Elektrische Familien-SUVs mit 7 Sitzen: Skoda Peaq und Tesla Model Y im Vergleich – wer macht es besser?
27. Juni 2026 von Irene Wallner
Elektrische Familienautos mit sieben Sitzen sind noch immer keine Massenware. Genau deshalb wird der Vergleich zwischen Skoda Peaq und Tesla Model Y spannend: Beide wollen viel Platz, gute Reichweite und moderne Technik bieten, setzen dabei aber auf ziemlich unterschiedliche Rezepte.
Skoda Peaq vs. Tesla Model Y: Welches elektrische Familien-SUV ist die bessere Wahl?
Ob Skoda oder Tesla – da kommt es stark darauf an, was man von einem Auto erwartet. Beide Modelle setzen unterschiedliche Akzente – so ist Tesla eher ein Auto für Leute, die auf Technik und Hightech-Spielereien stehen. Skoda ist da bodenständiger und konzentriert sich aufs Wesentliche.
Beides hat seinen Reiz, doch wer kann diesen Vergleich gewinnen?
Design: Skoda wird wohnlich, Tesla bleibt minimalistisch

Beim Design fahren beide Modelle in unterschiedliche Richtungen. Das Tesla Model Y ist nach dem Juniper-Facelift glatter, moderner und hochwertiger geworden, bleibt aber klar als Tesla erkennbar: wenige Linien, viel Glas, keine optischen Spielereien und ein sehr reduzierter Innenraum. Gerade innen hat Tesla aber nachgelegt. Wo das alte Model Y teils steril und etwas billig wirkte, gibt es nun schönere Materialien, Textileinlagen, Ambientebeleuchtung und eine deutlich wohnlichere Atmosphäre.
Der Skoda Peaq wirkt dagegen weniger wie ein technisches Gadget auf Rädern und mehr wie ein elektrisches Familien-Wohnzimmer. Außen ist er groß, kantig und selbstbewusst, innen setzt Skoda auf eine Lounge-Atmosphäre mit fünf verschiedenen Interieur-Designs, Ambientebeleuchtung, optionalem Augmented-Reality-Head-up-Display und einem riesigen Panoramadach mit elektrochromer Verdunkelung.
Das ist nicht so radikal reduziert wie bei Tesla, aber für viele Familien vermutlich angenehmer, weil Skoda trotz großem Touchscreen weiterhin echte Bedienelemente für wichtige Funktionen wie Lautstärke und Klima bietet.
Platzangebot: Der Peaq ist der größere Familien-Kumpel
Beim Platzangebot hat der Skoda Peaq auf dem Papier die besseren Karten. Er ist mit 4,87 Metern länger als das Tesla Model Y und bietet einen Radstand von 2,965 Metern. Besonders stark ist der Kofferraum: Als Fünfsitzer schluckt der Peaq 935 Liter, als Siebensitzer bleiben bei aufgestellter dritter Reihe noch 299 Liter übrig. Dazu kommt ein 37-Liter-Frunk unter der Fronthaube.

Das Tesla Model Y bleibt trotzdem ein Raumwunder. Das maximale Stauraumvolumen liegt bei bis zu 2.138 Litern, außerdem gibt es ebenfalls einen praktischen Frunk. Besonders clever: Der Frunk ist als auswaschbare Plastikwanne mit Abfluss ausgeführt – perfekt für dreckige Schuhe, nasse Badekleidung oder anderen Familien-Schmodder, den man nicht im Innenraum haben will. Auch hinten bietet das Model Y viel Bein- und Kopffreiheit, dazu kommen große Fensterflächen, die das Auto trotz seiner Größe übersichtlich machen.
Der entscheidende Unterschied liegt bei der dritten Reihe. Beide Autos sind als Siebensitzer eher Familien-SUVs als echte Kleinbusse. Im Skoda Peaq dürfte die dritte Reihe dank größerer Karosserie und längerem Radstand etwas großzügiger ausfallen, auch wenn sie für Erwachsene auf langen Strecken eher eine Notlösung bleibt. Beim Tesla Model Y ist die 7-Sitz-Option zudem exklusiv an die Variante „Maximale Reichweite mit Allradantrieb“ gekoppelt.
Reichweite und Akku: Beide stark, Tesla effizienter, Skoda mit größerem Familien-Fokus
Beim Thema Reichweite liegen beide Modelle eng beieinander, aber mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Der Skoda Peaq startet mit dem Peaq 60, der eine 63-kWh-Batterie brutto beziehungsweise 59 kWh netto bekommt und mehr als 450 Kilometer Reichweite schaffen soll. Die Varianten Peaq 90 und Peaq 90x haben 91 kWh brutto beziehungsweise 86 kWh netto an Bord. Der Peaq 90 soll mehr als 640 Kilometer schaffen, der allradgetriebene Peaq 90x mehr als 610 Kilometer. Geladen wird je nach Version von 10 auf 80 Prozent in 27 beziehungsweise 28 Minuten.

