Für gut 2.000 Euro mehr: Lohnt sich der Aufpreis des Citroen e-C3 gegenüber dem Dacia Spring wirklich?
14. September 2026 von Irene Wallner
Günstige Elektroautos werden immer zahlreicher – und zwei Modelle zeigen ziemlich gut, wie unterschiedlich man das Thema angehen kann. Der neue Dacia Spring will weiterhin vor allem eines sein: möglichst viel Elektroauto für möglichst wenig Geld. Der Citroën ë-C3 kostet etwas mehr, verspricht dafür aber mehr Leistung, mehr Platz für die Passagiere und den höheren Komfort.
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Dacia Spring vs. Citroën ë-C3: Welcher günstige Stromer ist die bessere Wahl?
Dabei ist der Preisabstand überraschend überschaubar. Der neue Spring soll in der Basis unter 18.000 Euro starten. Für den Citroën ë-C3 werden aktuell mindestens 20.140 Euro fällig. Damit liegen zwischen den beiden Einstiegsmodellen nur etwas mehr als 2.000 Euro. Die entscheidende Frage lautet also: Sparst du dir das Geld – oder bekommst du beim Citroën genug dafür zurück?
| Dacia Spring | Citroën ë-C3 | |
| Preis ab | unter 18.000 € | 20.140 € |
| Länge | ca. 3,85 m | ca. 4,02 m |
| Leistung | 80 PS | 113 PS |
| Batterie | 27,5 kWh | 30,3 / 44,2 kWh |
| WLTP-Reichweite | bis 250 km | bis 215 / 325 km |
| Kofferraum | 337 l | 310 l |
| DC-Laden | bis 50 kW optional | bis 30 / 100 kW |
Der neue Spring ist kaum wiederzuerkennen
Beim bisherigen Dacia Spring merkte man schon ziemlich deutlich, dass man sich für eines der günstigsten Elektroautos auf dem Markt entschieden hatte. Die neue Generation soll damit zumindest teilweise Schluss machen.

Der Spring ist auf rund 3,85 Meter gewachsen und damit etwa 15 Zentimeter länger als sein Vorgänger. Gleichzeitig ist er breiter geworden und steht deutlich erwachsener auf der Straße. Das etwas hochbeinige Kleinstwagen-Design des alten Modells ist verschwunden. Stattdessen sieht der neue Spring eher wie ein kleiner Sandero mit den aktuellen Dacia-Designelementen aus.
Der Citroën ë-C3 ist mit gut 4,01 Metern trotzdem noch einmal merklich größer. Auch er setzt mit seinen Kunststoffelementen und der erhöhten Karosserie auf einen kleinen SUV-Look. Im direkten Vergleich wirkt der Citroën dadurch etwas mehr wie ein klassischer Kleinwagen, während der Spring weiterhin klar auf maximale Kompaktheit setzt.
Gerade in der Stadt kann das für den Dacia ein Vorteil sein. Knapp 17 Zentimeter weniger Länge machen sich bei engen Straßen und kleinen Parklücken durchaus bemerkbar.
Mehr Platz im ë-C3 – aber der Spring überrascht beim Kofferraum
Beim Innenraum zeigt sich stärker, wo Dacia gespart hat. Zwar hat die neue Generation gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt, im Fond bleibt der Platz aber knapp. Erwachsene können hinten mitfahren, für regelmäßig längere Strecken ist der Spring dort jedoch nicht unbedingt die erste Wahl. Das Cockpit bleibt ebenfalls sehr funktional und setzt stark auf einfache Kunststoffe.

Hier hat der ë-C3 den größeren Vorteil. Das Platzangebot ist für ein Auto seiner Größe ordentlich, besonders die Kopffreiheit kann überzeugen. Auch hinten lässt es sich besser aushalten als im Spring, wenngleich es für größere Erwachsene ebenfalls nicht besonders großzügig wird.
Eine kleine Überraschung gibt es allerdings beim Gepäck: Der kleinere Dacia bietet mit 337 Litern sogar mehr Kofferraum als der Citroën mit 310 Litern. Beim Spring lässt sich das Volumen außerdem auf bis zu 1.283 Liter erweitern, dazu gibt es optional noch einen 18 Liter großen Frunk.
Wer also meistens alleine oder zu zweit fährt und lieber Gepäck als Passagiere transportiert, bekommt beim Spring erstaunlich viel Nutzwert für wenig Auto.
80 gegen 113 PS: Im Alltag ist der Unterschied kleiner als gedacht
Bei der Leistung sieht das Duell auf dem Papier zunächst ziemlich eindeutig aus. Der Dacia Spring bekommt einen 80 PS starken Elektromotor mit 175 Nm Drehmoment. Von 0 auf 100 km/h vergehen 12,1 Sekunden, bei 130 km/h ist Schluss.
Der ë-C3 stellt unabhängig von der Batterie 113 PS bereit. Die Urban-Range-Version benötigt trotzdem rund 12 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100. Mit der größeren Batterie sind es ungefähr elf Sekunden. Der Leistungsunterschied hört sich also größer an, als er sich beim Beschleunigungswert tatsächlich zeigt.
Beim Citroën kennen wir dafür bereits das Fahrgefühl: Er ist typisch Citroën weich und komfortabel abgestimmt. Die Advanced-Comfort-Federung schluckt Unebenheiten gut und macht den kleinen Franzosen auch außerhalb der Innenstadt angenehm.

