Fast gleicher Preis, völlig andere Stärken: Diese drei E-SUVs überraschen!
20. August 2026 von Irene Wallner
Drei Elektro-SUVs, drei ziemlich unterschiedliche Ideen davon, was ein gutes Elektroauto ausmacht. Der Kia EV3 schafft je nach Version bis zu 605 Kilometer WLTP-Reichweite mit einem nur 4,31 Meter langen Auto. Der Skoda Elroq setzt weniger auf spektakuläre Zahlen, dafür auf Effizienz, Komfort und viel Alltagstauglichkeit. Und der neue BYD Atto 3 Evo fährt mit 800-Volt-Technik, bis zu 220 kW Ladeleistung und mindestens 313 PS vor.
Nur rund 5.000 Euro Unterschied: Kia EV3, Skoda Elroq oder BYD Atto 3 Evo – welchen würden wir kaufen?
Das Spannende daran: Preislich liegen die drei aktuell erstaunlich nah beieinander. Auf Carwow beginnen Angebote für den Kia EV3 derzeit bei 30.003 Euro, für den Skoda Elroq bei 31.253 Euro und für den BYD Atto 3 Evo bei 34.943 Euro. Vom günstigsten Kia bis zum BYD sind es damit nicht einmal 5.000 Euro Unterschied (Stand: 18.8.26).

Für die Kaufentscheidung stellt sich deshalb weniger die Frage, welches Auto auf dem Papier die größte Zahl bietet. Viel interessanter ist: Was bekommst du für dein Geld – und bei welchem der drei musst du im Alltag am wenigsten Kompromisse eingehen?
Unser Ergebnis
- Der Kia EV3 ist unser Tipp, wenn du möglichst viel Reichweite in einem möglichst kompakten Auto suchst. Er bietet überraschend viel Platz und kann mit dem großen Akku bis zu 605 Kilometer nach WLTP schaffen. Sein größter Nachteil ist ausgerechnet auf langen Strecken die eher durchschnittliche DC-Ladeleistung.
- Der BYD Atto 3 Evo ist der Technik-Tipp. 800-Volt-Architektur, bis zu 220 kW DC-Laden und mindestens 313 PS sind für diese Preisklasse beeindruckend. Im Carwow-Fahrtest hinterließen allerdings zwei unerwartete Notbremsungen durch die Assistenzsysteme einen Makel.
- Und der Skoda Elroq? Der liefert nicht in jeder Kategorie die spektakulärste Zahl, macht dafür im Alltag erstaunlich wenig falsch. Er ist geräumig, komfortabel, effizient und trotz seiner knapp 4,50 Meter überraschend handlich. Für die meisten Käuferinnen und Käufer ist er deshalb unser bester Allrounder.
Der Kia EV3 gewinnt die Reichweiten-Wertung
Wer Elektroauto vor allem mit Reichweitenangst verbindet, dürfte zuerst beim Kia landen.
Den EV3 gibt es mit 58,3 oder 81,4 kWh großer Batterie. Mit dem großen Akku und Frontantrieb sind auf dem Papier bis zu 605 Kilometer WLTP-Reichweite möglich. Im Carwow-Praxistest waren im gemischten Betrieb etwa 450 bis 500 Kilometer realistisch; bei ungünstigeren Bedingungen oder schnellerer Autobahnfahrt sollte man eher mit rund 350 Kilometern planen.
Das Beeindruckende ist dabei seine Größe. Mit 4,31 Metern ist der EV3 fast 18 Zentimeter kürzer als der Elroq und rund 15 Zentimeter kürzer als der Atto 3 Evo. Trotzdem stehen bis zu 460 Liter Kofferraum sowie zusätzlich 25 Liter unter der Fronthaube zur Verfügung.

Gerade in der Stadt macht diese Kombination Sinn: außen kompakt, innen überraschend geräumig.
Beim Fahren gibt es allerdings ein paar Abzüge. Der EV3 ist eher straff abgestimmt, seine sehr weichen Sitze bieten bei schnellerer Kurvenfahrt wenig Seitenhalt. Dazu kamen uns im Test die Warntöne und insbesondere der empfindliche Aufmerksamkeitsassistent immer wieder in die Quere.
Sein größter Schwachpunkt zeigt sich aber erst an der Ladesäule.
