Ist der neue Dacia Striker der bessere Bigster? Dacia-Familienauto Duell für unter 25.000 €!
10. Juli 2026 von Irene Wallner
Dacia macht es sich im C-Segment gerade ziemlich gemütlich. Erst kam der Bigster als großes, günstiges Familien-SUV, jetzt kündigt Dacia mit dem Striker eine Art Gegenentwurf an: kein klassischer SUV, kein klassischer Kombi, sondern ein Lifestyle-Kombi mit erhöhter Sitzposition, robuster Optik und möglichst viel Nutzwert. Im Grunde stellt Dacia damit die Frage: Muss es wirklich immer ein SUV sein – oder reicht ein cleverer Kombi mit etwas Outdoor-Anstrich?
Dacia Striker gegen Bigster: Welches Familienauto ist das bessere?
Der Bigster ist dabei der naheliegende Gegner aus dem eigenen Haus. Er ist bereits bestellbar, bietet viel Platz, eine hohe Sitzposition und den klassischen SUV-Auftritt. Der Striker soll dagegen ab Ende 2026 als flacherer, aerodynamischerer Kombi-Crossover antreten und das Bigster-Konzept ergänzen, nicht ersetzen. Beide bleiben typisch Dacia: viel Auto fürs Geld, kein unnötiger Luxus, aber erstaunlich viel Familiennutzen.
Design: Der Bigster macht sich groß, der Striker duckt sich weg
Beim Design ist der Unterschied sofort klar. Der Dacia Bigster ist das, was viele Kundinnen und Kunden heute wollen: ein kantiges, robustes SUV mit hoher Karosserie, viel Präsenz und einer gewissen Alleskönner-Ausstrahlung. Er wirkt größer und teurer, als sein Preis vermuten lässt, und genau das ist vermutlich ein großer Teil seines Erfolgs.

Der Striker geht einen anderen Weg. Laut Dacia soll er die Eleganz eines Kombis, die Effizienz einer Limousine und die robuste Haltung eines SUV verbinden – also ein Alleskönner oder nur ein bisschen von allem? Er ist 4,62 Meter lang, aber nur 1,53 Meter hoch und damit deutlich flacher als typische C-SUVs. Gleichzeitig bietet er je nach Version 19 bis 20 Zentimeter Bodenfreiheit. Dazu kommen eine lange Dachlinie, eine geneigte Heckscheibe, integrierte Dachreling und die neue T-förmige LED-Lichtsignatur von Dacia.
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Der Bigster ist also das klassischere Auto für alle, die bewusst SUV fahren wollen. Der Striker dürfte eher die Leute abholen, denen ein SUV eigentlich zu hoch, zu schwer oder zu beliebig wirkt, die aber trotzdem nicht in einem braven Kombi landen wollen.
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Platzangebot: Größeren Kofferraum vs clevere Kombi-Ansatz
Beim reinen Kofferraumvolumen hat der Bigster aktuell die Nase vorn. Je nach Antrieb bietet er 444 bis 667 Liter bei aufgestellter Rückbank, mit umgeklappten Rücksitzen bis zu 1.937 Liter. Beim 4×4 und beim Vollhybrid fällt das Volumen geringer aus, bleibt aber familientauglich.

Der Striker kontert mit bis zu 600 Litern Kofferraumvolumen. Das ist etwas weniger als der Bestwert des Bigster, aber für ein C-Segment-Familienauto immer noch sehr stark. Außerdem passt das Format besser zu langen, flachen Gepäckstücken, Hundeboxen, Kinderwagen oder Urlaubsgepäck, weil ein Kombi-Laderaum im Alltag oft einfacher nutzbar ist als ein hoher SUV-Kofferraum. Dacia betont beim Striker zudem den dreiteiligen modularen Ladeboden, der auf zwei Ebenen genutzt werden kann und auf einer Seite Teppich, auf der anderen Seite eine robustere, leichter zu reinigende Oberfläche bietet.
Der Bigster bleibt also der bessere Kandidat, wenn maximaler Stauraum und SUV-Höhe zählen. Der Striker wirkt dagegen wie das praktischere Auto für alle, die häufig laden, schieben, umklappen und organisieren. Auch die Easy-Fold-Rücksitze gibt es bei beiden, allerdings mit unterschiedlicher Logik: Der Bigster setzt auf eine 40:20:40-Teilung ab Expression, der Striker auf 60:40-Teilung mit Bedienung vom Kofferraum aus.
Alltagstauglichkeit: Beide haben ihre Vorteile
Im Alltag punktet der Bigster vor allem damit, dass er schon da ist. Er ist groß, übersichtlich, bietet fünf Sitze, viel Kopffreiheit und eine erhöhte Sitzposition. Für Familien ist das eine ziemlich einfache Rechnung: einsteigen, Kinder rein, Gepäck rein, los. In unserem Test fanden wir beim Bigster das enorme Platzangebot, den attraktiven Einstiegspreis und das niedrige Leergewicht ebenfalls sehr attraktiv – lediglich der hartplastikdominierte Innenraum, die fehlende Siebensitzer-Option und die Automatik-Beschränkung auf den Hybrid waren für uns Kritikpunkte.

