Skodas Familiengiganten im Vergleich: Peaq vs Kodiaq – 7-Sitze, 2 Welten?
29. Juni 2026 von Irene Wallner
Der eine will die Zukunft sein, der andere ist schon heute der Familien-SUV, den man ohne große Diskussion beim Händler bestellen kann. Der Skoda Peaq und der Skoda Kodiaq spielen auf den ersten Blick in derselben Liga: große SUVs, viel Platz, auf Wunsch sieben Sitze und das typische Skoda-Versprechen, dass irgendwo immer noch ein Schirm, ein Haken oder ein Fach versteckt ist.
Der große Unterschied sitzt aber nicht in der dritten Reihe, sondern unter dem Blech: Der Peaq fährt rein elektrisch, der Kodiaq bleibt beim klassischen Verbrenner– und Hybrid-Angebot. Schauen wir uns an, welcher Familien-SUV die bessere Wahl ist.
Design: Zukunftslounge gegen Familien-Fels

Der Skoda Peaq ist optisch klar der modernere Auftritt. Mit 4,87 Metern Länge ist er sogar etwas länger als der Kodiaq, dazu kommen bündig eingelassene Türgriffe, ein glatterer Elektro-Look und eine insgesamt stärker auf Aerodynamik getrimmte Karosserie. Er wirkt einfach weniger wie ein klassischer SUV mit Kühlergrill-Gesicht. Das passt zum Anspruch: Der Peaq soll das elektrische Flaggschiff der Marke werden.
Der Kodiaq ist dagegen der bodenständigere Typ. Nicht altbacken, aber deutlich vertrauter. Er sieht aus wie ein großer Skoda-SUV aussehen soll: kantig, robust, seriös. Das ist kein Nachteil. Wer ein Familienauto sucht, das nicht nach Science Fiction aussieht, findet im Kodiaq vermutlich den angenehmeren Kompromiss.
Kurz gesagt: Der Peaq gewinnt den Design-Vergleich bei Modernität und Show-Effekt. Der Kodiaq gewinnt, wenn man ein SUV möchte, das nicht versucht, jedes Einfamilienhaus in der Nachbarschaft über seine elektrische Zukunft aufzuklären.
Platzangebot: Beide groß, aber nicht gleich praktisch
Beim Platzangebot wird es eng – im positiven Sinne. Der Kodiaq ist seit Jahren einer der besten Familien-SUVs, weil er das macht, was Familien wirklich brauchen: viel Kofferraum, eine verschiebbare Rückbank und auf Wunsch sieben Sitze. In der neuen Generation ist er 4,76 Meter lang, bietet als Fünfsitzer bis zu 910 Liter Kofferraumvolumen und kommt mit umgelegter Rückbank auf bis zu 2.105 Liter. In der siebensitzigen Variante sind je nach Konfiguration 320 bis 745 Liter drin.

Der Peaq legt noch eine Schippe drauf. Als Fünfsitzer bietet er 935 Liter Kofferraum, als Siebensitzer bleiben bei aufgestellter dritter Reihe noch 299 Liter. Dazu kommt ein 37-Liter-Frunk unter der vorderen Haube – praktisch für Ladekabel, Kleinkram oder Dinge, die im Familienurlaub sonst garantiert unter dem Kinderwagen verschwinden. Außerdem hat der Peaq mit 2,97 Metern den längeren Radstand, was vor allem der zweiten Reihe zugutekommen dürfte.
Wichtig ist aber: Beide sind keine Vans. Die dritte Sitzreihe ist eher für Kinder, kurze Strecken oder spontane Mitfahrgelegenheiten gedacht. Beim Kodiaq wird die dritte Reihe ausdrücklich als unbequemer Kritikpunkt genannt, und auch beim Peaq dürfte sie für Erwachsene auf langen Strecken keine Business-Class werden.
Der praktische Unterschied:
- Viel Kofferraum im Alltag: leichter Vorteil Peaq
- Bewährte Familienvariabilität: Vorteil Kodiaq
- Sieben Sitze für gelegentliche Nutzung: beide geeignet
Motorisierung und Leistung: Steckdose gegen Tankkarte

