Neuer Dacia Spring vs Renault Twingo: Lohnt sich der Aufpreis für den Renault?

09. September 2026 von

Wer ein möglichst günstiges Elektroauto sucht, bekommt 2026 zwei ziemlich interessante Kandidaten aus demselben Konzern. Der neue Dacia Spring wurde komplett neu entwickelt und soll in der Basis weiterhin weniger als 18.000 Euro kosten. Der Renault Twingo E-Tech startet bei 19.990 Euro.

Top Elektro-Kleinwagen entdecken

Neuer Dacia Spring vs. Renault Twingo E-Tech: Welcher günstige Stromer ist der bessere Deal?

Auf den ersten Blick scheint die Sache damit klar: Wer sparen will, nimmt den Dacia. Ganz so einfach ist es allerdings nicht. Denn Spring und Twingo teilen sich viel Technik – beim Renault gibt es für den Aufpreis aber an einigen entscheidenden Stellen mehr Ausstattung und Flexibilität.

Dacia Spring Renault Twingo
E-Tech
Leistung rund 80 PS 82 PS
Akku 27,5 kWh LFP 27,5 kWh LFP
Reichweite bis 250 km bis 263 km
DC-Laden 50 kW optional 50 kW serienmäßig
AC-Laden 6,6 kW, optional 11 kW 11 kW
Länge 3,85 m 3,79 m
Kofferraum 337 Liter 205–305 Liter
Einstiegspreis unter 18.000 Euro
angekündigt
ab 19.990 Euro

Zwei Geschwister – aber mit völlig unterschiedlichem Auftritt

Technisch sind sich Dacia Spring und Renault Twingo E-Tech näher, als man zunächst vermuten würde. Optisch könnten sie dagegen kaum unterschiedlicher auftreten.

Spring-Twingo-Front

Der neue Spring übernimmt die kantige, robuste Designsprache der aktuellen Dacia-Modelle. Mit 3,85 Metern Länge und 1,74 Metern Breite ist er außerdem deutlich erwachsener geworden als sein Vorgänger. Schwarze Kunststoffelemente, ausgeprägte Radhäuser und die neue Lichtsignatur lassen ihn fast wie einen sehr kleinen SUV wirken.

Gesamte News zum neuen Spring lesen

Der Twingo spielt dagegen ganz bewusst die Retro-Karte. Runde Scheinwerfer, die kurze Front und zahlreiche Anspielungen auf den Ur-Twingo aus den 1990er-Jahren sorgen für deutlich mehr Wiedererkennungswert. Mit 3,79 Metern ist er sogar etwas kürzer als der Dacia und damit weiterhin ein klassischer Stadtflitzer.

Twingo E-Tech Angebote ansehen

Beim Design gibt es deshalb keinen echten Sieger: Der Spring wirkt robuster und sachlicher, der Twingo charmanter und individueller.

Beim Antrieb sind Spring und Twingo fast identisch

Besonders interessant wird es unter dem Blech. Der neue Spring bekommt einen Elektromotor mit 60 kW, einen 27,5-kWh-LFP-Akku und 175 Nm Drehmoment. Damit schafft er bis zu 250 Kilometer nach WLTP. Dacia gibt 12,1 Sekunden für den Sprint von 0 auf 100 km/h und maximal 130 km/h an.

Spring-Twingo-Heck

Und der Twingo? Praktisch dasselbe. Auch hier arbeitet ein 27,5-kWh-LFP-Akku, der Motor leistet 60 kW beziehungsweise 82 PS und liefert 175 Nm. 0 auf 100 km/h dauert ebenfalls 12,1 Sekunden, bei 130 km/h ist Schluss. Mit bis zu 263 Kilometern WLTP schafft der Renault allerdings rund 13 Kilometer mehr.

Das dürfte im Alltag kaum den Ausschlag geben. Beide Autos sind klar für Stadt, Arbeitsweg und kurze bis mittlere Strecken gedacht – nicht für regelmäßige 500-Kilometer-Autobahnetappen.

Beim Laden hat der Twingo einen wichtigen Vorteil

Der vielleicht größte technische Unterschied steckt deshalb nicht in Akku oder Motor, sondern beim Laden.

Spring-Twingo-seitlich-vorne

Beim neuen Spring gehört zunächst nur ein 6,6-kW-AC-Lader zur Serienausstattung. An einer 7-kW-Wallbox dauert das Laden von 15 auf 80 Prozent knapp drei Stunden. Wer 11-kW-AC-Laden und 50-kW-DC-Schnellladen möchte, braucht das optionale Schnellladepaket. Mit Gleichstrom sollen dann 15 bis 80 Prozent in rund 28 Minuten möglich sein.

