E-SUVs unter 35.000 €: Kann der stärkere China-SUV den Skoda Elroq wirklich schlagen?
01. Oktober 2026 von Irene Wallner
Der BYD Atto 3 hatte es bislang nicht leicht gegen Konkurrenten wie den Skoda Elroq. Zu geringe Ladeleistung, überschaubare Reichweite und Frontantrieb machten es dem chinesischen Elektro-SUV schwer, sich technisch abzusetzen. Doch mit dem neuen BYD Atto 3 Evo ändert sich das ziemlich deutlich.
BYD hat seinem Kompakt-SUV für 2026 nämlich weit mehr als ein gewöhnliches Facelift spendiert. Eine neue 800-Volt-Architektur, bis zu 220 kW Ladeleistung, Heck- oder Allradantrieb und bis zu 449 PS machen aus dem Atto 3 einen deutlich ernsthafteren Konkurrenten. Der Skoda Elroq hält dagegen mit bis zu 574 Kilometern Reichweite, viel Platz und einem ausgesprochen alltagstauglichen Gesamtpaket.
BYD Atto 3 Evo vs. Skoda Elroq: Zwei Elektro-SUVs, die überraschend unterschiedlich sind
Die Frage ist deshalb: Hat BYD den Elroq mit dem Evo technisch überholt – oder bleibt der Skoda das rundere Elektro-SUV?

Fast gleich groß – aber beim Platz gibt es Unterschiede
Auf der Straße liegen die beiden überraschend nah beieinander. Der BYD Atto 3 Evo misst 4,46 Meter, der Skoda Elroq 4,49 Meter. Auch bei der Breite trennen die beiden kaum zehn Millimeter. Wer ein klassisches Kompakt-SUV sucht, bekommt bei beiden also ziemlich ähnliche Außenmaße.
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Beim Kofferraum wird es interessanter. BYD hat beim Evo nachgebessert und das Ladevolumen auf 490 Liter vergrößert. Dazu kommt erstmals ein großer 101-Liter-Frunk unter der Motorhaube. Werden die Rücksitze umgelegt, passen bis zu 1.360 Liter hinein. Der Elroq bietet zunächst etwas weniger: 470 Liter stehen hinter der Rückbank bereit. Mit umgelegten Sitzen wächst der Stauraum allerdings auf deutlich größere 1.580 Liter.
Für den normalen Wocheneinkauf dürfte der Unterschied kaum entscheidend sein. Der BYD punktet sogar mit seinem zusätzlichen Frunk. Wer dagegen regelmäßig sperrige Gegenstände transportiert, bekommt beim Skoda das größere maximale Ladevolumen.
Auch bei den Passagieren zeigt der Elroq seine Stärke. Sein 2,77 Meter langer Radstand schafft viel Platz, und selbst groß gewachsene Personen sollen im Fond noch ordentlich sitzen. Beim bisherigen Atto 3 war zwar die Beinfreiheit gut, die Kopffreiheit hinten aber eingeschränkter – unter anderem wegen des Panoramadachs. Ob die neue Plattform des Evo daran entscheidend etwas verbessert, muss sich im Praxistest noch zeigen.
Innenraum: BYD auffälliger, Skoda pragmatischer
Kaum irgendwo unterscheiden sich die beiden stärker als im Cockpit.
Der Skoda Elroq verfolgt die typische Skoda-Linie: vergleichsweise schlicht, funktional und mit vielen praktischen Details. Serienmäßig sitzt ein 13-Zoll-Touchscreen in der Mitte, gleichzeitig behält Skoda echte Bedienelemente am Lenkrad. Dazu kommen die bekannten „Simply Clever“-Lösungen wie große Türfächer und eine Halterung für das Ladekabel unter der Hutablage.

Beim BYD darf es deutlich auffälliger sein. Schon der bisherige Atto 3 gehörte mit geschwungenen Formen und ungewöhnlichen Türverkleidungen zu den extravaganteren Autos der Klasse. Beim Evo wird das Cockpit etwas aufgeräumter, der Gangwahlhebel wandert beispielsweise an die Lenksäule. Geblieben ist der große 15,6-Zoll-Touchscreen, der sich weiterhin vom Quer- ins Hochformat drehen lässt. Neu sind außerdem eine stärkere Google-Integration und ein KI-Sprachassistent.
Wer ein vertrautes und funktionales Cockpit bevorzugt, wird sich im Elroq vermutlich schneller zurechtfinden. Der Atto 3 Evo bietet dafür mehr Show und hebt sich wesentlich deutlicher von der Masse ab.
Reichweite: Hier setzt sich der Elroq ab
Auf Langstrecken dürfte vor allem die Batterieversion entscheidend sein. Der BYD Atto 3 Evo bekommt einen 74,8-kWh-Akku. Mit Heckantrieb sind damit nach WLTP bis zu 510 Kilometer möglich. Die deutlich stärkere Allradversion kommt wegen ihres höheren Verbrauchs noch auf 470 Kilometer.
Beim Elroq gibt es mehr Auswahl. Der Elroq 60 nutzt einen kleineren Akku und eignet sich stärker für kurze und mittlere Strecken. Besonders interessant für den Vergleich mit dem großen Atto 3 Evo ist deshalb der Elroq 85. Seine 77-kWh-Batterie ermöglicht bis zu 574 Kilometer nach WLTP. Im gemischten realen Fahrbetrieb nennt Carwow für die große Batterie knapp 450 Kilometer als realistische Größenordnung.

