Wie teuer ist der Einstieg bei BMW wirklich? Der BMW 1er im Unterhalts-Kostencheck
05. August 2026 von Irene Wallner
Der BMW 1er gilt als vergleichsweise erschwinglicher Einstieg in die BMW-Welt. Günstig ist der Kompaktwagen deshalb aber noch lange nicht. Neben dem Kaufpreis müssen Halterinnen und Halter mit Kraftstoffkosten, Versicherung, Steuer, Inspektionen und möglichen Ausgaben für Reifen und Verschleiß rechnen. Der größte Kostenpunkt ist allerdings einer, der auf keinem Kontoauszug erscheint: der Wertverlust.
Für unsere Beispielrechnung nehmen wir den BMW 120. Mit 170 PS Systemleistung, 48-Volt-Mildhybrid und serienmäßigem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe bildet er die vernünftige Mitte der Baureihe. Der günstigere BMW 116 ist deutlich schwächer, während der 123 xDrive und der M135 xDrive bereits in einer anderen Preis- und Leistungsklasse spielen.
So rechnen wir die Unterhaltskosten des BMW 1er

Damit der BMW 1er mit den Artikeln zu Unterhaltskosten anderer Modelle wie VW Golf oder Skoda Kodiaq vergleichbar bleibt, verwenden wir wieder dieselben grundlegenden Annahmen:
- Modell: BMW 120 Steptronic
- Haltedauer: drei Jahre
- Gesamtfahrleistung: 45.000 Kilometer
- Jährliche Fahrleistung: 15.000 Kilometer
- Angenommener Benzinpreis: 1,89 Euro je Liter
- Versicherung: Vollkasko, modellhaft
- Finanzierungszinsen: nicht berücksichtigt
Bei den Zahlen handelt es sich um eine Modellrechnung. Der tatsächliche Unterhalt kann je nach Kaufpreis, Fahrprofil, Wohnort, Schadenfreiheitsklasse, Werkstatt und Bereifung deutlich abweichen.
Anschaffung: Der BMW 120 startet knapp unter 40.000 Euro
Der BMW 120 kostet laut aktueller Preisliste mindestens 39.150 Euro. Dafür gibt es einen 1,5-Liter-Dreizylinder mit 156 PS, der von einem 20 PS starken Elektromotor unterstützt wird. Die Systemleistung beträgt 170 PS. Der BMW fährt mit Vorderradantrieb und einem automatischen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.
Wir nehmen den Listenpreis für unserer Berechnung an, auch wenn wir wissen, dass natürlich Sonderausttattungen zu einem Mehrpreis führen. Es ist aber genauso klar, dass Rabatte auf den Fahrzeugpreis relativ häufig gegeben werden, was somit die Kosten senken würde. Deshalb bleiben wir der Einfachheit halber beim Listenpreis.
Wertverlust: So entsteht der größte Kostenpunkt

Der aktuelle BMW 1er der Baureihe F70 wird erst seit Oktober 2024 angeboten. Einen belastbaren Gebrauchtwagenmarkt für drei Jahre alte Exemplare mit rund 45.000 Kilometern gibt es deshalb noch nicht. Der Restwert muss zum jetzigen Zeitpunkt zwangsläufig prognostiziert werden.
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Für unsere Drei-Jahres-Rechnung setzen wir deshalb vorsichtig einen Restwert von rund 50 Prozent des kalkulierten Fahrzeugpreises an. Das beruht auf aktuellen Gebrauchtwagenpreisen und Erfahrungswerten vorheriger Modellreihen:
- Ausgangswert: 39.150 Euro
- Geschätzter Restwert nach drei Jahren: rund 19.575 Euro
- Wertverlust über drei Jahre: rund 19.575 Euro
- Wertverlust pro Jahr: rund 6.525 Euro
- Wertverlust pro Monat: rund 544 Euro
Der Wertverlust bleibt damit der mit Abstand größte Kostenpunkt. Gleichzeitig ist er die unsicherste Position der gesamten Rechnung. Ein guter Neuwagenrabatt, ein gepflegter Zustand und eine gefragte Konfiguration können die persönliche Bilanz verbessern. Viele teure Extras erhöhen dagegen zwar den Kaufpreis, fließen beim Verkauf aber nicht vollständig in den Gebrauchtwagenwert ein.
Verbrauch: Der Mildhybrid bleibt vergleichsweise vernünftig
BMW gibt für den 120 einen kombinierten WLTP-Verbrauch von 5,8 bis 5,9 Litern je 100 Kilometer an. Die CO₂-Emissionen liegen je nach Ausstattung zwischen 130 und 135 Gramm pro Kilometer.

