Besser als das Tesla Model Y? Dieses China-SUV ist echte Konkurrenz!
21. August 2026 von Irene Wallner
Es gibt Autos, bei denen der Vergleich schon am Preis scheitert. Beim Tesla Model Y und XPeng G6 passiert gerade das Gegenteil. Ein neues Model Y gibt es auf Carwow aktuell ab 38.970 Euro, der XPeng G6 beginnt bei 39.984 Euro. Damit liegen zwischen den beiden Elektro-SUVs gerade einmal rund 1.000 Euro. Überraschend dabei: Trotz des höheren Listenpreises des XPeng schrumpft der Abstand durch die aktuellen Angebote fast vollständig zusammen.
Und damit wird aus „Tesla gegen China-Konkurrent“ eine ziemlich konkrete Kaufentscheidung.
Nur rund 1.000 Euro Unterschied: Tesla Model Y oder XPeng G6 – welchen würden wir kaufen?
Denn beide sind fast gleich groß, beide setzen auf ein extrem digitales Bedienkonzept und beide wollen genau dieselben Käuferinnen und Käufer erreichen. Trotzdem könnten ihre Prioritäten kaum unterschiedlicher sein.
Der Tesla fährt weiter und ist enorm effizient. Der XPeng lädt deutlich schneller und hat uns ausgerechnet bei den Assistenzsystemen überrascht. Also: Welcher Ansatz ist im Alltag besser?
Unser Ergebnis
- Wenn du einfach den besten Allrounder suchst, bleibt das Tesla Model Y schwer zu schlagen. Es bietet sehr gute Reichweite, hohe Effizienz, viel Stauraum inklusive Frunk und ein inzwischen deutlich hochwertigeres Interieur. Außerdem kann es auf Wunsch sogar sieben Personen mitnehmen.
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- Der XPeng G6 kontert dafür mit etwas, bei dem selbst Tesla plötzlich alt aussieht: Ladegeschwindigkeit. Der aktuelle G6 Long Range schafft laut Hersteller maximal 451 kW und soll seine Batterie unter Idealbedingungen in nur zwölf Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Das Model Y kommt in den Long-Range-Versionen auf maximal 250 kW.
Und auch auf der Autobahn überraschte uns der Chinese: Der XPilot Assist hielt die Spur in unserem Test ausgesprochen souverän und unaufgeregt. Beim Tesla Autopilot gab es dagegen Situationen mit falsch erkannten Tempolimits und unnötig heftigen Reaktionen.
Tesla gewinnt für uns knapp das Gesamtpaket. Wer häufig Langstrecke fährt und möglichst kurze Ladestopps will, bekommt beim XPeng aber ein richtig starkes Argument zum Wechseln.
Beim Preis wird es plötzlich richtig interessant
Auf dem Papier startet Tesla klar günstiger. Das Model Y kostet laut Liste mindestens 39.990 Euro, beim G6 verlangt XPeng 43.600 Euro. Auf Carwow sieht die Sache jedoch anders aus: Aktuell beginnen Angebote für den Tesla bei 38.970 Euro, der XPeng startet bei 39.984 Euro.
Nur rund 1.000 Euro Unterschied.

Noch spannender wird es, wenn wir uns die reichweitenstarken Hecktriebler ansehen.
Der XPeng G6 RWD Long Range kostet laut Liste 47.600 Euro. Für das Tesla Model Y Premium Maximale Reichweite mit Heckantrieb stehen 50.990 Euro in der Liste. Der XPeng ist hier also sogar rund 3.400 Euro günstiger. Und jetzt beginnt der eigentliche Vergleich.
Denn für weniger Geld bietet XPeng beim Laden die deutlich spektakulärere Technik. Tesla schlägt dafür bei der Reichweite zurück.
622 Kilometer gegen 451 kW: Welche Zahl ist wichtiger?
Wenn es ausschließlich darum geht, möglichst selten anhalten zu müssen, hat Tesla die besseren Karten.
Das Model Y kommt je nach Variante auf mehr als 600 Kilometer WLTP-Reichweite. Beim reichweitenstärksten Modell sind es bis zu 622 Kilometer. Selbst im Praxistest mit der kleineren Batterie waren bei moderater Autobahnfahrt mehr als 400 Kilometer möglich.
Beim XPeng G6 Long Range stehen 525 Kilometer WLTP im Datenblatt. Sein 80-kWh-Akku ist damit alles andere als kurzatmig, aber auf dem Papier fehlen ihm fast 100 Kilometer auf den reichweitenstärksten Tesla. Unser G6-Testwagen verbrauchte auf einer überwiegend über Land führenden Strecke 18,4 kWh/100 km. Bei schneller Autobahnfahrt stieg der Wert auf rund 23,5 kWh/100 km.
