Neuer Hyundai Tucson gegen VW Tiguan: Mehr Platz, mehr PS – aber ist er auch das bessere SUV?
12. Oktober 2026 von Irene Wallner
Der VW Tiguan gehört seit Jahren zu den beliebtesten SUVs Deutschlands. Doch ausgerechnet aus Südkorea bekommt der Wolfsburger jetzt neue Konkurrenz. Hyundai hat die nächste Generation seines Tucson vorgestellt und die hat sich ordentlich verändert. Ein komplett neues Design, modernste Technik und bis zu 292 PS sollen dafür sorgen, dass der Tucson dem Tiguan künftig noch mehr Käufer:innen abnimmt.
Neuer Hyundai Tucson gegen VW Tiguan: Mehr Platz und Leistung – doch VW hat einen Vorteil
Besonders interessant: Obwohl beide SUVs nahezu gleich lang sind, bietet der neue Tucson auf dem Papier den größeren Kofferraum. Auch bei der Leistung hat Hyundai die Nase vorn. Dafür kann der VW Tiguan mit einem Vorteil punkten, der gerade für Pendler entscheidend sein könnte. Wir vergleichen die beiden Familien-SUVs und zeigen, wo ihre jeweiligen Stärken liegen.

Design: Der Tucson traut sich deutlich mehr als der Tiguan
Schon beim ersten Blick wird klar, dass Hyundai beim neuen Tucson einen anderen Weg einschlägt als Volkswagen. Während der Tiguan auf eine eher zurückhaltende und klassische SUV-Optik setzt, präsentiert sich der Koreaner deutlich kantiger, robuster und futuristischer.
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Mit der neuen Designsprache „Art of Steel“ verabschiedet sich Hyundai weitgehend von den geschwungenen Linien des Vorgängers. Stattdessen gibt es eine hohe, markante Front mit schmalen Leuchten und einer durchgehenden Lichtsignatur. Besonders auffällig sind die vertikalen Leuchtelemente, die dem SUV ein ziemlich eigenständiges Gesicht verleihen. Breite Kotflügel, klare Karosseriekanten und dreidimensionale Rückleuchten unterstreichen den robusten Auftritt.
Der Tiguan wirkt daneben fast schon konservativ. VW setzt auf weichere Formen, eine rundlichere Front und die bekannte durchgehende Lichtleiste. Das Design ist gefällig, fällt im Straßenverkehr aber deutlich weniger auf.
Hier entscheidet vor allem der persönliche Geschmack. Wer einen unaufgeregten Familien-SUV sucht, dürfte mit dem Tiguan glücklich werden. Wer dagegen etwas mehr Charakter und einen modernen Auftritt möchte, bekommt beim Tucson das spannendere Gesamtpaket.
Platzangebot: Hier zieht der neue Tucson am VW Tiguan vorbei
Dass der neue Tucson gewachsen ist, macht sich auch im direkten Vergleich bemerkbar. Mit 4,56 Metern Länge überragt er den Tiguan um gerade einmal zwei Zentimeter. In der Breite ist der Hyundai allerdings rund vier Zentimeter größer. Auch beim Radstand hat er mit 2,72 Metern gegenüber den rund 2,68 Metern des VW die Nase vorn.

Das verspricht großzügige Platzverhältnisse im Innenraum. Hyundai hat außerdem den Türöffnungswinkel vergrößert, was den Einstieg auf die Rückbank erleichtern soll. Gerade Familien mit kleinen Kindern dürften diesen Unterschied beim Ein- und Ausladen von Kindersitzen zu schätzen wissen.
Noch interessanter ist allerdings der Kofferraum. Hier hat der neue Tucson einen echten Trumpf in der Hand:
- Hyundai Tucson: bis zu 695 Liter
- VW Tiguan: bis zu 652 Liter
- Unterschied: 43 Liter zugunsten des Hyundai
Damit bietet der Hyundai beim maximalen angegebenen Kofferraumvolumen mehr Platz für Einkäufe, Kinderwagen oder Urlaubsgepäck. Allerdings hängt das tatsächliche Ladevolumen bei beiden Modellen von der gewählten Motorisierung ab. Beim Tiguan schrumpft der Kofferraum im Plug-in-Hybrid beispielsweise auf 490 Liter. Wie viel Gepäck die elektrifizierten Tucson-Varianten aufnehmen können, muss Hyundai noch genauer aufschlüsseln.