Das Tesla Model Y punktet vor allem mit Effizienz. Die WLTP-Reichweite liegt je nach Version zwischen 534 und 629 Kilometern, der Verbrauch zwischen 13,1 und 16,2 kWh/100 km. Im Carwow-Test ist besonders der niedrige Stromverbrauch aufgefallen, selbst auf moderaten Autobahn-Etappen sollen mit der kleinen Batterie über 400 Kilometer reale Reichweite möglich sein. Die Long-Range-Versionen laden mit bis zu 250 kW, die Einstiegsvariante mit bis zu 175 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert es etwas weniger als eine halbe Stunde.
Kurz gesagt: Der Skoda Peaq bietet den größeren Akku und die stärkere Familien-SUV-Attitüde. Das Tesla Model Y wirkt dagegen effizienter und profitiert vom sehr guten Lade-Ökosystem und der starken Software-Integration.
Motoren: Tesla ist schneller, Skoda entspannter
Bei den Motoren zeigt sich der klassische Unterschied zwischen Tesla und Skoda. Tesla liefert mehr Punch. Das Model Y reicht je nach Version von 256 PS bis 460 PS in der Performance-Variante. Schon die Long-Range-Allradversion kommt auf rund 372 PS und sprintet in 4,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, die Performance-Version schafft den Sprint sogar in 3,5 Sekunden.

