Audi A3

Dreitüriger Kompaktwagen mit Premium-Anspruch

8/10
Wow-Wertung
Das ist die mittlere Bewertung der führenden Autozeitungen.
  • Umfangreiche Sicherheitausstattung
  • Harmonische Straßenlage
  • Virtuoses virtual cockpit
  • Hoher Preis mit Extras
  • Antriebseinflüsse in der Lenkung
  • Unrealistische Verbrauchsangaben

23.700 € - 37.450 € Preisklasse

5 Sitze

3,4 - 6,6 l/100km

Test

Die A3 ist bekannt für lange Staus. Der Audi A3 dagegen sorgt seit 1996 dafür, dass es bei Audi richtig gut läuft – auch nach dem 2016er Facelift, das seit Mai ausgeliefert wird.

Äußerlich bleibt der Audi das Beste, was aus einem Golf werden kann. An der Frontpartie des 4,24 Meter langen A3 fallen der verbreiterte Singleframe-Grill und die flacher verlaufenden Scheinwerfer ins Auge. Die Konkurrenten bleiben die alten: der VW Golf, mit dem sich der Audi die Basis, die Technik und die Motoren teilt, der BMW 1er, der Ford Focus, die Mercedes A-Klasse und der Opel Astra. Angeboten wird Audis Kompakter weiterhin als Dreitürer, Sportkombi Sportback, Limousine und Cabriolet.

Im Innenraum lässt sich der „Vorsprung durch Technik“ jetzt noch deutlicher erleben. Das virtuelle Cockpit findet sich nun erstmals auch im A3. Mit Extras wie der modernen Sprachsteuerung oder dem Touchpad spielt der Audi voll auf Höhe der Zeit. Das Laden des Smartphones geschieht kabellos. Die Sicherheitsausstattung präsentiert sich aufgewertet.

Modern leichtgewichtig ist der Audi A3 obendrein. Im Idealfall stehen dem Motor nur 1,15 Tonnen gegenüber. Die Leistungsspanne reicht von 110 bis 367 PS. Wer es sparsam schätzt, fährt einen der drei Diesel, den Plug-in-Hybrid oder den Sportback mit Gas im Tank. Das hat seinen Preis, allerdings einen berechtigten, denn der A3 liefert weiterhin genug gute Gründe dafür, warum es bei Audi so gut läuft.

Schon das Cockpit liefert einen guten Grund, sich für den Kauf eines neuen Audi A3 zu entscheiden. Hier blickt der Fahrer auf einen volldigitalen und variabel einstellbaren 12,3-Zoll-TFT-Monitor direkt hinter dem Lenkrad. Die Verarbeitung wirkt hochwertig und solide. Die Bedienung ist selbsterklärend und das Instrumentarium brillant.

Sitzt man vorne noch in allen A3-Varianten gleich bequem, wird auf der Rücksitzbank und beim Bepacken des Kofferraums klar, warum sich der größte Teil der Kunden für die Modellvariante A3 Sportback entscheidet.

Das Interieur

Mehr als zwei Drittel aller A3-Käufer entschieden sich bis heute für den Sportback. Das liegt am relativ geringen Aufpreis auf den dreitürigen A3, aber noch mehr an 7,3 Zentimeter gewachsener Länge und 3,5 Zentimeter längerem Radstand. Beides kommt dem Raumangebot zugute.

Der Sportback erweist sich mit fünf Türen, genügend Knie- und Kopffreiheit auf der Rücksitzbank und mit der Heckklappe als der praktischste aller A3-Modelle. Hier sitzt es sich in relativ tiefer Sitzposition auch mit langen Beinen gut.

In der Limousine sogar noch besser, da die Karosserie 15 Zentimeter länger baut. Dieser Zuwachs tut auch dem Kofferraum gut.

Der Kofferraum

Auf der Ladefläche des A3 Dreitürers lassen sich 325 bis 1.060 Liter unterbringen und im fünftürigen A3 Sportback 380 bis 1.220 Liter. Bestellt man den A3 Sportback mit Allradantrieb, gehen im Gepäckraum 40 Liter verloren. An diesen 340 Litern bemerkt man, warum der A3 Kombi Sportback und nicht Backpack heißt – es geht im feschen Lifestyle-Kombi nicht um den letzten Liter Volumen. In der A3 Limousine kommt im 425 Liter großen Heckabteil mehr unter.

Das Handling überzeugt. Mit der leichtgängig und präzise arbeitenden Lenkung folgt der Audi exakt dem Lenkeinschlag. Leichtfüßig durcheilt er die Kurven. Geht es an die Grenzen der Haftung, schiebt der Bayer freundlich und gut beherrschbar über die Vorderachse.

Nur wenn an Kurvenausgängen mit engem Radius Vollgas gegeben wird, spürt man die Antriebseinflüsse in der Lenkung. Noch überzeugender als mit dem Frontantrieb fällt die Traktion auf nasser oder glatter Fahrbahn mit dem ebenfalls lieferbaren Quattro-Antrieb, der die Kräfte stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt, aus.

Für ein weiteres Plus an aktiver Sicherheit und Fahrdynamik sorgen 19 Zoll große Räder, die direkter arbeitende Progressivlenkung und die sport- oder S line-Sportfahrwerke. Mit denen liegt das Fahrzeug 1,5 oder 2,5 Zentimeter tiefer. Selbst mit der tieferen Variante lässt sich in der Position “comfort“ noch ein guter Rest Bequemlichkeit spüren. Eine Trockenheit beim Abrollen dominiert aber trotzdem den Charakter – sportlich ist, was hart macht.