Der Striker klingt auf dem Papier etwas moderner gedacht. Er ist flacher und aerodynamischer, soll mit einem cw-Wert von 0,29 effizienter durch den Wind gehen und wiegt vorläufig rund 1.400 Kilogramm. Damit könnte er im Alltag sparsamer und auf längeren Strecken ruhiger wirken als ein klassischer SUV. Dacia verspricht außerdem besondere Maßnahmen gegen Windgeräusche, dickere Scheiben vorne und eine aeroakustische Optimierung.
Dazu kommt: Der Striker soll den Kombi nicht nur nachspielen, sondern im Detail ziemlich clever machen. Die elektrische Heckklappe mit automatischer Öffnung, der stabile zweiteilige Gepäckraumrollo, der modulare Ladeboden, YouClip-Punkte, ein großes Fach unter der Mittelarmlehne und sogar ein im Armaturenbrett versteckter Eiskratzer zeigen, dass Dacia beim Striker stärker auf Nutzwert im Kleinen achtet. Hier hat man schon fast das Gefühl, in einem Skoda zu sitzen.
Beim Bigster gibt es ebenfalls praktische Lösungen wie das YouClip-System, eine elektrische Heckklappe in höheren Versionen und sogar ein Sleep Pack, mit dem der Innenraum zum mobilen Schlafplatz werden kann.
Wer jetzt ein Auto braucht, nimmt den Bigster. Wer warten kann und eher Langstrecke, Effizienz und Kombi-Praktik sucht, sollte den Striker zumindest im Blick behalten.
Features und Assistenten: Beide bleiben Dacia, aber nicht mehr spartanisch
Beim Thema Ausstattung zeigt der Bigster, wie weit Dacia inzwischen gekommen ist. Schon ab der Basis gibt es einen 10,1-Zoll-Touchscreen mit kabelloser Smartphone-Integration, DAB+ und ein 7-Zoll-Display hinter dem Lenkrad. In höheren Linien kommen Connected Navigation, ein größeres digitales Cockpit, 2-Zonen-Klimaautomatik, elektrische Parkbremse, elektrisch einstellbarer Fahrersitz, induktive Smartphone-Ladefläche, Panorama-Glasdach und automatisch öffnende Heckklappe dazu.

Der Striker legt in einigen Punkten noch einmal nach oder setzt andere Akzente. Auch hier ist ein 10,1-Zoll-Zentralbildschirm serienmäßig, je nach Ausstattung mit Media Display oder Media Nav Live inklusive Echtzeit-Verkehrsinformationen und acht Jahren Kartenupdates. Neu ist außerdem das digitale Fahrinfodisplay „LightVisio“, das Informationen über optische Reflexion als schwebendes 3D-Bild darstellen soll. Das klingt nach einer sehr Dacia-typischen Lösung: nicht teuer um jeden Preis, aber anders genug, um aufzufallen.
Bei den Assistenzsystemen erfüllt der Striker die aktuelle europäische GSR2-Norm und bringt serienmäßig unter anderem automatischen Notbremsassistenten, Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitswarnung, hintere Einparkhilfe, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und eCall mit. Zusätzlich ist ein adaptiver Tempopilot serienmäßig. Optional gibt es unter anderem Toter-Winkel-Warner, Querverkehrswarner hinten, Multiview-Kamera, Ausstiegsassistent und einen Notbremsassistenten hinten.
Spannend ist außerdem die Funktion „My Safety“. Damit sollen bestimmte Assistenzsysteme beim Starten des Autos individuell festgelegt werden können, ohne dass man sich jedes Mal wieder neu durch Menüs kämpfen muss. Gerade bei modernen Pflicht-Warnern könnte das im Alltag ein kleiner, aber wichtiger Nervenschoner sein.
Preis: Bigster ist der sichere Deal, Striker könnte gefährlich nah dran sein
Beim Preis wird es besonders interessant. Der Dacia Bigster startet aktuell bei 23.990 Euro Listenpreis, die Spanne reicht bis 32.790 Euro.

Der Striker soll laut Pressemappe ebenfalls unter 25.000 Euro starten. Damit würde er preislich sehr nah am Bigster liegen, obwohl er später kommt und in manchen Punkten moderner wirkt. Noch ist aber Vorsicht angebracht: Dacia weist selbst darauf hin, dass die Entwicklung für den europäischen und deutschen Markt noch nicht abgeschlossen ist und die technischen Daten, Verbrauchs- und Emissionswerte erst im Rahmen der Homologation endgültig festgelegt werden.
Das macht die Entscheidung ziemlich klar. Wer heute kaufen will, nimmt den Bigster. Er ist verfügbar, stark eingepreist und als Familien-SUV eine sichere Bank. Wer aber nicht dringend sofort ein Auto braucht, könnte mit dem Striker eine spannendere Alternative bekommen: flacher, vermutlich effizienter, kombi-typisch praktischer und trotzdem mit Dacia-typischem Outdoor-Touch.