Der XPeng beantwortet die Reichweitenfrage allerdings mit einer anderen Philosophie: Wenn ich schon laden muss, dann bitte möglichst kurz.
Beim Schnellladen lässt der XPeng den Tesla stehen
Der aktuelle G6 nutzt eine 800-Volt-Architektur und eine 5C-LFP-Batterie. Beim Long Range und Performance sind laut XPeng bis zu 451 kW DC-Ladeleistung möglich. Unter optimalen Bedingungen sollen 10 bis 80 Prozent dadurch in gerade einmal zwölf Minuten erledigt sein.

Das sind Werte, die vor wenigen Jahren selbst bei deutlich teureren Elektroautos kaum vorstellbar waren. Unser Testwagen erreichte zwar keine 451 kW, kam ohne optimale Batterievorkonditionierung aber immerhin auf 233 kW in der Spitze.
Das Tesla Model Y lädt mit maximal 250 kW in den Versionen mit großer Batterie. Von 10 auf 80 Prozent vergehen etwas weniger als 30 Minuten. Die Basisversion schafft maximal 175 kW. Damit haben wir zwei komplett unterschiedliche Langstrecken-Strategien:
- Tesla: möglichst weit fahren, bevor du laden musst.
- XPeng: früher laden, dafür möglichst schnell wieder weg sein.
Wer häufig lange Strecken fährt, sollte diesen Unterschied nicht unterschätzen. 100 Kilometer mehr Reichweite sind angenehm. Zwölf Minuten statt einer deutlich längeren Ladepause können auf einer Urlaubsreise aber ebenfalls entscheidend sein.
Und ausgerechnet beim Assistenten überrascht der XPeng
Tesla und Software – eigentlich müsste dieser Punkt eine ziemlich eindeutige Sache sein. Ist er aber nicht.
Der XPilot Assist war eine der positiven Überraschungen unseres G6-Tests. Auf der Autobahn hielt er die Spur ausgesprochen sauber und lenkte früh und ruhig ein. Auch die Lenkraderkennung wirkte angenehm unaufgeregt. Beim automatisierten Spurwechsel reicht es, den Blinker zu setzen – erkennt das Auto eine passende Lücke, wird der Wechsel souverän durchgeführt.
Beim Model Y überzeugten uns insbesondere Parkassistent und Kameradarstellung. Der Autopilot leistete sich im Test aber einige Schwächen.

Unter anderem wurden Tempolimits nicht immer korrekt erkannt. In bestimmten Situationen führte das zu deutlichen Bremsreaktionen. Auch beim automatischen Spurwechsel kann die Aufforderung, das Lenkrad leicht zu bewegen, genau im falschen Moment kommen und den Spurwechsel abrupt abbrechen.
Das bedeutet nicht, dass Teslas System grundsätzlich schlecht ist. Aber, das Tesla automatisch die beste Assistenzsoftware hat, stimmt in diesem Vergleich nicht. Der XPeng hält überraschend gut dagegen – und gefiel uns auf der Autobahn sogar besser.
Im Cockpit kopiert XPeng Tesla – macht manches aber angenehmer
Beim Einsteigen ist ziemlich offensichtlich, wer hier wen inspiriert hat. Auch im G6 soll möglichst alles über einen großen zentralen Touchscreen laufen. Schalter werden auf ein Minimum reduziert und selbst Einstellungen wie die Rekuperation verstecken sich im Display.
XPeng geht allerdings nicht ganz so weit wie Tesla. Am Lenkrad gibt es auf beiden Seiten echte Tasten und Walzen. Eine davon kann beispielsweise direkt die Innenraumtemperatur verändern. Das ist eine kleine Sache, erspart im Alltag aber einen Griff zum Bildschirm.
Beim Tesla ist das Bedienkonzept noch konsequenter digitalisiert. Einen separaten Tacho hinter dem Lenkrad oder ein Head-up-Display gibt es weiterhin nicht. Selbst die Gangwahl erfolgt inzwischen durch eine Wischbewegung auf dem Zentraldisplay.
Dafür hat Tesla mit dem Juniper-Facelift einen großen Schritt bei der Materialqualität gemacht. Kunstleder, Textileinlagen und Ambientebeleuchtung lassen den Innenraum deutlich wohnlicher wirken als früher. Hinten gibt es außerdem einen eigenen 8-Zoll-Bildschirm.
