Dieser Plug-in-SUV kostet fast 7.000 Euro weniger als der Honda CR-V – lohnt er sich?
22. August 2026 von Irene Wallner
Eigentlich müsste die Sache andersherum sein. Der Mitsubishi Outlander hat als Plug-in-Hybrid 306 PS, serienmäßigen Allradantrieb, einen 22,7-kWh-Akku und schafft offiziell bis zu 86 Kilometer elektrisch. Der Honda CR-V e kommt auf 184 PS, Frontantrieb, 17,7 kWh Batteriekapazität und maximal 78 Kilometer WLTP-Reichweite – trotzdem ist ausgerechnet der Mitsubishi erheblich günstiger.
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Der Outlander startet aktuell bei 49.990 Euro Listenpreis, während Honda für den CR-V e Advance Tech 56.900 Euro verlangt. Das sind 6.910 Euro Unterschied.
Fast 7.000 Euro günstiger: Ist der Mitsubishi Outlander der bessere Plug-in-SUV als der Honda CR-V?
In diesem Vergleich möchten wir herausfinden, was du beim Honda für fast 7.000 Euro zusätzlich bekommst – und ob das reicht, um den technisch stärkeren Mitsubishi zu schlagen.

Unser Ergebnis
- Wenn du möglichst viel Plug-in-Hybrid fürs Geld möchtest, ist der Mitsubishi Outlander schwer zu ignorieren. Er ist deutlich stärker, bietet Allrad serienmäßig und schafft etwas mehr elektrische Reichweite. Außerdem kann er theoretisch sogar schnellladen – auch wenn der dafür verwendete CHAdeMO-Anschluss in Europa inzwischen zum Problem wird.
- Der Honda CR-V kontert nicht mit spektakulären Antriebsdaten, sondern mit Alltag. Sein Kofferraum ist deutlich größer, die Rückbank ausgesprochen familienfreundlich und Details wie die um 90 Grad öffnenden Fondtüren zeigen, dass hier jemand tatsächlich an Kindersitze, Kinderwagen und Urlaubsgepäck gedacht hat.
Unser Preis-Leistungs-Tipp ist deshalb der Mitsubishi. Wer dagegen den besseren Familien-Allrounder sucht und Platz wichtiger findet als Leistung und Allrad, hat beim Honda gute Argumente für den Aufpreis.
Fast gleicher Platzbedarf – aber völlig unterschiedliche Prioritäten
Schon die Außenmaße zeigen, wie direkt die beiden gegeneinander antreten.
Der Outlander ist 4,72 Meter lang, der CR-V knapp 4,71 Meter. Es geht also nicht um einen kleinen gegen einen großen SUV. Beide beanspruchen praktisch dieselbe Fläche auf der Straße.
Innen setzt Mitsubishi auf ein robustes, funktionales Konzept. Besonders angenehm sind die vielen echten Tasten. Klimaanlage, Lautstärke oder Fahrmodi lassen sich bedienen, ohne für jede Kleinigkeit auf einem Touchscreen herumzutippen. Das klingt banal, ist im Alltag aber inzwischen fast schon ein Luxus.
Kofferraum BILD
Fünf Personen finden ausreichend Platz, die Rücksitze lassen sich variabel umklappen und im Kofferraum stehen rund 498 Liter zur Verfügung. Mit umgelegter Rückbank werden daraus bis zu 1.404 Liter. Eine wirklich ordentliche Leistung – bis man den Honda daneben stellt.
Beim Familienalltag zeigt der CR-V, wofür Honda mehr Geld verlangt
Der CR-V ist beim Kofferraum eine andere Hausnummer. Je nach Variante passen 587 bis 617 Liter hinter die Rückbank. Klappt man sie um, sind sogar 1.634 bis 1.710 Liter möglich. Damit liegen zwischen den beiden Autos beim maximalen Ladevolumen rund 300 Liter.
Und der Vorteil besteht nicht nur auf dem Datenblatt. Die Ladekante des Honda ist niedrig und nahezu eben zum Kofferraumboden. Große Koffer oder ein Kinderwagen lassen sich dadurch angenehm einladen, aber noch wichtiger sind die Rücksitze.
Die Rückbank lässt sich um bis zu 19 Zentimeter verschieben, ihre Lehnen sind verstellbar und die Fondtüren öffnen sich um bis zu 90 Grad. Gerade wer regelmäßig ein kleines Kind in einen Kindersitz hinein- und wieder herausheben muss, versteht ziemlich schnell, warum das ein besseres Familien-Feature sein kann als zusätzliche 100 PS.
Auch Knie- und Kopffreiheit sind großzügig und die Isofix-Befestigungen leicht zugänglich. Beim Thema Familie gewinnt der Honda deshalb ziemlich deutlich.
Beim Antrieb dreht der Mitsubishi den Vergleich komplett um
Wenn wir anschließend unter die Motorhaube schauen, wirkt der Preisunterschied allerdings wieder erstaunlich. Der Honda kombiniert einen 2,0-Liter-Benziner mit Elektro-Unterstützung und kommt auf 184 PS. Im Plug-in arbeitet eine Batterie mit 17,7 kWh Kapazität. Rein elektrisch sind offiziell 77 bis 78 Kilometer möglich. Das reicht für viele Pendelstrecken vollkommen aus.
Unser Test zeigte außerdem: Auch wenn die Batterie leer ist, wird der große SUV nicht plötzlich zum hemmungslosen Spritvernichter. Wir kamen je nach Fahrprofil auf ungefähr 6,6 bis 7,5 Liter pro 100 Kilometer, im Schnitt waren es etwa sieben Liter. Für einen fast zwei Tonnen schweren Familien-SUV ist das ordentlich.

