Kleiner, aber teurer: Was macht der neue Hyundai Bayon besser als der Dacia Duster?
17. Oktober 2026 von Irene Wallner
Der neue Hyundai Bayon ist da – und er hat sich ordentlich verändert. Die zweite Generation wächst deutlich, sieht jetzt mehr nach einem richtigen SUV aus und bekommt moderne Technik sowie einen neuen Vollhybrid. Damit rückt der Koreaner auch dem Dacia Duster näher, der seit Jahren zu den beliebtesten günstigen SUV gehört.
Neuer Hyundai Bayon gegen Dacia Duster: Ist der kleinere SUV wirklich besser?
Doch beim Preis wird es interessant: Während der Duster bereits ab 18.990 Euro erhältlich ist, dürfte der neue Bayon erst bei rund 25.000 Euro starten. Damit wäre der Hyundai etwa 6.000 Euro teurer, obwohl er kleiner ausfällt. Kann er diesen Aufpreis mit seiner Ausstattung und Technik rechtfertigen?

Wir vergleichen die beiden SUV und schauen, für wen sich welches Modell mehr lohnt.
Bayon oder Duster: Die wichtigsten Unterschiede
| Technische Daten | Hyundai Bayon (2027) | Dacia Duster |
| Länge | 4,25 m | 4,34 m |
| Breite | 1,81 m | 1,81 m |
| Höhe | bis 1,57 m | bis 1,69 m |
| Kofferraum | 397–440 Liter | 348–517 Liter |
| Leistung | 90–138 PS | ca. 120–158 PS |
| Antriebe | Benzin, Vollhybrid | Benzin/LPG, Mildhybrid, Vollhybrid |
| Allradantrieb | Nein | Ja, optional |
|
Anhängelast, gebremst |
910–1.110 kg (Benziner) | 1.000–1.500 kg |
| Einstiegspreis | ca. 25.000 € (erwartet) | ab 18.990 € |
| Marktstart | 1. Quartal 2027 | Bereits erhältlich |
Die Bayon-Preise sind noch nicht offiziell bestätigt. Kofferraum, Leistung und Anhängelast hängen bei beiden Fahrzeugen von der jeweiligen Motorisierung ab. Verbrauchs- und Fahrleistungsdaten des Hyundai sind teilweise noch vorläufig.
Design: Neuer Bayon wird zum Mini-Tucson – der Duster bleibt rustikaler
Optisch hat der neue Hyundai Bayon einen großen Sprung gemacht. Statt der bisher eher rundlichen Crossover-Form setzt Hyundai jetzt auf eine deutlich kantigere Optik. Die neue „Art of Steel“-Designsprache bringt breite Radhäuser, klare Linien und eine durchgehende LED-Lichtleiste an der Front. Damit erinnert der Bayon beinahe an einen kleinen Hyundai Tucson. Auch die bis zu 18 Zoll großen Räder und die neue N Line tragen zum selbstbewussteren Auftritt bei.
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Der Dacia Duster geht einen etwas anderen Weg. Auch er setzt auf kantige Formen, wirkt insgesamt aber robuster und stärker auf Abenteuer ausgelegt. Markante Kunststoffverkleidungen, hohe Bodenfreiheit und die aufrechte Karosserie unterstreichen seinen Offroad-Charakter. Während der Bayon eher wie ein moderner Stadt-SUV wirkt, vermittelt der Duster den Eindruck, auch abseits befestigter Straßen gut aufgehoben zu sein.
Beide sehen damit nach deutlich mehr Auto aus, als ihr Preis vermuten lässt. Der Hyundai dürfte mit seiner modernen Lichtsignatur und den sportlichen Details vor allem diejenigen ansprechen, die Wert auf Design legen. Der Duster wirkt dagegen zweckmäßiger und bodenständiger.
Platzangebot: Nur zehn Zentimeter Unterschied – aber bis zu 77 Liter mehr Kofferraum
Mit 4,25 Metern Länge ist der neue Bayon deutlich gewachsen. Zum Duster fehlen ihm trotzdem noch knapp zehn Zentimeter. In der Breite liegen beide mit rund 1,81 Metern praktisch gleichauf. Der größte Unterschied zeigt sich bei der Höhe: Der Dacia ist je nach Ausführung ungefähr zehn bis zwölf Zentimeter höher als der Hyundai.

