Reicht der Tesla oder muss es der teure BMW sein? BMW i3 vs Tesla Model 3 im Vergleich

23. Juni 2026 von

Der neue BMW i3 ist der erste vollelektrische 3er, steht auf BMWs Neuer-Klasse-Plattform und kommt mit Zahlen um die Ecke, die selbst Tesla-Fans kurz die Augenbraue heben lassen: bis zu 900 Kilometer Reichweite, bis zu 400 kW Ladeleistung und zum Start 469 PS im i3 50 xDrive. Wer braucht da schon ein Model 3 – oder gibt es etwas, das Tesla doch noch besser kann? Wir vergleichen die beiden Modelle miteinander.

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BMW i3 vs. Tesla Model 3: Ist der neue Elektro-3er wirklich so viel besser?

Model-3-vs-i3-Front

Viel Lob auf BMW ist schön und gut. Nur gibt es da ein Problem: Das Tesla Model 3 ist längst da, ist inzwischen ziemlich ausgereift, fährt ebenfalls sehr weit, lädt schnell, bietet viel Leistung – und kostet deutlich weniger. Genau deshalb ist der Vergleich spannend, auch wenn beide Autos nicht zu 100 Prozent im gleichen Preisregal stehen.

Die eigentliche Frage lautet: Ist der BMW i3 wirklich so viel besser, dass er seinen Aufpreis rechtfertigt? Oder bekommt man mit dem Tesla Model 3 im Alltag schon alles, was man braucht?

Leistung und Motoren: BMW startet stark, Tesla bietet mehr Auswahl

Beim BMW i3 geht es zum Marktstart direkt ziemlich ernst los. Der i3 50 xDrive leistet 345 kW bzw. 469 PS und bringt 645 Nm Drehmoment mit. Zwei Elektromotoren, einer vorne und einer hinten, sorgen für Allradantrieb. Das verspricht nicht nur starke Beschleunigung, sondern auch viel Traktion bei schlechtem Wetter oder auf der Autobahnauffahrt. Testfahrten gab es bislang allerdings noch nicht, die Einschätzung basiert also vor allem auf den technischen Daten.

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Tesla ist da breiter aufgestellt. Das Model 3 startet mit Hinterradantrieb und 283 PS, darüber gibt es Long-Range-Varianten mit Heck- oder Allradantrieb sowie das Performance-Modell. Je nach Version reicht die Leistung von 283 bis 498 PS, wobei selbst das Basismodell in 6,2 Sekunden auf 100 km/h kommt. Die stärkeren Versionen sind entsprechend deutlich flotter, das Performance-Modell schafft den Sprint sogar in 3,1 Sekunden.

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Der BMW wirkt auf dem Papier technischer, moderner und hochwertiger gedacht. Tesla punktet dagegen mit Auswahl. Wer einfach ein schnelles E-Auto will, muss beim Model 3 nicht gleich zur teuersten Version greifen. Schon das Einstiegsmodell ist absolut ausreichend motorisiert, während der BMW i3 zunächst nur als teurer und starker 50 xDrive startet. Eine günstigere Heckantriebsvariante ist zwar geplant, aber noch nicht da.

Reichweite und Akku: Hier setzt BMW ein Ausrufezeichen

Der größte Unterschied liegt bei der Reichweite. BMW gibt für den i3 bis zu 900 Kilometer nach WLTP an. Möglich machen soll das eine 109-kWh-Batterie. Selbst wenn man diesen Wert gedanklich um 20 Prozent reduziert, um näher an eine realistischere Alltagsreichweite zu kommen, bleiben immer noch über 700 Kilometer übrig. Das ist beeindruckend – und genau der Punkt, an dem der i3 gegenüber dem Model 3 am deutlichsten davonzieht.

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Auch beim Laden legt BMW mächtig vor. Dank 800-Volt-Technik soll der i3 mit bis zu 400 kW laden können. In zehn Minuten soll Strom für bis zu 400 Kilometer nachgeladen werden. Dazu kommt bidirektionales Laden mit V2L, V2H und V2G – der i3 kann also nicht nur Strom aufnehmen, sondern ihn auch wieder abgeben, etwa an externe Verbraucher, das eigene Haus oder perspektivisch ans Stromnetz.

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Das Tesla Model 3 ist aber keineswegs abgehängt. Je nach Version kommt es auf 534 bis 750 Kilometer WLTP-Reichweite. Die beste Reichweite bietet das heckgetriebene Long-Range-Modell, während das Performance-Modell mit 517 Kilometern deutlich darunter liegt. Der Verbrauch ist mit 12,5 bis 16,5 kWh/100 km sehr niedrig, und die serienmäßige Wärmepumpe hilft im Alltag.

Beim Schnellladen bleibt Tesla stark, aber BMW zieht technisch vorbei. Das Model 3 lädt je nach Version mit bis zu 170 oder 250 kW. Das Basismodell braucht rund 24 Minuten von 10 auf 80 Prozent, die Long-Range- und Performance-Versionen etwa 27 Minuten. Das ist weiterhin gut, aber die angekündigten 400 kW des BMW i3 sind eine andere Liga.

Model-3-vs-i3-Seite

Kurz gesagt: Für normale Strecken reicht das Model 3 locker. Für Langstrecken-Fans, Vielfahrende und alle, die möglichst selten laden wollen, wirkt der BMW i3 aber wie das deutlich ambitioniertere Auto.