Beim Mitsubishi sieht die Hardware trotzdem beeindruckender aus. Hier arbeiten ein 2,4-Liter-Benziner und zwei Elektromotoren zusammen. Das Ergebnis sind 306 PS und 450 Nm – also satte 122 PS mehr als beim Honda. Zudem ist der Outlander grundsätzlich mit Allradantrieb ausgestattet. Von 0 auf 100 km/h geht es in 7,9 Sekunden. Einen Sportwagen macht das aus dem gut zwei Tonnen schweren SUV nicht, aber beim Überholen oder Einfädeln sind mehr Reserven vorhanden.
Dazu kommt der größere Akku. Mit 22,7 kWh bietet der Mitsubishi rund fünf Kilowattstunden mehr Batteriekapazität als der Honda und schafft nach WLTP 84 bis 86 Kilometer elektrisch. Der Unterschied bei der Reichweite ist nicht riesig, aber er geht ausgerechnet an das Auto, das fast 7.000 Euro weniger kostet.
Beim Laden haben beide ein Problem – nur unterschiedliche
Eigentlich müsste ein moderner Plug-in-Hybrid besonders beim Laden überzeugen. Bei diesen beiden ist das komplizierter.
Der Honda lädt mit maximal 6,8 kW AC. Das ist heute nicht besonders schnell. Noch ärgerlicher: DC-Schnellladen gibt es überhaupt nicht. Auf unserer Fahrt haben wir diese Möglichkeit tatsächlich vermisst.
Beim Mitsubishi passiert etwas Kurioses. An einer normalen Typ-2-Säule schafft er gerade einmal 3,5 kW. Damit ist er sogar deutlich langsamer als der Honda. Gleichzeitig besitzt er einen Schnellladeanschluss und kann dort mit bis zu 50 kW laden. Das Problem heißt allerdings CHAdeMO. Dieser Standard wird in Europa immer seltener, während sich CCS weitgehend durchgesetzt hat.

Der Mitsubishi hat also Schnellladen – aber an einem Anschluss, den man unterwegs erst einmal finden muss. Der Honda hat den heute üblichen AC-Anschluss und lädt dort schneller – bietet dafür überhaupt kein DC-Laden.
Einen echten Sieger gibt es hier nicht. Für einen Plug-in-Hybrid des Jahres 2026 wirken beide Lösungen bereits etwas aus der Zeit gefallen.
Komfort können beide – Sportlichkeit ist hier Nebensache
Beim Fahren verfolgen Honda und Mitsubishi einen sehr ähnlichen Ansatz. Beide wollen vor allem bequem sein.