Ganz abschreiben sollte man den VW beim Thema Alltagstauglichkeit ohnehin nicht. Im Carwow-Test überzeugte der Tiguan mit einem großzügigen Fond, einer niedrigen Ladekante und zahlreichen praktischen Ablagen. Außerdem verfügen beide SUVs über verschiebbare Rücksitze, sodass sich das Verhältnis zwischen Beinfreiheit und Kofferraumvolumen anpassen lässt.
Innenraum: Hyundai setzt auf Hightech, VW auf bewährte Bedienung
Auch im Innenraum verfolgen die beiden Hersteller unterschiedliche Ansätze. Hyundai gestaltet das Cockpit des neuen Tucson komplett neu und setzt dabei auf ein wohnliches Ambiente mit horizontalen Linien, weichen Materialien und einer aufgeräumten Mittelkonsole.

Im Mittelpunkt steht das neue Infotainmentsystem Pleos Connect, das auf Android Automotive basiert. Je nach Ausstattung misst der zentrale Touchscreen 12,9 oder sogar 17 Zoll. Dazu gibt es ein schlankes 9,9-Zoll-Fahrerdisplay und den neuen KI-Sprachassistenten Gleo, der auf Informationen aus dem Internet zugreifen kann.
Interessant ist, dass Hyundai trotz des großen Displays nicht vollständig auf klassische Bedienelemente verzichtet. Wichtige Funktionen lassen sich weiterhin über physische Tasten steuern. Darüber hinaus sind unter anderem zwei kabellose Smartphone-Ladeflächen, zahlreiche leistungsstarke USB-C-Anschlüsse und auf Wunsch Massagesitze verfügbar.
Der Tiguan kann bei der Bildschirmgröße nicht ganz mithalten. Sein Infotainmentsystem misst serienmäßig 12,9 Zoll und optional 15 Zoll. Dafür hat VW bei der Bedienung gegenüber früheren Modellen deutlich nachgebessert. Am Lenkrad gibt es wieder richtige Tasten, während ein Multifunktionsregler in der Mittelkonsole verschiedene Einstellungen erleichtert.
Im Carwow-Test überzeugte das VW-System mit schnellen Reaktionen und einer guten Menüstruktur. Der Tiguan dürfte somit besonders für Käufer interessant sein, die Wert auf eine vertraute und unkomplizierte Bedienung legen. Der neue Tucson verspricht dagegen das modernere digitale Erlebnis. Ob das System im Alltag tatsächlich besser funktioniert, muss allerdings erst ein Test zeigen.
Motoren: Der Tucson hat mehr Leistung, der Tiguan mehr Auswahl
Bei den Antrieben wird der Vergleich besonders interessant. Hyundai bietet den neuen Tucson mit klassischen Benzinern sowie Hybrid- und Plug-in-Hybridantrieben an. Besonders die elektrifizierten Varianten legen bei der Leistung ordentlich zu.
Der Einstieg erfolgt über einen 1,6-Liter-Turbobenziner mit 150 PS. Den gibt es entweder mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder als Mildhybrid mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Darüber rangiert der Vollhybrid mit 245 PS. Er kombiniert den Benziner mit einem Elektromotor und kann kurze Strecken rein elektrisch zurücklegen, ohne dass er extern geladen werden muss. Das macht ihn vor allem für Menschen interessant, die viel im Stadtverkehr unterwegs sind und keine eigene Lademöglichkeit besitzen.
Die stärkste Motorisierung ist der Plug-in-Hybrid mit bis zu 292 PS. Damit übertrifft er sogar den leistungsstärksten VW Tiguan, dessen Plug-in-Hybrid auf 272 PS kommt.
Trotzdem hat Volkswagen bei den Antrieben weiterhin einige Argumente auf seiner Seite. Der Tiguan ist mit Benzinern, Mildhybriden, Plug-in-Hybriden und weiterhin auch als Diesel erhältlich. Gerade für Vielfahrer und Menschen, die regelmäßig lange Strecken zurücklegen, bleibt der Selbstzünder interessant.
Einen klassischen Vollhybrid ohne Ladestecker, wie ihn Hyundai anbietet, gibt es beim Tiguan dagegen nicht. Wer möglichst sparsam fahren möchte, aber keine Möglichkeit zum regelmäßigen Laden hat, dürfte deshalb besonders den Tucson Hybrid ins Auge fassen.
Plug-in-Hybrid: Hier hat der Tiguan einen klaren Vorteil
Obwohl der neue Tucson Plug-in-Hybrid mit 292 PS deutlich mehr Leistung bietet, muss er sich bei der elektrischen Reichweite geschlagen geben.
