Die wahren Kosten des Skoda Enyaq: So teuer ist das Elektro-SUV wirklich!
11. Juli 2026 von Irene Wallner
Der Skoda Enyaq ist längst kein elektrischer Exot mehr. Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 25.383 Exemplare neu zugelassen. Damit blieb das Modell nahezu exakt auf dem Niveau von 2024, als 25.262 Neuzulassungen registriert wurden. Im Durchschnitt kamen 2025 jeden Monat etwas mehr als 2.100 neue Enyaq auf die Straße.
Der elektrische Familien-SUV ist also beliebt. Doch der Listenpreis verrät nur einen Teil der Wahrheit. Strom, Versicherung und vor allem der Wertverlust können über mehrere Jahre eine beträchtliche Summe ausmachen.
Wir haben deshalb nachgerechnet, was ein Skoda Enyaq 60 über drei Jahre und 45.000 Kilometer tatsächlich kostet. Dabei gehen wir von einem Barkauf zum Listenpreis aus. Finanzierungskosten, Wartung, Reifen, Wallbox, Parkgebühren und mögliche Einnahmen durch die THG-Quote sind nicht enthalten.
Anschaffungspreis: Der Enyaq startet bei 44.400 Euro

Als Grundlage dient der Skoda Enyaq 60 des Modelljahres 2025. Das Basismodell kostete neu mindestens 44.400 Euro. Dafür gab es einen 150 kW beziehungsweise 204 PS starken Elektromotor, Hinterradantrieb und eine Batterie mit 59 kWh nutzbarer Kapazität.
Der offizielle kombinierte Stromverbrauch beträgt 15,6 kWh pro 100 Kilometer, die WLTP-Reichweite liegt bei bis zu 432 Kilometern. Sonderausstattungen berücksichtigen wir nicht, denn bereits eine Metallic-Lackierung, größere Räder oder verschiedene Ausstattungspakete würden sowohl den Kaufpreis als auch den späteren Wertverlust verändern.
Zulassungszahlen: Auch 2025 ein Bestseller
Mit 25.383 Neuzulassungen gehörte der Enyaq 2025 erneut zu den gefragtesten Elektroautos in Deutschland. Dass die Nachfrage über das gesamte Jahr vergleichsweise stabil blieb, dürfte auch für den Gebrauchtwagenmarkt von Vorteil sein: Ein Modell, das als Neuwagen stark nachgefragt wird, lässt sich später grundsätzlich leichter weiterverkaufen als ein kaum verbreitetes Nischenauto.
Skoda Enyaq Gebrauchtwagen finden
Eine Garantie für einen hohen Restwert ist das allerdings nicht.
Kfz-Steuer: Hier spart man Geld
Bei der Kfz-Steuer hat der Enyaq einen klaren Vorteil. Reine Elektroautos, die bis zum 31. Dezember 2030 erstmals zugelassen werden, sind bis zu zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Spätestens endet die Befreiung am 31. Dezember 2035.
Für einen im Jahr 2025 erstmals zugelassenen Enyaq bedeutet das: Während unseres dreijährigen Betrachtungszeitraums fallen keine Kfz-Steuern an. Ohne die Befreiung würde der Enyaq 60 ca. 74 Euro pro Jahr kosten. Für unsere Rechnung bleiben es dennoch bei null Euro.
Stromkosten: Zu Hause deutlich günstiger als am Schnelllader
Für die Stromkosten verwenden wir den offiziellen Verbrauch des 2025er Modells von 15,6 kWh pro 100 Kilometer. Bei insgesamt 45.000 Kilometern benötigt der Enyaq rechnerisch 7.020 kWh Strom.
Der durchschnittliche Haushaltsstrompreis lag 2025 laut BDEW bei rund 39,6 Cent pro kWh. Wer den Enyaq überwiegend an der eigenen Wallbox lädt, kommt damit über drei Jahre auf Stromkosten von rund 2.780 Euro. Das entspricht etwa 6,18 Euro pro 100 Kilometer.
Wer auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, zahlt mehr. Beim öffentlichen AC-Laden wurden 2025 durchschnittlich rund 52 Cent pro kWh verlangt, beim DC-Schnellladen etwa 60 Cent. Damit würden die Stromkosten über 45.000 Kilometer auf rund 3.650 beziehungsweise 4.212 Euro steigen.
Wo der Enyaq geladen wird, macht über drei Jahre somit einen Unterschied von mehr als 1.400 Euro. Für unsere Gesamtrechnung gehen wir vom durchschnittlichen Haushaltsstrompreis und damit von 2.780 Euro aus.
Kfz-Versicherung: Der Fahrer entscheidet stärker als das Auto