Der Outlander schluckt Unebenheiten souverän und hält seinen Verbrennungsmotor im normalen Alltag angenehm im Hintergrund. Schnee- und Schotter-Fahrmodi sowie Allradantrieb geben ihm zusätzlich Reserven, wenn die Straßenverhältnisse schlechter werden. Das macht ihn gerade außerhalb der Stadt interessant.
Der CR-V fühlt sich dagegen fast ein wenig amerikanisch an. Sein Fahrwerk ist weich und komfortabel, die Karosserie schwingt nach größeren Bodenwellen durchaus etwas nach. Kurven sind nicht seine Lieblingsdisziplin. Das Auto neigt sich deutlich und die Lenkung liefert wenig Rückmeldung.
Dafür ist die Geräuschdämmung hervorragend. Bei normaler Fahrt bleibt es angenehm ruhig im Innenraum. Erst wenn das Hybridsystem unter hoher Last den Benziner hochdrehen lässt, macht der Motor akustisch stärker auf sich aufmerksam.
Wer einen sportlichen SUV sucht, ist bei beiden falsch. Wer entspannt mit Familie und Gepäck reisen möchte, dagegen nicht.
Überraschend ähnlich: Beide nerven mit alter Technik
Beim Preis von 50.000 Euro und mehr könnte man erwarten, dass zumindest das Infotainment besonders modern wirkt. Leider haben Honda und Mitsubishi hier ebenfalls etwas gemeinsam.
Das System des Outlander ist übersichtlich, wirkt bei Darstellung und Reaktionsgeschwindigkeit aber altmodisch. Auch das integrierte Navi und die Sprachsteuerung haben uns nicht überzeugt. Immerhin funktionieren Apple CarPlay und Android Auto problemlos, sodass man das bordeigene System weitgehend umgehen kann.

Beim CR-V ist es kaum besser. Auch hier wirkt die Software deutlich älter als das Auto. Besonders negativ fiel uns der Geschwindigkeitswarner auf. Wer ihn deaktivieren möchte, muss sich durch mehrere Menüs arbeiten – und dafür muss der Wagen auch noch in „P“ stehen. Das ist im täglichen Umgang unnötig kompliziert. Dafür funktionieren die 360-Grad-Kamera, der adaptive Tempomat, das Head-up-Display und der Spurwechselassistent überzeugend.
Beim Outlander nervte uns wiederum insbesondere die Fahrerüberwachung.
Kurz gesagt: Wer zwischen CR-V und Outlander entscheidet, sollte nicht wegen des Infotainments zu einem von beiden greifen.
Was bekommst du für die zusätzlichen 6.910 Euro beim Honda?
Damit sind wir wieder bei der entscheidenden Frage.
- Der Mitsubishi Outlander beginnt bei 49.990 Euro.
- Der Honda CR-V e Advance Tech kostet 56.900 Euro.
- Der Aufpreis beträgt also 6.910 Euro.
Für dieses zusätzliche Geld bekommst du beim Honda vor allem:
- deutlich mehr Kofferraum
- mehr maximales Ladevolumen
- eine sehr flexible Rückbank
- extrem weit öffnende Fondtüren
- bessere AC-Ladeleistung
- hervorragenden Fahrkomfort und gute Geräuschdämmung
- clevere Details speziell für Familien
Was du nicht bekommst, sind mehr Leistung, Allrad oder eine größere Batterie. Genau diese Punkte bietet stattdessen der günstigere Mitsubishi. Und damit wird die Kaufentscheidung erstaunlich klar.
Unser Fazit: Der Outlander ist der bessere Deal – der CR-V das bessere Familienauto
Würden wir nur nach dem Verhältnis aus Preis und Technik entscheiden, gewinnt der Mitsubishi Outlander. Für fast 7.000 Euro weniger bietet er 306 statt 184 PS, Allradantrieb, den größeren Akku und etwas mehr elektrische WLTP-Reichweite. Dazu fährt er komfortabel und ist bereits in der Basis ordentlich ausgestattet.
Seine Schwächen sind allerdings nicht zu übersehen: Das Infotainment wirkt alt, AC-Laden mit 3,5 kW ist langsam und der CHAdeMO-Schnellladeanschluss passt immer schlechter zur europäischen Ladeinfrastruktur.
Der Honda CR-V rechtfertigt seinen Aufpreis dagegen kaum mit dem Antrieb, sondern mit Praxistauglichkeit im Alltag.
Wer zwei Kinder, Kindersitze, Kinderwagen und Urlaubsgepäck transportiert, wird den größeren Kofferraum, die verschiebbare Rückbank, die niedrige Ladekante und die 90-Grad-Fondtüren vermutlich häufiger zu schätzen wissen als die zusätzlichen 122 PS des Mitsubishi.
Deshalb lautet unser Urteil:
Der Mitsubishi Outlander ist der bessere Preis-Leistungs-Tipp. Der Honda CR-V ist das durchdachtere Familienauto.
Und genau darin steckt die eigentliche Überraschung dieses Vergleichs: Der fast 7.000 Euro teurere Honda gewinnt nicht mit mehr Technik – sondern mit Dingen, die sich kaum in einer Motorentabelle abbilden lassen.