Trotz seiner kompakteren Abmessungen dürfte der Bayon im Alltag ausreichend Platz bieten. Hyundai verspricht dank des längeren Radstands von 2,60 Metern mehr Beinfreiheit im Fond. Praktisch sind außerdem die neigungsverstellbaren Rücksitzlehnen, mit denen sich der Sitzkomfort auf längeren Fahrten verbessern lässt.
Beim Gepäcktransport hat allerdings der Duster die besseren Karten – zumindest in den geräumigsten Motorvarianten. Im neuen Bayon passen 440 Liter in den Kofferraum, beim kommenden Vollhybrid sind es nur 397 Liter. Der Duster bietet dagegen je nach Motorisierung zwischen 348 und 517 Liter. Besonders der Mildhybrid mit Frontantrieb überzeugt mit 517 Litern und damit 77 Litern mehr als der Bayon-Benziner. Allerdings gibt es auch Duster-Varianten, die weniger Gepäck schlucken als der Hyundai.
Für Familien, die regelmäßig Kinderwagen, Urlaubsgepäck oder größere Einkäufe transportieren, ist der Duster deshalb tendenziell die praktischere Wahl. Hinzu kommen seine höhere Anhängelast und die Möglichkeit, einen Allradantrieb zu bestellen.
Innenraum: Hier fährt der Hyundai dem Dacia davon
Während der Duster beim Platzangebot punktet, hat der Hyundai bei der Technik einen deutlichen Vorteil. Im neuen Bayon gibt es ein 12,3 Zoll großes Infotainmentdisplay, das je nach Ausstattung mit einem ebenso großen digitalen Kombiinstrument zu einer breiten Displaylandschaft kombiniert wird. Dazu kommen kabelloses Apple CarPlay und Android Auto sowie auf Wunsch ein digitaler Fahrzeugschlüssel, ein Bose-Soundsystem und eine 360-Grad-Kamera.

Besonders interessant sind die Komfortmerkmale. Gegen Aufpreis gibt es beheizbare und belüftete Vordersitze, eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und sogar eine Sitzheizung im Fond. Separate Luftausströmer für die hinteren Passagiere und ein optionales Panorama-Glasdach sind ebenfalls erhältlich. Damit bietet der kleine Hyundai Ausstattungsoptionen, die man normalerweise eher aus höheren Fahrzeugklassen kennt.
Der Duster bleibt seinem pragmatischen Ansatz treu. In der Basisversion gibt es nicht einmal einen zentralen Touchscreen, sondern lediglich eine Smartphone-Halterung und ein einfaches Audiosystem. Ab der Ausstattung Expression steht ein 10,1-Zoll-Touchscreen zur Verfügung. Die Materialien sind überwiegend einfach, aber solide verarbeitet. Dafür bietet der Dacia praktische Lösungen wie das YouClip-Befestigungssystem und ein optionales Sleep Pack, mit dem sich der SUV sogar zum Übernachten nutzen lässt.
Wer möglichst viel moderne Technik und Komfortausstattung möchte, dürfte sich deshalb im Bayon wohler fühlen. Der Duster konzentriert sich dagegen auf das Wesentliche und bietet einen robusten, alltagstauglichen Innenraum.
Motoren: Duster bietet mehr Auswahl und sogar Allrad
Zum Marktstart wird der neue Hyundai Bayon zunächst mit zwei bekannten 1,0-Liter-Turbobenzinern mit 90 und 115 PS angeboten. Beide treiben ausschließlich die Vorderräder an. Je nach Motorisierung stehen ein manuelles Sechsganggetriebe und ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe zur Wahl.
Im Laufe des Jahres 2027 folgt dann die interessanteste Motorisierung: ein neuer Vollhybrid mit 138 PS Systemleistung. Er kombiniert einen 1,6-Liter-Benziner mit einem Elektromotor und einem Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe. Eine adaptive Rekuperation soll die Energierückgewinnung verbessern. Gerade für Stadtfahrer könnte dieser Antrieb attraktiv werden, konkrete Verbrauchswerte für die deutsche Version stehen allerdings noch aus.