Der Skoda Peaq ist weniger auf Krawall gebürstet. Es gibt drei Varianten: Peaq 60 mit 204 PS, Peaq 90 mit 286 PS und Peaq 90x mit 299 PS und Allradantrieb. Die stärkste Version schafft 0 auf 100 km/h in 6,7 Sekunden, der Peaq 90 braucht 7,1 Sekunden. Das ist völlig ausreichend, aber nicht auf Tesla-Niveau. Dafür passt die Abstimmung besser zum Charakter des Autos: leise, komfortabel, souverän und auf entspanntes Reisen ausgelegt.
Wer also Beschleunigung als Familienunterhaltung versteht, landet beim Model Y. Wer eher Ruhe, Komfort und ein gelassenes Reisegefühl sucht, dürfte sich im Peaq wohler fühlen.
Clevere Details: Skoda denkt an den Familienalltag, Tesla an Software
Hier wird der Vergleich besonders interessant. Skoda spielt seine alte „Simply Clever“-Karte konsequent aus. Der Peaq bringt zusätzliche Ablagen mit insgesamt mehr als 33 Litern Volumen, einen zweiten Regenschirm in der Beifahrertür, einen Abfallbehälter, einen Display-Reiniger, einen Handbesen, Tablet-Halter, einen Ladekabelreiniger und je nach Ausstattung sogar einen Klapptisch in der Mittelkonsole.
Dazu kommen ein Frunk, eine Qi2-Ladefläche für zwei Smartphones, ein großes Panoramadach mit segmentierter Verdunkelung und optional Komfortsitze mit Massagefunktion, Beinstützen und Wellness-App. Das ist Familienauto-Denke bis in die letzte Ritze.
Tesla ist anders clever. Weniger Regenschirm und Handbesen, mehr App und Kamera. Das Model Y lässt sich per App vorklimatisieren, verriegeln, entriegeln, der Kofferraum kann geöffnet und der Ladestand überwacht werden. Dazu kommen Wächter-Modus, kamerabasierte Parkfunktionen, elektrische Rücksitz-Entriegelung per Taste im Kofferraum und ein sehr gutes Infotainment-System. Praktisch sind auch die tiefen Staufächer, die abgedeckten Cupholder und die mit Stoff ausgekleideten Ablagen, damit Kleinkram während der Fahrt nicht wie ein Sack Schrauben durchs Auto rasselt.
Die Kurzfassung:
- Skoda Peaq: cleverer im klassischen Familienalltag
- Tesla Model Y: cleverer bei Software, App und Kamerafunktionen
- Peaq: mehr physische Lösungen und bessere Bedienlogik
- Model Y: bessere digitale Integration und sehr starke Effizienz
Assistenten: Peaq wirkt kompletter, Tesla kamerabasiert und softwarestark
Beim Skoda Peaq gibt es serienmäßig unter anderem Front Assist mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, City-Notbremsfunktion, Crossroad Assist, Turn Assist, Lane Assist, Side Assist mit Ausstiegswarner und den prädiktiven Abstandstempomat pACC. Optional kommen Travel Assist 3.0, 360-Grad-Kamera mit transparenter 3D-Ansicht, intelligentes Parken, Remote Park Assist und ein Augmented-Reality-Head-up-Display dazu. Ein offizielles Euro-NCAP-Ergebnis liegt für den neuen Peaq allerdings noch nicht vor.
Tesla setzt beim Model Y stark auf Kameras. Das funktioniert in vielen Bereichen beeindruckend gut, etwa beim Parkassistenten, der Parklücken automatisch erkennt und sehr einfach bedienbar ist. Auch der Autopilot und der Spurwechselassistent arbeiten grundsätzlich zuverlässig, zeigen aber in komplexeren Situationen Schwächen. Kritisiert wird außerdem, dass Tesla ausschließlich kamerabasierte Sicherheitssysteme nutzt, die bei schlechten Sichtverhältnissen anfälliger sein können als Systeme mit zusätzlicher Radar- oder Lidar-Unterstützung.
Hier wirkt der Skoda etwas klassischer und vertrauenerweckender, während Tesla beeindruckender, aber auch eigenwilliger ist. Oder weniger freundlich gesagt: Der Peaq macht Assistenz wie ein deutscher Familien-SUV, das Model Y wie ein rollendes Software-Update mit sehr viel Selbstbewusstsein.
Preis: Tesla günstiger im Einstieg, Skoda attraktiver als großer 7-Sitzer
Preislich beginnt das Tesla Model Y deutlich niedriger. Der Listenpreis beginnt bei 39.990 Euro – allerdings ist das nur auf den ersten Blick so. Beim Model Y ist die 7-Sitzer Konfiguration nämlich nicht frei wählbar, man muss sich für die Variante Premium mit maximaler Reichweite und Allradantrieb entscheiden. Nur in dieser Konfiguration ist es möglich, optional für 2.500 Euro extra die 7-Sitzer Version zu bekommen. Am Ende landet man hier bei mindestens 53.490 Euro.

Der Skoda Peaq kommt als neues elektrisches Flaggschiff der Marke, ist 4,87 Meter lang, optional als Siebensitzer erhältlich und startet in Deutschland bei 49.900 Euro – allerdings ebenfalls als 5-Sitzer. Wenn du die 7-Sitzer Version willst, dann musst du mindestens die Version Selection mit 3. Sitzreihe wählen und zahlst dann ab 50.890 Euro.
Am Ende ist der Tesla sogar ein bisschen teurer.
Fazit: Model Y für Effizienz und Technik, Peaq für Familien mit Platzbedarf
Der Tesla Model Y ist das bessere Auto für alle, die ein effizientes, schnelles und softwarestarkes Elektro-SUV suchen. Er bietet hohe Reichweiten, starke Fahrleistungen, ein gutes Platzangebot und nach dem Facelift endlich auch einen deutlich angenehmeren Innenraum. Gerade bei Effizienz, App-Anbindung und Lade-Alltag bleibt Tesla schwer zu schlagen.
Der Skoda Peaq wirkt dagegen wie das durchdachtere Familienauto. Er ist größer, bietet mehr klassischen Nutzwert, mehr physische Cleverness, einen riesigen Kofferraum und eine Bedienung, die nicht alles zwanghaft in den Touchscreen stopft. Dazu kommen starke Reichweiten, bidirektionales Laden, serienmäßige Wärmepumpe und viele Details, die im Alltag tatsächlich helfen.
Wer das bessere Elektro-Gadget will, nimmt das Tesla Model Y. Wer das bessere elektrische Familien-SUV mit mehr Raum, mehr Skoda-Cleverness und vermutlich entspannterem Langstreckencharakter sucht, sollte auf den Skoda Peaq schauen.