In der Realität wird der Verbrauch etwas höher liegen, doch da hier Fahrweise und Fahrstrecke entscheidend sind, nehmen wir den WLTP-Wert an. Auch größere Räder, das Sportpaket und die jeweilige Streckenverteilung können den Verbrauch beeinflussen.
Bei 45.000 Kilometern ergibt sich folgende Rechnung:
45.000 km × 5,9 Liter ÷ 100 × 1,89 Euro = 5.018 Euro
Damit entstehen über drei Jahre Kraftstoffkosten von rund:
- 5.018 Euro insgesamt
- 1.673 Euro pro Jahr
- 139 Euro pro Monat
Wer überwiegend auf Landstraßen unterwegs ist und vorausschauend fährt, kann näher an den WLTP-Wert kommen. Viele Kurzstrecken, schneller Autobahnverkehr oder häufiges Ausnutzen der 170 PS treiben die Kosten dagegen nach oben.
Kfz-Steuer: Beim BMW 120 kein großer Kostentreiber
Für den BMW 120 fällt eine jährliche Kfz-Steuer von rund 83 Euro an. Der genaue Betrag kann abhängig vom CO₂-Wert des individuell konfigurierten Fahrzeugs geringfügig abweichen.
Über drei Jahre entstehen damit:
- 249 Euro Kfz-Steuer insgesamt
- rund 7 Euro pro Monat
Im Vergleich zu Wertverlust, Versicherung und Kraftstoff spielt die Steuer beim BMW 120 deshalb nur eine untergeordnete Rolle.
Versicherung: Hier entscheidet das persönliche Profil
Der BMW 120 ist in den Typklassen 15 für die Haftpflicht, 23 für die Vollkasko und 22 für die Teilkasko eingestuft. Bei einem Beitragssatz von 100 Prozent sind das 1.184 Euro für die Haftpflicht sowie 2.034 Euro für die Vollkasko mit 500 Euro Selbstbeteiligung.

Wir gehen von einem Beitragssatz von 50 Prozent aus, was durchschnittlicher Regionalklassen und einer jährliche Zahlungsweise entsprechen sollte. Sonderrabatte, ein Garagenstellplatz oder besondere Tarifmerkmale sind nicht berücksichtigt.
Auf dieser Grundlage ergeben sich rechnerisch:
- Haftpflicht bei 50 Prozent: rund 592 Euro pro Jahr
- Vollkasko bei 50 Prozent: rund 1.017 Euro pro Jahr
- Versicherungen zusammen: rund 1.609 Euro pro Jahr
- Versicherung über drei Jahre: rund 4.827 Euro
- Durchschnitt pro Monat: rund 134 Euro
Dieser Wert ist lediglich ein Vergleichsmaßstab. Eine junge Fahrerin oder ein junger Fahrer in einer ungünstigen Regionalklasse kann deutlich mehr bezahlen. Mit einer hohen Schadenfreiheitsklasse und einem günstigen Tarif kann der Beitrag wiederum niedriger ausfallen.
Inspektion, Reifen und Verschleiß: Premium muss nicht automatisch unbezahlbar sein
BMW verwendet ein zustandsabhängiges Wartungssystem. Das Fahrzeug überwacht unter anderem den Zustand des Motoröls und zeigt an, wann die nächste Wartung fällig wird. Zu den typischen Serviceleistungen gehören Öl- und Filterwechsel, der Fahrzeug-Check, der Mikrofilter, die Zündkerzen und der Bremsflüssigkeitsservice.
Da unser BMW nach drei Jahren und 45.000 Kilometern verkauft wird, rechnen wir mit einer einer etwas niedrigeren Rücklage von rund 70 Euro im Monat. Darin enthalten sind:
- planmäßige Wartungen und Ölwechsel
- Filter und Betriebsflüssigkeiten
- anteilige Kosten für Sommer- und Winterreifen
- kleinere Verschleißarbeiten
- eine Reserve für regionale Werkstattpreisunterschiede
Über drei Jahre ergibt das rund 2.520 Euro. Große ungeplante Reparaturen sind nicht eingerechnet. In den ersten drei Jahren dürfte dieses Risiko aufgrund des jungen Fahrzeugalters geringer sein, vollständig ausschließen lässt es sich aber nicht.
Große Räder und M Sportpaket können die Folgekosten erhöhen
Serienmäßig fährt der BMW 120 auf Reifen im Format 205/55 R17. Größere 18- oder 19-Zoll-Räder sehen sportlicher aus, sind beim Ersatz jedoch meist teurer. Breitere Reifen können außerdem den Verbrauch erhöhen und verschleißen bei sportlicher Fahrweise möglicherweise schneller.