Das Motorenangebot ist breit gefächert. Es reicht vom Einsteiger-Dreizylinder bis zum Sportmotor. Das Einlegen der Gänge geschieht über ein Sechsgang-Schaltgetriebe, das die meisten Kunden wählen oder über ein Siebenstufen-Doppelkupplungsgetriebe.

Die Benziner

Der Einstiegsmotor, ein von einem Turbolader aufgeladener 1,0-Liter-Dreizylinder, produziert im A3 1.0 TFSI 115 PS und das schon ganz ansprechend. Der 1.4 TFSI mit Zylinderabschaltung und 150 PS Leistung ist der Favorit vieler Kunden.

Noch mehr Fahrspaß bereitet im S3 der 310 PS starke 2.0 TFSI, der mit harmonischem Kraftaufbau und mit sonorem Klang betört. Ein noch intensiveres Motorerlebnis bereitet der 367 PS starke 2,5-Liter-Fünfzylinder im RS 3 Sportback.

Die Diesel

Der Einstiegsdiesel 1.6 TDI, der in Verbindung mit dem Sechsgang-Schaltgetriebe oder dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zu bestellen ist, leistet 110 PS. Der 2.0 TDI produziert 150 oder 184 PS. Die goldene Mitte liefert die 150 PS-Variante mit viel Durchzugskraft und wenig Verbrauch, der in der Praxis bei 5,5 bis 6,5 l/100km Diesel liegt. Den noch antrittsstärkeren 184 PS-Diesel bestellt man wegen seiner Drehmomentfülle und Kraft am besten mit Allradantrieb.

Die zwei anderen Ökomotoren sind zwar keine Diesel, aber noch sparsamer als diese. Der 204 PS starke Plug-in-Hybrid Sportback e-tron wird von Audi mit einem Verbrauch von 1,5 l/100 km angegeben. Wenn im 110 PS starken Sportback g-tron nur Gas getankt wird und nicht zu viel Gas gegeben wird, liegen die Kraftstoffkosten bei etwa vier Euro pro 100 Kilometer. Ist auch der Benzintank voll befüllt, wächst die Reichweite von 400 auf 1.300 Kilometer.

Die Sicherheitsausstattung wurde im Audi A3 verbessert und erweitert. Der Spurhalteassistent erhielt eine grundlegende Überarbeitung. Ganz neu sind die Matrix-LED-Scheinwerfer, der Querverkehrassistent und der Stauassistent. Mit dem Stauhelfer kann das Fahrzeug selbstständig abbremsen und bis zu einer Geschwindigkeit von 65 km/h kurzfristig die Lenkarbeit übernehmen.

Weitere Sicherheitssysteme wie beispielsweise der sehr exponiert im Spiegelfuß mit LEDs warnende Toterwinkelassistent lassen sich weiterhin bestellen. Und auch die Hardware hat sich schon bewährt und bietet guten Schutz beim Bremsen und beim Crash. Nach einer Vollbremsung aus 100 km/h stand der A3 im ADAC-Bremstest nach guten 35 Metern. Im Euro NCAP-Crashtest erhielt Audis Kompakter mit fünf Sternen die Maximalwertung.

Im Basismodell des A3 gehören das Radio und der faszinierend leise elektrisch aus dem Armaturenbrett ausfahrende Sieben-Zoll-Monitor zur Serienausstattung. Die Ausstattungslinien sind im A3 nun modular aufgebaut. Neu befinden sich die beiden Linien sport und design im Angebot. Über ihnen rangieren das S line-Sportpaket und die design selection.

Darüber hinaus gibt es wieder Extras ohne Ende: Panoramaglasdach, LED-Scheinwerfer, Navigationssysteme und die Option via Audi connect und WLAN-Hotspot online zu gehen und damit Zugang zu aktuellen Verkehrsinfos, Wetternachrichten, Twitter und Facebook zu haben.

Das tollste Zubehörteil arbeitet wie gesagt vor der Nase des Fahrers: Der volldigitale 12,3-Zoll-Monitor mit eindrucksvoller Panorama-Navikarte, der zuvor schon im Audi TT, Q7 und A4 eingebaut wurde und mit dem Facelift auch im Audi A3 Einzug erhielt. Einen anderen Bedienmittelpunkt bildet das Touchpad des MMI-Bediensystems, das sich mit Buchstabenaufmalen und mit Alltagssprache steuern lässt.

Und auch das iOS- oder Android-Smartphone ist im A3 rasch eingebunden, an die Autoantenne angedockt und induktiv aufgeladen. Unter den zwölf Farben sind fünf Außenlacke mit klangvollem Namen neu: „Arablau“, „Kosmosblau“, „Nanograu“, „Vegasgelb“ und „Tangorot“.

Tobt man sich in der Sonderausstattungsliste zu sehr aus, kostet der A3 schnell einige Tausender mehr und am Ende richtig viel – einer der sehr wenigen Nachteile des Ingolstädters.

Zusammenfassung

Das Feinste was aus einem Golf werden kann, ist ein A3. Daran hat sich auch nach 20 Jahren mit dem Facelift nichts geändert. Der gründlich renovierte Audi A3 steht mit überarbeiteter Sicherheitsausstattung, seinem wegweisenden Cockpit, harmonischer Straßenlage, modernen Motoren und vielen Modellvarianten weiterhin seinen Golf – sorry: Audi.