Opel oder Peugeot? Diesen Stellantis-Zwilling würden wir kaufen!

15. August 2026 von

Elektro-Kombis sind noch immer eine Seltenheit. Wer kein SUV möchte, aber trotzdem ein wenig Platz für Familie, Urlaub und Alltag braucht, landet deshalb schnell bei zwei Modellen: dem Opel Astra Electric Sports Tourer und dem Peugeot e-308 SW. Besonders spannend ist der Vergleich, weil beide aus dem Stellantis-Konzern stammen, sich die technische Basis teilen und auf dem Papier beinahe Zwillinge sind.

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Beide kommen aktuell auf 156 PS, eine Batterie mit rund 58 kWh und eine WLTP-Reichweite von etwa 445 Kilometern. Auch beim Schnellladen herrscht weitgehend Gleichstand: Mehr als 100 kW sind nicht drin.

Opel Astra Electric Sports Tourer vs. Peugeot e-308 SW: Welcher Elektro-Kombi ist besser?

Also einfach den hübscheren nehmen? Ganz so leicht ist es nicht. Denn beim Design, im Innenraum, beim Komfort, beim Platzangebot und vor allem beim Preis gehen Opel und Peugeot durchaus unterschiedliche Wege.

Design: Peugeot fürs Herz, Opel für den Kopf

Obwohl die technische Verwandtschaft groß ist, sehen Astra und 308 erfreulich wenig nach Badge Engineering aus.

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Der Peugeot e-308 SW ist klar das extrovertiertere Auto. Sein Auftritt ist flacher, eleganter und auffälliger. Mit dem Facelift hat Peugeot vor allem die Front verändert, unter anderem mit einem beleuchteten Markenlogo. Die Überarbeitung könnte zwar eher als behutsame kosmetische Maßnahme angesehen werden, doch der 308 bleibt eines der eigenständigeren Autos seiner Klasse. Auch für uns ist das extravagant Design und das ungewöhnliche Cockpit ein klares Alleinstellungsmerkmal.

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Der Opel Astra Electric Sports Tourer wirkt dagegen geradliniger und sachlicher. Gerade in der Ultimate-Ausstattung macht er aber von außen durchaus etwas her, insgesamt bleibt sein Auftritt aber weniger verspielt als der des Peugeot.

Im Innenraum dreht sich das Bild noch deutlicher zugunsten des Peugeot. Beim e-308 SW sitzt man hinter dem markentypisch kleinen Lenkrad und blickt auf die darüber angeordneten Instrumente. Das Cockpit ist nicht jedermanns Sache und sollte vor dem Kauf unbedingt ausprobiert werden. Wer damit klarkommt, bekommt jedoch ein hochwertig wirkendes und eigenständiges Interieur. Hervorzuheben sind insbesondere die saubere Verarbeitung und die Materialauswahl der höheren Ausstattungslinien.

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Beim Opel ist die Bedienung konventioneller. Das kann durchaus ein Vorteil sein: Es gibt weiterhin echte Tasten und einen Drehregler für die Lautstärke, während zwei 10-Zoll-Displays für die digitale Seite zuständig sind. Allerdings wirkt das Cockpit an einigen Stellen vergleichsweise einfach. Harte Kunststoffe, große Displayränder und ein eher träges Infotainment passen nicht so recht zum Preisniveau.

Design-Sieger: Peugeot e-308 SW. Der Opel ist unkomplizierter, der Peugeot wirkt innen wie außen besonderer und hochwertiger.

Fahrverhalten: gleiche Gene, leicht anderer Charakter

Beim Antrieb sind die Gemeinsamkeiten kaum zu übersehen. Beide Modelle schicken 156 PS und 270 Nm an die Vorderräder. Brutale Elektroauto-Beschleunigung gibt es damit nicht, doch für den Alltag reicht die Leistung problemlos. Der Opel benötigt ungefähr 9,5 Sekunden auf Tempo 100, der Peugeot liegt mit rund 10 Sekunden nur knapp dahinter. Bei beiden endet der Vortrieb bei 170 km/h.

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Der Astra Electric Sports Tourer gefällt mit einer leichtgängigen, trotzdem ausreichend direkten Lenkung. Gerade in der Stadt lässt er sich angenehm bewegen. Die Rekuperation kann über Schaltwippen in drei Stufen gewählt werden. Ein echtes One-Pedal-Driving bis zum Stillstand fehlt allerdings. Auf schlechten Straßen ist der Astra bei niedrigem Tempo etwas straff, mit steigender Geschwindigkeit wird er komfortabler. In Kurven wirkt er sicher und berechenbar.

