Kia verlangt 18.000 Euro mehr: Ist der EV3 GT so viel besser als das Einstiegsmodell?

07. Juli 2026 von

Der Kia EV3 ist aktuell schon eines der spannendsten Elektro-SUVs seiner Klasse. Kompakt genug für die Stadt, praktisch genug für die Familie und mit bis zu 605 Kilometern WLTP-Reichweite in der sparsamsten Long-Range-Version auch langstreckentauglich. Jetzt setzt Kia aber noch einen drauf: Der neue Kia EV3 GT kommt Anfang August in den Handel und macht aus dem vernünftigen Elektro-Crossover ein sportliches Topmodell mit Allradantrieb, deutlich mehr Leistung und umfangreicher Ausstattung.

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Kia EV3 GT gegen EV3: Sind 18.000 Euro Aufpreis wirklich gerechtfertigt?

Der Preisunterschied klingt allerdings erst einmal heftig. Der normale Kia EV3 startet bei 35.990 Euro, der Kia EV3 GT kostet mindestens 53.990 Euro. Macht 18.000 Euro Aufpreis für ein Auto, das von außen immer noch ziemlich klar als EV3 zu erkennen ist. Also: Kauft man hier wirklich ein deutlich besseres Auto – oder nur mehr Leistung, größere Räder und ein paar sportliche Spielereien?

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Was bietet schon der normale Kia EV3?

Der normale Kia EV3 ist keineswegs eine magere Basisversion, die man nur kauft, wenn das Budget wirklich nicht weiter reicht. Schon der EV3 Air kommt unter anderem mit Autobahnassistent, 12,3-Zoll-Digitaldisplay, 2-Zonen-Klimaautomatik, Parksensoren vorne und hinten sowie Rückfahrkamera. Dazu bleibt der EV3 mit 4,31 Meter Länge angenehm kompakt, bietet aber trotzdem fünf Sitzplätze und je nach Version 413 bis 460 Liter Kofferraumvolumen. Mit umgeklappter Rückbank sind bis zu 1.251 Liter drin.

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Beim Antrieb beginnt der normale EV3 mit 150 kW, also 204 PS, und Frontantrieb. Je nach Akku stehen 58,3 oder 81,4 kWh brutto zur Verfügung, die WLTP-Reichweite liegt zwischen 414 und 605 Kilometern. Auch beim Laden bleibt der EV3 auf einem soliden Niveau: DC-Schnellladen dauert je nach Akku 29 oder 31 Minuten von 10 auf 80 Prozent, die maximale Ladeleistung liegt bei 101 oder 128 kW.

Der Punkt ist also: Der normale EV3 ist nicht langsam, nicht spartanisch und nicht unpraktisch. Für viele dürfte schon die 204-PS-Version völlig reichen. Sie ist günstiger, effizienter und fährt im Alltag wahrscheinlich genau so unaufgeregt, wie man es von einem kompakten Elektro-SUV erwartet.

Was macht der EV3 GT anders?

Der Kia EV3 GT ist nicht einfach nur ein EV3 mit schärferem Spoilerblick. Technisch steckt deutlich mehr dahinter. Die GT-Version bekommt zwei Elektromotoren, Allradantrieb und 215 kW, also 292 PS. Das Drehmoment liegt bei 468 Nm, der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert nur 5,7 Sekunden. Zum Vergleich: Der neue EV3 mit 265 PS starkem Allradantrieb schafft den Standardsprint in 6,6 Sekunden, die bisherigen Topversionen mit Frontantrieb brauchen 7,9 Sekunden.

Kia-EV3-GT-vs-EV3-Heck

Dazu bekommt der EV3 GT eine 81,4-kWh-Batterie und soll bis zu 501 Kilometer nach WLTP schaffen. Das ist ordentlich, aber nicht rekordverdächtig – und genau hier wird der Vergleich interessant. Der sparsamste normale EV3 kommt weiter, weil er weniger auf Performance und mehr auf Effizienz ausgelegt ist. Wer also schlicht maximale Reichweite fürs Geld will, findet sie nicht beim GT, sondern bei den normalen Long-Range-Versionen.

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Dafür liefert der GT Dinge, die man im normalen EV3 nicht bekommt: elektronische Dämpferkontrolle, eine GT-spezifische Abstimmung, spezielle Fahrmodi, elektronische Drehmomentverteilung, 20-Zoll-Räder, sportlichere Reifen, ein virtuelles Schaltgetriebe und künstlich erzeugten Motorsound. Kia versucht also, dem Elektroauto ein bisschen von dem zurückzugeben, was viele sportliche E-Autos vermissen lassen: Drama, Rückmeldung und ein Gefühl von Mechanik. Ob man das charmant oder etwas künstlich findet, ist Geschmackssache. Aber es ist mehr als nur eine andere Ausstattungslinie.

