Neuwagen Versicherung: Welche Versicherung braucht mein Neuwagen?

Wer ein Auto anmeldet, muss eine Kfz-Versicherung nachweisen. Je nach Fahrzeug kann diese teilweise recht teuer werden – und je mehr Leistungen man einschließen möchte, desto höher wird der Beitrag. Doch muss es immer ein umfassender Versicherungsschutz sein oder reicht auch die klassische Haftpflichtversicherung?

Beim Kauf eines neuen Autos kommt man nicht um eine Versicherung herum, denn mindestens eine Haftpflichtversicherung ist in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben, um bei einem selbst verschuldeten Unfall den Schaden Dritter abzusichern. Den eigenen Schaden bekommt man in diesem Fall nicht ersetzt, dafür muss man sich für eine Teil- oder Vollkaskoversicherung entscheiden.

Inhaltsübersicht
Neuwagen Versicherung: Wie sollte man einen Neuwagen versichern?
Kfz-Haftpflichtversicherung
Teilkaskoversicherung
Vollkaskoversicherung
Kfz-Versicherung für Fahranfänger
Wie lange einen Neuwagen Vollkasko versichern?
Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei Vollkasko?
Was ist eine Neuwertentschädigung?
Was ist in der Kfz-Haftpflichtversicherung enthalten?
Was ist in der Teilkasko enthalten?
Wann lohnt sich eine Teilkasko?

Neuwagen Versicherung: Wie sollte man einen Neuwagen versichern?

Einen Neuwagen kauft man sich nicht jede Woche, für manche ist das ein einmaliges Ereignis und dementsprechend will man sein neues Auto so gut es geht gegen jedes Risiko absichern. Man sollte allerdings die Kosten einer Kfz-Versicherung nicht unterschätzen.

Um die richtige Versicherung zu finden, sollte man sich schon vor dem Neuwagenkauf ein paar Gedanken machen und sich die folgenden Punkte genauer ansehen, denn diese sind entscheidend für die Höhe des Versicherungsbeitrags:

Kriterien für Höhe des Kfz-Versicherungsbeitrags
Höhe der Deckungssumme Regionalklasse Typklasse des Fahrzeugs
Berufsgruppe Schadensfreiheitsklasse Motorisierung 
jährliche Kilomerleistung Anzahl und Alter der Fahrer Abstellort des Fahrzeugs

1. Deckungssumme:

Die Höhe der Deckungssumme ist ein wichtiger Faktor, denn sollte bei einem Unfall ein Personenschaden entstanden sein, können die Kosten schnell in die Millionen gehen. Deshalb achten Sie darauf, dass die Deckungssumme mindestens 100 Millionen Euro entspricht.

2. Regionalklasse:

Die Regionalklasse können Sie nicht ändern, denn es ist abhängig davon, in welchem Gebiet Sie Ihr Fahrzeug zulassen. Städtische Gebiete sind meist teurer als ländliche Regionen. 

3. Fahrzeugtyp:

Auch auf den Fahrzeugtyp kommt es an, denn wer sich für einen Sportwagen entscheidet muss natürlich mit einem höheren Versicherungsbeitrag rechnen, als der Fahrer eines Kleinwagens, was auch den Punkt Motorisierung erklären dürfte.

4. Jährliche Kilometerleistung:

Je mehr Kilometer Sie im Jahr zurücklegen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls, deshalb erhöht sich der Beitrag bei steigender Kilometerzahl. Sie sollten ehrlich angeben, wie viel Sie fahren, denn passiert ein Unfall und die Kilometerleistung wurde überschritten, muss Ihre Versicherung nicht bezahlen.

5. Anzahl und Alter der Fahrer / Abstellort:

Sollten Sie Ihren Neuwagen nicht alleine nutzen, sind Alter und Anzahl der zusätzlichen Fahrer ebenfalls anzugeben, denn auch hier erhöht sich das Risiko. Steht das Fahrzeug sicher innerhalb einer Garage, wird der Beitrag niedriger ausfallen, als wenn Sie an der Straße parken müssen.

6. Berufsgruppe:

Gehören Sie bestimmten Berufsgruppen an, wie beispielsweise Beamte, können Sie sparen, denn Sie erhalten vergünstigte Konditionen.