Assistenzsysteme: Beide haben viel drin

Beim BMW i3 setzt BMW auf Level-2-Fahrerassistenzsysteme. Der Ansatz klingt nach kontrollierter Unterstützung. Der Driving Assistant Plus soll beim Lenken und Bremsen helfen, Abstand und Geschwindigkeit regeln, die Spur halten und die Geschwindigkeit automatisch an Tempolimits, Kurven oder Abbiegungen anpassen. Interessant ist auch, dass optionale Fahrer- und Parkassistenzfunktionen nachträglich über den BMW ConnectedDrive Store aktiviert werden können.

Das Tesla Model 3 ist beim Thema Sicherheit bereits erprobt. Im Euro-NCAP-Crashtest erhielt es fünf Sterne, beim Schutz erwachsener Insass:innen erreichte es 96 Prozent und bei den Assistenzsystemen 94 Prozent. Spurhalte- und Notbremsassistent wurden dort stark bewertet.

Model-3-vs-i3-Innenraum

Der Unterschied liegt weniger darin, dass einer der beiden grundsätzlich unsicher wäre. Vielmehr geht es um Philosophie. BMW beschreibt seine Assistenzsysteme als unterstützend und kontrollierbar. Tesla hat das Image des Tech-Autos, bietet viele Funktionen über Software und profitiert von Over-the-air-Updates. Gleichzeitig bleibt das Bedienkonzept des Model 3 gewöhnungsbedürftig: Viele Funktionen laufen über den zentralen Bildschirm, ein Fahrerdisplay oder Head-up-Display gibt es nicht.

Für Technikfans ist Tesla weiterhin spannend. Wer aber ein klassischeres Premium-Gefühl mit stärker integrierter Fahrerassistenz sucht, dürfte beim BMW eher abgeholt werden.

Platzangebot und Kofferraum: Tesla überrascht, BMW bleibt klassischer

Beim Platzangebot ist der Vergleich besonders interessant, weil beide Autos Limousinen sind – aber unterschiedlich gedacht.

Der BMW i3 ist 4,76 Meter lang und als Stufenhecklimousine konzipiert. Genaue Kofferraumdaten sind noch nicht bestätigt, wir erwarten aber ein Volumen im Bereich von rund 480 Litern, also etwa auf dem Niveau einer klassischen BMW 3er Limousine. Dazu kommt ein 31 Liter großer Frunk unter der Fronthaube. Vorne soll der i3 auch für größere Fahrende ausreichend Platz bieten, in der zweiten Reihe wird es aber etwas enger. Durch die Batteriearchitektur sitzen Passagiere hinten höher, die Knie sind stärker angewinkelt, größere Personen könnten sich auf längeren Strecken etwas beengt fühlen.

Model-3-vs-i3-Kofferraum

Das Tesla Model 3 hat beim Stauraum die Nase vorn. Hinten passen 594 Liter hinein, zusätzlich gibt es vorne einen 88 Liter großen Frunk. Allerdings hat auch Tesla ein Limousinenproblem: Die Ladeöffnung ist schmal. Große Gegenstände lassen sich also nicht so bequem einladen wie bei einem Schrägheck oder SUV. Im Fond wird es ab etwa 1,85 Meter Körpergröße nach oben etwas eng, auch der niedrige Einstieg ist nicht so bequem wie bei einem SUV.

In der Praxis wirkt das Model 3 beim reinen Stauraum klar stärker. Der BMW i3 dürfte dafür innen hochwertiger und moderner wirken, gerade mit Panoramic iDrive, Head-up-Technik und stärkerem Premium-Anspruch. Aber wer nüchtern fragt, welches Auto mehr Gepäck schluckt, landet eher beim Tesla.

Preis und Fazit: Der BMW ist besser – aber nicht automatisch der bessere Kauf

Jetzt kommt der unangenehme Teil für BMW: der Preis.

Der BMW i3 50 xDrive startet als Basismodell bei 65.900 Euro, ist aber erst ab Herbst 2026 bestellbar. Die First Edition ist seit Mitte Mai 2026 bestellbar und beginnt bei 75.340 Euro. Damit spielt der i3 klar in einer anderen Preisregion als das Tesla Model 3.

Das Tesla Model 3 startet bei 36.990 Euro, die teuerste Performance-Version liegt bei 58.490 Euro. Damit kostet selbst das stärkste Model 3 weniger als der künftige Basispreis des BMW i3. Die stärkeren Long-Range-Versionen liegen bei rund 45.000 bis 50.000 Euro und bieten bereits viel Reichweite, viel Leistung und gute Ladeeigenschaften.

Model-3-vs-i3-Heck

Genau hier entscheidet sich der Vergleich. Der BMW i3 ist auf dem Papier das modernere, technisch beeindruckendere und wahrscheinlich auch hochwertigere Auto. Er bietet mehr Reichweite, deutlich höhere Ladeleistung, bidirektionales Laden und einen sehr starken Antrieb zum Start. Wer regelmäßig lange Strecken fährt, Premium-Anspruch hat und die neueste Elektro-Technik will, bekommt beim i3 vermutlich das spannendere Gesamtpaket.

Aber das Tesla Model 3 ist der rationalere Kauf. Es ist deutlich günstiger, effizient, schnell, sicher, langstreckentauglich und praktischer, als seine flache Form vermuten lässt. Für viele Menschen beantwortet es die wichtigste Frage im Alltag schon ausreichend gut: Komme ich weit genug, lade ich schnell genug und habe ich genug Platz? Ja, ja und meistens ja.

Der BMW i3 ist also wahrscheinlich das bessere Auto. Das Tesla Model 3 bleibt aber das bessere Argument.