BMW in Erklärungsnot: Warum kostet der iX5 fast 30.000 Euro mehr als der iX3?

02. Juli 2026 von

Der BMW iX5 ist da, doch die Freude auf den lang ersehnten E-SUV könnte schnell verfliegen, wenn man einen Blick auf den Basispreis wirft. Da wird sich der eine oder die andere sicher eine eher unangenehme Frage stellen müssen: Muss es wirklich der iX5 sein oder reicht der iX3 eigentlich völlig aus?

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BMW iX5 gegen iX3: Ist ein Mehrpreis von fast 30.000 € wirklich gerechtfertigt?

Der Preisunterschied ist enorm. Ja, auch wir haben sind davon ausgegangen, dass der iX5 teurer sein wird, sicher auch ein gutes Stück teurer – aber mit so einem Preis haben selbst wir nicht gerechnet.

Der BMW iX5 60 xDrive soll bei 102.800 Euro starten, während der BMW iX3 50 xDrive ab 74.700 Euro bestellbar ist. Das sind die jeweiligen Top-Versionen der beiden Modelle, damit es vergleichbar bleibt. Der Preisunterschied liegt bei fast 30.000 Euro für den Schritt vom neuen iX3 zum großen iX5. Oder anders gesagt: Für die Differenz bekommt man schon fast einen kompletten Kleinwagen.

Auf den ersten Blick: gleiche Familie, anderer Auftritt

iX5-vs-iX3-Front

Optisch erkennt man sofort: Beide Modelle gehören zur neuen BMW-Generation. Der iX3 war der Vorreiter der Neuen Klasse, der iX5 übernimmt viele dieser Ideen, wirkt aber deutlich wuchtiger. Beide haben die aufrechte Front, eine vertikale Niere und ein sehr reduziertes, technisches Design.

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Beim iX5 kommt aber eine eigene Doppel-X-Lichtsignatur in den adaptiven LED-Scheinwerfern dazu, die ihn stärker von seinem kleineren Bruder abheben soll. Die Unterschiede liegen eher im Detail: Der iX5 bekommt andere Rückleuchten, eine leicht andere Nierenform, einen veränderten unteren Lufteinlass und sogenannte Winglet-Türgriffe.

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iX5-vs-iX3-Lichter

Der iX3 nutzt dagegen flächenbündig versenkte Griffe. Das ist kein riesiger Unterschied, aber genau so schafft BMW beim iX5 mehr Oberklasse-Gefühl, ohne das Design komplett neu zu erfinden.

Größe: Hier merkt man den Preisunterschied sofort

Der iX5 ist kein etwas größerer iX3, sondern spielt wirklich eine Klasse darüber. Er ist knapp fünf Meter lang, zwei Meter breit und rund 1,75 Meter hoch. Der iX3 misst 4,78 Meter in der Länge, 1,90 Meter in der Breite und 1,67 Meter in der Höhe. In der Praxis bedeutet das: Der iX5 wirkt nicht nur stattlicher, er bietet auch mehr Präsenz, mehr Platzgefühl und mehr Oberklasse-Auftritt.

iX5-vs-iX3-Seite

Beim Kofferraum ist der Unterschied zwar spürbar, aber nicht dramatisch. Der iX5 bietet 655 bis 1.850 Liter, der iX3 kommt auf 520 bis 1.750 Liter. Wer regelmäßig mit viel Gepäck, Kinderwagen, Hundebox oder Urlaubsbeladung unterwegs ist, wird den iX5-Vorteil merken. Wer aber vor allem einen großen Familien-SUV für den Alltag sucht, dürfte mit dem iX3 ebenfalls sehr gut klarkommen.

Praktisch: Beide haben einen Frunk. Beim iX5 fasst das vordere Staufach 53 Liter und eignet sich gut fürs Ladekabel. Beim iX3 ist ebenfalls ein Frunk vorhanden, der mit 58 Litern sogar etwas größer ist.

Reichweite: Der iX5 hat mehr Akku, aber nicht viel mehr Vorsprung

Jetzt wird es spannend. Der iX5 hat eine riesige Batterie mit 141 kWh Netto-Kapazität und soll bis zu 845 Kilometer nach WLTP schaffen. Der iX3 50 xDrive kommt mit 108,7 kWh netto auf bis zu 805 Kilometer. Klingt nach Vorteil iX5 – ist aber weniger deutlich, als man bei so viel mehr Akku erwarten würde.

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Der Grund ist simpel: Der iX5 ist größer, schwerer und hat mehr Stirnfläche. Er braucht also mehr Energie, um ähnlich weit zu kommen. Der iX3 ist effizienter, sein Verbrauch liegt je nach Quelle deutlich niedriger. In der Praxis dürfte der iX5 auf Langstrecke zwar beeindruckend sein, aber der iX3 ist keineswegs der kleine Bruder mit Reichweitenangst. Im Gegenteil: Mit über 800 Kilometern WLTP ist er selbst ein ausgesprochen langstreckentaugliches Elektro-SUV.

