Gleicher Preis aber bessere Technik und mehr Auto – der XPeng L03 lässt den ID.Cross alt aussehen!
18. Juli 2026 von Irene Wallner
Mit dem L03 hat XPeng gerade sein neues Einstiegsmodell vorgestellt – ein schickes Elektro-SUV-Coupé ab 35.600 €. Fast zeitgleich bereitet VW den ID.Cross vor, der als elektrisches Kompakt-SUV mit einem Lockpreis ab rund 28.000 € beworben wird. Dieser Einstiegspreis gilt aber nur für die schwächste Motorisierung mit dem kleinen Akku – wer die eigentlich attraktive Top-Version mit 52-kWh-Akku und 211 PS will, zahlt laut aktuellem Stand ab 36.523 €.
XPeng L03 vs. VW ID.Cross: Für ein paar Tausend Euro mehr ein deutlich größeres, stärkeres Auto?
Damit liegen XPeng L03 und VW ID.Cross in ihren jeweils interessantesten Versionen preislich fast auf Augenhöhe. Genau das macht den Vergleich so spannend: Für nahezu dasselbe Geld bekommt man beim XPeng ein spürbar größeres, stärkeres und technisch weiter entwickeltes Auto. Wir vergleichen beide Modelle in den Punkten Design, Reichweite und Akku, Assistenzsysteme, Platzangebot und Preis.
Design: Elegantes Coupé trifft auf ehrlichen Kompakt-SUV

Der XPeng L03 setzt ganz auf Ausstrahlung: eine dynamische SUV-Coupé-Linie, bumerangförmige LED-Scheinwerfer und ein “Sternenring”-Rückleuchtenband sorgen für einen unverwechselbaren Auftritt. Dazu kommt mit einem cw-Wert von 0,228 und aktiven Lufteinlassklappen an der Front ein aerodynamisches Bestwert-Niveau. Im Innenraum dominiert der typische XPeng-Minimalismus: kaum physische Tasten, dafür ein 15,6-Zoll-Touchscreen in 2,5K-Auflösung, ein 8,9-Zoll-Fahrerdisplay und ein großes 26,8-Zoll-Head-up-Display.
Der VW ID.Cross verfolgt einen anderen Ansatz. Mit der neuen Designsprache “Pure Positive” wirkt er wohnlicher statt sportlich: horizontale Armaturentafel, textile Oberflächen, warme Materialien. Technisch setzt VW bewusst auf ein 10,25-Zoll-Digitalcockpit und einen 12,9-Zoll-Touchscreen “Innovision” – kombiniert mit der Rückkehr echter physischer Tasten für Klimafunktionen und am Lenkrad. Wer die frühere Bedienkritik an ID.-Modellen kannte, dürfte das als klare Verbesserung werten.

Kurz gesagt:
- XPeng L03: konsequent digital, Touch-fokussiert, optisch auffälliger und premium-orientierter
- VW ID.Cross: bewusst bodenständiger, mit Rückbesinnung auf klassische Bedienelemente
Reichweite und Akku: XPeng zieht technisch klar davon
Beim Antrieb zeigt sich der größte Abstand zwischen beiden Modellen. Der XPeng L03 bietet zwei LFP-Akkus mit 58,3 oder 71,2 kWh, dazu Ladeleistungen von bis zu 236 kW – ein Wert, der in diesem Preissegment kaum zu finden ist. Der Ladestopp von 10 auf 80 Prozent dauert nur rund 20 Minuten. Bei der Reichweite verspricht XPeng 445 bis 520 km (WLTP) für die Hecktriebler beziehungsweise 440 km für die Allradvarianten.

Der VW ID.Cross startet mit einer deutlich kleineren 37-kWh-LFP-Batterie (bis 316 km WLTP) und bietet optional eine 52-kWh-NMC-Batterie mit bis zu 436 km Reichweite. Geladen wird mit maximal 90 beziehungsweise 105 kW – ein Ladestopp dauert damit rund 23 bis 24 Minuten.
Der Unterschied im Überblick:
- Akkugröße: XPeng bis zu 71,2 kWh vs. VW bis zu 52 kWh
- Ladeleistung: XPeng bis 236 kW vs. VW bis 105 kW
- Maximale Reichweite: XPeng bis 520 km vs. VW bis 436 km
Für den Alltag bedeutet das: Der L03 lädt schneller nach und kommt selbst in der Basisversion weiter als der bestausgestattete ID.Cross.
Assistenzsysteme: XPeng mit Blick auf autonomes Fahren, VW noch mit offenen Fragen
Der XPeng L03 kommt gut ausgestattet mit 360°-Kamera, automatischen Parkassistenten und einem Notfallassistenten, der das Fahrzeug bei Ohnmacht des Fahrers selbstständig an den Seitenstreifen lenkt und einen Notruf absetzt. Für 2027 plant XPeng zudem die Einführung von Level-2+-Autonomiefunktionen (“NGP”) per Over-the-Air-Update für Europa – die “Ultra”-Version bringt dafür bereits die passenden “Turing AI”-Chips mit.
Beim VW ID.Cross stehen viele Details zu den Assistenzsystemen noch nicht final fest. Optional soll es einen “Connected Travel Assist” geben, der erstmals auch rote Ampeln erkennen und das Fahrzeug innerhalb der Systemgrenzen bis zum Stillstand abbremsen kann, dazu einen optionalen Park Assist Plus. Ein offizielles Euro-NCAP-Ergebnis liegt noch nicht vor.

