Günstigster vs. teuerster Skoda Peaq: Sind 25.000 Euro Aufpreis nötig für ein vollwertiges Familienauto?
20. September 2026 von Timon Werner-Pachmayr
Der Škoda Peaq startet bei attraktiven 49.900 Euro. Dafür bekommst du das Elektro-SUV als Selection 60 mit 150 kW (204 PS), 63-kWh-Batterie und einer WLTP-Reichweite von 450 Kilometern.
Doch was passiert, wenn du beim Peaq wirklich alles ankreuzt, was der Konfigurator hergibt? Dann wird es schnell deutlich teurer. In unserem Vergleich: die Selection-Version mit 150 kW gegen den Sportline 90x mit 220 kW (299 PS) und umfangreicher Sonderausstattung.
So stellt sich die Frage: Was kann die Basis eigentlich – und was bekommst du für fast 25.000 Euro Aufpreis?
Preisdifferenz: Fast 25.000 Euro

Der Škoda Peaq Selection 60 kostet in der Einstiegsversion 49.900 Euro. Sonderausstattung? Fehlanzeige. Die gewählte Lackierung Energy-Blau und die 19-Zoll-Leichtmetallfelgen sind kostenlos.
Beim Topmodell sieht die Sache ganz anders aus. Der Peaq Sportline 90x startet bereits bei 65.300 Euro. Mit der von uns gewählten Sonderausstattung steigt der Gesamtpreis auf satte 75.070 Euro.
Damit liegen zwischen beiden Konfigurationen 25.170 Euro. Immerhin der Preis eines weiteren Kleinwagens.
Dafür gibt es beim teuersten Peaq aber nicht nur ein paar schicke Extras. Der Sportline bekommt auch den größeren Akku, Allradantrieb und deutlich mehr Leistung.
Optik: 19 gegen 21 Zoll

Beim Blick auf die beiden Peaq fällt vor allem eines auf: die Räder. Die Basisversion steht auf 19-Zoll-Leichtmetallfelgen Gharial in Silber. Beim Sportline sind es dagegen mächtige 21-Zoll-Leichtmetallfelgen Dugong in Schwarz-Anthrazit.
Dazu kommen beim Topmodell das Sportline-Design, Stoßfänger und Seitenschweller im Sport-Design sowie ein schwarzer Škoda-Schriftzug mit Sportline-Plakette.
Auch bei der Lackierung wird es exklusiver. Die Basis kommt in Energy-Blau ohne Aufpreis. Beim Sportline haben wir uns für Rosewood-Beige Metallic mit Kontrastlackierung des Daches entschieden – dafür werden 1.500 Euro fällig.
Apropos Dach: Dann wäre da noch das Panoramaglasdach mit Dynamic Shade Control. Das kostet beim Topmodell weitere 1.820 Euro.
Die Optik wird also durchaus sportlicher. Aber natürlich erklärt das noch lange keine 25.000 Euro Preisdifferenz.
Ausstattung: Die Basis kann schon ziemlich viel

Das Positive vorweg: Der günstige Peaq ist alles andere als nackt.
Serienmäßig gibt es bereits eine 3-Zonen-Climatronic, beheizbare Vordersitze, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, eine elektrische Heckklappe mit Easy Open and Close sowie das schlüssellose KESSY-System. Auch eine Wärmepumpe ist schon dabei.
Beim Infotainment sieht es ebenfalls ordentlich aus. 13,6-Zoll-Infotainmentdisplay, Navigation, 10,25-Zoll-Digital Cockpit, Wireless SmartLink mit Apple CarPlay und Android Auto, DAB+ und acht Lautsprecher gehören zur Serienausstattung.
Auch bei den Assistenzsystemen spart Škoda nicht. ACC, Rückfahrkamera, Parksensoren vorne und hinten, Spurhalteassistent, Spurwechsel- und Ausparkassistent, Verkehrszeichenerkennung sowie der intelligente Geschwindigkeitsassistent sind bereits an Bord.
Das Topmodell legt allerdings ordentlich nach. Im Maxx-Paket für 3.410 Euro stecken unter anderem adaptive Fahrwerksregelung DCC, elektrisch einstellbare Ergo-Komfortsitze mit Memory und Beinauflagen, Massagefunktion, SONOS-Soundsystem mit 16 Lautsprechern, Augmented-Reality-Head-up-Display sowie intelligenter und ferngesteuerter Parkassistent.
Dazu kommen ein Winterpaket mit beheizbaren Vorder- und äußeren Rücksitzen sowie drahtlos beheizbarer Windschutzscheibe und das Simply-Clever-Paket.
Wer beim Peaq also wirklich das Maximum möchte, kann sich den Innenraum ziemlich luxuriös ausstatten.
Siebensitzer: Mehr Platz für 990 Euro

Eine Besonderheit unserer Top-Konfiguration: Für 990 Euro gibt es die dritte Sitzreihe. Damit wird der Peaq vom Fünf- zum Siebensitzer.
Das Paket umfasst außerdem eine 40:20:40-Teilung der Rücksitzlehne, längs verschiebbare Sitze und eine einstellbare Lehnenneigung.
Die Basis-Konfiguration kommt dagegen ohne dritte Sitzreihe. Dafür bietet sie mit 935 Litern bereits ein unheimlich großes Kofferraumvolumen, das durch die weitere Sitzreihe im Top-Peaq nur noch 890 Liter beträgt. Bei umgeklappten Sitzen sind es beim 5-Sitzer Selection 2.150 Liter, beim 7-Sitzer Sportline 2.075 Liter.
Hier zeigt sich also: Die zusätzlichen Sitze fordern ein wenig Platz im Kofferraum.
Batterie: 450 oder 525 km Reichweite