Ausstattung: Hier holt der GT einen Teil des Aufpreises zurück

Kia-EV3-GT-vs-EV3-Innen

Der reine Leistungszuwachs erklärt die 18.000 Euro noch nicht vollständig. Interessanter wird der EV3 GT bei der Ausstattung. Laut den veröffentlichten Informationen gehören unter anderem:

  • Head-up-Display,
  • sensorgesteuerte elektrische Heckklappe
  • Premium-Relaxation-Sitze, Sportsitze
  • Sportlenkrad
  • Harman/Kardon-Soundsystem
  • Digital Key 2.0
  • fernbedienbarer Parkassistent
  • Rundumsichtkamera
  • Autobahnassistent 2.0, Frontkollisionswarner 2.0
  • V2L-Funktion

Außerdem ist die Hardware-Vorbereitung für V2H und V2G vorgesehen.

Auch optisch hebt sich der EV3 GT stärker vom normalen Modell ab. Er bekommt 20-Zoll-Leichtmetallräder, neonfarbene Bremssättel mit GT-Schriftzug, spezielle Front- und Heckdetails sowie Neon-Akzente im Innenraum. Das ist nicht subtil, aber genau das dürfte die Idee sein. Der normale EV3 ist der clevere Alltagsstromer, der GT will sichtbar das Topmodell sein.

Praktisch bleibt der GT trotzdem. Die 81,4-kWh-Batterie lädt an einer geeigneten DC-Säule in 31 Minuten von 10 auf 80 Prozent, optional gibt es einen 22-kW-On-Board-Charger für schnelleres AC-Laden. Dazu kommen bis zu 1,5 Tonnen gebremste Anhängelast, fünf Sitzplätze, 413 Liter Kofferraumvolumen und ein kleiner Frunk. Der GT ist also kein Spielzeug für Leute, die eigentlich einen Sportwagen wollen, sondern eher ein Familien-SUV mit zusätzlicher Sportlichkeit.

Der Preisvergleich ist vielleicht etwas unfair

35.990 Euro gegen 53.990 Euro: Auf dem Papier ist das ein brutaler Abstand. Aber der Vergleich Basis-EV3 gegen EV3 GT ist auch nicht ganz sauber. Der günstigste EV3 hat die kleinere Batterie, Frontantrieb und deutlich weniger Leistung. Der GT bringt dagegen immer den großen Akku, Allradantrieb, mehr Performance und eine sehr volle Ausstattung mit.

Kia-EV3-GT-vs-EV3-Fahrt

Fairer ist deshalb der Blick auf die teureren normalen EV3-Versionen. Kia bietet den EV3 inzwischen auch mit 265 PS starkem Allradantrieb an. Diese Variante startet in der Ausstattung Earth bei 46.880 Euro, in der GT-Line bei 51.190 Euro. Plötzlich ist der EV3 GT für 53.990 Euro nicht mehr 18.000 Euro teurer, sondern eher knapp 2.800 Euro über dem EV3 AWD GT-Line. Und dann klingt der Aufpreis deutlich plausibler.

Genau darin liegt der Kern des Artikels: Wer den billigsten EV3 kaufen wollte, wird den GT niemals schönrechnen können. Wer aber ohnehin zur großen Batterie, zum Allradantrieb und zur besseren Ausstattung greifen würde, bekommt beim GT für einen vergleichsweise kleineren Aufpreis mehr Leistung, mehr Fahrwerkstechnik, mehr Ausstattung und ein deutlich eigenständigeres Modell.

Für wen lohnt sich der Kia EV3 GT?

Der Kia EV3 GT lohnt sich für alle, die den EV3 grundsätzlich mögen, aber beim normalen Modell ein bisschen Emotion vermissen. Wer gerne schnell beschleunigt, im Alltag Allradantrieb schätzt und technische Spielereien wie virtuelle Gangwechsel, synthetischen Motorsound oder adaptive Dämpfer spannend findet, bekommt beim GT ein Paket, das im Kompakt-SUV-Segment ziemlich ungewöhnlich ist.

Wer dagegen ein möglichst effizientes, günstiges und vernünftiges Elektroauto sucht, sollte beim normalen EV3 bleiben. Gerade die Long-Range-Versionen bieten mehr Reichweite, der Basispreis ist deutlich niedriger und im Alltag reichen 204 PS locker aus. Der normale EV3 ist das bessere Auto für Kopfmenschen. Der EV3 GT ist das bessere Auto für Leute, die beim E-Auto nicht nur an Ladezeiten, Reichweite und Leasingrate denken wollen.

Fazit: 18.000 Euro mehr? Nur auf dem Papier ein Schock

Ist der Kia EV3 GT 18.000 Euro besser als der normale EV3? Gegenüber der Basisversion: nein. Dafür ist der günstigste EV3 zu vernünftig, zu gut ausgestattet und für den Alltag zu ausreichend. Wer einfach nur ein gutes Elektro-SUV sucht, muss nicht zum GT greifen.

Aber ist der EV3 GT im Vergleich zu den stärkeren, besser ausgestatteten EV3-Versionen zu teuer? Eher nicht. Denn mit 292 PS, Allradantrieb, adaptivem Fahrwerk, großem Akku, üppiger Serienausstattung und eigenständigem GT-Auftritt macht Kia aus dem EV3 ein anderes Auto. Nicht unbedingt das sinnvollste. Aber ziemlich sicher das begehrlichste.