Mit dem großen Akku sind maximal 128 kW DC-Ladeleistung möglich, beim kleinen Akku sind es 101 kW. Von 10 auf 80 Prozent benötigt der EV3 ungefähr eine halbe Stunde. Das ist brauchbar – neben dem BYD wirkt es allerdings plötzlich ziemlich konservativ.
Der Kia ist damit unser Reichweiten-Sieger – aber nicht automatisch der beste Langstrecken-Stromer.
Der BYD zeigt, was für 5.000 Euro mehr technisch drin ist
Beim Atto 3 Evo dreht sich die Geschichte praktisch um.
Mit 470 bis 510 Kilometern WLTP-Reichweite kommt der BYD auf dem Papier nicht so weit wie die besten Versionen von Kia und Skoda. Dafür hat BYD genau dort nachgelegt, wo der Kia seine größte Schwäche zeigt.
Der neue Atto 3 Evo setzt auf eine 800-Volt-Architektur und lädt mit bis zu 220 kW. Von 10 auf 80 Prozent sollen damit rund 25 Minuten genügen. Auch bei der Leistung klotzt BYD. Schon die Version mit Heckantrieb kommt auf 313 PS, die Allradversion sogar auf 449 PS. Wer sein Elektro-SUV nicht nur vernünftig, sondern auch kräftig motorisiert haben möchte, bekommt hier deutlich mehr Reserven.

Praktischer ist der Evo ebenfalls geworden: 490 Liter Kofferraum sind der beste Grundwert der drei Kandidaten. Dazu kommt ein riesiger 101-Liter-Frunk, in dem Ladekabel und weiteres Gepäck verschwinden können.
Und auf der Autobahn macht der BYD grundsätzlich einen guten Eindruck. In unserem Test lag der Verbrauch bei Tempo 130 bei rund 19,7 kWh/100 km. Das ist für ein Elektro-SUV dieser Größe ein ordentlicher Wert.
Eigentlich also ein ziemlich überzeugendes Paket – wäre da nicht ein Problem.
Während unseres Tests kam es zweimal zu Phantombremsungen. In einer Situation bremste der Atto 3 Evo beim Spurwechsel im Stop-and-Go-Verkehr unerwartet stark, in einer anderen reagierte das System auf einen Busch am Fahrbahnrand. Beide Situationen gingen gut aus – unser Vertrauen in die Assistenzsoftware wurde dadurch trotzdem nicht größer.
Und genau das zeigt, warum ein Vergleich mehr sein muss als eine Tabelle: 220 kW Ladeleistung sehen fantastisch aus. Ein Auto muss sich aber auch jeden Tag vertrauenswürdig anfühlen.
Und dann ist da der Skoda Elroq
Der Elroq fällt zwischen Kia und BYD zunächst fast ein bisschen langweilig aus. Keine 800-Volt-Headline wie beim BYD. Keine 605 Kilometer Reichweite wie beim Kia. Dafür bringt er ziemlich viele Dinge zusammen, die man im täglichen Leben tatsächlich merkt.
Je nach Version sind offiziell bis zu 574 Kilometer WLTP-Reichweite möglich. In unserem Fahreindruck mit dem Elroq 85 waren auf der Autobahn rund 450 Kilometer realistisch, bei einem Verbrauch von ungefähr 17 bis 18 kWh/100 km.
Dazu fährt sich der Skoda komfortabel und erstaunlich handlich. Besonders bemerkenswert ist der Wendekreis von nur 9,3 Metern bei den heckgetriebenen Varianten. Für ein SUV mit knapp 4,49 Metern Länge fühlt sich der Elroq dadurch beim Rangieren deutlich kleiner an, als er tatsächlich ist.
Und beim Gepäck zeigt er klassische Skoda-Qualitäten: 470 Liter passen bei aufgestellter Rückbank hinein, mit umgelegten Sitzen sind es bis zu 1.580 Liter. Damit bietet der Elroq von den drei Kandidaten das größte maximale Ladevolumen.
Auch beim Schnellladen liegt er zwischen den Extremen. Je nach Variante sind bis zu 165 kW möglich; beim Elroq 60 dauert der Sprung von 10 auf 80 Prozent laut Hersteller rund 24 Minuten. Der Skoda ist damit nirgendwo absurd überlegen. Aber genau das wird zu seiner Stärke.