7. Schadensfreiheitsklasse:

Und zu guter Letzt hängt der Beitrag auch wesentlich von Ihrer Schadensfreiheitsklasse (SF-Klasse) ab, die sich aus den unfallfrei gefahrenen Jahren ableitet. Daraus wird die Wahrscheinlichkeit von Unfällen oder Schäden berechnet – je mehr unfallfreie Jahre Sie vorweisen können, desto höher wird Ihre SF-Klasse, was wiederum zu niedrigeren Beiträgen führt.

Wenn Sie schon viele Jahre unfallfrei fahren, nicht häufig unterwegs sind und mit dem Risiko leben können, im Falle eines verschuldeten Unfalls die Kosten für den eigenen Schaden selbst zu zahlen, dann können Sie mit dem Abschluss einer Haftpflichtversicherung eine Menge Geld sparen. Doch wir würden Ihnen empfehlen, sich bei der Anschaffung eines Neuwagens für eine Vollkaskoversicherung zu entscheiden. Ist der Schaden groß und das Fahrzeug ein Totalschaden, bleibt man sonst auf einer hohen Summe sitzen.

Ist Ihr Neuwagen geleast oder zahlen sie diesen per Finanzierung ab, kann es sogar sein, dass eine Vollkaskoversicherung vorgeschrieben ist. 

 

Kfz-Haftpflichtversicherung

Die Kfz-Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht, ohne diesen Versicherungsnachweis können Sie kein Fahrzeug zulassen. Die SF-Klasse bezieht sich immer auf die Haftpflichtversicherung und die Teilkasko, wenn eine abgeschlossen wurde. Wenn Sie sich lediglich für diese Pflichtversicherung entscheiden, sollten Sie auf jeden Fall auf eine hohe Deckungssumme achten. Die gesetzlich vorgeschriebenen 7,5 Millionen Euro sind in der Praxis zu wenig. Doch was bezahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung im Schadensfall?

  • Personen- und Sachschäden des Unfallgegners

Das wars, die Schäden am eigenen Fahrzeug durch einen selbst verschuldeten Unfall trägt die Haftpflichtversicherung nicht. Auch Schäden, die durch höhere Gewalt wie Regen, Blitzschlag oder Hagel entstanden sind, werden nicht übernommen. Genauso wie Vandalismusschäden.

Teilkaskoversicherung

Wer sich keinen Neuwagen kauft aber trotzdem etwas mehr Versicherungsschutz wünscht, kann auf eine Teilkaskoversicherung ausweichen. Sie ist ein guter Kompromiss in Sachen Kosten und Leistung. Schäden am eigenen Auto werden auch schon von der Teilkasko abgedeckt, zumindest wenn es sich um Wild-, Diebstahl- oder Unwetterschäden handelt. Man sollte aber wissen, dass es sich dabei nur um unmittelbare Schäden handeln darf, beispielsweise, wenn Ihr Wagen geparkt ist und umherfliegende Teile das Fahrzeug beschädigen.

Wenn Sie allerdings während eines Unwetters unterwegs sind und Sie während der Fahrt gegen einen umgestürzten Baum fahren, wäre das ein mittelbarer Schaden, der von der Teilkasko nicht abgedeckt wird.

⚠❗Grundsätzlich wichtig ist außerdem: Die Teilkasko kommt nicht für Schäden am eigenen Fahrzeug auf, wenn Sie einen Unfall selbst verursacht haben!

Vollkaskoversicherung

Genau für diesen Fall gibt es nämlich die Vollkaskoversicherung. Hier werden alle Schäden am eigenen Auto ersetzt. Die Leistungen beinhalten natürlich die der Teilkasko und zusätzlich Vandalismus und selbst verschuldete Unfallschäden. 

⚠❗Doch Vorsicht: Auch wenn man vollkasko versichert ist, wird im Falle eines Totalschadens – auch wenn er nicht selbst verschuldet wurde – nur der Zeitwert des Fahrzeugs ersetzt und nicht der Neuwert! 