Der XPeng wirkt ebenfalls hochwertig verarbeitet, bleibt optisch aber eher nüchtern. Und manche Sparmaßnahmen sind schwer nachvollziehbar. Ein Handschuhfach gibt es beispielsweise überhaupt nicht. Minimalismus kann man eben auch übertreiben.
Familien sollten beim Kofferraum genauer hinsehen
Beim Platz für Passagiere braucht sich der XPeng nicht zu verstecken. Mit 4,76 Metern Länge ist er praktisch genauso groß wie das rund 4,80 Meter lange Model Y. Besonders hinten ist das Platzangebot des G6 ausgezeichnet. Auch große Erwachsene haben viel Kopf- und Beinfreiheit, außerdem lassen sich die Lehnen der Rücksitze in ihrer Neigung einstellen.
In den Kofferraum passen 571 Liter, bei umgeklappter Rückbank werden daraus 1.374 Liter. Die dabei entstehende Ladefläche ist schön eben.
Dann kommt allerdings Tesla. Beim Model Y lassen sich die Rücksitze inzwischen elektrisch umlegen und wieder aufstellen. Insgesamt stehen bei umgeklappter Rückbank bis zu 2.138 Liter Stauraum zur Verfügung. Zusätzlich gibt es vorne einen praktischen Frunk mit Kunststoffwanne und sogar einem Ablauf. Der XPeng hat dagegen gar keinen Frunk.
Und auch beim Anhänger liegt der Tesla leicht vorne: maximal 1.600 statt 1.500 Kilogramm. Wer Kinderwagen, Urlaubsgepäck und Ladekabel gleichzeitig transportiert, dürfte deshalb beim Model Y glücklicher werden.
Beim Fahren liegen beide näher zusammen als gedacht
Sportwagen sind beide nicht – langsam allerdings ebenfalls nicht. Unser G6 Long Range mit Heckantrieb und 296 PS zog beim Überholen kräftig durch. Der tiefe Schwerpunkt sorgt dafür, dass das große SUV satt auf der Straße liegt.

Der Komfort ist ordentlich, aber nicht herausragend. Unebenheiten werden vernünftig gefiltert, ohne dass das Auto zur weichen Sänfte wird.
Ähnlich sieht es beim Tesla aus, wobei das Model Y noch etwas sportlicher abgestimmt ist. Wankbewegungen hält es gut im Zaum, auf schlechten Straßen kann das straffe Fahrwerk mit den 19-Zoll-Rädern aber durchaus rumpelig werden. Beim Juniper-Facelift wurde immerhin die Geräuschdämmung spürbar verbessert.
Wer einen besonders weichen Familien-SUV sucht, findet anderswo komfortablere Autos. Wer ein großes Elektro-SUV möchte, das sich nicht wie ein schweres Schiff anfühlt, wird mit beiden gut zurechtkommen.
Was bekommst du also für dein Geld?
Und damit zurück zu den rund 1.000 Euro Unterschied bei den aktuellen Carwow-Einstiegsangeboten.
Beim Tesla Model Y bekommst du vor allem:
- mehr maximale Reichweite
- sehr gute Effizienz
- mehr Stauraum und einen Frunk
- optional sieben Sitze
- das inzwischen deutlich hochwertigere Juniper-Interieur
- das etablierte Tesla-Lade- und Software-Ökosystem
Beim XPeng G6 bekommst du:
- 800-Volt-Technik
- bis zu 451 kW Ladeleistung
- extrem kurze theoretische Ladezeiten
- sehr viel Platz im Fond
- einen hervorragenden Autobahn-Assistenten
- ein etwas weniger radikales Bedienkonzept am Lenkrad
- viel Serienausstattung fürs Geld
Und genau deshalb ist dieser Vergleich enger, als der Markenname zunächst vermuten lässt.
Unser Fazit: Tesla gewinnt – aber nicht mehr selbstverständlich
Wenn wir heute nur einen der beiden kaufen dürften, würden wir weiterhin zum Tesla Model Y greifen. Der Grund ist das Gesamtpaket – aber der Abstand zum G6 ist nicht besonders groß.
Das Model Y fährt weiter, ist effizient, bietet mehr praktischen Stauraum und ist mit dem Juniper-Facelift innen deutlich angenehmer geworden. Dazu kommt, dass es auf Carwow derzeit sogar geringfügig günstiger startet als der XPeng.
Aber der Abstand ist kleiner geworden, sehr viel kleiner. Denn der XPeng G6 schlägt Tesla ausgerechnet bei zwei Themen, die bei einem modernen Elektroauto besonders wichtig sind: Schnellladen und – zumindest nach unseren Erfahrungen auf der Autobahn – Assistenz.