Bei der Versicherung lässt sich kein Preis nennen, der für alle gilt. Wohnort, Alter, Schadenfreiheitsklasse, jährliche Fahrleistung, Abstellplatz und Fahrerkreis können den Beitrag stark verändern.
Für den Enyaq 60 können die Typklassen 14 in der Haftpflicht, 19 in der Vollkasko und 21 in der Teilkasko angenommen werden. Der Grundbeitrag bei 100 Prozent wird mit 1.112 Euro für die Haftpflicht und 1.472 Euro für die Vollkasko angegeben.
Es wird hier als Standard mit jeweils 50 Prozent für Haftpflicht und Vollkasko gerechnet. Übertragen auf den Enyaq ergibt das einen modellhaften Versicherungsbeitrag von rund 1.292 Euro pro Jahr beziehungsweise 3.876 Euro über drei Jahre.
Dieser Wert ist ausdrücklich nur eine Rechengröße. Fahranfänger oder Versicherte in einer ungünstigen Regionalklasse können erheblich mehr bezahlen. Erfahrene Fahrer mit hoher Schadenfreiheitsklasse können dagegen deutlich darunter liegen.
Wertverlust: Rund 18.000 Euro nach drei Jahren
Der Wertverlust bleibt auch beim Skoda Enyaq der mit Abstand größte Kostenpunkt. Anhand aktueller Gebrauchtwagenangebote lässt er sich inzwischen jedoch etwas genauer eingrenzen.
Enyaq-Modelle mit Erstzulassung 2023 werden derzeit je nach Motorisierung, Ausstattung und Laufleistung für ungefähr 22.500 bis knapp 47.000 Euro, wobei die Fahrzeuge im Mittel rund 35.300 Kilometer gefahren sind. In dieser Auswertung stecken allerdings sämtliche Varianten – vom schwächeren Basismodell bis zum Enyaq RS. Ein einfacher Durchschnitt lässt sich deshalb nicht direkt auf den Enyaq 60 übertragen.
Vergleichbare Enyaq 60 mit Laufleistungen im Bereich von ungefähr 35.000 bis 60.000 Kilometern werden überwiegend für rund 25.000 bis 29.000 Euro angeboten. Für unseren 44.400 Euro teuren Enyaq 60 setzen wir deshalb nach drei Jahren und 45.000 Kilometern einen Restwert von etwa 26.400 Euro an.
Damit verliert das Elektro-SUV innerhalb von drei Jahren rechnerisch rund 18.000 Euro beziehungsweise gut 40 Prozent seines ursprünglichen Listenpreises. Das entspricht allein beim Wertverlust durchschnittlich 500 Euro pro Monat.

Ist der Wertverlust des Enyaq hoch?
Im Vergleich mit ähnlich großen Elektro-SUVs liegt der Enyaq mit einem prognostizierten Wertverlust von rund 40 Prozent eher im Mittelfeld bis leicht auf der guten Seite. Ein ungewöhnlich wertstabiles Auto ist er damit nicht, sein Wertverlust fällt aber auch nicht auffällig hoch aus.
Die Berechnung bleibt dennoch eine Prognose. Bei den beobachteten Preisen handelt es sich um Händler-Angebotspreise und nicht um garantierte Verkaufserlöse. Beim Verkauf an einen Händler dürfte der erzielbare Betrag häufig niedriger ausfallen. Ausstattung, Batteriezustand, Laufleistung, Neuwagenrabatte und die weitere Entwicklung des Elektroautomarktes können den tatsächlichen Restwert ebenfalls deutlich beeinflussen.
So viel kostet der Skoda Enyaq über drei Jahre
Addieren wir die wichtigsten Kosten, ergibt sich folgende Rechnung:
- Kfz-Steuer: 0 Euro
- Stromkosten bei überwiegendem Laden zu Hause: rund 2.780 Euro
- Kfz-Versicherung: rund 3.876 Euro
- Geschätzter Wertverlust: rund 20.000 Euro
- Gesamtkosten über drei Jahre: rund 26.656 Euro
Damit kostet der Enyaq in unserem Modell rund 740 Euro pro Monat beziehungsweise etwa 59 Cent pro gefahrenem Kilometer. Der Kaufpreis wird dabei nicht vollständig als Ausgabe angesetzt, weil nach drei Jahren weiterhin ein Fahrzeug mit einem angenommenen Restwert von rund 24.400 Euro vorhanden ist.
Wird der Enyaq ausschließlich an öffentlichen Schnellladesäulen geladen, steigen die Gesamtkosten auf rund 28.088 Euro. Das entspricht etwa 780 Euro pro Monat. Entscheidend ist also nicht nur, welches Elektroauto gekauft wird, sondern auch, wo es im Alltag geladen werden kann.
Ist Leasing beim Skoda Enyaq die bessere Wahl?
Leasing kann beim Enyaq besonders interessant sein, weil das Restwertrisiko beim Leasinggeber liegt. Wer das Auto nach drei Jahren zurückgibt, muss sich nicht darum kümmern, ob neue Batterietechnik, hohe Neuwagenrabatte oder eine veränderte Förderung die Gebrauchtwagenpreise unter Druck gesetzt haben.
Skoda Enyaq Leasingangebote finden
Für einen fairen Vergleich müsste die komplette Leasingbelastung über drei Jahre addiert werden – inklusive Sonderzahlung, Überführung, Versicherung und Strom. Liegt diese Gesamtsumme deutlich unter den rund 26.700 Euro unserer Kaufrechnung, kann Leasing finanziell attraktiver sein. Wer den Enyaq dagegen viele Jahre behalten möchte, profitiert nach dem anfänglich hohen Wertverlust davon, dass das Auto anschließend langsamer an Wert verliert.
Fazit: Günstig im Betrieb, aber nicht automatisch günstig im Besitz
Der Skoda Enyaq ist bei Strom und Steuer vergleichsweise günstig. Wer zu Hause laden kann, fährt 100 Kilometer rechnerisch für gut sechs Euro. Auch die Steuerbefreiung spart während der ersten Jahre Geld.
Dennoch ist der Enyaq kein billiges Auto. Wertverlust und Versicherung treiben die Kosten in unserer Rechnung auf rund 26.700 Euro über drei Jahre. Fast drei Viertel davon entfallen allein auf den angenommenen Wertverlust.
Das zeigt: Beim Elektroauto entscheidet nicht nur der Verbrauch darüber, ob es günstig ist. Wer einen Enyaq kaufen möchte, sollte vor allem den tatsächlichen Kaufpreis, die eigene Versicherung und den voraussichtlichen Wiederverkaufswert betrachten.