Das kann einem trotz Versicherung eine erhebliche Summe kosten, denn will man sich wieder ein ähnliches Auto zulegen, reicht der Zeitwert meist nicht aus und man muss zusätzliche finanzielle Mittel bereitstellen. 

Kfz-Versicherung für Fahranfänger

Als Fahranfänger ist die Belastung aufgrund der niedrigen SF-Klasse besonders hoch. Deshalb bieten einige Versicherungen spezielle Tarife für Fahranfänger an. Beispielsweise werden Teenager, die bereits den Führerschein ab 17 erworben haben, später mit besseren Konditionen belohnt, da Teilnehmer des begleitenden Fahrens statistisch gesehen weniger Unfälle verursachen. Eine andere Möglichkeit ist, dass die Eltern das Auto des Kindes als Zweitwagen versichern, denn auch da sinkt die Prämie. 

Insgesamt sollte man als Fahranfänger auch darauf achten, dass man sich für einen günstigen Fahrzeugtyp entscheidet, also ein solches Fahrzeug, dass durchschnittlich eher weniger Schäden verursacht. Höhere Einstufung in den Typklassen bekommen vor allem Fahrzeuge, die bei Fahranfängern sehr beliebt sind, da mit diesen mehr Unfälle gebaut werden. Erkundigen Sie sich deshalb vorab über die Typklasse Ihres Wunschautos.

 

FAQs

Wie lange einen Neuwagen Vollkasko versichern?

Da eine Vollkaskoversicherung in der Regel recht teuer ist, lohnt sich diese Investition tatsächlich nur bei einem Neuwagen. Innerhalb der ersten drei bis fünf Jahre ist ein vollumfänglicher Versicherungsschutz empfehlenswert. Leasen oder finanzieren Sie einen Neuwagen, kann es sein, dass im Vertrag der Abschluss einer Vollkaskoversicherung verpflichtend gefordert wird.

Wie hoch ist die Selbstbeteiligung bei Vollkasko?

Das ist je nach Versicherung unterschiedlich. Je geringer der Beitrag werden soll, desto höher können Sie die Selbstbeteiligung festlegen. Im Normalfall wird aber ein Betrag bis zu 1.000 Euro vereinbart. Bei geringeren Schäden sollte man so und so selbst zahlen, denn wenn man durch die Versicherung hochgestuft wird, zahlt man einen höheren Beitrag, was unter Umständen teurer ist, als geringe Schäden gleich selbst zu übernehmen. 

Was ist eine Neuwertentschädigung?

Die Neuwert- oder Neupreisentschädigung kommt dann zum Tragen, wenn Ihr Fahrzeug einen Totalschaden hat. Diese zusätzliche Versicherung kann zusammen mit einer Vollkaskoversicherung abgeschlossen werden und läuft meist zwischen sechs und 24 Monaten, je nach Vertragsinhalt. Sinnvoll ist diese Zusatzversicherung vor allem beim Neuwagenkauf, denn die Vollkasko übernimmt bei einem Totalschaden lediglich den Zeitwert. Bei der Neuwertenschädigung bekommen Sie den Neupreis des Fahrzeugs ersetzt. 

Was ist in der Kfz-Haftpflichtversicherung enthalten?

Die Haftpflichtversicherung ist lediglich dafür da, im Falle eines Unfalls die Kosten für Personen- und Sachschäden des Unfallgegners zu tragen. Schäden am eigenen Fahrzeug werden nicht übernommen.

Was ist in der Teilkasko enthalten?

Der genaue Versicherungsschutz variiert von Anbieter zu Anbieter. In der Regel sind aber folgende Leistungen in einer Teilkaskoversicherung enthalten:

  • Glasbruch
  • Marderschäden (teilweise)
  • Haarwildschäden und Unfälle mit anderen Tieren
  • Unwetterschäden
  • Brand und Explosion
  • Diebstahl und Raub

Wann lohnt sich eine Teilkasko?

Für relativ neue Wagen, man sagt bis zu einem Alter von acht Jahren, ist eine Teilkaskoversicherung lohnenswert. Und nicht die Selbstbeteiligung vergessen, denn wer hier nichts vereinbart, wird einen sehr hohen Beitrag zahlen müssen. 150 bis 300 Euro Selbstbeteiligung sind der Normalfall.