Das M Sportpaket wirkt sich deshalb nicht nur auf den Kaufpreis aus. Je nach Konfiguration können auch Reifen, Versicherung und Wertverlust steigen. Besonders kosteneffizient ist der BMW 120 daher in einer zurückhaltenden Ausstattung mit kleineren Rädern und ohne zahlreiche hochpreisige Einzeloptionen.
Ganz auf Extras zu verzichten, ist allerdings ebenfalls nicht zwingend die beste Lösung. Gefragte Ausstattungen können den späteren Verkauf erleichtern. Entscheidend ist, dass die Konfiguration zum Gebrauchtwagenmarkt passt und nicht nur den persönlichen Geschmack des Erstbesitzers abbildet.
Weitere Kosten: Hauptuntersuchung, Pflege und Kleinausgaben
Nach drei Jahren steht bei einem Neuwagen erstmals die Hauptuntersuchung an. Hinzu kommen kleinere Ausgaben für Wagenpflege, Betriebsstoffe, Parkgebühren oder Zubehör.
Wir rechnen unter anderem 250 Euro pro Jahr für Fahrzeugwäsche und Pflege sowie weitere 200 Euro jährlich für kleinere Fixkosten wie Hauptuntersuchung, Parkgebühren oder Zubehör ein. Das kann natürlich stark variieren.
Über drei Jahre setzen wir dafür insgesamt 1.350 Euro beziehungsweise rund 38 Euro pro Monat an. Wer sein Auto selten wäscht, kostenlos parkt und kaum Zubehör kauft, kann diesen Betrag deutlich unterschreiten.
Gesamtkosten: Rund 940 Euro im Monat inklusive Wertverlust
Unter unseren Annahmen setzen sich die Kosten des BMW 120 über drei Jahre folgendermaßen zusammen:
| Kostenpunkt | 3 Jahre | Pro Monat |
| Wertverlust | 19.575 Euro | 544 Euro |
| Kraftstoff | 5.018 Euro | 139 Euro |
| Versicherung | 4.827 Euro | 134 Euro |
| Kfz-Steuer | 249 Euro | 7 Euro |
|
Wartung, Reifen, Verschleiß |
2.520 Euro | 70 Euro |
|
Pflege, HU und weitere Kosten |
1.350 Euro | 38 Euro |
| Gesamtkosten | 33.539 Euro | ca. 932 Euro |
Auf ein Jahr gerechnet kostet der BMW 120 damit rund 11.180 Euro. Jeder gefahrene Kilometer schlägt mit ungefähr 75 Cent zu Buche.
Der Großteil davon ist jedoch keine direkte monatliche Ausgabe. Ohne den Wertverlust liegen die laufenden Kosten bei rund 13.964 Euro über drei Jahre beziehungsweise ungefähr 388 Euro pro Monat.
Fazit: Der BMW 1er bleibt vernünftig – solange die Konfiguration vernünftig bleibt
Der BMW 120 ist für einen 170 PS starken Premium-Kompakten überraschend zurückhaltend beim Verbrauch. Auch die Kfz-Steuer fällt kaum ins Gewicht. Spürbar teurer wird es bei Versicherung, Werkstatt und Bereifung – vor allem dann, wenn der 1er mit M Sportpaket und großen Rädern bestellt wird.
Der entscheidende Kostenpunkt bleibt aber der Wertverlust. Weil der aktuelle 1er noch zu jung für belastbare Drei-Jahres-Gebrauchtwagenwerte ist, handelt es sich bei unserem Restwert um eine vorsichtige Prognose. Bei rund 50 Prozent Restwert würde der BMW innerhalb von drei Jahren etwa 20.000 Euro verlieren.
Unterm Strich kostet der BMW 120 in unserer Gesamtrechnung etwa 932 Euro im Monat. Betrachtet man nur die tatsächlich laufenden Ausgaben ohne Wertverlust, sind es rund 388 Euro. Damit ist der 1er kein günstiger Kompaktwagen, bleibt für ein Premiumauto aber durchaus kalkulierbar – besonders dann, wenn Käufer:innen beim Neuwagenpreis und bei der Ausstattung Maß halten.