Beim neuen Spring müssen erste ausführliche Fahrten noch zeigen, wie groß der Fortschritt gegenüber seinem Vorgänger tatsächlich ist. Die neue Plattform, der längere Radstand und die breitere Spur lassen zumindest erwarten, dass er deutlich erwachsener fährt als bisher.
Beim Komfort spricht deshalb vieles für den Citroën. Wer hauptsächlich kurze Stadtstrecken fährt, dürfte mit den 80 PS des Spring aber ebenfalls problemlos zurechtkommen.
Reichweite: Ausgerechnet der billigere Spring schlägt den Basis-ë-C3
Besonders interessant wird das Duell beim Akku. Im Spring steckt eine 27,5-kWh-LFP-Batterie, mit der Dacia bis zu 250 Kilometer WLTP-Reichweite verspricht. Mit einem Normverbrauch von nur 12,7 kWh pro 100 Kilometer setzt der Dacia dabei stark auf Effizienz und geringes Gewicht.
Beim ë-C3 gibt es inzwischen zwei Möglichkeiten. Die günstige Urban-Range-Version besitzt einen rund 30-kWh-Akku und schafft bis zu 215 Kilometer. Damit fährt der günstigere Spring auf dem Papier sogar weiter.

Wer beim Citroën dagegen die größere 44-kWh-Batterie bestellt, bekommt bis zu rund 325 Kilometer Reichweite. Dann steigt der Einstiegspreis allerdings auf 23.450 Euro – der Abstand zum Spring wächst also auf mehr als 5.000 Euro.
Damit ist die Entscheidung ziemlich interessant: Geht es nur um möglichst günstige elektrische Alltagsmobilität, ist der Spring kaum zu schlagen. Wer häufiger Strecken von deutlich über 200 Kilometern fährt, bekommt beim ë-C3 zumindest die Möglichkeit, mehr Reichweite zu kaufen.
Beim Laden gibt es keinen eindeutigen Sieger
Zum Langstreckenauto wird allerdings keiner der beiden. Beim Spring sind serienmäßig lediglich 6,6 kW AC-Ladeleistung vorgesehen. Ein Paket mit 11-kW-AC-Lader und 50-kW-DC-Schnellladen gibt es optional. Am Schnelllader sollen damit 15 bis 80 Prozent in rund 28 Minuten möglich sein.
Der ë-C3 Urban Range lädt am Schnelllader sogar nur mit maximal 30 kW und benötigt rund 36 Minuten von 20 auf 80 Prozent. Erst die Variante mit größerem 44-kWh-Akku schafft bis zu 100 kW und erledigt denselben Ladevorgang in etwa 26 Minuten.
Wer regelmäßig längere Strecken fährt, sollte daher klar zum ë-C3 mit Standard Range greifen. Als überwiegendes Stadt- und Pendlerauto reicht dagegen auch das Konzept des Spring vollkommen aus.
Ausstattung: Bei beiden bedeutet günstig auch wirklich günstig
Wer bei Preisen um 20.000 Euro ein komplett ausgestattetes Elektroauto erwartet, wird bei beiden Modellen Kompromisse machen müssen.
Beim Spring gibt es zunächst die beiden Ausstattungslinien Expression und Journey. Die günstigere Version bringt zwar beispielsweise Klimaanlage und elektrische Parkbremse mit, ein klassisches Infotainmentsystem fehlt jedoch. Stattdessen dient das eigene Smartphone als Zentrale. Erst Journey bietet unter anderem Infotainment, Rückfahrkamera und Keyless Access. Dann soll allerdings auch die 20.000-Euro-Marke näher rücken.

Auch Citroën spart bei den günstigeren Versionen sichtbar. Das Cockpit ist zweckmäßig aufgebaut und bei Materialauswahl und Ausstattung merkt man, dass der ë-C3 auf einen niedrigen Einstiegspreis getrimmt wurde. Insgesamt wirkt das Auto dennoch etwas erwachsener und komfortorientierter als der besonders pragmatische Spring.
Fazit: Spring oder ë-C3 – wo sind gut 2.000 Euro besser angelegt?
Der neue Dacia Spring macht die Entscheidung deutlich schwieriger als sein Vorgänger. Er ist größer, erwachsener und praktischer geworden, bietet 250 Kilometer Reichweite und sogar den größeren Kofferraum. Für weniger als 18.000 Euro ist das ein ziemlich starkes Paket.
Wer ein möglichst günstiges Elektroauto für Stadt, Pendelstrecke und Alltag sucht, bekommt beim Spring deshalb sehr viel fürs Geld. Vor allem wenn meistens nur ein oder zwei Personen im Auto sitzen, gibt es wenig Grund, zwingend mehr auszugeben.
Der Citroën ë-C3 rechtfertigt seinen Aufpreis dagegen vor allem mit Dingen, die sich nicht so leicht in einer technischen Tabelle zeigen: mehr Raum für die Passagiere, ein komfortableres Fahrwerk und insgesamt ein stärkeres Gefühl von „vollwertigem“ Kleinwagen.
Für gut 2.000 Euro mehr ist die Urban-Range-Version allerdings nicht automatisch die bessere Wahl. Der Spring bietet sogar mehr WLTP-Reichweite und den größeren Kofferraum. Wenn ë-C3, dann wird deshalb vor allem die Standard-Range-Version mit rund 325 Kilometern interessant – die kostet allerdings bereits mehr als 5.000 Euro zusätzlich.
So lässt sich das Duell ziemlich einfach zusammenfassen: Der Spring ist der Preis-Leistungs-Sieger, der ë-C3 das bessere Auto für alle, die etwas mehr Komfort und Alltagstauglichkeit wollen.