Beim Laden bleibt der Unterschied ebenfalls kleiner als erwartet. Der iX5 lädt mit bis zu 460 kW und braucht 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent. Der iX3 50 xDrive schafft bis zu 400 kW und erledigt denselben Ladevorgang in 21 Minuten, weil seine Batterie kleiner ist.

Innenraum: Hier will der iX5 zeigen, warum er teurer ist

Im Cockpit sind sich beide Modelle zunächst ähnlich. Beide setzen auf das neue BMW Panoramic Vision, also die breite Anzeige am unteren Rand der Windschutzscheibe. Dazu kommt ein großer zentraler Bildschirm. Beim iX5 misst dieser 17,9 Zoll und wird auf Wunsch durch ein 14,6 Zoll großes Beifahrer-Display ergänzt. Genau dieses Zusatzdisplay ist einer der klaren Unterschiede zum iX3 – er kostet aber natürlich auch extra.

iX5-vs-iX3-Cockpit

Der iX5 bekommt außerdem mehr Luxusdetails: hochwertigere Materialien, ein serienmäßiges Panorama-Glasdach, Soft-Close-Türen, optional sogar Automatiktüren und Sitze, die nicht nur massieren, sondern auch belüften können. Beim iX3 ist das Bedienkonzept ebenfalls modern und technisch spannend, aber der iX5 spielt stärker die Lounge-Karte.

Genau hier liegt der eigentliche Unterschied: Der iX3 ist das moderne Elektro-SUV mit viel Technik. Der iX5 ist das Luxus-SUV mit Elektroantrieb. Das klingt ähnlich, fühlt sich für die Zielgruppe aber anders an.

Fahrkomfort: Der iX5 kauft sich Souveränität

Auch beim Fahrwerk zeigt sich die Trennung zwischen den Klassen. Der iX5 bringt serienmäßig ein adaptives Fahrwerk mit radindividueller Dämpferregelung mit. Optional gibt es eine Zwei-Achs-Luftfederung, Allradlenkung und aktive Wankstabilisierung. Das ist genau die Art von Technik, die man nicht in der Insta-Story sieht, aber auf langen Autobahnetappen, schlechten Straßen oder beim Rangieren in der Tiefgarage merkt.

Der iX3 muss im Vergleich mit einem einfacheren Stahlfahrwerk auskommen. Das macht ihn nicht automatisch unbequem, aber der iX5 dürfte spürbar gelassener wirken – vor allem, wenn er voll beladen ist oder häufig lange Strecken fährt. Hier zahlt man nicht nur für Größe, sondern für Ruhe.

Leistung: Der iX5 ist stärker, aber nicht dramatisch schneller

Der BMW iX5 60 xDrive leistet 578 PS und beschleunigt in 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Der iX3 50 xDrive kommt auf 469 PS und schafft den Sprint in 4,9 Sekunden. Ja, der iX5 ist stärker – ein wenig aber auch nur. Und nein, im Alltag dürfte sich das nicht nach fast 30.000 Euro Unterschied anfühlen.

iX5-vs-iX3-Heck

Beide sind schnell genug, beide haben Allradantrieb, beide fahren bis 210 km/h. Wer also nur wissen will, welches Auto beim Ampelstart mehr Eindruck macht, bekommt beim iX3 schon mehr als genug. Der iX5 rechtfertigt seinen Aufpreis eher über Komfort, Platz und Prestige – nicht über rohe Fahrleistungen.

Fazit: Der iX5 ist besser – aber sicher nicht jedem 30.000 € mehr wert

Der BMW iX5 ist objektiv das größere, luxuriösere und komfortablere Auto. Er bietet mehr Platz, mehr Kofferraum, mehr Akku, mehr Leistung, mehr Fahrwerksoptionen und mehr Oberklasse-Details. Wer viel Langstrecke fährt, häufig mit Familie und Gepäck unterwegs ist oder einfach das große BMW-SUV-Gefühl will, bekommt mit dem iX5 das rundere Luxuspaket.

Aber der iX3 macht es ihm verdammt schwer. Er ist deutlich günstiger, fast genauso reichweitenstark, sehr schnell beim Laden, kräftig motorisiert und alltagstauglich genug für die meisten Familien. Der größte Unterschied liegt deshalb nicht bei Reichweite oder Leistung, sondern beim Anspruch: Der iX3 ist der vernünftige Hightech-BMW. Der iX5 ist der elektrische Chefetagen-SUV.

Die entscheidende Frage lautet also nicht: Ist der iX5 besser? Sondern: Braucht man diese Art von besser wirklich? Wer einfach ein starkes, modernes Elektro-SUV von BMW sucht, spart mit dem iX3 fast 30.000 Euro und verpasst weniger, als der Preisunterschied vermuten lässt.