Fazit an dieser Stelle: XPeng liefert bereits jetzt ein konkreteres Bild der Zukunftstechnik, während beim ID.Cross vieles noch als Prognose gilt.
Platzangebot: Der L03 spielt in einer größeren Liga
Hier zeigt sich der Größenunterschied der beiden Fahrzeugklassen am deutlichsten. Der XPeng L03 ist knapp 4,60 Meter lang, hat 2,85 Meter Radstand und bietet 539 Liter Kofferraum (VDA-Norm) plus 102 Liter Frunk. Dazu kommen eine 40:20:40 teilbare Rückbank mit Ladedurchreiche und zusätzliche Staufächer unter den Rücksitzen.

Der VW ID.Cross ist mit 4,15 Metern spürbar kompakter, bietet aber für seine Klasse ordentlich Platz: 475 Liter Kofferraum, ein zusätzliches “XL-Stauraum”-Fach unter dem Ladeboden und einen 25 Liter großen Frunk. Umgeklappt sollen bis zu 1.340 Liter möglich sein. Praktisch: bis zu 1.200 kg Anhängelast (52-kWh-Version) und 75 kg zulässige Dachlast.
Direkt verglichen:
- Länge: 4,60 m (XPeng) vs. 4,15 m (VW)
- Kofferraum: 539 l (XPeng) vs. 475 l (VW)
- Frunk: 102 l (XPeng) vs. 25 l (VW)
Der ID.Cross ist als kompaktes Stadt- und Familienauto konzipiert, der L03 zielt dagegen klar auch auf Langstrecke und größere Familien.
Preis: Fast identisches Preisschild, aber ein ganz anderes Auto
Der XPeng L03 startet bei 35.600 € für die Version RWD Standard Range mit 245 PS und 58,3-kWh-Akku. Die Long-Range-Variante kostet 38.600 €, die Allradmodelle beginnen bei 41.600 €, das Topmodell “Ultra” bei 46.600 €.

Beim VW ID.Cross lohnt sich der zweite Blick auf die Preisliste. Der viel zitierte Einstiegspreis von rund 28.000 € gilt nämlich nur für die Basisversion “Trend” mit der schwächsten Motorisierung (116 PS) und dem kleinen 37-kWh-Akku. Wer die eigentlich interessantere Top-Motorisierung mit 211 PS und dem größeren 52-kWh-Akku will, landet in den Ausstattungslinien “Life” oder “Style” – und zahlt dafür laut aktuellem Stand ab 36.523 €. Das ist knapp 8.500 € mehr als der beworbene Einstiegspreis und liegt damit fast exakt auf dem Niveau des XPeng L03.
Die Preise im direkten Vergleich:
- XPeng L03 RWD Standard Range (245 PS, 58,3 kWh): ab 35.600 €
- VW ID.Cross Top-Motorisierung (211 PS, 52 kWh, Life/Style): ab 36.523 €
- XPeng L03 RWD Long Range (245 PS, 71,2 kWh): ab 38.600 €
- XPeng L03 AWD Performance (387 PS): ab 41.600 €
Vergleicht man also nicht den Lockpreis, sondern die tatsächlich attraktiven Versionen beider Autos, liegen L03 und ID.Cross preislich fast gleichauf – für kaum spürbaren Aufpreis bekommt der XPeng L03 dabei ein größeres Auto mit mehr Reichweite, deutlich mehr Ladeleistung und einem größeren Kofferraum.
Fazit
Der XPeng L03 und der VW ID.Cross zielen nicht exakt auf dieselbe Fahrzeugklasse – der L03 ist größer, stärker und technisch ambitionierter. Besonders spannend wird der Vergleich aber beim Preis: Sobald man beim ID.Cross die eigentlich attraktive Top-Version mit großem Akku und 211 PS wählt, liegt er mit rund 36.523 € fast auf demselben Niveau wie der XPeng L03 ab 35.600 €.
Für praktisch dasselbe Geld bekommt man beim chinesischen Hersteller also ein deutlich größeres Auto mit mehr Reichweite, schnellerem Laden und weiterentwickelten Assistenzsystemen. Der ID.Cross punktet dafür mit kompakteren Abmessungen für die Stadt und der Rückkehr zu physischen Bedienelementen – nur eben nicht mehr mit einem klaren Preisvorteil. Wer auf der Suche nach maximalem Gegenwert fürs Geld ist, sollte den L03 auf jeden Fall in die engere Auswahl nehmen.