Top Elektroautos ansehen

Beim Twingo sind dagegen 11 kW AC und 50 kW DC bereits serienmäßig. An der Wallbox dauert 10 bis 100 Prozent etwa zweieinhalb Stunden, am Schnelllader sind 10 bis 80 Prozent in rund 30 Minuten möglich.

50 kW sind bei beiden keine beeindruckende Schnellladeleistung. Wer überwiegend zu Hause lädt, dürfte damit aber gut zurechtkommen. Trotzdem sammelt der Renault hier einen wichtigen Punkt: Die bessere Ladetechnik kostet nicht noch einmal extra.

Spring hat mehr Kofferraum – Twingo den clevereren Innenraum

Beim Platz dreht sich das Bild wieder. Der Spring ist nicht nur etwas länger, sondern bietet mit 337 Litern Kofferraumvolumen ungewöhnlich viel Stauraum für diese Fahrzeugklasse. Werden die Rücksitze umgeklappt, passen bis zu 1.283 Liter hinein. Optional gibt es unter der Fronthaube sogar einen kleinen 18-Liter-Frunk für Ladekabel.

Spring-Twingo-Kofferraum

Beim Twingo sind es je nach Position der Rücksitze zwischen 205 und 305 Liter, maximal passen rund 1.000 Liter hinein. Dafür hat Renault einen anderen Trick: Die beiden Rücksitze lassen sich einzeln um 17 Zentimeter verschieben. Wer gerade keine maximale Kofferraumgröße benötigt, kann dadurch den Fondpassagieren deutlich mehr Beinfreiheit verschaffen. Auch der Beifahrersitz lässt sich umlegen, sodass Gegenstände bis rund zwei Meter Länge transportiert werden können.

Und genau das zeigt den unterschiedlichen Ansatz: Der Spring bietet mehr reines Ladevolumen, der Twingo ist variabler.

Auch bei der Ausstattung relativiert sich der Preisvorteil des Spring

Dacia hält den Einstiegspreis unter anderem deshalb niedrig, weil die Basisversion Expression bewusst einfach bleibt. Ein digitales 7-Zoll-Fahrerdisplay ist zwar dabei, statt eines großen Infotainmentsystems gibt es aber zunächst eine Smartphone-Halterung und Dacias Media-Control-System. Das 10,1-Zoll-Infotainment samt kabellosem Apple CarPlay und Android Auto gehört zur höheren Journey-Ausstattung.

Spring-Twingo-Innenraum

Beim Twingo sieht das schon in der Basis Evolution anders aus. Dort sind ein 7-Zoll-Fahrerdisplay und ein rund 10 Zoll großer zentraler Touchscreen mit kabellosem Apple CarPlay und Android Auto serienmäßig. In der höheren Techno-Version kommen unter anderem Google Maps, Google Assistant, Klimaautomatik, adaptive Geschwindigkeitsregelung und eine Rückfahrkamera dazu.

Damit wird der Preisunterschied plötzlich interessanter. Der Spring bleibt das günstigere Auto – der Twingo bietet für seinen Aufpreis aber auch tatsächlich mehr.

Dacia Spring oder Renault Twingo E-Tech: Welcher lohnt sich mehr?

Wer vor allem möglichst wenig für ein neues Elektroauto bezahlen möchte, dürfte mit dem Dacia Spring weiterhin richtig liegen. Er bietet die gleiche grundlegende Antriebstechnik wie der Renault, einen größeren Kofferraum und mit bis zu 250 Kilometern genügend Reichweite für den typischen Stadt- und Pendleralltag. Dazu ist die zweite Generation deutlich erwachsener geworden als ihr Vorgänger.

Der Renault Twingo E-Tech ist allerdings der spannendere Allrounder. Er fährt etwas weiter, lädt serienmäßig mit 11 kW beziehungsweise 50 kW, hat den flexibleren Innenraum und bietet bereits in der Basis ein vollwertiges Infotainmentsystem. Der Aufpreis gegenüber dem günstigsten Spring dürfte damit leichter zu rechtfertigen sein, als die reinen Listenpreise zunächst vermuten lassen.

Unser Fazit: Soll es wirklich so günstig wie möglich sein, gewinnt der Spring. Wer dagegen bereit ist, für mehr Ausstattung, bessere Ladeoptionen und den flexibleren Innenraum etwas mehr auszugeben, bekommt mit dem Twingo wahrscheinlich das rundere Gesamtpaket.

Und genau deshalb könnte der neue Spring erstmals ein kleines Problem bekommen: Sein vielleicht stärkster Konkurrent kommt ausgerechnet aus dem eigenen Konzern.