/100 km einkalkulieren. Der 1.5 EcoBoost mit 150 oder 182 PS nimmt sich in der Praxis rund ein bis eineinhalb Liter mehr und sorgt mit homogener Leistungsentfaltung für noch flotteres Vorankommen.

Die Diesel

Deutlich länger hält der 55-Liter-Tank mit einem Dieselmotor. Die populärsten Diesel im Focus Turnier verfügen über 1,5 Liter Hubraum und leisten 95, 105 oder 120 PS. Der 105 PS starke 1.5 TDCi liegt in der Verbrauchsmessung bei 3,8 l/100 km. Die 105- und 120-PS-Diesel verbrauchen 3,4 und 3,8 Liter. Bei einem Mehrverbrauch von rund 0,5 Litern bietet der laufruhige 2,0-Liter-Diesel im Focus Turnier 2.0 TDCi nochmals mehr Kraft.

Das Sicherheitsniveau kann im Focus Turnier sehr hoch sein, denn an Sicherheits- und Assistenzsystemen hat er einiges zu bieten. Der Fahrspurassistent, der Müdigkeitswarner, der Fernlichtassistent, die Verkehrsschilderkennung, der Abstandsregeltempomat, der Notrufassistent und der Toter-Winkel-Assistent sorgen für mehr Sicherheit in Fahrt.

Bis zu einem Tempo von 50 km/h leitet das Notbremssystem im Notfall eine automatische Bremsung ein. Für Wohnwagenfahrer ist die Gespannerkennung von Vorteil, denn sie erkennt einen schlingernden Wohnwagen und holt ihn mit radselektiven Bremseingriffen wieder zurück in die Spur.

Das liebe Blech überwacht der Querverkehrwarner im Umkreis von 40 Metern rund ums Auto und ebenso der Parkassistent, der das Fahrzeug nicht nur längs, sondern auch quer zur Fahrbahn einparken kann. Mit ihm lässt sich auch automatisiert ausparken.

Die meisten dieser Extras gehören zu den Easy-Driver-Paketen I bis III, die allerdings nicht in Kombination mit der Basisausstattung zu bestellen sind. Im Gegensatz zum Golf Variant ist der Focus Turnier auch nicht mit einem Allradantrieb orderbar. Wenn man in den Bergen wohnt, macht der aber Sinn.

Im ADAC-Bremstest kam der Ford Focus Turnier 1.5 EcoBoost nach einer Vollbremsung aus 100 km/h nach hervorragenden 34,3 Metern zum Stehen. Das Crashverhalten der Karosserie und die Sicherung durch die elektronischen Helfer wurden im Euro NCAP-Crashtest mit der maximalen Wertung von fünf Sternen bewertet.

Die Basisversion des Focus Turnier ist für viele Kunden zu karg ausgestattet. Hier gehören zwar die elektrischen Außenspiegel, der Berganfahrassistent, der Bordcomputer, der in der Höhe verstellbare Fahrersitz, die höhen- und längsverstellbare Lenksäule und die Zentralverriegelung mit zur Serienausstattung, aber keine Klimaanlage.

Die gibt es, in ihrer manuellen Variante, erst im etwas besser ausgestatteten Turnier Trend, der zusätzlich mit dem CD-Audiosystem (inklusive USB-Schnittstelle), der Lenkrad-Fernbedienung, dem Fahrersitz mit einstellbarer Lendenwirbelstütze, einem Lederlenkrad und dem Lederschaltknauf aufwartet.

Noch sportiver als im Trend geht es im ST-Line voran. Hier gehören das CD-Audiosystem inklusive Ford SYNC, das Lederlenkrad im 3-Speichen-ST-Line-Design, Nebelscheinwerfer, Pedale mit Edelstahlauflagen, das sportlich abgestimmte Fahrwerk, Sportsitze und 17-Zoll-Leichtmetallräder mit zum Ausstattungspaket.

Noch luxuriöser ausstaffiert ist der Titanium im Vergleich zum Trend. Hier erhält man den Focus Turnier ab Werk mit Ambientebeleuchtung, Audiosystem inklusive Ford SYNC 3 mit AppLink und Touchscreen, höhenverstellbarem Beifahrersitz, Tempomat, Klimaautomatik, Nebelscheinwerfern, Regensensor, Sportsitzen und mit dem LED-Tagfahrlicht.

In der Ausstattungslinie Cool & Connect machen das Audiosystem inklusive Ford SYNC 3 mit AppLink und Touchscreen, die Mittelkonsole mit Armauflage, Nebelscheinwerfer und die Parksensoren hinten den Unterschied zum Trend und in der Business Edition das Navigationssystem samt Radio, SYNC 3 und AppLink sowie der Tempomat, die Mittelkonsole mit Armauflage, Nebelscheinwerfer und die Parksensoren hinten. Der größte Vorteil beider Pakete liegt aber in den fünf Jahren Garantie.

Und packt man noch mehr Extras in seinen neuen Focus Turnier, kostet es nicht zu viel, denn auch beim Turnier herrscht bei den Sonderausstattungen und Extras ein niedriges Preisniveau.

Zusammenfassung

Viel Ausstattung fürs Geld. Hier steht der Focus Turnier ganz in der Tradition der Kölner Marke. Bei der Verarbeitungsqualität bekommt man in Wolfsburg noch Besseres geboten und im Kofferraum in anderen Kombis mehr Platz. Auch bei der Bedienung bleibt noch etwas Luft nach oben.

Das Fahrwerk und die Motoren überzeugen aber genauso wie die Möglichkeiten bei der Sicherheitssausstattung. Damit ist der Focus ein fahraktiver und sicherer Kombi und auch heute in den Zeiten der SUVs noch als Familienauto eine gute Alternative.

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