Reichweite, Laden oder Platz: Wer gewinnt welche Disziplin?
- Maximale Reichweite: Kia EV3 – Mit bis zu 605 Kilometern WLTP schlägt er Elroq und Atto 3 Evo.
- Schnellladen: BYD Atto 3 Evo – 800 Volt und bis zu 220 kW sind das überzeugendste Ladepaket des Trios.
- Kofferraum mit aufgestellter Rückbank: BYD Atto 3 Evo – 490 Liter plus 101-Liter-Frunk sind stark.
- Maximales Ladevolumen: Skoda Elroq – Mit umgelegter Rückbank stehen bis zu 1.580 Liter zur Verfügung.
- Kompaktheit: Kia EV3 – 4,31 Meter Länge machen ihn zum handlichsten Format der drei.
- Leistung: BYD Atto 3 Evo – Bereits der Hecktriebler leistet 313 PS.
- Allrounder: Skoda Elroq – Nicht wegen einer einzelnen Rekordzahl, sondern weil Reichweite, Platz, Komfort, Verbrauch und Preis besonders ausgewogen zusammenpassen.
Was bekommst du wirklich für den Aufpreis?
Und damit zurück zur eigentlich interessanten Zahl dieses Vergleichs.

Der Kia EV3 startet bei aktuellen Carwow-Angeboten bei rund 30.003 Euro. Der Skoda kostet mit 31.253 Euro gerade einmal etwa 1.250 Euro mehr. Für den BYD werden derzeit mindestens 34.943 Euro aufgerufen.
Natürlich vergleichen diese Einstiegspreise nicht automatisch identische Batteriegrößen oder Ausstattungen. Sie zeigen aber, wie eng die drei Modellreihen derzeit preislich beieinanderliegen. Und gerade deshalb wird die Entscheidung interessant.
Für rund 1.250 Euro mehr gegenüber dem günstigsten EV3 bekommst du beim Elroq ein größeres Auto, mehr maximales Ladevolumen und ein sehr ausgewogenes Fahrverhalten. Beim BYD beträgt der Abstand zum Kia knapp 5.000 Euro. Dafür kommen unter anderem 800-Volt-Technik, wesentlich höhere Spitzenladeleistung, viel Leistung und ein riesiger Frunk hinzu.
Plötzlich lautet die Frage also nicht mehr: Welcher ist der billigste? Sondern: Welcher Kompromiss stört dich am wenigsten?
Unser Fazit: Drei gute Gründe – aber ein Sieger für die meisten
Wer möglichst viel Reichweite auf möglichst wenig Verkehrsfläche möchte, sollte den Kia EV3 nehmen. Gerade mit dem großen Akku verbindet er kompakte Abmessungen mit einer Reichweite, die vor wenigen Jahren noch deutlich größeren und teureren Elektroautos vorbehalten war. Beim Schnellladen muss man dafür Abstriche akzeptieren.
Wer häufig lange Strecken fährt und möglichst kurze Ladestopps möchte, sollte sich den BYD Atto 3 Evo genauer ansehen. Seine 800-Volt-Technik und die bis zu 220 kW Ladeleistung sind in diesem Trio klar die spannendste Hardware. Die im Carwow-Test aufgetretenen Phantombremsungen verhindern für uns allerdings eine uneingeschränkte Empfehlung.
Und wenn wir uns heute für einen der drei als Alltagsauto entscheiden müssten? Dann würden wir den Skoda Elroq nehmen. Nicht, weil er am weitesten fährt. Das tut der Kia. Nicht, weil er am schnellsten lädt. Das kann der BYD.
Sondern weil er von allem genug bietet und dabei kaum einen großen Kompromiss verlangt: gute reale Reichweite, ordentlichen Schnellladekomfort, viel Platz, hohen Fahrkomfort und überraschende Wendigkeit. Gleichzeitig liegt sein aktueller Carwow-Einstiegspreis nur rund 1.250 Euro über dem Kia.
Der EV3 ist der Reichweiten-Tipp, der Atto 3 Evo der Technik-Tipp – aber der Elroq ist für uns das überzeugendste Gesamtpaket.