Hyundai verbaut eine Batterie mit 17,1 kWh Kapazität. Damit sollen bis zu 81 Kilometer rein elektrisch möglich sein. Ein ordentlicher Wert, mit dem sich viele alltägliche Pendelstrecken ohne Benzinverbrauch zurücklegen lassen. Allerdings handelt es sich noch um einen vorläufigen Zielwert.
Der Tiguan spielt hier in einer anderen Liga. Sein Plug-in-Hybrid kommt je nach Ausführung auf bis zu 125 Kilometer elektrische WLTP-Reichweite. Damit sind auf dem Papier mehr als 40 zusätzliche Kilometer möglich.
Noch deutlicher wird der Unterschied beim Laden. Während Hyundai für den Tucson bislang ein AC-Ladegerät mit 7,2 kW nennt, kann der Tiguan Plug-in-Hybrid zusätzlich mit bis zu 50 kW Gleichstrom laden. Dadurch lassen sich auch kürzere Ladepausen unterwegs sinnvoll nutzen.
Wer seinen Plug-in-Hybrid möglichst häufig elektrisch fahren möchte, bekommt beim VW somit das überzeugendere Angebot. Der Hyundai punktet dagegen mit seiner höheren Systemleistung. Allerdings muss sich noch zeigen, wie effizient beide Modelle unter vergleichbaren Bedingungen unterwegs sind.
Anhängelast: Für Wohnwagen und schwere Anhänger ist VW interessanter
Für viele SUV-Käufer spielt neben dem Platzangebot auch die Anhängelast eine wichtige Rolle. Und hier kann der Tiguan seine Stärken ausspielen.

Je nach Motorisierung darf der Volkswagen bis zu 2.300 Kilogramm an den Haken nehmen. Damit eignet er sich auch für größere Wohnwagen oder schwere Anhänger.
Der neue Tucson erreicht als Vollhybrid eine gebremste Anhängelast von bis zu 1.910 Kilogramm. Beim Plug-in-Hybrid sind es maximal 1.810 Kilogramm. Das reicht für viele alltägliche Aufgaben und zahlreiche Wohnwagen aus, an die maximale Zugkraft des Tiguan kommt er allerdings nicht heran.
Dafür hat Hyundai beim neuen Tucson zusätzliche Assistenzsysteme entwickelt. Unter anderem soll ein Anhängerrückfahrassistent das Rangieren erleichtern. Auch ein Rückfahrassistent, der zuvor gefahrene Strecken aufzeichnen und beim Rückwärtsfahren die Lenkung übernehmen kann, gehört zu den angekündigten Technologien.
Preis: Kann der neue Tucson auch hier den Tiguan schlagen?
Beim Preisvergleich gibt es derzeit noch einen entscheidenden Unterschied: Den VW Tiguan kann man bereits kaufen, auf den neuen Hyundai Tucson müssen europäische Kunden voraussichtlich noch bis 2027 warten.
Der Tiguan startet aktuell laut Carwow bei einem Listenpreis von 39.385 Euro. Über Carwow sind bereits deutlich günstigere Händlerangebote verfügbar, sodass sich beim Kauf einiges sparen lässt. Für den neuen Tucson hat Hyundai noch keinen offiziellen deutschen Einstiegspreis genannt.
Fazit: Kann der neue Hyundai Tucson den VW Tiguan vom Thron stoßen?
Mit der neuen Generation macht Hyundai beim Tucson einen großen Schritt nach vorne. Das Design ist eigenständiger, der Innenraum wirkt deutlich moderner und beim maximalen Kofferraumvolumen übertrifft der Koreaner sogar den geräumigen Tiguan. Dazu kommen kräftige Hybridantriebe und zahlreiche neue Komfortfunktionen.
Der VW Tiguan muss sich deshalb aber noch lange nicht geschlagen geben. Besonders beim Plug-in-Hybrid hat er mit seiner größeren elektrischen Reichweite und der DC-Schnellladefunktion einen entscheidenden Vorteil. Auch die größere Auswahl an Motorisierungen und die höhere maximale Anhängelast sprechen für den Wolfsburger.
Welches SUV letztlich die bessere Wahl ist, hängt damit stark von den eigenen Ansprüchen ab. Der Tucson dürfte besonders Familien ansprechen, die viel Platz, moderne Technik und einen kräftigen Hybrid suchen. Der Tiguan ist dagegen für Vielfahrer, Anhängerbetrieb und elektrisches Pendeln mit dem Plug-in-Hybrid interessant.
Eine endgültige Kaufempfehlung ist allerdings erst möglich, wenn die deutschen Preise des Tucson feststehen und die neue Generation im Praxistest zeigen konnte, was sie wirklich kann.