Leasingfaktor als Vergleichsmittel: Wie gut ist mein Leasing-Angebot wirklich?

20. Juli 2022 von

Gängige Leasing-Angebote enthalten den Leasingfaktor meist nicht auf den ersten Blick. Er könnte aber eine nüchterne Einschätzung geben, ob das vorliegende Angebot gut oder schlecht ist. Wir sagen Ihnen, was es damit auf sich hat, wie man den Faktor berechnet und wie man am besten vergleicht.

⏰  Kurz zusammengefasst

Wenn Sie schon genug über den Leasingfaktor wissen, dann sehen Sie sich gleich unsere top Leasing-Angebote an:

Top Leasing-Angebote
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Was ist der Leasingfaktor?

Der Leasingfaktor bewertet, ob die Konditionen eines Leasing-Angebots gut oder schlecht sind. Deshalb eignet er sich gut als Vergleichsinstrument, sollte aber nicht der einzige Indikator sein.

Wer den Lesingfaktor berechnet, der erhält am Ende einen Prozentwert der das Verhältnis zwischen gezahltem Geld und geldwertem Nutzen angibt. Das hört sich ganz schön kompliziert an, deshalb hier nochmal einfacher ausgedrückt: Der Leasingfaktor gibt an, wie viel Auto Sie für einen gezahlten Euro bekommen. Nicht zu verwechseln also mit dem Wert, den ein Fahrzeug hat.

Wenn der Faktor also genau 1 ist, dann bekommen Sie genauso viel Auto, wie Sie auch gezahlt haben, es handelt sich also um ein gutes Angebot. Liegt der Faktor unter 1, dann handelt es sich um ein sehr günstiges Angebot. Bei einem Leasingfaktor von 0,5 würde man also für 1 gezahlten Euro 2 Euro Auto erhalten.

Wie wird der Leasingfaktor berechnet?

Die Grundformel für die Berechnung des Leasingfaktors ist ganz einfach:

Damit diese etwas abstrakte Formel klarer wird, haben wir hier ein Beispiel für Sie:

Nehmen wir an, dass Sie einen BMW 1er leasen möchten. Die monatliche Leasingrate beträgt 250 Euro, der Listenpreis liegt bei 33.850 Euro. Wenden wir die Formel an:

250 €/33.850 € = 0,007385

Damit das etwas übersichtlicher wird, nehmen wir das noch mal 100. Der Leasingfaktor liegt gerundet also bei 0,74, was ein guter Wert ist. Im Grunde bedeutet das, dass Sie für 1 Euro Auto nur 74 Cent bezahlen.

Zusätzliche Kosten beachten

Meist reicht die Grundformel allerdings nicht aus, denn beim Leasing wird häufig eine Sonderzahlung geleistet, die im Volksmund auch als Anzahlung bekannt ist. Diese Zahlung muss natürlich bei der Berechnung berücksichtigt werden. Nachdem eine Sonderzahlung aber nicht auf die monatlichen Raten aufgeteilt, sondern in einem Einmalbetrag gezahlt wird, teilt man sie durch die Vertragslaufzeit in Monaten. Der daraus resultierte Betrag wird auf die Monatsrate addiert.

Diese Berechnung gilt auch für andere Kosten, die einmalig auftreten. Das können neben der Sonderzahlung auch die Überführungskosten sein. Die Formel ändert sich dann wie folgt:

Rechnen wir auch hier mit unserem Beispiel weiter. Sie haben 250 Euro Rate für den X1, die Laufzeit wird auf 36 Monate festgelegt und Sie möchten 5.000 Euro Sonderzahlung leisten. Der Listenpreis bleibt bei 33.850 Euro.

Somit rechnen wir (250 € + (5.000 €/36)) / 33.850 € x 100 = 1,15 – der Leasingfaktor hat sich verschlechtert. Allgemein lässt sich sagen, dass eine Verschlechterung des Faktors eintritt, je mehr Kosten anfallen.

Was ist ein guter Leasingfaktor?

Hier gilt: Je niedriger der Wert ist, desto besser ist das Leasingangebot!

Die meisten Leasingangebote werden sich zwischen 0,75 und 1,25 bewegen. Sollten Sie etwas finden, dass sich als sehr gut oder top Angebot herausstellt – nicht lange warten, sondern sofort zuschlagen. Schon kleine Erhöhungen des Leasingfaktors können sich deutlich auf die monatliche Rate auswirken.

Leasingfaktor-Werte
Leasingfaktor Bewertung
Unter 0,5 Top Angebot
0,5 bis 0,75 Sehr gutes Angebot
0,75 bis 1,0 Gutes Angebot
1,0 bis 1,25 Durchschnittliches Angebot
1,25 bis 1,5 Schlechtes Angebot
1,5 bis 1,75 Sehr schlechtes Angebot
Über 1,75 Flop Angebot

Wie hoch ist die Aussagekraft des Leasingfaktors?

Wenn Sie Angebote vergleichen möchten, dann ist der Leasingfaktor ein grober Richtwert, welches Angebot gut ist und welches nicht. Allerdings sollte dieser Faktor nicht als einziges Kriterium für einen Vergleich herangezogen werden, vor allem, wenn ein Kriterium sich wesentlich vom Vergleichswert unterscheidet, wird der Faktor nur noch sehr ungenau.

Gut vergleichbar sind verschiedene Angebote eines Leasinggebers zum gleichen Fahrzeug, um unterschiedliche Szenarien zu vergleichen.

Neben dem Faktor sollten Sie vor allem auf den effektiven Jahreszins, die Höhe der monatlichen Rate und auch auf eventuell enthaltene Serviceleistungen achten.

Das sollten Sie beim Vergleich von Leasing-Angeboten beachten!

Hier nochmal einige Hinweise, die Sie beim Vergleich von Angeboten mit dem Leasingfaktor beachten sollten, um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten:

➦ Vergleichen Sie nur identische Fahrzeuge oder Fahrzeuge aus derselben Fahrzeugklasse

➦ Die vereinbarte jährliche Fahrleistung und die Vertragslaufzeit sollten übereinstimmen

➦ Sonderbedingungen wie z.B. eine Anzahlung müssen mit eingerechnet werden

➦ Sonderleistungen wie Zusatzversicherungen oder -verträge werden nicht einkalkuliert

➦ Kein Gewerbeleasing mit Privatleasing vergleichen