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Elektroauto laden in Mietwohnung: Wissenswertes für Eigentümer und Mieter

08. November 2022 von

Bis Dezember 2020 hatten Elektroauto Fahrende, die kein eigenes Haus hatten, ein Problem: Das E-Auto konnte meist nicht zu Hause geladen werden, denn als Mietende oder Besitzende einer Eigentumswohnung war die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft nötig, um eine Wallbox anzubringen. Nun fällt diese Zustimmung weg, und trotzdem gibt es einiges zu beachten.

⏰  Kurz zusammengefasst

Wenn Sie sich noch nicht für ein E-Auto entschieden haben, haben wir hier die besten Elektroautos für Sie zusammengestellt:

Recht auf Wallbox: Privates Laden mit Wallbox in Tiefgaragen

Die Garage ist der beste Wetterschutz für die Wallbox. Wenn Sie einen privaten Stellplatz in einer Mietgarage haben, mussten bis vor ein paar Monaten die Vermieter:innen oder die Wohneigentümergemeinschaft zustimmen, dass Sie dort eine Ladesäule installieren dürfen. Seit Dezember 2020 gilt ein neues Gesetz, welches besagt, dass Wohnungseigentümer:innen den Einbau einer Wallbox verlangen dürfen. Die anderen Eigentümer:innen dürfen demnach nur noch darüber mitbestimmen, wie die Baumaßnahme ausgeführt wird.

Auch Mieter haben dieses Recht, der Vermieter kann die Erlaubnis zur Installation einer Ladestation eigentlich nicht verweigern. Insofern können also auch Mietwohnungen eine Wallbox bekommen. Es sollte natürlich dennoch eine gemeinsame Lösung gefunden werden. Grundsätzlich darf der Vermieter die Kosten für die Wallbox dem Mietenden entweder in Rechnung stellen oder die Miete entsprechend erhöhen. Die Kosten für eine Ladestation trägt immer die Antragstellerin oder der Antragsteller.

Schritt für Schritt Anleitung zur eigenen Wallbox

Der Weg zur eigenen Ladestation ist nicht lang, dennoch müssen ein paar Schritte gegangen werden, bis man am Ziel angelangt ist. Es macht außerdem einen Unterschied, ob Sie als Eigentümer:in eine Wallbox installieren möchten, als Mieter:in in einem Mietshaus oder als Mieter:in in einer Eigentumswohnung das Elektroauto laden wollen.

#1 Wallbox für Eigentümer:innen

Wenn Sie Ihre Eigentumswohnung selbst bewohnen, und diese in einer Immobilie ist, die von einer Hausverwaltung oder ähnlichem verwaltet wird, kann die Eigentümerversammlung nach geltendem Wohneigentumsgesetz Ihren Antrag auf eine eigene Ladestation nicht ablehnen. Allerdings kann über die Gestaltung der Baumaßnahme mit entschieden werden. Folgende Schritte sollten Sie unternehmen:

  • Miteigentümer:innen informieren und Mitstreiter:innen suchen
  • Geeignete Ladelösungen suchen und Einbaumöglichkeiten prüfen (lassen)
  • Möglichkeiten aufbereiten für Eigentümerversammlung
  • Antrag für nächste Eigentümerversammlung einreichen (Fristen beachten)
  • Vor Installation der Ladestation Genehmigung des Netzbetreibers einholen
  • Elektrofachbetrieb zur Installation engagieren

#2 Wallbox für Mieter:innen einer Mietwohnung bzw. Eigentumswohnung

Wenn Sie in einer Anlage eine Wohnung mieten, die vollständig in Besitz einer Wohnungsbaugesellschaft ist, oder wenn Sie ein Haus mieten, dann gilt für Sie das Mietrecht. Dieses gilt genauso, wenn Sie eine Wohnung mieten, die von einer Hausverwaltung verwaltet wird. Wünschen Sie eine Wallbox für die Mietwohnung, sollten Sie wieder folgende Schritte gehen, bevor Sie eine Ladestation aufstellen lassen:

  • Vermieter:in über Ladestationen-Wunsch informieren
  • Evtl. ander Mieter:innen für sich gewinnen
  • Geeignete Ladelösungen suchen und Einbaumöglichkeiten prüfen (lassen)
  • Antrag bei Vermieter:in stellen (keine Fristen zu beachten)
  • Vermieter:in muss zustimmen und hat kein Mitspracherecht bei Ausgestaltung
  • Abrechnung des Ladestroms muss mit Vermieter:in geklärt sein

Wallboxen: Mangelware in Tiefgaragen

Noch sind gerade ältere Wohnanlagen in Sachen Stromanschluss in Tiefgaragen schlecht ausgestattet. Sollte die Nachfrage nach Wallboxen in Tiefgaragen und am eigenen Stellplatz steigen, könnte das für die Hausverwaltung hohe Kosten bedeuten, denn oft sind technische Probleme aufgrund des alten Stromnetzes oder fehlender Anschlüsse schon vorprogrammiert. Wenn beispielsweise Leerrohre fehlen, können keine neuen Stromkabel verlegt werden, ohne dass noch höhere Kosten entstehen.

Sollte die Nachfrage an Wallboxen bei Mieter:innen und Eigentümer:innen in den nächsten Jahren steigen, müssten die Verwaltungsunternehmen aktiv werden – denn aktuell versuchen die meisten Verwaltungen das Thema auszusitzen. Man hofft, dass der erwartete Boom von E-Autos in Zukunft ausbleibt.

Für alle, die sich aber jetzt schon dazu entschließen, eine Wallbox anzuschaffen, um das E-Auto bequem zu Hause zu laden, bedeutet das eine Erleichertung. Leider bietet der Staat 900 € Förderung für private Ladestationen nicht mehr an. Teilweise können technisch Begabte Wallboxen sogar selbst bauen; den Stromanschluss sowie den Einbau müssen allerdings weiterhin Fachleute übernehmen.