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Beim Peugeot e-308 SW liegt der Schwerpunkt etwas stärker auf Komfort. Für uns ist er satt, sicher und eher komfortabel als sportlich. Die Lenkung arbeitet zielgenau, im Sportmodus wird sie etwas schwerer und direkter. Grundsätzlich fährt sich der Peugeot angenehmen und mit spontanem Antritt, etwas geschmeidiger könnte er beim Fahrwerk allerdings sein.

Einen großen Gewinner gibt es hier nicht. Der Peugeot wirkt etwas gediegener, der Opel etwas leichter und handlicher.

Fahrverhalten: Unentschieden mit unterschiedlichen Vorlieben. Für Stadt und unkompliziertes Handling gefällt der Opel, für entspanntes Gleiten der Peugeot.

Assistenzsysteme: ordentlich, aber bei beiden nicht perfekt

Auch bei der Assistenz zeigen sich typische Stellantis-Gemeinsamkeiten: Vieles ist verfügbar, aber nicht alles serienmäßig.

Im Astra übernimmt in höheren Ausstattungen Intelli-Drive 1.0 das Zusammenspiel aus adaptivem Tempomat und aktiver Spurführung. Im Carwow-Test funktionierten die Lenkeingriffe auf der Autobahn angenehm sanft. Nervig war allerdings die häufige Aufforderung, die Hände ans Lenkrad zu nehmen – selbst wenn sie bereits dort lagen. Das umfangreichste Assistenzangebot ist zudem an höhere Ausstattungen beziehungsweise zusätzliche Pakete gekoppelt.

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Beim Peugeot gehören unter anderem Spurhalte-, Müdigkeits- und Frontkollisionswarner sowie ein adaptiver Tempomat zum Angebot. Funktionen wie 360-Grad-Kamera, Totwinkelwarner, Ausparkassistent, Spurpositionierung und automatischer Spurwechsel sind je nach Ausstattung wiederum Bestandteil zusätzlicher Pakete.

Auffallend: Beide Modellfamilien erreichten beim Euro-NCAP-Test des jeweiligen Fünftürers lediglich vier Sterne. Das spricht nicht gegen die Autos als solche, zeigt aber, dass die Assistenzkonzepte im Klassenvergleich nicht zur absoluten Spitze gehören.

Assistenz: leichter Vorteil Opel. Nicht weil er deutlich mehr kann, sondern weil Intelli-Drive im Fahrbetrieb insgesamt harmonisch funktioniert. Wirklich vorbildlich ist die Aufpreispolitik jedoch bei keinem der beiden.

Platzangebot: Peugeot gewinnt Liter, Opel gewinnt Kilos

Beim klassischen Kombi-Thema – dem Platz – wird es interessant. Der Peugeot e-308 SW bietet bei aufgestellter Rückbank 548 Liter Kofferraumvolumen, der Opel 516 Liter. Wer regelmäßig Kinderwagen, Koffer oder Großeinkäufe transportiert, bekommt beim Peugeot also etwas mehr Platz hinter der Rückbank.

Beim maximalen Ladevolumen liegen beide wiederum dicht zusammen. Je nach Quelle beziehungsweise Modellstand werden beim Peugeot bis zu rund 1.500 Liter und beim Opel bis zu 1.553 Liter angegeben. Entscheidend ist deshalb weniger der letzte Liter als die Nutzbarkeit.

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Und hier schlägt der Astra zurück: Seine Zuladung liegt mit etwa 415 bis 440 Kilogramm deutlich über den rund 350 bis 384 Kilogramm des Peugeot. Wer vier Erwachsene plus Gepäck transportieren möchte, sollte diesen Unterschied nicht unterschätzen.

Im Fond bieten beide mehr Platz als ihre fünftürigen Geschwister, Wunder darf man von zwei rund 4,64 Meter langen Kompakt-Kombis jedoch nicht erwarten. Beim Peugeot sitzen Erwachsene hinten ausreichend luftig, allerdings vergleichsweise tief. Auch beim Astra ist der Fond ordentlich, für sehr große Passagiere kann es laut dem Carwow-Fahreindruck aber enger werden.

Einen Anhänger dürfen übrigens weder Peugeot noch Opel ziehen.

Platz-Sieger: knapp Peugeot bei Volumen, Opel bei Nutzlast. Für sperriges Gepäck ist der Peugeot attraktiver, bei einer voll besetzten Urlaubsfahrt hat der Astra das überzeugendere Gesamtpaket.