Der Dacia Duster bietet schon jetzt eine breitere Auswahl. Neben einem günstigen Benzin-Autogas-Antrieb gibt es einen 140 PS starken Mildhybrid und einen Vollhybrid mit rund 155 PS. Besonders interessant ist außerdem der Hybrid-G 150 4×4, der Autogas, elektrische Unterstützung und Allradantrieb kombiniert. Damit ist der Duster auch für Menschen interessant, die regelmäßig auf schlechten Wegen unterwegs sind oder zusätzliche Traktion benötigen.
Bei den Fahrleistungen muss sich der Hyundai zunächst noch beweisen. Der bisherige Carwow-Test des Duster zeigt zwar, dass auch dessen Motoren nicht durchweg überzeugen. Gerade der 140-PS-Mildhybrid bietet aber einen guten Kompromiss aus Leistung, Verbrauch und Preis.
Preis: Der Duster bietet deutlich mehr Auto fürs Geld
Das vielleicht stärkste Argument für den Dacia Duster ist sein Preis. Ab 18.990 Euro steht der SUV bereits in der Preisliste. Selbst der 140 PS starke Mildhybrid beginnt bei 23.790 Euro und wäre damit noch günstiger als der erwartete Einstiegspreis des neuen Hyundai Bayon.

Für den neuen Bayon hat Hyundai noch keine offiziellen Preise genannt. Angesichts des deutlichen Wachstums und der umfangreicheren Technik rechnen wir mit einem Einstieg bei etwa 25.000 Euro. Sollte sich das bestätigen, wäre der Duster in der Basis rund 6.000 Euro günstiger.
Allerdings sollte man nicht nur die Grundpreise vergleichen. Viele der besonders interessanten Bayon-Funktionen dürften den höheren Ausstattungslinien vorbehalten bleiben. Umgekehrt kostet auch ein gut ausgestatteter Duster deutlich mehr als das Basismodell. Der Duster Hybrid 155 beginnt beispielsweise bei 25.690 Euro und liegt damit ungefähr auf dem erwarteten Niveau eines einfachen Bayon. Wie groß der tatsächliche Preisunterschied bei vergleichbarer Ausstattung ausfällt, lässt sich erst sagen, wenn Hyundai die komplette Preisliste veröffentlicht.
Fazit: Hyundai Bayon oder Dacia Duster – welcher SUV lohnt sich mehr?
Der neue Hyundai Bayon ist erwachsener geworden und dürfte für den Dacia Duster eine ernsthafte Alternative darstellen. Besonders mit seinem modernen Innenraum, den zahlreichen Assistenzsystemen und den Komfortfunktionen kann er punkten. Wer überwiegend in der Stadt fährt und viel Wert auf Technik, Design und Komfort legt, sollte den Hyundai auf dem Zettel haben.
Das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis bietet nach aktuellem Stand allerdings der Dacia Duster. Er ist größer, hat in vielen Varianten mehr Kofferraum, bietet kräftigere Motorisierungen und ist sogar mit Allrad erhältlich. Dazu kommt der niedrigere Einstiegspreis. Gerade für Familien und preisbewusste SUV-Käufer spricht deshalb vieles für den Dacia.
Der Bayon muss also nicht nur mit seiner neuen Optik überzeugen, sondern vor allem beweisen, dass seine zusätzliche Technik den voraussichtlichen Aufpreis wert ist. Ob ihm das gelingt, hängt auch von den endgültigen Preisen und einem ersten Fahrtest ab.