Damit hat der Skoda auf dem Papier den Reichweitenvorteil. Wer möglichst selten an die Ladesäule möchte, bekommt mit dem Elroq 85 mehr Reserve.
Beim Schnellladen dreht der BYD den Vergleich um
Interessanterweise bedeutet mehr Reichweite aber nicht automatisch, dass der Elroq das bessere Langstreckenauto sein muss.
Denn beim Laden schlägt der Atto 3 Evo zurück. Die neue 800-Volt-Technik ermöglicht bis zu 220 kW DC-Ladeleistung. Von 10 auf 80 Prozent soll der Akku damit in rund 25 Minuten geladen werden können. Genau hier hat BYD einen der größten Schwachpunkte des alten Atto 3 beseitigt, der lediglich maximal 88 kW schaffte.
Der Elroq 85 kommt maximal auf 135 kW. Allerdings hält der Skoda seine Ladeleistung über einen vergleichsweise langen Zeitraum, sodass 10 bis 80 Prozent ebenfalls nur rund 28 Minuten dauern sollen. Der Unterschied bei der tatsächlichen Ladepause fällt damit deutlich kleiner aus, als die 220 gegen 135 kW zunächst vermuten lassen.
Trotzdem ist die Entwicklung beim BYD bemerkenswert. Aus einem Elektro-SUV, dessen Ladetechnik eher hinterherhinkte, ist mit einem Modellwechsel eines der technisch interessanteren Autos seiner Klasse geworden.
Leistung: 449 PS im Atto 3 Evo sind eine Ansage
Noch deutlicher wird die neue Positionierung bei der Motorleistung.
Schon der heckgetriebene BYD Atto 3 Evo kommt auf 313 PS und beschleunigt in 5,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Darüber steht die Allradversion Excellence mit 449 PS, 560 Nm und nur 3,9 Sekunden für den Standardsprint.
Der normale Elroq ist wesentlich zurückhaltender. Der Elroq 60 leistet 190 PS, der Elroq 85 kommt auf 285 PS und der Elroq 85x mit Allradantrieb auf 299 PS. Erst der separat positionierte Elroq RS legt mit 340 PS deutlich nach.

Im normalen Alltag braucht natürlich niemand 449 PS in einem kompakten Familien-SUV. Wer aber viel Leistung möchte, bekommt beim BYD deutlich mehr davon.
Beim Fahrkomfort lässt sich der neue Evo noch nicht endgültig beurteilen. Carwow konnte die neue Fahrwerksabstimmung des Facelifts bislang noch nicht ausführlich testen. Der Elroq ist dagegen klar komfortorientiert abgestimmt und überrascht mit seinem sehr kleinen Wendekreis von nur 9,3 Metern. Der Atto 3 Evo benötigt 10,7 Meter. Gerade in der Stadt ist der Skoda damit erstaunlich handlich.
Preis: Der Elroq bietet mehr Möglichkeiten beim Einstieg
Auch beim Preis verfolgen beide Hersteller unterschiedliche Strategien. Der Skoda Elroq startet aktuell bei 37.890 Euro. Die für längere Strecken interessantere Variante Selection 85 liegt bei 46.890 Euro. Je nach Ausstattung und Antrieb steigt der Preis bis über 50.000 Euro.
Beim Atto 3 Evo kostet die interessante Version mit 74,8-kWh-Batterie und Heckantrieb 44.990 Euro. Das Allradmodell Excellence liegt bei 50.990 Euro. Dafür ist BYD traditionell recht großzügig mit der Serienausstattung; unter anderem gehören beim Evo eine Wärmepumpe und viele Komfortfunktionen bereits dazu. Beim Elroq sind einige Extras und Ausstattungspakete zusätzlich zu bezahlen.
Wer vor allem einen möglichst günstigen Einstieg in diese Fahrzeugklasse sucht, hat beim Elroq mehr Spielraum. Vergleicht man dagegen die reichweitenstärkeren und besser ausgestatteten Versionen, rücken die Preise wesentlich näher zusammen.
BYD Atto 3 Evo oder Skoda Elroq: Welches Elektro-SUV passt zu wem?
Der neue Atto 3 Evo macht diesen Vergleich viel enger, als es beim bisherigen Modell der Fall gewesen wäre. Vor allem technisch hat BYD kräftig nachgelegt: 800-Volt-System, 220-kW-Laden, 313 PS schon mit Heckantrieb, optional 449 PS und ein großer Frunk sind starke Argumente. Der Atto wirkt damit deutlich weniger wie die günstige Alternative zu etablierten Elektro-SUVs und mehr wie ein technisch ambitionierter Konkurrent.

Der Elroq kontert an anderen Stellen. Er bietet mit der großen Batterie mehr Reichweite, viel Platz im Innenraum, bis zu 1.580 Liter Kofferraumvolumen und einen außergewöhnlich kleinen Wendekreis. Außerdem lässt sich mit der günstigeren Batterievariante deutlich preiswerter in die Modellreihe einsteigen.
Damit hängt die Entscheidung stärker denn je von den eigenen Prioritäten ab:
- BYD Atto 3 Evo: interessant, wenn schnelles Laden, starke Serienausstattung, hohe Leistung und ein auffälligerer Innenraum wichtig sind.
- Skoda Elroq: interessant, wenn Reichweite, Raumausnutzung, ein vertrautes Bedienkonzept und möglichst viel Alltagstauglichkeit im Vordergrund stehen.
Der Atto 3 Evo hat damit einige seiner bisherigen Schwächen beseitigt. Den Elroq kopiert BYD aber nicht – und genau deshalb ist der Vergleich inzwischen besonders spannend.