Reichweite und Laden: Hier gewinnt eigentlich niemand

An diesem Punkt zeigt sich die technische Verwandtschaft am deutlichsten. Die aktuellen Carwow-Daten nennen für den Astra 445 Kilometer WLTP-Reichweite, beim Peugeot sind es 444 Kilometer. Praktisch kann man diesen Unterschied ignorieren.

Der Astra zeigte sich in unserem Test erfreulich effizient: Bei Autobahntempo bis 130 km/h standen rund 16 kWh/100 km auf dem Bordcomputer. Für den Alltag wurden etwa 360 Kilometer reale Reichweite genannt.

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Das Urteil fällt beim Peugeot kritischer aus. Trotz der auf 58 kWh vergrößerten Batterie erscheint der Fortschritt gering; auf der Autobahn sollte man übers Jahr betrachtet weiterhin mit weniger als 300 Kilometern Reichweite rechnen.

Das größere Problem teilen sich beide: 100 kW maximale DC-Ladeleistung sind 2026 nur noch Mittelmaß. Beim Peugeot nennt Heise rund 32 Minuten von 20 auf 80 Prozent, beim Astra kommt Carwow ebenfalls auf ungefähr 32 Minuten. Wer regelmäßig 600 oder 800 Kilometer am Stück fährt, findet inzwischen deutlich bessere Elektroautos.

Für Pendler, Familien mit Wallbox und gelegentliche Urlaubsfahrten reicht das. Als Langstrecken-Spezialisten sollte man beide aber nicht verstehen.

Preis: Hier entscheidet sich der Vergleich

Und dann kommt der Punkt, der das Duell letztlich entscheidet.

Der Opel Astra Electric Sports Tourer steht derzeit mit einem Listenpreis ab 39.890 Euro und maximal 45.260 Euro in der Übersicht. Der Peugeot e-308 SW beginnt dagegen bei 43.635 Euro und reicht bis 51.090 Euro. Damit beträgt der Abstand in der Basis knapp 3.750 Euro.

Bei tatsächlichen Carwow-Angeboten schrumpft die Differenz zwar deutlich: Dort starten Neuwagen zum Zeitpunkt des Vergleichs bei rund 37.091 Euro für den Opel beziehungsweise 37.944 Euro für den Peugeot. Angebote können sich allerdings laufend ändern.

Gerade der hohe Peugeot-Listenpreis ist auch der zentrale Kritikpunkt. Der e-308 SW ist grundsätzlich ein angenehmes Auto, dessen Preisgestaltung seine Chancen aber massiv einschränkt.

Und genau hier wird es für den Peugeot schwierig: Er sieht spannender aus und fühlt sich innen hochwertiger an – aber unter dem Blech bekommt man weitgehend denselben Antrieb, dieselbe mäßige Schnellladeleistung und praktisch dieselbe Reichweite wie beim Opel.

Fazit: Opel Astra Electric Sports Tourer oder Peugeot e-308 SW – welchen sollte man kaufen?

Wer nach dem besseren Preis-Leistungs-Verhältnis sucht, sollte zum Opel Astra Electric Sports Tourer greifen.

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Der Opel ist nicht in jedem Kapitel das bessere Auto. Sein Innenraum wirkt einfacher, das Infotainment könnte schneller sein und der Peugeot bietet etwas mehr Kofferraumvolumen sowie das deutlich individuellere Design. Dafür fährt der Astra angenehm, ist effizient, bietet mehr Zuladung und kostet laut Liste spürbar weniger. Da Antrieb, Reichweite und Ladeleistung nahezu identisch sind, fällt es schwer, den deutlichen Mehrpreis des Peugeot allein mit Design und Innenraumanmutung zu rechtfertigen.

Unsere Wahl wäre deshalb der Opel Astra Electric Sports Tourer.

Der Peugeot e-308 SW bleibt die bessere Wahl für alle, denen Design und Innenraum besonders wichtig sind. Er fühlt sich spezieller an und sieht weniger nach klassischem Vernunft-Kombi aus. Vor allem bei einem guten Händler- oder Leasingangebot kann sich das Blatt deshalb schnell wenden.

Zum regulären Listenpreis gilt jedoch: Der Opel macht fast dasselbe, kostet weniger und ist damit der vernünftigere Kauf. Der Peugeot gewinnt den Schönheitspreis – der Astra den Vergleich.