Hier kommt das klassische Elektro-gegen-Verbrenner-Duell. Der Peaq macht das, was Elektroautos gut können: sofortiges Drehmoment, leises Fahren, keine Schaltpausen und im Alltag sehr entspannte Leistungsentfaltung. Es gibt drei Antriebe: Der Peaq 60 leistet 204 PS, der Peaq 90 kommt auf 286 PS und der Peaq 90x mit Allrad auf 299 PS. Die stärkste Version schafft 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden, die Reichweite liegt je nach Version bei mehr als 450 bis über 640 Kilometern. Geladen wird von 10 auf 80 Prozent in 27 beziehungsweise 28 Minuten.
Der Kodiaq ist klassischer aufgestellt. Es gibt Benziner, Diesel, Mildhybrid und Plug-in-Hybrid. Die Leistung reicht je nach Motor von 150 bis 204 PS. Besonders interessant ist der Plug-in-Hybrid mit bis zu 122 Kilometern elektrischer Reichweite, allerdings ist genau diese Version nur als Fünfsitzer verfügbar. Wer also unbedingt sieben Sitze möchte, muss beim Kodiaq eher zu Benziner oder Diesel greifen.
Im Alltag heißt das: Der Peaq ist das bessere Auto für alle, die zuhause oder bei der Arbeit laden können und viele Strecken elektrisch fahren wollen. Er ist leiser, stärker und lokal emissionsfrei unterwegs. Der Kodiaq ist dagegen entspannter für Menschen, die regelmäßig sehr lange Strecken fahren, keine feste Lademöglichkeit haben.
Das Klischee stimmt also teilweise- der Peaq ist der moderne, leise Elektro-Gleiter mit viel Leistung. Der Kodiaq ist der bodenständige Familien-Diesel/Benziner/Hybrid, der einfach weiterfährt, wenn der Peaq erstmal Ladeplanung macht. Aber: Mit mehr als 600 Kilometern Reichweite und flottem DC-Laden ist der Peaq kein Elektroauto mehr, das nach jeder Autobahnauffahrt nervös nach Strom sucht.
Ausstattung und Bedienung: Peaq digitaler, Kodiaq handfester
Der Peaq bekommt ein neues vertikales 13,6-Zoll-Display auf Android-Basis, optional ein Augmented-Reality-Head-up-Display und eine Routenplanung, die auch Ladestopps einbezieht. Dazu kommen moderne Elektro-Extras wie bidirektionales Laden, Vehicle-to-Load und eine serienmäßige Wärmepumpe in Deutschland. Das ist vor allem für technikaffine Familien interessant, die ihr Auto nicht nur als Transportmittel, sondern als rollendes Gerät im eigenen Ökosystem sehen.

Der Kodiaq geht einen anderen Weg. Auch er ist modern, aber nicht komplett Touchscreen-verliebt. Besonders clever sind die sogenannten Smart Dials: drei Drehregler mit integrierten Displays, über die sich wichtige Funktionen bedienen lassen. Das ist im Alltag Gold wert, weil man nicht für jede Temperaturänderung durchs Menü tippen muss. Dazu bringt der Kodiaq viele Assistenzsysteme schon in der Basisausstattung mit, darunter Verkehrszeichenerkennung, Parksensoren vorn und hinten, Rückfahrkamera, Müdigkeitserkennung, Spurhalteassistent, Tempomat und Frontassistent mit Notbremsfunktion.
Hier ist die Entscheidung ziemlich einfach: Wer maximale Digitalität, E-Auto-Funktionen und große Displays möchte, nimmt den Peaq. Wer auf langen Familienfahrten lieber echte Drehregler als Touchscreen-Therapie hat, wird den Kodiaq lieben.
Preis: Kodiaq günstiger, Peaq überraschend nah dran
Beim Preis hat der Kodiaq zunächst den Vorteil. Der Listenpreis liegt bei 44.190 bis 51.900 Euro, über Carwow beginnen die Preise aktuell bei 37.291 Euro, Leasingraten bei 356 Euro monatlich. Damit ist der Kodiaq für ein großes Familien-SUV sehr stark positioniert.
Der Peaq startet bei 49.900 Euro als Peaq Selection 60 mit 204 PS und Heckantrieb. Das ist teurer als der Kodiaq-Einstieg, aber für ein großes Elektro-SUV durchaus aggressiv kalkuliert. Die Preise für die stärkeren Versionen mit größerer Batterie oder Allrad sind allerdings noch nicht vollständig bekannt.
Der entscheidende Punkt ist: Der Kodiaq ist beim Kaufpreis klar günstiger. Der Peaq kann sich aber bei den laufenden Kosten lohnen, wenn regelmäßig günstig zuhause geladen wird, viel Kurzstrecke anfällt und man die höhere Anschaffung über niedrigere Energie- und Wartungskosten teilweise ausgleichen kann. Wer dagegen auf öffentliche Schnelllader angewiesen ist, sollte genau rechnen – dann wird das Elektroauto finanziell schnell weniger romantisch.
Fazit: Welcher Skoda ist besser?
Der Skoda Peaq ist das spannendere Auto. Er ist größer, moderner, stärker, leiser und bringt die besseren Elektro-Argumente mit. Wer zuhause laden kann, häufig mit Familie unterwegs ist und ein großes SUV mit Zukunftsfaktor sucht, sollte den Peaq sehr genau im Blick behalten. Er ist vor allem dann die bessere Wahl, wenn man viele Alltagsstrecken elektrisch fährt und auf langen Reisen mit Ladeplanung leben kann.
Der Skoda Kodiaq ist aber das sicherere Auto für die Realität. Er ist verfügbar, günstiger, extrem praktisch und als Verbrenner oder Hybrid flexibler für alle, die keine zuverlässige Lademöglichkeit haben. Gerade als Diesel oder Benziner mit sieben Sitzen bleibt er für große Familien, Vielfahrende und Urlaubsfahrer:innen die pragmatischere Lösung.
Am Ende ist der Peaq das bessere Zukunftsauto. Der Kodiaq ist das bessere Auto für alle, die diese Zukunft noch nicht im Alltag organisieren wollen.