Kommen wir zu einem der größten Unterschiede zwischen beiden Versionen: der Batterie.
Der Peaq Selection 60 besitzt einen 63-kWh-Akku (brutto) beziehungsweise 59 kWh (netto). Damit sind laut WLTP 450 Kilometer möglich. Die maximale DC-Ladeleistung beträgt 160 kW. Von 10 auf 80 Prozent dauert es laut Konfiguration mindestens 27 Minuten.
Beim Sportline 90x wächst die Batterie auf 91 kWh (brutto) beziehungsweise 86 kWh (netto). Damit steigt die elektrische Reichweite auf 525 Kilometer. Noch interessanter: Die maximale DC-Ladeleistung liegt nun bei 199 kW. Der Sprung von 10 auf 80 Prozent soll mindestens 28 Minuten dauern.
Damit gibt es beim Topmodell 75 Kilometer mehr WLTP-Reichweite. Der Verbrauch steigt allerdings ebenfalls: von 15,1 auf 18,5 kWh/100km.
Motor: 204 gegen 299 PS

Bei der Motorleistung ist der Unterschied deutlich größer.
Der Basis-Peaq bringt 150 kW beziehungsweise rund 204 PS und maximal 350 Nm auf die Hinterräder. Der Sprint von 0 auf 100 km/h dauert 8,4 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 160 km/h.
Der Sportline 90x kommt dagegen auf 220 kW beziehungsweise rund 299 PS. Außerdem besitzt er Allradantrieb. Für den Sprint auf 100 km/h benötigt er nur 6,8 Sekunden, maximal sind 180 km/h möglich.
Das sind immerhin 70 kW, also rund 95 PS mehr. Gleichzeitig sinkt die Zeit für den Standardsprint um 1,6 Sekunden.
Und beim Antrieb kommt noch ein entscheidender Unterschied hinzu: Die Basis fährt mit Heckantrieb, der Sportline 90x mit 4×4.
Assistenzsysteme: Schon die Basis ist gut ausgestattet

Bei den Assistenzsystemen zeigt der Peaq, dass du nicht zwingend zur teuersten Version greifen musst.
Die Basis verfügt bereits über ACC, Lane Assist, Emergency Assist, Side Assist, Ausparkassistent, Ausstiegswarner, Verkehrszeichenerkennung und Rückfahrkamera. Dazu kommen Parksensoren vorne und hinten mit Rangierbremsfunktion.
Das Topmodell geht noch einen Schritt weiter. Das Maxx-Paket bringt unter anderem den intelligenten Parkassistenten, Remote Park Assist, Trained Park Assist und Travel Assist mit pACC, adaptivem Spurhalteassistenten sowie Notfall- und Stauassistent.
Auch bei der Rundumsicht gibt es einen Unterschied: Beim Sportline gehört AreaView mit 360-Grad-Umgebungskameras zur Ausstattung.
Das heißt: Wer vor allem auf die grundlegenden Sicherheits- und Assistenzsysteme Wert legt, ist auch mit dem Basismodell schon ziemlich gut bedient.
Innenraum: Komfort gegen Sportlichkeit

Im Innenraum geht der Sportline einen deutlich sportlicheren Weg. Die Basis kommt mit Komfortsitzen, Stoff und Techtona sowie einem grauen Dachhimmel.
Beim Sportline gibt es dagegen Sportsitze, Microfaser und Techtona, einen schwarzen Dachhimmel, Edelstahl-Pedalerie und ein Sportlenkrad. Dazu kommen Ambientebeleuchtung und elektrisch einstellbare Vordersitze mit Memoryfunktion.
Mit dem Maxx-Paket wird es dann richtig komfortabel: Die Vordersitze lassen sich elektrisch einstellen, besitzen Memoryfunktion und Komfort-Beinauflagen und bieten sogar eine Massagefunktion. Dazu kommt das SONOS-Soundsystem mit 16 Lautsprechern.
Schade nur: Diese Extras treiben den Preis natürlich ordentlich nach oben.
Fazit: Die Basis kann erstaunlich viel

Mit 49.900 Euro startet der Škoda Peaq in unserer Konfiguration bereits bei knapp 50.000 Euro. Das ist kein Schnäppchen. Dafür bekommst du aber schon eine umfangreiche Ausstattung inklusive Navigation, 13,6-Zoll-Infotainment, 3-Zonen-Klimaautomatik, Wärmepumpe, Rückfahrkamera und zahlreichen Assistenzsystemen.
Das Topmodell Sportline 90x kostet mit kompletter Sonderausstattung dagegen 75.070 Euro. Ganze 25.170 Euro liegen zwischen den beiden Konfigurationen.
Dafür bekommst du einen größeren Akku, 75 Kilometer mehr WLTP-Reichweite, 220 statt 150 kW Leistung, Allradantrieb, größere Räder und eine ganze Menge zusätzlicher Komfort- und Assistenztechnik. Mit Panoramaglasdach, Sportsitzen, Massagefunktion, SONOS, Head-up-Display, DCC und Remote-Parkassistent wird der Peaq zum ziemlich gut ausgestatteten Luxus-SUV.
Doch auch hier gilt: Nicht jeder braucht das volle Programm. Gerade die Basisversion Selection 60 zeigt, dass der Peaq schon ohne Sonderausstattung einiges zu bieten hat.
Wer dagegen möglichst viel Leistung, Reichweite und Komfort möchte, landet schnell bei der Sportline 90x – und mit 75.070 Euro eben auch in einer ganz anderen Preisklasse.
Und dann wäre da noch die dritte Sitzreihe für 990 Euro. Denn wer aus dem Peaq einen Siebensitzer machen möchte, muss ohnehin zur entsprechenden Sonderausstattung greifen. Praktisch, aber eben auch ein weiterer Punkt auf der langen Rechnung.